Agentur oder Freelancer: Was für dein Projekt besser passt
Zwei Angebote, zwei Welten: Die Agentur schickt ein Konzeptpapier mit Teamvorstellung und einer Zahl, bei der du kurz schlucken musst. Der Freelancer antwortet innerhalb einer Stunde, nennt die Hälfte und will nächste Woche starten. Beide könnten das Projekt liefern, beide könnten es an die Wand fahren. Die Entscheidung hängt nicht an der Rechtsform, sondern an vier Dingen: wie viel Overhead du mitbezahlst, wie schnell du eine Antwort brauchst, was passiert, wenn jemand ausfällt, und wie viele verschiedene Gewerke dein Projekt wirklich braucht. Dieser Artikel vergleicht die Optionen anhand echter Kriterien und sagt auch, wann keine von beiden die richtige Wahl ist.
- 12 Min.
- Juli 2026
- 9
Agentur oder Freelancer ist selten die eigentliche Frage
Was du wirklich entscheidest, sind Kapazität, Risiko und Kommunikationsweg.
Die Frage taucht fast immer dann auf, wenn zwei Angebote nebeneinander liegen und sich im Preis um Faktor zwei oder drei unterscheiden. Agentur klingt dann nach Sicherheit, Struktur und "die wissen, was sie tun". Freelancer klingt nach günstig, schnell und ein bisschen nach Risiko. Beides sind Klischees, und beide stimmen ungefähr so oft wie sie danebenliegen. Die Rechtsform eines Anbieters sagt nichts über die Qualität der Arbeit aus. Was sich tatsächlich unterscheidet, ist etwas anderes: wie viele Menschen an deinem Projekt arbeiten, wer davon mit dir spricht, wie viel Struktur im Preis mitbezahlt wird und was passiert, wenn eine dieser Personen zwei Wochen ausfällt.
Dazwischen gibt es eine dritte Kategorie, die in Vergleichen fast immer fehlt: den Solo-Anbieter mit fester Werkstattstruktur. Wirtschaftlich ist das ein Freelancer, im Ablauf liegt er näher an einer kleinen Agentur. Eine Person verantwortet das ganze Projekt vom Briefing bis Go-Live, arbeitet zum Festpreis statt auf Stundenzettel und holt für Spezialaufgaben (Fototermin, juristische Prüfung, Fachtexte) Zulieferer dazu. Wenn du diese Kategorie unterschlägst, vergleichst du zwei Extreme und übersiehst die Mitte.
Und dann gibt es die vierte Option, die ehrlicherweise dazugehört: niemanden beauftragen. Wenn deine Website ein Hobbyprojekt ist, das Schaufenster eines kleinen Vereins oder der erste Test einer Idee, dann ist ein Baukasten für 15 bis 30 Euro im Monat die vernünftige Wahl. Ein individuell gebautes Projekt lohnt sich erst, wenn aus der Website Umsatz kommen soll, wenn sie Anfragen erzeugen, Bewerbungen bringen oder Termine füllen muss. Das ist keine Frage von Anspruch, sondern von Ziel.
Die Anbietertypen, die du tatsächlich vergleichst
Fünf Modelle, fünf Kostenstrukturen, fünf verschiedene Schwachstellen.
Die folgenden Spannen sind Erfahrungswerte aus dem deutschen Markt für eine klassische Firmenwebsite mit fünf bis zehn Seiten, individuell gebaut, mit Kontaktformular und sauberer technischer Basis. Es gibt keine Gebührenordnung für Webdesign, jeder kalkuliert frei, und die Spannen überlappen sich stark. Interessant ist weniger die Zahl selbst als die Frage, was hinter ihr steckt und wer von ihr leben muss.
