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Bilder für die Website: Eigene Fotos schlagen Stockmaterial

Die meisten Websites scheitern nicht am Text, sondern an den Bildern. Ein lächelndes Stockmodell im Großraumbüro sagt dem Besucher nichts über deinen Betrieb, außer dass du dir keine Mühe gemacht hast. Gleichzeitig ist ein Fotoshooting eine echte Ausgabe, und nicht jedes Projekt trägt sie. Dieser Artikel zeigt, welcher Bildtyp welche Wirkung hat, was ein Shooting in Deutschland realistisch kostet, welche Alternativen funktionieren, wenn das Budget knapp ist, und welche technischen Vorgaben Bilder erfüllen müssen, damit die Seite schnell bleibt und für alle nutzbar ist.

Lesezeit
13 Min.
Stand
Juli 2026
Kapitel
8

Warum Bilder mehr entscheiden als dein Text

Gelesen wird später. Gesehen wird sofort.

Wenn jemand deine Website öffnet, passiert zuerst etwas Unbewusstes: Das Auge scannt die Fläche, sucht Gesichter und Kontraste, und bildet daraus ein Gefühl. Erst danach fängt der Kopf an zu lesen. Das kannst du an dir selbst beobachten, wenn du eine fremde Seite öffnest und nach zwei Sekunden schon weißt, ob du weiterliest. Für dich als Betreiber heißt das: Das erste Bild auf deiner Startseite arbeitet härter als deine erste Überschrift, weil es früher da ist.

Bilder beantworten außerdem eine Frage, die kein Text glaubwürdig beantworten kann: Gibt es diesen Betrieb wirklich, und wer arbeitet dort? Ein echtes Foto von deiner Werkstatt, deinem Praxisempfang oder deinem Team ist ein Beweis. Ein gekauftes Symbolbild ist eine Behauptung. Menschen erkennen Stockfotos schneller, als sie denken, weil dieselben Motive auf Hunderten Seiten laufen. Der Handschlag vor der Fensterfront und die Frau mit dem Headset sind inzwischen visuelle Floskeln.

Dazu kommt ein Effekt, den man oft unterschätzt: Eigene Fotos zwingen dich zur Ehrlichkeit. Ein Elektrobetrieb, der drei sauber dokumentierte Verteilerschränke zeigt, wirkt kompetenter als einer, der ein Stockbild von einer futuristischen Smart-Home-Zentrale nutzt, die er nie verbaut hat. Die Gegenrichtung gilt aber genauso: Bilder sind kein Selbstzweck. Eine Seite mit zwanzig atmosphärischen Aufnahmen und drei Sätzen Inhalt verkauft nichts. Erst klären, was auf einer Seite passieren soll, dann entscheiden, welches Bild diese Aufgabe unterstützt. Alles andere ist Dekoration, die Ladezeit kostet.

Eigene Fotos gegen Stockmaterial: was welcher Bildtyp leistet

Nicht jedes Bild muss selbst geschossen sein. Aber die tragenden schon.

Die Debatte "eigene Fotos oder Stock" wird meist zu grob geführt. In der Praxis mischt fast jede gute Website beides, nur eben an den richtigen Stellen. Die Faustregel: Alles, was Beweis sein soll, muss echt sein. Alles, was nur Atmosphäre liefert, darf gekauft sein. Ein Stockbild als "unser Team" dagegen ist ein Vertrauensbruch, spätestens wenn der Kunde ins Büro kommt und niemanden wiedererkennt.

