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Website-Briefing: Womit du dem Designer den halben Weg abnimmst

Die meisten Website-Projekte werden nicht im Entwurf entschieden, sondern in der Woche davor. Wer klar sagt, was die Seite leisten soll, für wen sie gedacht ist und welches Material vorliegt, bekommt schnellere Angebote, engere Preise und weniger Korrekturschleifen. Wer stattdessen "wir brauchen was Modernes" schreibt, bezahlt die Unsicherheit des Anbieters mit. Dieser Artikel zeigt Block für Block, was in ein Briefing gehört, wie ein brauchbarer Satz aussieht und was konkret passiert, wenn ein Punkt fehlt. Inklusive Vorlage, die du in zwei Stunden durcharbeiten kannst.

Lesezeit
11 Min.
Stand
Juli 2026
Kapitel
9

Was ein Briefing wirklich ist

Kein Formular, sondern die Grundlage für Preis, Zeitplan und Umfang.

Ein Briefing ist die schriftliche Antwort auf vier Fragen: Was soll gebaut werden, für wen, bis wann und warum. Es ist kein Vertrag, kein Pflichtenheft mit dreißig Seiten und keine Prüfung, die du bestehen musst. Es ist das Dokument, aus dem ein Designer ableitet, wie viele Seiten er einplant, welche Funktionen nötig sind und wie viel Text noch fehlt. Genau daraus entsteht der Preis. Dein Briefing ist die Kalkulationsgrundlage, ob du es so nennst oder nicht.

Das hat eine unangenehme Konsequenz. Ein unklares Briefing führt fast nie zu einem unklaren Angebot, sondern zu einem teureren. Seriöse Anbieter preisen Unsicherheit ein, weil sie sonst auf eigene Kosten arbeiten. Unseriöse machen es umgekehrt: eine niedrige Zahl, die im Projekt durch Nachträge wächst. Dagegen hilft nur Klarheit vor dem Angebot statt Diskussion danach.

Der zweite Zweck wird oft übersehen. Ein Briefing zwingt dich, Entscheidungen zu treffen, die du sonst mitten im Projekt treffen müsstest. "Verkaufen wir eigentlich auch an Privatkunden?" kostet vorher fünf Minuten und in Woche drei einen halben Entwurf. Jede Entscheidung, die du vorziehst, ist eine Korrekturschleife, die du nicht bezahlst.

Block 1: Das Ziel, in einem messbaren Satz

Warum "modern und professionell" keine Zielvorgabe ist.

Fast jede Anfrage beginnt gleich: Wir brauchen eine neue Website, modern und professionell. Das ist nicht falsch, es ist nur keine Information. Modern heißt für einen Steuerberater etwas anderes als für ein Tattoostudio, und professionell ist ein Gefühl, kein Auftrag. Aus so einem Satz lässt sich nicht ableiten, ob die Seite ein Kontaktformular, einen Terminkalender oder eine Stellenbörse braucht.

Ein brauchbares Ziel benennt, was nach dem Launch anders sein soll und woran du das merkst. Dabei geht es nicht um Marketing-Kennzahlen mit Nachkommastelle. Es reicht ein Satz, den du in sechs Monaten überprüfen kannst: mehr Anfragen aus der Region, weniger Rückfragen am Telefon, endlich Bewerbungen auf offene Stellen, ein Katalog, den der Außendienst herzeigen kann. Wichtig ist die Reihenfolge: Wenn du drei Ziele nennst, sag dazu, welches das wichtigste ist. Wo Ziele kollidieren, entscheidet diese Reihenfolge das Design.

