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Referenzen richtig prüfen: So testest du eine Agentur in 15 Minuten

Jedes Portfolio sieht gut aus. Das muss es auch, denn es besteht aus ausgewählten Screenshots in perfekter Auflösung, und niemand stellt sein schwächstes Projekt nach oben. Das Problem: Ein Bild sagt dir nichts darüber, ob die Seite lädt, ob sie auf dem Handy funktioniert, ob sie datenschutzrechtlich sauber gebaut ist und ob der Anbieter sie überhaupt selbst umgesetzt hat. Genau das lässt sich prüfen, ohne Technikwissen und ohne einen Cent, in etwa einer Viertelstunde pro Anbieter. Dieser Artikel zeigt dir Schritt für Schritt, welche fünf Tests du machst, mit welchen kostenlosen Werkzeugen, wie du das Ergebnis bewertest und welche Fragen du danach stellst.

Lesezeit
12 Min.
Stand
Juli 2026
Kapitel
9

Warum Referenzen der ehrlichste Teil eines Angebots sind

Ein Angebot beschreibt Absichten. Eine Live-Seite zeigt Ergebnisse.

In einem Angebot steht, was jemand vorhat. In einer Referenz steht, was am Ende dabei herausgekommen ist. Das ist ein gewaltiger Unterschied, und er ist der Grund, warum du bei der Auswahl mehr Zeit in Referenzen stecken solltest als in Vertriebsgespräche. Ein Verkäufer kann dir eine Stunde lang erklären, wie wichtig Ladezeit und Barrierefreiheit sind. Ob er danach handelt, siehst du in dreißig Sekunden, wenn du eine seiner Seiten durch ein Messwerkzeug schickst.

Der Haken: Die meisten Interessenten schauen sich Referenzen an wie eine Bildergalerie. Sie scrollen durch das Portfolio, finden zwei Layouts schön, eines langweilig und entscheiden nach Geschmack. Design ist aber der Teil, der am leichtesten zu kopieren ist. Ein hübsches Bild sagt nichts über Ladezeit, Wartbarkeit, Datenschutz oder darüber, ob der Kunde hinterher noch selbst Texte ändern konnte. Wer nur schaut, prüft die Verpackung.

Dazu kommt ein Punkt, den viele nicht auf dem Schirm haben: Nicht jedes Bild im Portfolio gehört auch zu einem echten Projekt. Es gibt Entwürfe, die nie live gingen. Es gibt Seiten, an denen der Anbieter nur einen kleinen Teil gemacht hat. Und es gibt Vorlagen aus Design-Marktplätzen, die als eigene Arbeit gezeigt werden. Das ist selten Betrug im juristischen Sinn, aber es verschiebt dein Bild davon, was dich erwartet.

Was du in einer Viertelstunde tatsächlich herausfindest

  • Ob die gezeigten Projekte überhaupt live sind und noch so aussehen wie im Portfolio.
  • Wie schnell die Seiten des Anbieters auf einem Handy im Mobilfunknetz laden.
  • Ob individuell gebaut wurde oder ein Baukasten beziehungsweise ein fertiges Theme im Spiel war.
  • Ob beim Datenschutz sauber gearbeitet wurde, etwa bei Schriften und externen Diensten.
  • Ob echte Kunden dahinterstehen, die du im Zweifel anrufen kannst.

Der Ablauf: 15 Minuten, fünf Tests, drei kostenlose Werkzeuge

Nimm dir zwei bis drei Referenzen pro Anbieter vor, nicht alle.

Der Test funktioniert am besten, wenn du ihn für jeden Anbieter gleich durchführst. Such dir aus dem Portfolio zwei bis drei Projekte heraus, die deinem eigenen Vorhaben am nächsten kommen. Ein Handwerksbetrieb lernt wenig aus einer Referenz für ein Modelabel. Wenn ein Anbieter keine passende Referenz zeigt, ist das noch kein Ausschlusskriterium, aber du solltest ihn danach fragen: Wer schon zwei Malerbetriebe gebaut hat, weiß, welche Fragen im Projekt kommen.