BildtypWas der Besucher daraus liestWirkung im VerkaufWann es kippt
Echtes Team- oder PersonenfotoHier arbeiten diese konkreten MenschenSehr hoch, besonders bei Dienstleistung und BeratungVerkrampfte Studioposen vor weißem Hintergrund, veraltete Bilder mit ehemaligen Mitarbeitern
Arbeits- und Prozessfoto (jemand tut etwas)So läuft das bei euch ab, das ist echtes HandwerkHoch, erklärt Leistung ohne TextGestellte Szenen, in denen sichtbar niemand arbeitet, oder unscharfe Handyschnappschüsse
Ergebnisfoto, Vorher/Nachher, ProjektstreckeDas kommt am Ende raus, das kann ich beurteilenSehr hoch, ersetzt halbe ReferenzseiteNur Nachher ohne Kontext, oder Bilder, für die keine Kundenfreigabe vorliegt
Standort, Räume, LadengeschäftEs gibt euch wirklich, ich finde euchMittel, senkt Hemmschwelle für BesuchLeere Räume ohne Menschen, schlechtes Licht
Freigestelltes ProduktfotoGenau dieses Produkt bekomme ichHoch im Shop, sonst mittelUneinheitliche Perspektiven in einer Galerie
Kuratiertes Stockfoto (Textur, Detail, Landschaft)Neutrale Atmosphäre, keine Aussage über dichNiedrig, aber unschädlichSobald es als Beleg für dich gelesen werden könnte
Generisches Stockfoto (Handschlag, Headset, Meeting)Ihr habt genommen, was da warNegativ, wirkt beliebigFast immer. Diese Motive sind verbrannt
Illustration oder Icon-SetIhr erklärt mir etwas strukturiertMittel, gut für Abläufe und ZahlenDrei gemischte Stile auf einer Seite
KI-generiertes BildJe nach Motiv: modern oder unechtSehr unterschiedlich, siehe nächstes KapitelSobald es Menschen oder Räume zeigt, die es bei dir nicht gibt

Daraus folgt ein einfacher Bauplan. Die oberen drei Zeilen sind der Kern deiner Website und sollten aus eigener Produktion kommen. Die mittleren Zeilen sind Ergänzung. Die generischen Stockmotive streichst du ersatzlos, lieber gar kein Bild als ein beliebiges. Ein zweiter Punkt, der oft vergessen wird: Bilder altern. Ein Teamfoto mit zwei Personen, die längst nicht mehr da sind, ist schlimmer als kein Teamfoto. Halte den Bildbestand deshalb so klein, dass du ihn alle zwei bis drei Jahre wirklich aktualisieren kannst. Wer 200 Bilder auf der Seite hat, aktualisiert nie.

Was ein Fotoshooting realistisch kostet

Zahlen aus Projektgesprächen im deutschen Markt, als Spanne, nicht als Preisliste.

Fotografiepreise schwanken stark nach Region, Erfahrung und Aufwand. Die folgenden Spannen sind Erfahrungswerte aus Angeboten, die mir in Projekten begegnet sind, keine amtlichen Zahlen. Nutze sie, um zu erkennen, ob ein Angebot im Rahmen liegt.

LeistungTypische Spanne (Erfahrungswert)Was normalerweise enthalten istWorauf du achten musst
Halbtag Business- und Imagefotografie (ca. 4 Stunden)400 bis 900 EuroVor Ort, ca. 15 bis 30 bearbeitete Bilder, einfache RetuscheWie viele bearbeitete Bilder wirklich zugesagt sind, nicht wie viele geknipst werden
Ganztag vor Ort (ca. 8 Stunden)800 bis 1.800 Euro40 bis 80 bearbeitete Bilder, mehrere MotivgruppenOb Auf- und Abbau sowie Pausen in der Zeit stecken
Team-Portraits als Paket80 bis 250 Euro pro PersonPortrait vor einheitlichem Hintergrund, freigestellt oder mit UmfeldEinheitlicher Look, damit spätere Nachzügler noch dazu passen
Produktfotos freigestellt15 bis 60 Euro pro ArtikelAufnahme, Freistellung, weißer HintergrundMengenrabatt ab ca. 20 Artikeln, gleiche Perspektive für alle
Außen-, Gebäude- und Drohnenaufnahmen300 bis 900 EuroAnfahrt, mehrere Perspektiven, WetterrisikoDrohnenflug braucht Erlaubnis und Versicherung, das muss der Fotograf mitbringen
Zusätzliche Retusche über den Standard hinaus10 bis 40 Euro pro BildAufwendige Freistellung, Störer entfernen, ComposingVorher definieren, sonst wird es zur offenen Position
Erweiterte Nutzungsrechte (Print, Social, zeitlich unbegrenzt)Aufschlag von etwa 20 bis 100 ProzentBreitere Verwendung als nur WebsiteOhne diese Klausel darfst du das Bild oft nur online nutzen
Anfahrt und Reisezeit0,30 bis 0,80 Euro pro Kilometer oder PauschaleFahrt zum EinsatzortBei mehr als 50 Kilometern lieber pauschal vereinbaren

Für einen typischen Handwerksbetrieb, eine Praxis oder ein kleines Beratungsunternehmen landest du damit meist bei 600 bis 1.500 Euro für ein Shooting, das eine komplette Website trägt. Das klingt nach viel, verteilt sich aber auf drei bis fünf Jahre Nutzung. Gemessen an einer Website im Bereich 2.000 bis 5.000 Euro sind das grob 20 bis 30 Prozent obendrauf, für den Teil, den der Besucher zuerst sieht.