Vage FormulierungBrauchbare FormulierungWas der Designer daraus baut
Wir wollen modern wirkenWir wollen bei Ausschreibungen nicht mehr am Preis gemessen werden, sondern an ReferenzenReferenzbereich mit Projektdetails, Zertifikate sichtbar, Kontakt zum Ansprechpartner statt Formular ins Nichts
Wir brauchen mehr KundenWir wollen fünf bis zehn qualifizierte Anfragen im Monat aus dem Umkreis von 50 KilometernRegionale Landingpages, Anfahrt und Einsatzgebiet prominent, kurzes Formular mit Vorqualifizierung
Das Telefon soll klingelnDas Telefon klingelt zu oft für Fragen, die auf der Seite stehen könntenFAQ mit echten Kundenfragen, Preisrahmen oder Ablauf transparent, Öffnungszeiten und Zuständigkeiten klar
Wir suchen MitarbeiterWir wollen dieses Jahr zwei Monteure einstellen, Bewerbungen kommen bisher nur über AushängeEigener Karrierebereich, Kurzbewerbung per Handy, Team- und Alltagsfotos statt Stockbilder
Der Shop soll besser laufenWir wollen weniger Abbrüche im Warenkorb und weniger Rückfragen zu VersandkostenVersandkosten früh sichtbar, Gastbestellung, weniger Pflichtfelder, Zahlarten oben statt im Kleingedruckten

Wenn dir ein Satz aus der mittleren Spalte schwerfällt, ist das kein schlechtes Zeichen, sondern der Wert dieser Übung. Die Frage "woran merke ich in sechs Monaten, dass sich das gelohnt hat" ist unangenehm, weil sie die Website in eine bewertbare Investition verwandelt. Genau deshalb gehört sie ins Briefing.

Block 2: Zielgruppe und Wettbewerb

Zwei Absätze, die mehr wert sind als jede Persona-Vorlage.

Für die Zielgruppe brauchst du keine ausgedachte Person mit Namen, Alter und Lieblingsserie. Solche Personas sind in kleinen Projekten meist Beschäftigungstherapie. Ein Designer braucht drei Angaben: wer kauft, in welcher Situation die Person auf deiner Seite landet und was sie wissen muss, bevor sie sich meldet. Ein Notdienst hat Besucher mit nassem Keller und Handy in der Hand, eine Unternehmensberatung hat Besucher, die abends drei Anbieter vergleichen. Diese Seiten sehen unterschiedlich aus, nicht wegen des Geschmacks, sondern wegen der Situation.

Genauso hilfreich ist die Gegenprobe: Wen willst du ausdrücklich nicht? Wer keine Kleinstaufträge unter 2.000 Euro annimmt oder nicht für Privatkunden arbeitet, spart sich später Anfragen, die nur Zeit kosten. Eine Website darf filtern, das ist Effizienz für beide Seiten.

Wettbewerb: drei Links, drei Sätze

Beim Wettbewerb reicht wenig, aber es muss ehrlich sein. Nenne zwei bis drei Anbieter, gegen die du regelmäßig verlierst oder gewinnst, jeweils mit Link und einem Satz dazu. Der Satz ist der wichtige Teil. "Die sind teurer als wir und bekommen trotzdem die Aufträge" ist eine Information, aus der sich ein ganzes Konzept ableiten lässt. Ein Link allein sagt nichts.

Dazu gehört die Frage nach dem Unterschied, und dort werden die meisten Briefings weich. "Qualität, Zuverlässigkeit und Kundennähe" schreibt jeder Mitbewerber auch. Belastbar wird es erst mit einer Tatsache: seit 1974 im Familienbesitz, eigene Werkstatt statt Subunternehmer, Rückmeldung innerhalb von 24 Stunden. Wenn dir kein solcher Satz einfällt, notiere das offen. Ein guter Dienstleister fragt genau dort nach, und diese Rückfrage ist oft die wertvollste Stunde des Projekts.

Block 3: Inhalte, die ehrliche Inventur

Der Block, an dem die meisten Projekte später hängen bleiben.

Kein anderer Punkt verzögert Website-Projekte so zuverlässig wie fehlender Content. Das Design steht, die Struktur ist freigegeben, und dann wartet alles auf Texte, Fotos, Preise und Referenzen. Deshalb gehört in jedes Briefing eine nüchterne Bestandsaufnahme: Was liegt vor, was muss neu gemacht werden, wer macht es und bis wann. Nicht als Absichtserklärung, sondern als Liste mit Namen und Datum.

