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Wix, Jimdo oder Webdesigner: Wann sich der Baukasten lohnt

Wix und Jimdo versprechen, dass du deine Website an einem Wochenende selbst baust. Für einen Teil der Leser stimmt das, und dann ist jedes Angebot über 2.000 Euro rausgeworfenes Geld. Für den anderen Teil ist der Baukasten eine Entscheidung, die zwei Jahre später teuer wird, weil sie sich nicht mehr sauber rückgängig machen lässt. Dieser Artikel trennt die beiden Fälle: mit einem ehrlichen Kriterienvergleich, einer Rechnung über drei und fünf Jahre, den echten Wechselkosten und einem Entscheidungsbaum, den du in zehn Minuten durchgehst.

Lesezeit
12 Min.
Stand
Juli 2026
Kapitel
8

Baukasten, CMS oder individuell: die drei Wege im Klartext

Der Unterschied liegt nicht im Aussehen, sondern darin, wem am Ende was gehört.

Ein Baukasten ist ein Mietsystem. Du bekommst einen Editor im Browser, eine Auswahl an Vorlagen, Hosting, Domain und Formulare in einem Paket, und du zahlst monatlich dafür. Alles läuft auf der Infrastruktur des Anbieters, und der Anbieter entscheidet, welche Technik darunter steckt. Das ist der Grund für die Geschwindigkeit am Start und für die Grenzen später. Wix, Jimdo, Squarespace, IONOS MyWebsite und Shopify funktionieren im Kern gleich, sie unterscheiden sich in Preis, Bedienung und Schwerpunkt.

Der zweite Weg ist ein selbst gehostetes CMS, in Deutschland fast immer WordPress mit einem gekauften Theme. Der Unterschied zum Baukasten ist die Besitzfrage: Die Dateien und die Datenbank liegen bei einem Hoster deiner Wahl, du kannst sie herunterladen und woanders wieder aufsetzen. Dafür trägst du die Verantwortung für Updates, Backups und Sicherheit, entweder selbst oder über einen Wartungsvertrag. Das ist der Mittelweg, den viele Dienstleister anbieten, und er wird oft mit „individuell" beworben, obwohl er es nur teilweise ist.

Der dritte Weg ist eine individuell gebaute Website: Struktur, Design und Code entstehen für deinen Fall, ohne Vorlage darunter. Du bekommst am Ende ein Projekt, das ein anderer Entwickler übernehmen könnte, und du entscheidest, wo es läuft. Das kostet am Start am meisten und ist im Betrieb am günstigsten, weil kein Abo mitläuft, das jedes Jahr steigt.

Die ehrliche Kurzfassung

  • Baukasten: schnell, günstig am Start, alles gemietet. Du zahlst für Bequemlichkeit mit Kontrolle.
  • CMS mit Theme: mittlerer Preis, gute Pflegbarkeit, technisch solide, aber selten schnell und selten wirklich eigen.
  • Individuell gebaut: höchste Startkosten, volle Kontrolle über Technik, Daten und Geschwindigkeit, keine Abhängigkeit von einem Anbieter.

Wer dir sagt, einer dieser drei Wege sei grundsätzlich der beste, verkauft dir das, was er selbst baut. Die Frage ist nicht, welches System gut ist, sondern welches zu deinem Fall passt, und das hat mehr mit deinem Geschäftsmodell zu tun als mit Technik.

Wann der Baukasten wirklich die richtige Wahl ist

Es gibt Fälle, in denen ein Angebot über 2.000 Euro schlicht die falsche Antwort ist.

Wenn deine Website ein Schaufenster ist und keine Vertriebsmaschine, reicht ein Baukasten. Damit ist gemeint: Leute finden dich über Empfehlung, Instagram oder Google Maps, schauen kurz, ob du echt und erreichbar bist, und rufen an. In diesem Muster entscheidet die Website nichts, sie bestätigt nur. Dafür brauchst du saubere Kontaktdaten, ein paar gute Fotos, klare Öffnungszeiten und ein Impressum. Alles andere ist Aufwand ohne Wirkung.

Der zweite Fall ist der Test. Du hast eine Geschäftsidee, weißt aber noch nicht, ob sie trägt, und willst in zwei Wochen eine erste Seite online haben, um Reaktionen zu sammeln. Es wäre falsch, dafür ein volles Projekt zu bezahlen, bevor du weißt, ob das Angebot gefragt ist. Bau die Testversion im Baukasten, sammle sechs Monate Erfahrung, und investiere danach in etwas Eigenes, wenn die Zahlen dafür sprechen.

  • Hobbyprojekt, Verein, Blog ohne Geschäftsabsicht: Der Baukasten ist hier fast immer die vernünftige Wahl.
  • Reine Visitenkarte mit einer bis fünf Seiten, ohne SEO-Ziel und ohne Terminbuchung.
  • Zeitlich begrenzte Seite: Event, Kampagne, Projektwebsite, die nach einem Jahr wieder offline geht.
  • Budget unter etwa 1.500 Euro und keine Aussicht, dass sich das in den nächsten zwölf Monaten ändert. Eine halb bezahlte individuelle Website ist schlechter als ein sauber gepflegter Baukasten.
  • Du willst wirklich selbst schrauben, hast Spaß daran und Zeit dafür. Das ist ein legitimer Grund.

Wo Baukästen an Grenzen stoßen

Fünf Bereiche, in denen die Bequemlichkeit einen konkreten Preis hat.