Der wichtigste Vertragspunkt ist nicht der Preis, sondern die Nutzungsrechte. Frag konkret: Darf ich die Bilder zeitlich unbegrenzt nutzen, auf Website, Social Media und in Print? Darf ich sie zuschneiden und farblich anpassen? Muss ich dich als Urheber nennen, und wenn ja, wo? Bekomme ich die Dateien in voller Auflösung? Schriftlich, in einem Satz pro Frage. Fehlt das, hast du teure Bilder, die du in zwei Jahren nicht mehr verwenden darfst. Was rechtlich sonst noch an Bildern hängt, von Model Releases bis zu Stocklizenzen, steht ausführlich im Ratgeber zu Rechtstexten und Bildern.

Wenn kein Budget für ein Shooting da ist

Alternativen, die funktionieren, und eine, von der ich abrate.

Nicht jedes Projekt trägt einen Fotografen, und das ist kein Drama. Ein aktuelles Smartphone macht Fotos, die für eine Website ausreichen, wenn du drei Dinge beachtest: Licht, Hintergrund und Format. Fotografiere tagsüber in Fensternähe, ohne Blitz, mit der Lichtquelle hinter dir oder seitlich. Räum den Hintergrund auf, das ist der Unterschied zwischen professionell und Schnappschuss. Und mach von jedem Motiv eine Quer- und eine Hochformataufnahme, weil die Website beide Varianten braucht.

  1. Kamera-Raster einschalten und gerade halten. Schiefe Horizonte sind das häufigste Erkennungszeichen von Laienbildern.
  2. Nicht digital zoomen, sondern näher rangehen. Digitalzoom kostet echte Auflösung.
  3. Bei Portraits mehr Abstand halten, sonst verzerrt die Weitwinkeloptik Gesichter.
  4. Mindestens fünf Aufnahmen pro Motiv. Aussortieren ist einfacher als nachschießen.
  5. In höchster Qualität aufnehmen und das Original behalten. Verkleinert wird beim Einbau, nicht vorher.

Die zweite Alternative ist die Mischstrategie und in der Praxis die häufigste: Die tragenden Bilder, also Startseite, Über uns und Leistungen, machst du selbst oder lässt sie schießen. Für Randbereiche nutzt du kuratiertes Stockmaterial. Kuratiert heißt: kein Motiv mit Personen, die als deine Mitarbeiter gelesen werden könnten, kein Motiv, das auf zehn Konkurrenzseiten läuft, und alle Bilder in einer einheitlichen Farbstimmung.

Die dritte Möglichkeit sind Illustrationen und Icons. Für alles, was ein Ablauf, eine Zahl oder ein Vergleich ist, funktioniert eine saubere Grafik oft besser als jedes Foto. Wichtig ist ein einheitliches Set aus einer Quelle. Diese Grafiken lieferst du als SVG aus, damit sie auf jedem Bildschirm scharf sind und fast nichts wiegen.

Und dann gibt es den Fall, in dem gar kein Bild die richtige Antwort ist. Wenn du nur zwei brauchbare Fotos hast, bau die Seite mit zwei Fotos. Typografie, Weißraum und klare Struktur tragen eine Website vollständig. Der Reflex, jeden Abschnitt bebildern zu müssen, kommt aus Vorlagen, nicht aus dem Bedarf deiner Besucher.

Der Bildplan: welche Bilder du wirklich brauchst

Vor dem Shooting, vor dem Stock-Einkauf: eine Liste pro Seite.

Der teuerste Fehler ist, Bilder zu sammeln und danach zu überlegen, wo sie hinsollen. Umgekehrt geht es schneller und wird billiger: Du schreibst pro Seite auf, welche Aufgabe ein Bild dort erfüllen soll, und produzierst genau diese Bilder. Bei Pixylmedia gehört dieser Bildplan ins Briefing, bevor eine Zeile Code entsteht. Wenn eine Website in 14 Tagen live gehen soll, ist fehlendes Bildmaterial der häufigste Grund für Verzögerung, nicht die Technik.