Der Aufwand wird dabei systematisch unterschätzt. Eine Leistungsseite, die nicht nach Textbaustein klingt, kostet erfahrungsgemäß zwei bis vier Stunden inklusive Sammeln, Formulieren, Kürzen und Freigeben. Bei sieben Unterseiten sind das gut zwei Arbeitstage, die im Tagesgeschäft niemand einfach übrig hat. Wer das im Briefing offen sagt, bekommt entweder ein Angebot mit Textarbeit oder einen realistischen Zeitplan. Wer es verschweigt, bekommt einen Zeitplan, der in Woche zwei kippt.

InhaltRealistischer AufwandWer liefert das üblicherweiseWann fällig
Texte Startseite3 bis 5 Stunden, meist mehrere RundenDu im Rohtext, Feinschliff durch Texter oder DesignerVor dem ersten Entwurf
Texte Unterseiten2 bis 4 Stunden pro SeiteDu oder Texter, Beauftragung in der Praxis meist 80 bis 200 Euro je SeiteSpätestens zum Entwurfsstart der jeweiligen Seite
Fotos Team, Räume, ArbeitHalber Tag Fototermin, plus 1 bis 3 Wochen Vorlauf für den TerminFotograf, in der Praxis oft 500 bis 1.500 Euro für einen halben TagVor dem Entwurf, sonst wird mit Platzhaltern gebaut
Logo und FarbenVorhanden oder 1 bis 3 Wochen NeuentwicklungDu aus dem Archiv, sonst GrafikerVor dem Kickoff, Vektordatei statt Screenshot
Referenzen und Projektbeispiele1 bis 2 Stunden je Referenz, plus Freigabe des KundenDu, Freigabe schriftlich einholenVor Redaktionsschluss, Freigaben früh anfragen
Rechtstexte (Impressum, Datenschutz)1 bis 2 Stunden Zuarbeit, Erstellung meist externAnwalt oder Generator, Angaben kommen von dirVor dem Livegang, nicht am Tag davor

Ein praktischer Kniff: Liefere Rohmaterial statt Reinschrift. Stichpunkte, alte Angebote, ein Flyer, drei Sprachnachrichten auf dem Weg zur Baustelle. Daraus kann ein Profi formulieren, erfinden kann er nichts. Wer wartet, bis die Texte "richtig gut" sind, wartet oft Monate. Wer Rohmaterial schickt, hat in einer Woche eine korrigierbare erste Fassung.

Block 4: Beispiele und Gestaltung

Geschmack lässt sich nicht beschreiben, aber zeigen.

Design ist der Bereich, in dem Worte am schlechtesten funktionieren. "Klar und aufgeräumt, aber nicht langweilig" kann fünfzig verschiedene Entwürfe bedeuten. Deshalb gehören Beispiele ins Briefing, in beide Richtungen: drei Seiten, die dir gefallen, und zwei, die dir nicht gefallen. Die Negativbeispiele sind oft aufschlussreicher, weil sie Grenzen setzen.

Entscheidend ist die Begründung. Ein Link ohne Kommentar erzeugt Rätselraten, denn der Designer weiß nicht, ob dir die Farben gefallen, die Schrift, die Struktur oder schlicht die Fotos. Schreib einen Satz dazu: "Die Startseite kommt ohne Bildergalerie aus und erklärt in drei Blöcken, wie der Ablauf funktioniert. Das würde bei uns auch passen." Solche Sätze sind Gold wert, weil sie eine Designentscheidung transportieren, nicht nur einen Eindruck.

Was noch dazugehört

  • Vorhandenes Erscheinungsbild: Logo als Vektordatei, Hausfarben mit Farbwerten, Schriften, falls lizenziert. Ein Screenshot vom Logo ist keine Logodatei.
  • Tonfall: Du oder Sie, sachlich oder locker, Fachbegriffe erlaubt oder nicht. Zwei Sätze reichen, sie sparen eine komplette Korrekturrunde.
  • Bildsprache: eigene Fotos vorhanden, Fototermin geplant oder Stockbilder akzeptiert. Das beeinflusst Budget und Zeitplan stärker, als die meisten denken.
  • Tabu-Liste: Farben, Motive oder Formulierungen, die aus Branchengründen nicht gehen. Ein Bestatter braucht andere Regeln als ein Fitnessstudio.
  • Barrierefreiheit und Lesbarkeit: ob deine Zielgruppe eher jung und mobil unterwegs ist oder älter und auf große Schrift angewiesen.