| Anbietertyp | Preisspanne (Erfahrungswert) | Wer arbeitet wirklich an deinem Projekt | Typische Schwachstelle |
|---|---|---|---|
| Baukasten in Eigenregie | 0 bis 600 Euro plus ca. 15 bis 30 Euro monatlich | Du selbst, am Wochenende | Deine Zeit, generische Vorlagen, Recht und Technik bleiben an dir hängen |
| Nebenberuflich, Studierende | ca. 500 bis 1.500 Euro | Eine Person neben Job oder Studium | Verfügbarkeit nach Launch, Projektabbruch bei Jobwechsel oder Prüfungsphase |
| Freelancer, hauptberuflich | ca. 1.500 bis 5.000 Euro | Eine Person, oft parallel in mehreren Projekten | Kapazitätsengpässe, Ausfall bei Krankheit, wenig Puffer für Spitzen |
| Solo-Werkstatt mit Festpreis | ca. 2.000 bis 8.000 Euro | Eine Person durchgehend, Zulieferer für Spezialaufgaben | Skaliert nicht bei vielen Gewerken gleichzeitig, ein Kalender ist ein Kalender |
| Kleine Agentur (3 bis 15 Personen) | ca. 5.000 bis 15.000 Euro | Projektleitung, Design, Umsetzung, manchmal Junior mit Review | Overhead im Preis, Abstimmungsketten, kleine Projekte laufen nebenher |
| Größere Agentur (ab ca. 20 Personen) | ca. 15.000 bis 50.000 Euro und mehr | Team mit klaren Rollen, Account, Konzept, Design, Entwicklung | Lange Vorlaufzeiten, hohe Fixkosten, kleine Budgets bekommen kleine Aufmerksamkeit |
Der größte Teil des Preisunterschieds zwischen Solo und Agentur ist kein Qualitätsunterschied, sondern Struktur. Eine Agentur mit acht Leuten hat Büro, Buchhaltung, Vertrieb, Urlaubsvertretung, Krankheitstage und ein Projektmanagement, das den Laden zusammenhält. Bei einem Solo-Anbieter fällt dieser Block weg. Dafür fällt auch weg, was er finanziert: die Vertretung, wenn jemand ausfällt, und die Möglichkeit, drei Aufgaben gleichzeitig laufen zu lassen.
Die Vergleichsmatrix
Zwölf Kriterien, die im Projektalltag wirklich einen Unterschied machen.
Die folgende Übersicht beschreibt Tendenzen, keine Naturgesetze: Es gibt hervorragend organisierte Solo-Anbieter und chaotische Agenturen. Nutze sie als Fragenkatalog. Bei jedem Punkt, an dem dir die Tendenz nicht passt, frag im Erstgespräch konkret nach.
| Kriterium | Freelancer / Solo-Werkstatt | Kleine Agentur | Größere Agentur |
|---|---|---|---|
| Preisniveau bei gleichem Umfang | Niedrig bis mittel | Mittel bis hoch | Hoch |
| Wer spricht mit dir | Die Person, die auch baut | Projektleitung, manchmal Designer direkt | Account-Manager, Umsetzer selten |
| Reaktionszeit auf eine Rückfrage | Meist Stunden, wenn kein anderes Projekt brennt | Ein bis zwei Werktage | Zwei bis fünf Werktage, oft mit Ticketsystem |
| Ausfallrisiko durch Krankheit | Hoch, Projekt steht still | Mittel, Vertretung meist möglich | Niedrig, Rollen sind doppelt besetzt |
| Kapazität bei plötzlicher Erweiterung | Begrenzt, Termine verschieben sich | Ordentlich, mit Vorlauf | Hoch, mehrere Teams parallel |
| Breite der Gewerke (Foto, Video, Print, Kampagne) | Über Zulieferer, Steuerung teilweise bei dir | Vieles im Haus | Alles im Haus |
| Konsistenz der Handschrift | Hoch, eine Person entscheidet alles | Mittel, je nach Besetzung | Prozessgesteuert, aber austauschbar |
| Betreuung nach dem Launch | Persönlich, an eine Person gebunden | Wartungsvertrag üblich | SLA mit garantierten Reaktionszeiten |
| Aufwand für dich als Auftraggeber | Höher: du bist direkter Gesprächspartner für alles | Mittel: Projektleitung bündelt | Niedrig im Alltag, hoch bei Freigaben und Gremien |
| Wechselkosten, wenn es nicht passt | Niedrig, wenn Code und Zugänge dir gehören | Mittel | Hoch, oft eigene Systeme und Hosting |
Zwei Zeilen verdienen besondere Aufmerksamkeit. Die erste ist "Wer spricht mit dir". Bei einem Solo-Anbieter redest du mit der Person, die abends im Code sitzt. Das spart eine komplette Übersetzungsschicht. Bei größeren Strukturen ist genau diese Schicht der Job der Projektleitung: Gold wert, wenn sie unklare Wünsche in umsetzbare Aufgaben übersetzt, und stille Post, wenn drei Personen zwischen dir und der Tastatur sitzen.