Du brauchst dafür genau drei Werkzeuge, alle kostenlos und ohne Anmeldung: einen Browser, Googles PageSpeed Insights unter pagespeed.web.dev und dein eigenes Handy. Optional kommt die Wayback Machine unter web.archive.org dazu, wenn du wissen willst, wie lange eine Seite schon so aussieht. Mehr ist nicht nötig, und alles, was darüber hinausgeht, verkauft dir jemand.

MinuteTestWerkzeugBestanden, wenn
0 bis 2Erreichbarkeit und EchtheitBrowser, Impressum der ReferenzseiteSeite lädt über https, Impressum nennt ein echtes Unternehmen mit Adresse
2 bis 5Ladezeit auf dem HandyPageSpeed Insights (pagespeed.web.dev)Performance-Wert mobil bei 80 oder höher, größtes Element unter 2,5 Sekunden
5 bis 8Mobilansicht in echtDein eigenes Handy, mobile Daten statt WLANNichts überlappt, Schrift ohne Zoom lesbar, Telefonnummer antippbar
8 bis 11Quelltext-StichprobeBrowser: Quelltext anzeigen und SeitensucheKeine extern geladenen Schriften, sauberer Seitentitel, Bilder mit Beschreibung
11 bis 13Alter und SichtbarkeitWayback Machine, Google-Suche mit site:Seite ist seit Monaten unverändert online und in Google auffindbar
13 bis 15Notiz und RückfrageZettel oder Notiz-AppPro Referenz zwei Sätze Bewertung und eine offene Frage notiert

Die Zeitangaben sind kein Selbstzweck. Sie halten dich davon ab, dich in einem einzelnen Detail festzubeißen. Du suchst keine perfekte Seite, du suchst ein Muster über mehrere Projekte hinweg. Nach drei Anbietern und je zwei Referenzen hast du 90 Minuten investiert und eine Entscheidungsgrundlage, die belastbarer ist als jedes Verkaufsgespräch.

Test 1: Lädt die Seite überhaupt, und gehört sie wirklich zu einem Kunden

Der billigste Test von allen, und der, der am häufigsten scheitert.

Klick jede gezeigte Referenz an und schau, ob sie sich öffnet. Klingt banal, ist es nicht. In Portfolios stehen regelmäßig Projekte, die seit Jahren offline sind, weil der Kunde das Geschäft aufgegeben hat, weil die Seite ersetzt wurde oder weil sie nie live ging. Wenn im Portfolio nur Screenshots stehen und keine klickbaren Adressen, frag ausdrücklich nach den Live-Adressen von drei Projekten. Die Antwort auf diese Bitte ist bereits ein Test.

Ist die Seite erreichbar, scroll direkt bis ganz nach unten und öffne das Impressum. Dort muss ein echtes Unternehmen stehen, mit Anschrift und Kontakt. Steht dort eine Musterfirma, eine Adresse, die es nicht gibt, oder gar nichts, dann siehst du eine Vorlage und kein Kundenprojekt. Achte im Footer außerdem darauf, ob jemand als Umsetzer genannt wird. Steht dort der Name einer anderen Agentur, hast du eine sehr konkrete Frage für das nächste Gespräch.

Drei Handgriffe, die zehn Sekunden kosten

  1. Adresszeile prüfen: steht dort https und nicht http, und stimmt der Domainname mit dem Kunden überein?
  2. Impressum öffnen: echtes Unternehmen, echte Adresse, plausible Angaben?
  3. Google-Suche mit site: und der Domain, etwa site:beispielfirma.de. Erscheinen mehrere Unterseiten, ist die Seite normal indexiert.

Die Wayback Machine unter web.archive.org ist der Bonus für Neugierige. Gib die Domain ein und schau, seit wann die aktuelle Gestaltung dort auftaucht. Wenn eine Referenz erst seit vier Wochen so aussieht, ist das frische Arbeit, gut. Wenn eine Referenz seit 2019 unverändert ist und der Anbieter sie als aktuelles Projekt zeigt, weißt du, wie voll seine Auftragsbücher zuletzt waren. Beides ist keine Schuldfrage, aber es gehört zu deinem Bild.