Seite oder AbschnittBild, das dort arbeitetMengeHäufiger Fehler
Startseite, Hero-BereichEin starkes Querformat mit ruhiger Fläche für Überschrift, echt und ortsbezogen1 bis 2Collage aus vier Bildern, auf dem Handy unlesbar
Leistungen und AngebotProzess- oder Ergebnisfoto pro Leistung, immer gleiche Bildlogik1 pro LeistungSymbolbilder, die alle austauschbar wirken
Über mich, TeamPortrait, dazu ein Foto der Person in Aktion1 bis 2 pro PersonNur Kopfbilder vor weißer Wand, kein Kontext
Referenzen und ProjekteErgebnisfoto plus Detail, idealerweise vorher und nachher2 bis 4 pro ProjektBilder ohne Freigabe des Kunden verwendet
Kontakt und AnfahrtEingang, Gebäude oder Ladenfront bei Tageslicht1Nur eine Karte ohne Foto, Besucher finden den Eingang nicht
Vertrauensbereich (Zertifikate, Partner)Logos in einheitlicher Höhe, als SVG oder PNG mit Transparenznach BedarfLogos in unterschiedlichen Größen und Qualitäten nebeneinander
Blog oder RatgeberEin Beitragsbild pro Artikel, Format konsequent gleich1 pro ArtikelJedes Bild anderes Seitenverhältnis, Übersicht wirkt unruhig
Produkt- oder ShopseiteMehrere Ansichten, gleiche Perspektiven, Größenvergleich3 bis 6 pro ProduktNur ein Bild, dazu keine Detailansicht, hohe Rücksendequote

Rechne das einmal durch: Eine typische Website mit Startseite, vier Leistungsseiten, Über-uns und Kontakt braucht ungefähr 15 bis 25 gute Bilder. Das ist deutlich weniger, als die meisten befürchten, und passt in einen halben Shooting-Tag, wenn die Liste vorher steht. Denk dabei an die Formate: Ein Bild, das auf dem Desktop breit läuft, wird auf dem Handy hart beschnitten. Sitzt das Motiv mittig, überlebt es diesen Zuschnitt, liegt das Wichtige am Rand, verschwindet es. Deshalb beim Fotografieren lieber mehr Rand mitnehmen, zuschneiden kannst du später immer, herauszoomen nie.

Technische Vorgaben: Format, Größe, Ladezeit

Hier entscheidet sich, ob deine schönen Bilder die Seite tragen oder ausbremsen.

Bilder sind auf fast jeder Website der größte Datenposten. Wenn eine Seite langsam ist, liegt es meist nicht am Server, sondern an drei Fotos mit je vier Megabyte, die direkt aus der Kamera hochgeladen wurden. Das größte Bild im sichtbaren Bereich bestimmt in der Regel den Largest Contentful Paint, den Messwert für gefühlte Ladezeit. Als Zielwert gelten 2,5 Sekunden. Wie dieser Wert zustande kommt, steht im Ratgeber zu Core Web Vitals.

EinsatzortPixelbreite (längste Kante)FormatZielgröße pro Datei
Hero, volle Bildschirmbreite1920 bis 2560 pxAVIF oder WebP, JPEG als Fallbackunter 250 KB, besser unter 150 KB
Inhaltsbild im Textbereich1200 bis 1600 pxWebP oder AVIF60 bis 150 KB
Teaser-Kachel, Blogvorschau800 bis 1000 pxWebP40 bis 90 KB
Portrait, Teamfoto800 bis 1200 pxWebP50 bis 120 KB
Logo, Icons, PiktogrammeskalierbarSVG, sonst PNG mit Transparenzunter 20 KB
Favicon32 px, zusätzlich 180 px für AppleSVG plus PNG, ICO optionalunter 15 KB
Open-Graph-Bild für Social-Vorschau1200 x 630 pxJPEG oder PNGunter 300 KB
Hintergrundtextur, dekorativ1600 px, stark komprimiertWebPunter 60 KB

Zum Format in einem Satz: AVIF komprimiert am besten, WebP ist die sichere Allzweckwahl, JPEG bleibt als Fallback, PNG nur für Transparenz, SVG für alles Vektorbasierte. Ein modernes Setup liefert AVIF oder WebP aus und hält JPEG bereit, ohne dass du dich darum kümmern musst. Wenn dein System das nicht automatisch macht, konvertierst du beim Hochladen einmal manuell.