Die zweite ist "Wechselkosten". Sie entscheidet darüber, wie frei du in zwei Jahren bist. Wenn dein Anbieter auf einem geschlossenen System baut und das Hosting nur bei ihm laufen darf, ist ein Wechsel praktisch ein Neubau. Gehören Domain, Quellcode, Inhalte und Zugänge dir, kann dich jeder andere Anbieter übernehmen. Diese Frage kostet im Erstgespräch dreißig Sekunden und spart im schlechten Fall einen fünfstelligen Betrag.
Verfügbarkeit und Tempo: was "schnell" wirklich bedeutet
Der Engpass liegt seltener beim Dienstleister als du denkst.
Freelancer gelten als schnell, Agenturen als langsam. Das stimmt für die Reaktionszeit und fast nie für die Durchlaufzeit. Ein Solo-Anbieter antwortet am selben Tag, kann aber erst in sechs Wochen anfangen. Eine Agentur antwortet in drei Tagen, startet dafür zum festen Termin und arbeitet parallel. Frag deshalb nie "Wie schnell seid ihr?", sondern: An welchem Datum startet die Umsetzung, und wann ist Go-Live geplant?
Der zweite Punkt ist unbequemer: Der häufigste Grund für Verzögerungen sind nicht die Dienstleister, sondern fehlende Inhalte. Texte, die noch geschrieben werden müssen, Fotos ohne Freigabe, Produktdaten in drei Excel-Dateien. Wer in zwei Wochen live gehen will, muss am Tag des Briefings liefern können. Das ist eine Frage deiner Vorbereitung, nicht des Anbietertyps.
| Projekttyp | Reine Arbeitszeit (Erfahrungswert) | Realistische Durchlaufzeit | Was die Zeit meistens frisst |
|---|---|---|---|
| Landingpage, eine Seite | ca. 3 bis 6 Arbeitstage | ca. 2 bis 4 Wochen | Texte, Bildauswahl, eine Freigaberunde zu viel |
| Firmenwebsite, 5 bis 10 Seiten | ca. 8 bis 15 Arbeitstage | ca. 4 bis 10 Wochen | Inhalte aus dem Unternehmen, interne Abstimmung, Fototermin |
| Relaunch mit Umzug der alten Seite | ca. 12 bis 25 Arbeitstage | ca. 6 bis 14 Wochen | Altbestand sichten, Weiterleitungen, Rechtstexte aktualisieren |
| Kleiner Onlineshop | ca. 15 bis 30 Arbeitstage | ca. 8 bis 20 Wochen | Produktdaten, Zahlungsanbindung, Versandlogik, Rechtstexte |
| Mehrsprachig oder mehrere Standorte | ca. 20 bis 40 Arbeitstage | ca. 12 bis 24 Wochen | Übersetzungen, Freigaben je Land, Pflegekonzept |
Der Abstand zwischen Arbeitszeit und Durchlaufzeit ist der Kern jeder Zeitplanung. Zwölf Arbeitstage werden zu zehn Wochen, wenn nach jeder Runde acht Tage auf Rückmeldung gewartet wird. Wer schnell live gehen will, braucht deshalb weniger einen schnellen Dienstleister als einen kurzen Entscheidungsweg im eigenen Haus. Ein guter Anbieter fragt das im Erstgespräch ab. Wenn niemand danach fragt, wird der Termin nicht halten.