Test 2: Ladezeit messen, ohne dass du Technik verstehen musst

Eine Adresse einfügen, dreißig Sekunden warten, drei Zahlen ablesen.

Öffne pagespeed.web.dev, füge die Adresse der Referenzseite ein und drücke auf Analysieren. Nach etwa einer halben Minute bekommst du zwei Auswertungen: eine für Mobil und eine für Desktop. Schau ausschließlich auf Mobil. Die Mehrheit deiner künftigen Besucher kommt vom Handy, oft im Mobilfunknetz, und genau dort trennt sich saubere Arbeit von Bequemlichkeit. Eine Desktop-Wertung von 99 ist leicht zu erreichen und sagt fast nichts.

Der große farbige Kreis oben ist der Performance-Wert von 0 bis 100. Google färbt ihn ab 90 grün, zwischen 50 und 89 orange und darunter rot. Darunter stehen drei Messwerte, die im Alltag mehr aussagen als der Gesamtwert: die Zeit, bis der größte sichtbare Inhalt geladen ist, das Ruckeln beim Aufbau und die Reaktionszeit auf Eingaben. Google bewertet das größte sichtbare Element bis 2,5 Sekunden als gut und ab 4 Sekunden als schlecht, das Layout-Ruckeln bis 0,1 als gut und ab 0,25 als schlecht.

Messwert im BerichtGutGrenzwertigWas du daraus liest
Performance mobil (Gesamtwert)90 bis 10050 bis 89Unter 50 wurde beim Bauen an keiner Stelle auf Tempo geachtet
Größter sichtbarer Inhalt (LCP)bis 2,5 Sekunden2,5 bis 4 SekundenÜber 4 Sekunden springt ein spürbarer Teil der Besucher ab
Layout-Verschiebung (CLS)bis 0,10,1 bis 0,25Hohe Werte heißen: Inhalte hüpfen beim Laden, Bildgrößen fehlen
Reaktion auf Eingaben (INP)bis 200 Millisekunden200 bis 500 MillisekundenHohe Werte deuten auf zu viele Skripte und Plugins hin
Gesamtgröße der Seiteunter 1,5 MB1,5 bis 3 MBÜber 4 MB sind fast immer unkomprimierte Bilder, ein Anfängerfehler
Barrierefreiheit (Accessibility)90 bis 10070 bis 89Niedrige Werte heißen: Kontraste, Beschriftungen und Struktur wurden ignoriert

Die Spanne für die Seitengröße ist ein Erfahrungswert aus Projekten, keine offizielle Vorgabe. In der Praxis kommt eine gut gebaute Unternehmensseite mit fünf bis zehn Seiten mobil meist mit 0,5 bis 1,5 Megabyte pro Aufruf aus. Wenn eine Referenz auf 6 Megabyte kommt, liegt das fast nie an aufwendigem Design, sondern an Fotos, die direkt aus der Kamera hochgeladen wurden. Das ist reparierbar, aber es zeigt, dass beim Launch niemand hingeschaut hat.

Test 3: Die Mobilansicht auf deinem eigenen Handy

Kein Werkzeug ersetzt den Daumen auf dem echten Display.

Messwerte sagen dir, wie schnell etwas lädt. Sie sagen dir nicht, ob es sich gut anfühlt. Nimm dein Handy, schalte WLAN aus, damit du im Mobilfunknetz bist, und öffne die Referenzseite. Wenn du kannst, mach das einmal an einem Ort mit mittelmäßigem Empfang. Genau dort stehen deine Kunden, wenn sie deine Telefonnummer suchen. Was auf dem Bürorechner mit Glasfaser flüssig wirkt, kann unterwegs eine Zumutung sein.

Geh dann die folgende Liste durch. Sie dauert keine drei Minuten pro Seite und deckt die Fehler auf, die man auf Screenshots nie sieht. Achte besonders auf die Kontaktwege: Bei kleinen Unternehmen entscheidet sich am Handy, ob aus einem Besucher eine Anfrage wird.