Und wenn du dir bei der Gestaltung unsicher bist, schreib genau das hin. "Wir haben keine feste Vorstellung, aber knallige Farben mögen wir nicht" ist ein legitimes Briefing. Besser jedenfalls als eine erfundene Vorgabe, die beim ersten Entwurf wieder einkassiert wird.

Block 5: Budget, Termin und wer entscheidet

Die drei Angaben, die am häufigsten fehlen und am meisten sparen.

Viele lassen das Budget bewusst weg, aus Sorge, der Anbieter schöpfe es einfach aus. Die Sorge ist nachvollziehbar und trotzdem meist teuer, denn ohne Rahmen kann niemand zuschneiden. Wer nicht weiß, ob 2.000 oder 12.000 Euro im Raum stehen, plant entweder zu groß (das Angebot landet im Papierkorb) oder zu klein (die Seite kann nicht, was du brauchst). Eine Spanne genügt: "Wir haben 3.000 bis 5.000 Euro eingeplant, bei überzeugender Begründung geht etwas mehr."

Zur Orientierung, ausdrücklich als Erfahrungswert und nicht als Preisliste: In der Praxis liegen die Angebote für eine individuell gebaute Firmenseite mit fünf bis acht Unterseiten meist zwischen 2.000 und 6.000 Euro, für einen ordentlichen Onepager meist zwischen 800 und 2.500 Euro, für Projekte mit Shop, Buchungssystem oder Mehrsprachigkeit meist ab 5.000 Euro aufwärts. Wie du solche Angebote sauber gegeneinander stellst, steht ausführlicher im Ratgeber zum Angebotsvergleich.

Angabe im BriefingBeispielsatzWas passiert, wenn sie fehlt
Budgetrahmen"3.000 bis 5.000 Euro, Care-Plan danach separat"Angebote sind nicht vergleichbar, weil jeder etwas anderes annimmt. Zwei bis drei Wochen Verzug durch Nachverhandlung sind normal.
Wunschtermin und Anlass"Live vor der Messe am 14. Oktober, Einladungen gehen am 20. September raus"Der Anbieter plant nach eigener Auslastung. Harte Termine, die niemand kannte, werden zum Streitpunkt.
Entscheider"Freigaben erteile ich, Fachliches prüft mein Techniker Herr M."Vier Meinungen im Feedback, widersprüchliche Korrekturen, doppelte Schleifen. Der häufigste Grund für Verzug nach dem Content.
Verfügbarkeit"Dienstag und Donnerstag erreichbar, Betriebsurlaub 5. bis 19. August"Der Zeitplan basiert auf Antwortzeiten, die es nicht gibt. Zwei Wochen Urlaub kosten am Ende oft drei Wochen Projektlaufzeit.
Bestehende Technik"Domain bei IONOS, Hosting läuft dort noch bis März, E-Mails müssen bleiben"Umzugsaufwand taucht erst kurz vor Livegang auf und wird nachberechnet. Im schlimmsten Fall fällt die E-Mail für einen Tag aus.
Wer pflegt später"Ich möchte Texte und Bilder selbst ändern können, alles andere gern extern"Entweder bekommst du ein System, das du nicht bedienen willst, oder du zahlst für jede Kleinigkeit eine Rechnung.

Der Punkt mit dem Entscheider verdient besondere Aufmerksamkeit. Steht im Briefing, dass die Geschäftsleitung freigibt, kommentieren im Projekt aber drei Personen, entstehen Widersprüche, die niemand auflöst. Eine Person sammelt das Feedback und gibt es gebündelt weiter. Diese eine Regel spart in mittelgroßen Projekten erfahrungsgemäß ein bis zwei Wochen.

Die Vorlage: dein Briefing in zwölf Blöcken

Zum Abarbeiten. Zwei Stunden konzentriert genügen.

Beantworte jeden Punkt in ein bis fünf Sätzen und schick das Ergebnis als einfaches Dokument. Wo du etwas nicht weißt, schreib "unklar, brauche Beratung". Das ist eine Antwort, keine Lücke.