Ausfallrisiko und wie du dich absicherst
Der Teil, den Anbieter ungern ansprechen und den du trotzdem klären solltest.
Ein Solo-Anbieter hat ein offensichtliches Risiko: Wenn er im Krankenhaus liegt, steht dein Projekt. Eine Agentur hat ein weniger offensichtliches: Wenn der Entwickler kündigt, der dein System kennt, steht dein Projekt auch, nur redet niemand darüber. Beide Risiken lassen sich nicht wegdiskutieren, aber gut absichern. Und Absicherung ist erstaunlich billig, solange du sie vor Vertragsschluss ansprichst und nicht mitten im Streit.
| Risiko | Wo es häufiger auftritt | Woran du es vorher erkennst | Wie du dich absicherst |
|---|---|---|---|
| Krankheit oder Ausfall der Schlüsselperson | Solo, Freelancer | Im Angebot steht kein Wort zu Vertretung oder Verzug | Vertretungsregel schriftlich, alle Zugangsdaten von Anfang an in deinem eigenen Passwortmanager |
| Projektabbruch, Anbieter meldet sich nicht mehr | Nebenberuflich, sehr günstige Angebote | Kein Impressum, keine Festnetznummer, keine erreichbaren Referenzen | Zahlung in Meilensteinen statt Vorkasse, Zwischenstände regelmäßig bei dir sichern |
| Vendor-Lock-in bei System oder Hosting | Agenturen mit Eigen-CMS, Anbieter mit Lizenzmodell | "Hosting läuft ausschließlich bei uns", kein Zugriff auf den Quellcode | Schriftlich vereinbaren: Domain, Quellcode, Inhalte und Zugänge gehören dir |
| Personalwechsel mitten im Projekt | Agentur | Wechselnde Ansprechpartner schon in der Angebotsphase | Entscheidungen protokollieren, Übergabedokumentation als Leistung im Angebot |
| Junior baut, Senior hat verkauft | Agentur | Im Pitch sitzt die Geschäftsführung, danach nie wieder gesehen | Namen und Rollen der Umsetzenden im Angebot festhalten, Kennenlernen vor Start |
| Termin platzt wegen Überlastung | Solo, kleine Agentur | Anbieter nennt kein konkretes Startdatum | Startdatum und Meilensteine mit Kalenderdatum, Konsequenz bei Verzug im Vertrag |
| Nach dem Launch nicht mehr erreichbar | Alle Typen | Kein Wartungsangebot, keine genannte Reaktionszeit | Wartungspaket mit Preis und Reaktionszeit vor Projektstart klären, nicht danach |
Die wichtigste Zeile ist die dritte. Vendor-Lock-in ist das teuerste Risiko der Tabelle, weil es erst Jahre später sichtbar wird, wenn du wechseln willst und nichts in der Hand hast. Bei Pixylmedia steht deshalb im Angebot, dass Website, Domain und Code dem Kunden gehören. Das ist keine Besonderheit, sondern sollte dein Mindestmaßstab bei jedem Anbieter sein.
Kommunikation: wer redet mit wem
Der Unterschied, den man erst in Woche drei spürt.