  1. Muss ich zoomen, um Fließtext zu lesen? Dann ist die Schrift zu klein gesetzt.
  2. Kann ich horizontal scrollen, obwohl ich das nicht will? Dann ragt irgendwo ein Element aus dem Bildschirm.
  3. Ist die Telefonnummer antippbar und startet den Anruf? Das ist ein Zweizeiler im Code und wird trotzdem oft vergessen.
  4. Lässt sich das Menü mit dem Daumen einer Hand bedienen, ohne dass ich das Gerät umgreifen muss?
  5. Verdeckt ein Cookie-Banner oder ein Pop-up dauerhaft die halbe Seite, ohne dass ich es schließen kann?
  6. Funktioniert das Kontaktformular? Schick eine kurze, ehrliche Testnachricht mit deinem Namen und dem Hinweis, dass es ein Test war.
  7. Wie sieht die Seite in der Queransicht aus? Viele drehen das Gerät für Bilder oder Karten.

Der Formular-Test ist der wichtigste Punkt in dieser Liste und der, den fast niemand macht. Defekte Kontaktformulare sind ein verbreitetes Problem, weil sie nach einem Serverumzug oder einem Plugin-Update still ausfallen. Niemand merkt es, weil Anfragen einfach ausbleiben und das nach schlechter Auftragslage aussieht. Wenn du beim Testen freundlich schreibst, dass du gerade eine Agentur prüfst, erledigst du dem Betreiber sogar einen Gefallen.

Test 4: Der Quelltext-Check für Laien

Du musst nichts programmieren können. Du musst nur suchen können.

Hinter jeder Website steht Text, den du dir ansehen kannst. In Chrome, Firefox und Edge drückst du unter Windows Strg und U, auf dem Mac Cmd, Alt und U. Es öffnet sich eine Seite voller Code. Du musst davon kein einziges Zeichen verstehen. Du drückst Strg und F beziehungsweise Cmd und F, gibst einen Suchbegriff ein und schaust, ob es Treffer gibt. Das ist alles. Die folgende Tabelle sagt dir, wonach du suchst und was ein Treffer bedeutet.

Suchbegriff im QuelltextWas ein Treffer bedeutetBewertung
fonts.googleapis.comDie Schriften werden bei jedem Aufruf von einem Google-Server geholtWarnsignal: datenschutzrechtlich umstritten und in Deutschland ein bekanntes Abmahnthema
wp-contentDie Seite läuft auf WordPressNeutral: sagt nichts über Qualität, aber du weißt, dass regelmäßige Updates nötig sind
elementor, wpbakery, diviGebaut mit einem Baukasten-Plugin innerhalb von WordPressNeutral bis kritisch: oft schwerer Ballast, häufig der Grund für schlechte Ladezeiten
wixstatic, parastorage, squarespace, jimdoDie Seite läuft auf einem BaukastensystemWichtig zu wissen: die Aussage „individuell gebaut" trifft dann nicht zu
name="viewport"Der Eintrag, der Handys sagt, wie die Seite skalieren sollWarnsignal, wenn er fehlt: dann wurde die Seite nie für mobil gedacht
<title>Der Seitentitel, der in den Suchergebnissen erscheintWarnsignal, wenn dort nur „Startseite", „Home" oder der Firmenname allein steht
alt=""Bilder ohne BildbeschreibungWarnsignal bei vielen Treffern: schlecht für Barrierefreiheit und Bildersuche
name="generator"Verrät oft das eingesetzte System und dessen VersionKritisch, wenn eine alte Versionsnummer offen dasteht

Der erste Punkt ist der, der dich im Zweifel Geld kosten kann. Werden Schriften von einem Google-Server geladen, wandert bei jedem Seitenaufruf die IP-Adresse deiner Besucher in die USA, ohne dass jemand zugestimmt hat. Es gibt einen einfachen, seit Jahren bekannten Ausweg: Man legt die Schriftdateien auf den eigenen Server. Das ist ein Handgriff von wenigen Minuten. Wer ihn 2026 immer noch nicht macht, hat entweder nie davon gehört oder es ist ihm egal, und beides ist bei einem Dienstleister ein Problem. Bei Pixylmedia liegen die Schriften aus genau diesem Grund lokal, und es läuft kein US-CDN mit.