  1. Unternehmen in drei Sätzen: Was macht ihr, seit wann, wie viele Leute, wo tätig.
  2. Anlass: Warum jetzt eine neue Seite? Relaunch, Neugründung, Rebranding, technischer Zwang, verlorene Aufträge.
  3. Ziel: Was soll nach dem Launch anders sein, woran merkst du es? Wenn mehrere Ziele, mit Rangfolge.
  4. Zielgruppe: Wer kauft, in welcher Situation, was muss die Person wissen, bevor sie sich meldet. Und wen willst du nicht.
  5. Wettbewerb: Zwei bis drei Links, je ein Satz, warum dieser Anbieter relevant ist.
  6. Alleinstellung: Ein überprüfbarer Unterschied. Keine Adjektive, sondern Tatsachen.
  7. Struktur: Welche Seiten brauchst du voraussichtlich? Liste reicht, Reihenfolge und Vollständigkeit klärt der Designer.
  8. Funktionen: Kontaktformular, Terminbuchung, Downloadbereich, Shop, Mehrsprachigkeit, Newsletter. Jeweils mit "brauchen wir wirklich" oder "wäre nett".
  9. Inhalte: Was liegt vor (Texte, Fotos, Logo als Vektordatei), was fehlt, wer liefert es bis wann.
  10. Gestaltung: Drei Beispiele, die dir gefallen, zwei, die dir nicht gefallen, je mit einem Satz Begründung. Dazu Farben, Schriften und Tonfall, falls vorhanden.
  11. Rahmen: Budgetspanne, Wunschtermin mit Anlass, Verfügbarkeit, Betriebsurlaub.
  12. Organisation: Wer entscheidet, wer prüft fachlich, wer pflegt die Seite später, welche Domain und welches Hosting bestehen bereits.

Was nicht ins Briefing gehört

Mehr ist nicht besser, falsch spezifiziert ist teurer als offen gelassen.

Ein Briefing kann auch zu viel enthalten. Der klassische Fall ist die technische Festlegung ohne Grund: "Muss WordPress sein" oder "bitte mit diesem Page-Builder". Wenn du dafür einen echten Grund hast (jemand im Team pflegt seit Jahren WordPress, es gibt bestehende Erweiterungen), gehört das unbedingt ins Briefing. Wenn der Grund nur ist, dass du den Namen kennst, schließt du damit Lösungen aus, die schneller, günstiger oder wartungsärmer wären. Schreib lieber das Bedürfnis auf: "Ich will Texte und Bilder selbst ändern können." Die technische Antwort darauf ist Aufgabe des Dienstleisters.

Ebenso wenig hilfreich sind Detailvorgaben zur Gestaltung, bevor ein Konzept steht. Buttonfarben und Abstände im Briefing festzulegen kostet Zeit und wird beim ersten Entwurf ohnehin verworfen. Und ein Pflichtenheft mit vierzig Seiten aus einer fremden Branche macht das Projekt nicht sicherer, nur langsamer.

  • Technische Vorgaben ohne Begründung. Nenne das Bedürfnis, nicht das Werkzeug.
  • Gestaltungsdetails vor dem Konzept. Farbcodes für Buttons sind eine Entscheidung für Woche drei, nicht für Tag eins.
  • Funktionswünsche ohne Priorität. Wenn alles wichtig ist, streicht am Ende das Budget, nicht du.
  • Vertrauliche Interna. Umsatzzahlen, Kundenlisten und interne Konflikte gehören nicht in ein Dokument, das per Mail an drei Anbieter geht.
  • Copy-Paste-Pflichtenhefte aus anderen Projekten. Sie erzeugen Anforderungen, die niemand wollte, und Preise, die niemand versteht.

Fazit: zwei Stunden, die den Rest entscheiden

Was du konkret als Nächstes tun solltest.

Ein Briefing ist kein Bürokratieakt, sondern der Punkt, an dem du die Kontrolle über dein Projekt behältst. Wer Ziel, Zielgruppe, Inhalte, Beispiele, Budget und Termin schriftlich festhält, bekommt vergleichbare Angebote, realistische Zeitpläne und weniger Diskussionen ab Woche drei. Wer es lässt, zahlt entweder einen Aufschlag für Unsicherheit oder später Nachträge. Beides kostet mehr als die zwei Stunden, die diese Vorlage braucht.