Bei einem Solo-Anbieter gibt es genau eine Leitung. Du schreibst, die Person liest, die Person baut. Kein Ticket, keine Weiterleitung, kein Missverständnis auf dem Weg. Das ist der größte Vorteil dieser Konstellation und gleichzeitig ihre Schwäche: Es gibt keine Pufferzone. Wenn die Chemie nicht stimmt, gibt es niemanden, an den du wechseln kannst. Deshalb ist das Erstgespräch hier wichtiger als jede Referenzliste. Du entscheidest dich nicht nur für eine Arbeitsweise, sondern für einen Menschen.
Bei einer Agentur ist die Kommunikation formalisierter, und das hat zwei Seiten. Die Projektleitung übersetzt deine Wünsche in Aufgaben, moderiert Konflikte und dokumentiert Entscheidungen. Wenn sie gut ist, merkst du gar nicht, wie viel Arbeit sie dir abnimmt. Wenn sie schlecht ist, wird sie zur Nebelwand: Zusammenfassungen statt Antworten, Rückfragen dauern eine Woche, und niemand kann sagen, warum eine Entscheidung so gefallen ist. Ein guter Test im Erstgespräch: Stell eine technisch konkrete Frage und schau, ob jemand im Raum sie direkt beantworten kann.
- Klärt vorab, über welchen Kanal gearbeitet wird und was verbindlich zählt. Feedback über vier Kanäle verteilt geht garantiert verloren.
- Legt fest, wie viele Feedbackrunden vorgesehen sind und wer bei euch freigibt. Eine Person mit Entscheidungsbefugnis spart mehr Zeit als jedes Tool.
- Bündelt Rückmeldungen. Fünf einzelne Nachrichten am Tag kosten mehr Zeit als eine strukturierte Liste.
- Vereinbart Erreichbarkeitsfenster. Ein Anbieter, der Sonntagnacht antwortet, klingt nach Service und ist mittelfristig ein Warnsignal.
- Haltet Entscheidungen schriftlich fest. Nicht aus Misstrauen, sondern weil sich nach acht Wochen niemand mehr erinnert.
Wann welche Option gewinnt
Konkrete Situationen statt allgemeiner Empfehlungen.
Die Entscheidung wird einfacher, wenn du sie nicht abstrakt triffst, sondern anhand deines konkreten Projekts. Entscheidend sind drei Fragen: Wie viele verschiedene Gewerke sind beteiligt? Wie kritisch ist die Website für dein Geschäft? Und wie viel Steuerung willst du selbst übernehmen?
| Deine Situation | Meist die bessere Wahl | Warum | Worauf du trotzdem achten musst |
|---|---|---|---|
| Hobbyprojekt, Verein, erste Ideenprüfung ohne Umsatzziel | Baukasten in Eigenregie | Die Kosten einer individuellen Umsetzung stehen in keinem Verhältnis zum Ziel | Impressum und Datenschutz trotzdem sauber machen, eigene Domain sichern |
| Firmenwebsite, 5 bis 10 Seiten, Inhalte weitgehend vorhanden | Solo-Werkstatt oder Freelancer | Kurze Wege, kein Overhead, eine Handschrift von Anfang bis Ende | Vertretungsregel, Wartung nach Launch und Eigentum am Code klären |
| Landingpage für eine Kampagne, Start in zwei Wochen | Solo-Anbieter | Keine Abstimmungskette, Entscheidungen fallen sofort | Texte und Bilder müssen am ersten Tag vorliegen, sonst hält kein Termin |
| Kompletter Markenauftritt: Logo, Fotoshooting, Website, Printmaterial | Agentur | Mehrere Gewerke parallel, jemand muss sie steuern | Namen und Rollen im Angebot, Budgetrahmen je Gewerk getrennt ausweisen |
| Shop mit vielen Artikeln und Anbindung an Warenwirtschaft | Spezialisierter Anbieter, Agentur oder Solo mit genau dieser Erfahrung | Schnittstellen sind Dauerbetrieb, nicht ein einmaliges Projekt | Referenz mit exakt dieser Anbindung zeigen lassen, Betreuung langfristig kalkulieren |
| Konzern-Rollout, mehrere Sprachen, formale Freigabeprozesse | Größere Agentur | Kapazität, Prozessreife und Ausfallsicherheit sind eingepreist | Laufende Kosten über drei Jahre rechnen, nicht nur den Projektpreis |
| Bestehende Website braucht regelmäßige Pflege und Erweiterungen | Solo mit Wartungsvertrag oder kleine Agentur | Kontinuität und Systemkenntnis zählen mehr als Kapazität | Reaktionszeit und Leistungsumfang der Wartung schriftlich fixieren |
| Website ist geschäftskritisch (Buchungen, Termine, Leads) | Beides möglich, entscheidend ist die Absicherung | Nicht die Größe schützt dich, sondern Vertretung, Monitoring und Backups | Notfallkontakt, Wiederherstellungszeit und Backup-Rhythmus abfragen |
Die Fragen, die beide Seiten beantworten müssen
Derselbe Fragenkatalog für Agentur und Solo, das macht Angebote vergleichbar.