Rote Flaggen im Portfolio und was du daraufhin fragst

Kein einzelnes Signal entscheidet. Drei zusammen schon.

Portfolios sind Marketing, und das ist völlig in Ordnung. Interessant wird es dort, wo die Gestaltung des Portfolios etwas verdecken soll. Die folgenden Muster tauchen immer wieder auf. Nimm sie nicht als Urteil, sondern als Anlass für eine präzise Frage. Ein Anbieter, der auf solche Fragen ruhig und konkret antwortet, gewinnt dadurch an Glaubwürdigkeit. Einer, der ausweicht oder beleidigt reagiert, hat dir die Entscheidung abgenommen.

Rote Flagge im PortfolioWas oft dahinterstecktDeine Frage an den Anbieter
Nur Screenshots, keine klickbaren AdressenDie Projekte sind offline, ersetzt oder gingen nie liveKönnen Sie mir zu drei Projekten die Live-Adresse schicken?
Alles nur als Mockup auf Laptop- und HandybildernPräsentationsvorlagen kaschieren, dass nur ein Entwurf existiertIst dieses Projekt live, und was genau haben Sie daran umgesetzt?
Keine Kundennamen, nur „Kunde aus der Baubranche"Keine Freigabe des Kunden oder fremde Arbeit im eigenen PortfolioDarf ich mit einem Kunden telefonieren, der Sie weiterempfiehlt?
Im Footer der Referenz steht eine andere AgenturZulieferung, Praktikum oder schlicht fremdes ProjektWelche Rolle hatten Sie in diesem Projekt konkret?
Alle Referenzen sind drei Jahre alt oder älterSeit Längerem keine neuen Projekte oder abgewanderte KundenWelches Projekt ist zuletzt bei Ihnen live gegangen?
Logos bekannter Marken ohne Projekt dahinterEin Subauftrag über drei Ecken oder ein einzelner WerbebannerWas genau haben Sie für diese Marke gemacht und wann?
Alle Referenzseiten sind langsam und wirken veraltetDer technische Standard des Anbieters, nicht ZufallWie stellen Sie sicher, dass meine Seite auch nach zwei Jahren schnell ist?
Bewertungen alle innerhalb weniger Tage eingegangenEine Sammelaktion, manchmal auch gekaufte BewertungenNicht fragen, sondern zwei bis drei Bewerter selbst kontaktieren
Portfolio mit 200 Projekten bei zwei MitarbeiternZugekaufte Vorlagen oder Zahlen, die Aufträge und Änderungen mischenWie viele Projekte setzen Sie pro Jahr komplett selbst um?

Umgekehrt gibt es ein Signal, das erstaunlich viel wert ist: Namen. Wer seine Kunden mit vollem Namen und Live-Adresse nennt, gibt dir die Möglichkeit, ihn zu überprüfen, und macht sich damit angreifbar. Das tut niemand, der etwas zu verbergen hat. Bei Pixylmedia stehen Hypeworks, Berleto, MG Elektrotechnik, Asylexpert, Abex und Familum mit Namen im Portfolio, jede Seite ist aufrufbar und jeder Kunde ansprechbar. Genau dieses Prinzip solltest du bei jedem Anbieter erwarten, den du in die engere Wahl nimmst.

Wenn dir bei einem Anbieter drei oder mehr dieser Punkte auffallen, streich ihn nicht sofort, sondern stell die Fragen aus der rechten Spalte gebündelt in einer Mail. Wie jemand auf eine unbequeme, aber sachliche Mail reagiert, sagt dir mehr über die spätere Zusammenarbeit als jedes Referenzprojekt. Wie du danach die eingegangenen Angebote sauber gegenüberstellst, steht im Ratgeber zum Vergleich von Webdesign-Angeboten.