Vier Punkte, die du bei einer Abnahme prüfen kannst: Erstens responsive Bilder, also mehrere Größen desselben Motivs, aus denen der Browser die passende wählt. Das Handy soll keine 2560-Pixel-Datei laden. Zweitens feste Breiten- und Höhenangaben im Code, damit das Layout beim Laden nicht springt. Drittens verzögertes Laden für alles, was erst nach dem Scrollen sichtbar wird, ausdrücklich nicht für das Hero-Bild. Viertens eine sinnvolle Kompression: Qualitätsstufe 75 bis 85 ist der Bereich, in dem der Unterschied zum Original nicht auffällt, die Datei aber deutlich schrumpft.

Ein Detail zum Datenschutz, das oft übersehen wird: Fotos aus dem Handy enthalten EXIF-Daten, teils mit GPS-Koordinaten. Beim Verkleinern und Konvertieren fliegen diese Daten normalerweise raus, prüf es aber stichprobenartig, bevor du private Aufnahmen hochlädst. Und wenn du Bilder von externen Diensten einbindest, statt sie selbst zu hosten, fließen bei jedem Seitenaufruf Daten deiner Besucher dorthin ab. Bilder gehören auf den eigenen Server, genau wie Schriften.

Alt-Text, Dateiname und Bildunterschrift

Der Teil, der zehn Sekunden pro Bild kostet und zwei Probleme auf einmal löst.

Der Alt-Text ist eine Textalternative für den Fall, dass ein Bild nicht gesehen werden kann. Ein Screenreader liest ihn vor, bei einem Ladefehler steht er an der Stelle des Bildes, und Suchmaschinen nutzen ihn, um den Bildinhalt einzuordnen. Er ist außerdem eine der Grundanforderungen an barrierefreie Websites. Für welche Anbieter das seit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz verpflichtend ist und wer ausgenommen bleibt, steht im Ratgeber zur Barrierefreiheit.

Die Regeln sind unspektakulär: Beschreibe, was auf dem Bild zu sehen ist, so wie du es jemandem am Telefon beschreiben würdest. Kurz, konkret, ohne "Bild von" oder "Foto zeigt". Ungefähr 80 bis 125 Zeichen sind ein guter Rahmen. Keine Schlüsselwortlisten, das hilft weder Menschen noch Suchmaschinen. Rein dekorative Bilder bekommen einen leeren Alt-Text, damit der Screenreader sie überspringt.

  • Schwach: "elektriker" oder "elektriker karlsruhe elektroinstallation smart home"
  • Gut: "Elektromeister prüft die Anschlüsse in einem neu installierten Verteilerschrank"
  • Schwach: "team.jpg" als Dateiname
  • Gut: "team-werkstatt-karlsruhe.jpg" als Dateiname, klein geschrieben, mit Bindestrichen, ohne Umlaute und Leerzeichen
  • Dekoratives Hintergrundmuster: leerer Alt-Text, damit es nicht vorgelesen wird
  • Bild mit wichtigem Text darin (etwa ein Diagramm): Inhalt zusätzlich als echter Text auf der Seite, nicht nur im Alt-Text

Bildunterschriften sind der unterschätzte Teil. Sie werden oft gelesen, weil das Auge vom Bild direkt darunter landet. Nutze sie für Information, die sonst untergeht: welches Projekt das war, welches Material verbaut wurde, wie lange es gedauert hat. Bei Referenzbildern ist die Unterschrift oft der Satz, der den Auftrag anbahnt.

Zwei organisatorische Punkte zum Schluss: Vergib Dateinamen beim Export, nicht später, dann bleibt es konsistent. Und leg für jedes Bild ab, woher es stammt und welche Nutzungsrechte gelten, mit Datum. Ein einfacher Ordner mit einer Tabelle reicht. Im Zweifelsfall kannst du damit belegen, dass du zur Nutzung berechtigt warst.

Fazit: der Bildplan ist wichtiger als die Kamera

Was du diese Woche konkret tun kannst, in der Reihenfolge, in der es wirkt.

Der Kern lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Echte Bilder sind Beweise, gekaufte Bilder sind Dekoration, und beides hat seinen Platz, nur nicht denselben. Du brauchst keine Bilderflut und keine teure Ausrüstung, sondern zehn bis fünfundzwanzig Bilder, die zeigen, wer du bist, was du machst und was dabei herauskommt. Alles Weitere ist Ballast, der Ladezeit kostet und niemanden überzeugt.