Der beste Vergleich entsteht, wenn du beiden Anbietertypen exakt dieselben Fragen stellst. Nicht als Prüfung, sondern damit die Antworten nebeneinander lesbar werden. Erfahrungsgemäß sortieren sich Anbieter schon bei den ersten drei Fragen von selbst.
- Wer arbeitet konkret an meinem Projekt, mit Namen und Rolle? Gute Antwort: Personen, keine Abteilungen.
- An welchem Datum startet ihr, wann ist Go-Live realistisch? Gute Antwort: Kalenderwochen plus die Bedingungen dafür.
- Was ist im Preis enthalten, und was ausdrücklich nicht? Gute Antwort: eine Liste für beides.
- Was passiert, wenn ihr euch im Aufwand verschätzt? Gute Antwort: ein Prozess, keine Beteuerung.
- Wem gehören Domain, Quellcode und Inhalte nach dem Launch? Die einzig gute Antwort: dir, inklusive aller Zugänge.
- Was kostet die Betreuung danach, monatlich und pro Änderung? Gute Antwort: Zahlen.
- Wer ist erreichbar, wenn die Seite samstags ausfällt, und in welcher Zeit? Gute Antwort: ein Kanal und eine Frist.
- Kann ich mit zwei Referenzkunden sprechen, deren Projekt meinem ähnelt? Gute Antwort: ein Name und eine Nummer.
Achte weniger auf die Antworten selbst als auf die Art, wie sie kommen. Ausweichen bei Frage fünf ist ein deutlicheres Signal als jeder Preisunterschied. Wer bei Frage vier sagt "das kriegen wir schon hin", hat keinen Prozess. Und wer bei Frage acht keine einzige Referenz nennen kann, hat entweder keine zufriedenen Kunden oder keine abgeschlossenen Projekte. Wie sich Stunden- und Festpreismodelle dabei unterscheiden, steht im Ratgeber zu Stundensatz oder Festpreis.
Fazit: entscheide nach Projekt, nicht nach Firmengröße
Eine konkrete Handlungsempfehlung zum Schluss.
Es gibt keinen grundsätzlich besseren Anbietertyp. Es gibt Projekte, die viele Gewerke gleichzeitig brauchen, und solche, die vor allem kurze Wege brauchen. Für die große Mehrheit kleiner und mittlerer Unternehmen in Deutschland, also Firmenwebsites mit fünf bis fünfzehn Seiten, klarem Leistungsangebot und dem Ziel, Anfragen zu erzeugen, ist eine Agenturstruktur meist mehr Apparat als nötig. Für Rollouts über mehrere Länder, parallele Kampagnen oder geschäftskritische Systeme mit garantierten Reaktionszeiten ist sie genau das Richtige.