Test 5: Einen Referenzkunden anrufen

Der unangenehmste Schritt, und der mit dem größten Ertrag.

Die meisten trauen sich nicht, und das ist der Grund, warum dieser Test so viel bringt. Auf jeder Referenzseite steht eine Telefonnummer im Impressum. Ruf an, stell dich vor und sag ehrlich, worum es geht: Du überlegst, mit demselben Dienstleister zu arbeiten, und würdest gern zwei Minuten über die Erfahrung sprechen. Der Anruf dauert selten länger als fünf Minuten, und in aller Regel reagieren Unternehmer freundlich, weil sie die Situation selbst kennen.

Wichtig ist, wie du fragst. Frag nicht: War alles gut? Darauf sagt jeder Ja. Frag nach konkreten Zeitpunkten, nach Zahlen und nach dem, was danach kam. Die interessanten Antworten kommen fast immer auf die Frage nach dem, was nicht rundlief. Dass etwas nicht rundlief, ist normal. Wie es gelöst wurde, ist die eigentliche Auskunft.

Sechs Fragen, die wirklich etwas bringen

  1. Hat der genannte Preis am Ende gestimmt, oder kamen Positionen dazu, mit denen Sie nicht gerechnet hatten?
  2. Wie lange hat es vom Startgespräch bis zum Livegang gedauert, und lag es an Ihnen oder am Anbieter, wenn es länger wurde?
  3. Was lief nicht rund, und wie wurde es gelöst?
  4. Wie schnell bekommen Sie heute eine Antwort, wenn etwas an der Seite kaputt ist?
  5. Können Sie Texte und Bilder selbst ändern, oder müssen Sie dafür jedes Mal jemanden beauftragen?
  6. Würden Sie mit demselben Anbieter das nächste Projekt wieder machen?

Frage vier ist der Prüfstein. Ein Anbieter, der vor dem Auftrag in zwanzig Minuten antwortet und ein Jahr nach dem Launch drei Wochen für eine Rückmeldung braucht, ist ein häufiges Muster, und du erfährst davon ausschließlich über solche Anrufe. Frage fünf deckt den zweiten Klassiker auf: Websites, bei denen jede Textänderung eine kostenpflichtige Anfrage auslöst. Was der laufende Betrieb danach kostet, kannst du im Ratgeber zu den laufenden Kosten einer Website nachlesen.

Fazit: 15 Minuten, die dir Monate ersparen

Was du tun solltest, wenn du diesen Artikel jetzt schließt.

Referenzen prüfen ist keine Detektivarbeit und kein Misstrauensbeweis. Es ist der Teil der Auswahl, der am wenigsten Zeit kostet und am meisten aussagt, weil du dabei nicht Versprechen bewertest, sondern fertige Arbeit. Nimm dir drei Anbieter, pro Anbieter zwei Referenzen, und geh den Ablauf aus diesem Artikel genau einmal durch. Danach hast du keine Bauchentscheidung mehr, sondern Notizen, die du im Gespräch benutzen kannst.

Wenn du nur Zeit für einen einzigen Test hast, dann mach diesen: Schick zwei Referenzseiten durch PageSpeed Insights und schau dir die Mobil-Werte an. Kein anderer Handgriff zeigt in dreißig Sekunden so deutlich, ob jemand sein Handwerk ernst nimmt. Der zweitwichtigste Test ist der Anruf bei einem Referenzkunden, weil er dir die Zeit nach dem Launch zeigt, und genau dort entscheidet sich, ob eine Website ein Werkzeug bleibt oder eine Baustelle wird.

Und wann du dir all das sparen kannst

Diese Prüfung lohnt sich, wenn du vierstellig investierst und die Website Anfragen bringen soll. Sie lohnt sich nicht, wenn du eine einzelne Seite für ein Hobbyprojekt, einen kleinen Verein ohne Budget oder eine private Sache brauchst. Dann nimm einen Baukasten, klick dir an einem Nachmittag etwas Ordentliches zusammen und gib das gesparte Geld für etwas aus, das dir mehr bringt. Ein sauber geprüfter Dienstleister für ein Projekt, das gar keinen Dienstleister braucht, ist verschwendetes Geld, und das sagt dir jeder ehrliche Anbieter auch.