Konkret: Nimm dir einen ruhigen Vormittag, arbeite die zwölf Blöcke aus dem vorletzten Kapitel der Reihe nach ab und schreib überall dort "unklar, brauche Beratung", wo du keine ehrliche Antwort hast. Sammle parallel, was an Material schon existiert: Logo als Vektordatei, vorhandene Texte, Fotos, Zugangsdaten zu Domain und Hosting. Dann schick das Dokument an zwei bis drei Anbieter, gern mit der Bitte um einen Festpreis. Wer daraufhin kein belastbares Angebot machen kann, sagt dir damit etwas Nützliches über seine Arbeitsweise.

Und wenn beim Durcharbeiten mehrere Blöcke leer bleiben: Das ist kein Grund, das Projekt zu verschieben. Es ist der Hinweis, dass der erste Termin ein Gespräch sein sollte und kein Entwurf. Bei Pixylmedia ist genau das der Ablauf, weil ein gemeinsam entstandenes Briefing weniger Korrekturschleifen erzeugt als eines, das jemand allein unter Zeitdruck ausgefüllt hat. Warum Projekte darüber hinaus so oft liegen bleiben, steht im Ratgeber zu gescheiterten Website-Projekten.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, ein Website-Briefing zu schreiben?
Zwei bis drei Stunden konzentrierte Arbeit reichen erfahrungsgemäß für ein Briefing, das auf zwei bis vier Seiten passt. Beantworte zwölf Blöcke in je ein bis fünf Sätzen: Unternehmen, Anlass, Ziel, Zielgruppe, Wettbewerb, Struktur, Funktionen, Inhalte, Gestaltung, Budget, Termin und Zuständigkeiten. Wo du keine ehrliche Antwort hast, schreib "unklar, brauche Beratung". Das ist eine Antwort, keine Lücke.
Was kostet eine neue Firmenwebsite ungefähr?
Erfahrungsgemäß liegen Angebote für eine individuell gebaute Firmenseite mit fünf bis acht Unterseiten meist zwischen 2.000 und 6.000 Euro, für einen Onepager zwischen 800 und 2.500 Euro. Projekte mit Shop, Buchungssystem oder Mehrsprachigkeit starten meist ab 5.000 Euro. Bei Pixylmedia gibt es Festpreise ab 2.000 Euro, das Pro-Paket ab 4.500 Euro. Ein Budgetrahmen im Briefing macht Angebote überhaupt erst vergleichbar.
Muss ich mein Budget im Briefing wirklich nennen?
Ja, eine Spanne genügt und spart am Ende Geld, statt welches zu kosten. Ohne Rahmen plant ein Anbieter entweder zu groß, dann landet das Angebot im Papierkorb, oder zu klein, dann kann die Seite nicht, was du brauchst. Ein Satz wie "wir haben 3.000 bis 5.000 Euro eingeplant, bei guter Begründung geht etwas mehr" reicht völlig aus.
Brauche ich fertige Texte und Fotos, bevor das Projekt startet?
Rohmaterial reicht für den Start, auf fertige Reinschrift musst du nicht warten. Stichpunkte, alte Angebote, ein Flyer oder Sprachnachrichten genügen als Grundlage, ein Profi formuliert daraus, erfinden kann er nichts. Rechne erfahrungsgemäß mit zwei bis vier Stunden je Unterseite und ein bis drei Wochen Vorlauf für einen Fototermin. Fehlender Content ist der häufigste Grund, warum Website-Projekte später hängen bleiben.
Wie lange dauert es vom Briefing bis zur fertigen Website?
Mit fertigem Briefing liegt ein Angebot erfahrungsgemäß nach zwei bis drei Tagen vor, ohne Briefing vergehen oft zwei bis vier Wochen bis zur ersten Zahl. Der Bau selbst dauert je nach Umfang und Zuarbeit mehrere Wochen, bei Pixylmedia mit Festpreis und vollständigem Material 14 Tage bis zum Launch. Die häufigste Bremse sind fehlende Texte und offene Freigaben.

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