Wenn du dich nicht entscheiden kannst, geh so vor: Schreib in drei Sätzen auf, was die Website in zwölf Monaten für dein Geschäft leisten soll. Zähl danach die Gewerke, die dafür wirklich nötig sind. Bei einem oder zwei Gewerken hol dir zwei Angebote von Solo-Anbietern und eines von einer kleinen Agentur. Bei vier oder mehr Gewerken dreh das Verhältnis um. Stell allen denselben Fragenkatalog aus dem vorherigen Kapitel, und vergleiche nicht die Endsummen, sondern was für diese Summe jeweils drinsteht.
Und wenn dabei herauskommt, dass ein Baukasten für dein Vorhaben reicht: nimm den Baukasten. Eine individuell gebaute Website ist eine Investition, die sich rechnen muss. Sie rechnet sich, wenn daraus Anfragen, Bewerbungen oder Termine entstehen, und nicht, wenn sie nur schöner aussehen soll als die des Wettbewerbers. Der ehrlichste Anbieter ist der, der dir das sagt, bevor du unterschreibst.
Häufige Fragen
- Was kostet eine Website bei einer Agentur im Vergleich zum Freelancer?
- Ein hauptberuflicher Freelancer liegt bei einer Firmenwebsite mit fünf bis zehn Seiten erfahrungsgemäß bei 1.500 bis 5.000 Euro, eine kleine Agentur bei 5.000 bis 15.000 Euro. Der Unterschied ist meist kein Qualitätsunterschied, sondern Struktur: Projektleitung, interne Abstimmung, Vertrieb und Urlaubsvertretung stecken im Agenturpreis mit drin. Pixylmedia arbeitet als Solo-Werkstatt mit Festpreis ab 2.000 Euro.
- Wie lange dauert es, bis meine Website online ist?
- Eine Firmenwebsite mit fünf bis zehn Seiten braucht erfahrungsgemäß acht bis fünfzehn Arbeitstage reine Arbeitszeit, in der Praxis vergehen aber vier bis zehn Wochen bis zum Go-Live. Die Differenz entsteht fast immer durch fehlende Texte, offene Bildfreigaben und lange Feedbackrunden bei dir im Haus. Bei Pixylmedia liegt der Launch bei 14 Tagen, wenn die Inhalte stehen.
- Brauche ich für eine kleine Firmenwebsite wirklich eine Agentur?
- Für eine Firmenwebsite mit fünf bis fünfzehn Seiten und ein oder zwei beteiligten Gewerken ist eine Agenturstruktur meist mehr Apparat als nötig. Eine Agentur lohnt sich, wenn mehrere Gewerke parallel laufen, also Logo, Fotoshooting, Print und Kampagne zum selben Stichtag, oder wenn du garantierte Reaktionszeiten und doppelt besetzte Rollen brauchst, weil ein Ausfall direkt Umsatz kostet.
- Was passiert, wenn mein Freelancer krank wird oder ausfällt?
- Ohne schriftliche Regelung steht dein Projekt still, das ist das Hauptrisiko bei Solo-Anbietern. Absichern kannst du dich vor Vertragsschluss in wenigen Minuten: Vertretungsregel ins Angebot aufnehmen, Zahlung in Meilensteinen statt Vorkasse, alle Zugangsdaten von Anfang an im eigenen Passwortmanager und Zwischenstände regelmäßig bei dir sichern. Danach ist so eine Vereinbarung kaum noch durchsetzbar.
- Wem gehören Website, Domain und Code nach dem Launch?
- Dir, sofern es im Angebot steht. Vendor-Lock-in ist das teuerste Risiko im Vergleich, weil es erst Jahre später auffällt, wenn du wechseln willst und nichts in der Hand hast. Lass deshalb schriftlich festhalten, dass Domain, Quellcode, Inhalte und alle Zugänge dir gehören. Bei Pixylmedia steht das im Angebot, es sollte aber dein Mindestmaßstab bei jedem Anbieter sein.
Genug gesehen?
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