Genauso gilt: Wenn nach der Prüfung zwei Anbieter gleich gut dastehen, entscheide nach dem Menschen. Du wirst mit dieser Person mehrere Wochen zusammenarbeiten, Rückfragen stellen, Texte abstimmen und im Zweifel in zwei Jahren anrufen, wenn etwas klemmt. Technisch prüfbar ist vieles. Ob jemand zurückruft, wenn er nichts mehr verkaufen will, prüfst du nur über die Kunden, die schon da waren.

  1. Drei Anbieter auswählen, pro Anbieter zwei passende Referenzen heraussuchen.
  2. Erreichbarkeit und Impressum prüfen, dann PageSpeed Insights für Mobil laufen lassen.
  3. Beide Seiten auf dem eigenen Handy im Mobilfunknetz durchklicken, Formular testen.
  4. Quelltext auf die acht Suchbegriffe aus der Tabelle prüfen.
  5. Bei einem Referenzkunden anrufen und die sechs Fragen stellen.
  6. Offene Punkte gebündelt per Mail an den Anbieter schicken und die Antwortzeit mitbewerten.

Häufige Fragen

Wie erkenne ich, ob eine Referenz einer Agentur echt ist?
Öffne die gezeigte Seite im Browser und scroll bis zum Impressum. Dort muss ein echtes Unternehmen mit Anschrift und Kontakt stehen. Findest du eine Musterfirma, eine erfundene Adresse oder gar kein Impressum, siehst du eine Vorlage und kein Kundenprojekt. Als Gegenprobe hilft eine Google-Suche mit site: und der Domain: erscheinen mehrere Unterseiten, ist die Seite normal online.
Welcher PageSpeed-Wert ist bei einer Referenzseite gut genug?
Ein mobiler Performance-Wert zwischen 90 und 100 gilt bei Google als gut, 50 bis 89 als verbesserungswürdig. Für eine Referenzprüfung reicht ein Wert ab etwa 80, solange der größte sichtbare Inhalt unter 2,5 Sekunden geladen ist. Schau dabei nur auf den Mobil-Bericht, denn hohe Desktop-Werte sind leicht zu erreichen und sagen über die Alltagsnutzung wenig aus.
Wie lange dauert es, eine Agentur über ihre Referenzen zu prüfen?
Plane rund 15 Minuten pro Anbieter für zwei bis drei Referenzen ein. Erreichbarkeit und Impressum kosten etwa zwei Minuten, die Ladezeitmessung drei, der Test auf dem eigenen Handy drei und die Stichprobe im Quelltext noch einmal drei. Bei drei Anbietern bist du inklusive Notizen bei etwa 90 Minuten. Das sind Erfahrungswerte aus der Praxis.
Woran sehe ich, ob eine Website mit einem Baukasten gebaut wurde?
Öffne den Quelltext mit Strg und U, auf dem Mac mit Cmd, Alt und U, und suche über die Seitensuche nach wixstatic, parastorage, squarespace oder jimdo. Ein Treffer bedeutet, dass die Seite auf einem Baukastensystem läuft. Begriffe wie elementor, divi oder wpbakery stehen für ein Baukasten-Plugin in WordPress. Beides ist kein Ausschlussgrund, muss aber zum aufgerufenen Preis passen.
Darf ich einen Referenzkunden einfach anrufen?
Ja, die Telefonnummer steht im Impressum der Referenzseite und ein sachlicher Anruf ist völlig legitim. Sag im ersten Satz, dass es keine Verkaufsanfrage ist, sondern dass du denselben Dienstleister in Betracht ziehst. Die meisten Unternehmer antworten offen, weil sie die Situation aus eigener Erfahrung kennen. Rechne mit drei bis fünf Minuten Gespräch.

Genug gesehen?

Festpreis. Zwei Wochen. Direkt mit dem Macher. Kein Vorgespräch-Marathon, keine Newsletter-Falle.