Konkret in dieser Reihenfolge vorgehen: Erstens den Bildplan schreiben, eine Zeile pro geplantem Bild, mit Seite und Format. Zweitens prüfen, was du davon schon hast, oft sind es mehr Bilder als gedacht, sie liegen nur unsortiert auf einem Handy. Drittens die Lücke bewerten: Reichen ein Nachmittag mit dem Smartphone und aufgeräumten Räumen, oder brauchst du einen halben Tag Fotograf? Viertens erst danach Angebote einholen, mit der Shotlist als Anlage, dann bekommst du vergleichbare Preise. Fünftens beim Einbau die technischen Vorgaben durchziehen: Größe, Format, Alt-Text und Dateiname bei jedem einzelnen Bild.

Und die ehrliche Gegenrede: Wenn du ein Hobbyprojekt, einen kleinen Verein ohne Verkaufsabsicht oder eine reine Visitenkartenseite betreibst, ist ein Fotoshooting für 800 Euro nicht das, wofür du dein Geld ausgeben solltest. Dann reichen ein paar ordentliche Handyfotos bei Tageslicht und ein sauber komprimierter Upload völlig. Auch sonst gilt: Nicht jedes Bild muss perfekt sein, es muss echt und schnell sein. Ein leicht unperfektes Foto aus deiner Werkstatt schlägt jedes makellose Stockbild, weil es dich zeigt und nicht irgendjemanden. Wichtiger als jeder Anbieter ist, dass du die Liste vor dem ersten Bild schreibst. Diese halbe Stunde spart dir mehr Geld als jede Verhandlung über einen Tagessatz.

Häufige Fragen

Was kostet ein Fotoshooting für eine Website?
Ein Halbtag Business- und Imagefotografie liegt erfahrungsgemäß bei 400 bis 900 Euro, ein Ganztag bei 800 bis 1.800 Euro. Für einen Handwerksbetrieb oder eine Praxis landest du meist bei 600 bis 1.500 Euro für ein Shooting, das eine komplette Website trägt. Diese Spannen sind Erfahrungswerte aus Angeboten, keine feste Preisliste. Entscheidend ist, wie viele bearbeitete Bilder zugesagt sind.
Wie viele Bilder brauche ich für meine Website?
Eine typische Website mit Startseite, vier Leistungsseiten, Über-uns und Kontakt kommt mit 15 bis 25 guten Bildern aus. Das ist weniger, als die meisten erwarten, und passt in einen halben Shooting-Tag, wenn die Liste vorher steht. Schreib pro Seite auf, welche Aufgabe ein Bild dort erfüllt, statt erst Bilder zu sammeln und danach nach einem Platz zu suchen.
Darf ich Stockfotos für meine Website verwenden?
Stockfotos sind dort unproblematisch, wo sie nur Atmosphäre liefern: Texturen, Details, neutrale Hintergründe. Sobald ein Bild als Beweis gelesen wird, also Team, Räume oder Ergebnisse, schadet gekauftes Material. Generische Motive wie Handschlag, Headset oder Meetingrunde laufen auf Hunderten Seiten und wirken beliebig. Streich sie ersatzlos, lieber gar kein Bild als ein austauschbares.
Wie groß dürfen Bilder auf einer Website sein?
Ein Hero-Bild sollte 1920 bis 2560 Pixel breit sein und unter 250 KB wiegen, besser unter 150 KB. Inhaltsbilder liegen bei 1200 bis 1600 Pixeln und 60 bis 150 KB. Liefere WebP oder AVIF aus, JPEG nur als Fallback. Fotos direkt aus Kamera oder Handy mit mehreren Megabyte sind ein typischer Grund für langsame Seiten.
Reichen Handyfotos für eine professionelle Website?
Handyfotos reichen für viele Websites aus, wenn du Licht, Hintergrund und Format beachtest: tagsüber in Fensternähe fotografieren, ohne Blitz, Hintergrund aufräumen und jedes Motiv einmal quer und einmal hoch aufnehmen. Halte das Raster gerade, geh näher ran statt zu zoomen und mach mindestens fünf Aufnahmen pro Motiv. Für tragende Bilder wie Team und Startseite lohnt trotzdem ein halber Tag Fotograf.

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