Die Grenzen der Baukästen sind selten dort, wo Leute sie vermuten. Das Design ist heute meistens nicht das Problem, die Vorlagen sehen ordentlich aus. Die Probleme liegen darunter und zeigen sich erst, wenn die Seite etwas leisten soll. Der wichtigste Punkt ist die Ladezeit auf dem Handy. Ein Baukasten liefert an jede Seite ein großes gemeinsames Paket aus Skripten und Stilen aus, weil das System nicht wissen kann, welche Bausteine du benutzt. In unseren Messungen an fremden Baukasten-Seiten liegen die mobilen Performance-Werte meist zwischen 40 und 75, bei individuell gebauten Seiten sind 90 und mehr normal. Das ist ein Erfahrungswert, keine Statistik.

Beim Thema SEO wird viel Unsinn erzählt. Die Grundlagen können moderne Baukästen: Seitentitel, Beschreibungen, saubere Adressen, Sitemap, Weiterleitungen. Wer behauptet, mit Wix könne man grundsätzlich nicht ranken, hat seit Jahren keinen Baukasten mehr angefasst. Die Grenzen liegen eine Ebene tiefer: bei strukturierten Daten, bei der Kontrolle über das Laden von Skripten, bei großen oder verschachtelten Seitenstrukturen, bei mehrsprachigen Setups und bei der Ladezeit, die in Wettbewerbsfeldern eben doch mitentscheidet.

KriteriumBaukastenIndividuell gebautWas das im Alltag heißt
Ladezeit mobilMeist mittelmäßig, kaum beeinflussbarSehr gut steuerbar, Lighthouse 90+ realistischAuf schlechtem Netz springen Besucher ab, bevor die Seite steht
SEO-GrundlagenVollständig vorhandenVollständig vorhandenKein Unterschied, hier ist der Baukasten in Ordnung
Technisches SEO im DetailEingeschränkt: strukturierte Daten, Skriptsteuerung, große StrukturenFrei gestaltbarRelevant erst, wenn du gegen starke Wettbewerber antrittst
Design-FreiheitInnerhalb der Vorlage sehr gut, darüber hinaus schwierigKeine Grenze außer BudgetDeine Seite sieht aus wie die von zwei anderen aus deiner Branche
Eigene FunktionenNur was der Anbieter vorsieht oder als App anbietetAlles, was sich programmieren lässtKalkulator, Konfigurator, Schnittstelle zur Warenwirtschaft fallen aus
BarrierefreiheitVom Anbieter abhängig, im Detail kaum korrigierbarPrüfbar und nachbesserbarWird zum Thema, sobald du unter das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz fällst
DatenhoheitDaten liegen beim Anbieter, Export meist unvollständigAlles liegt bei dir, jederzeit umziehbarDer Ausstieg ist der teuerste Teil, siehe weiter unten
Pflege im AlltagSehr einfach, Editor im BrowserAbhängig davon, was eingerichtet wurdeHier ist der Baukasten oft der klare Sieger
Kosten am StartNiedrig bis nullIn der Praxis meist zwischen 2.000 und 6.000 EuroDer Unterschied kehrt sich über die Jahre um

Der dritte Punkt ist die Individualität, und der ist kaufmännisch unterschätzt. Baukastenvorlagen sind so gebaut, dass sie für möglichst viele passen, und genau deshalb erklären sie nicht, warum jemand bei dir kaufen soll und nicht beim Nachbarn. Wenn dein Angebot erklärungsbedürftig ist, wenn du teurer bist als der Wettbewerb oder wenn du eine Nische besetzt, dann ist die Vorlage das Problem, nicht die Technik.

Der vierte Punkt sind Prozesse. Sobald eine Website mehr tun soll als informieren, also Termine buchen, Angebote berechnen oder Daten an ein anderes System übergeben, wird der Baukasten zur Bastellösung aus Zusatz-Apps. Jede dieser Apps kostet monatlich, hat eigene Datenschutzbedingungen und kann jederzeit eingestellt werden. Der fünfte Punkt ist die Datenhoheit, und der bekommt gleich ein eigenes Kapitel.

Die Rechnung über drei und fünf Jahre

Am Start ist der Baukasten immer günstiger. Die Frage ist, wie lange.

Baukästen kosten in Deutschland je nach Paket und Laufzeit in der Praxis meist zwischen 10 und 45 Euro im Monat, Shop-Pakete eher zwischen 25 und 60 Euro. Die Domain ist im ersten Jahr oft enthalten, danach kommen üblicherweise 15 bis 25 Euro im Jahr dazu. Das sind Erfahrungswerte aus laufenden Projekten, keine offiziellen Preislisten. Wichtig ist die Struktur dahinter: Beim Baukasten zahlst du dauerhaft für den Betrieb des Systems, bei einer eigenen Website einmal für den Bau und danach nur noch für Hosting.

PostenBaukasten selbst gebautBaukasten vom DienstleisterIndividuell gebaut
Einmalig zum Start0 bis 300 Euro800 bis 2.500 Euro2.000 bis 6.000 Euro
Laufend pro Monat10 bis 45 Euro15 bis 50 Euro10 bis 30 Euro Hosting
Dein Zeitaufwand im ersten Monat20 bis 40 Stunden3 bis 6 Stunden4 bis 8 Stunden
Summe nach 3 Jahrenrund 400 bis 1.900 Eurorund 1.300 bis 4.300 Eurorund 2.400 bis 7.100 Euro
Summe nach 5 Jahrenrund 600 bis 3.000 Eurorund 1.700 bis 5.500 Eurorund 2.600 bis 7.800 Euro
Was dir danach gehörtTexte und BilderTexte und BilderWebsite, Code, Domain, alles

Zwei Dinge fallen an dieser Tabelle auf. Erstens: Der Abstand schrumpft mit der Zeit, aber er verschwindet nicht. Wer nur auf die Summe schaut, bleibt beim Baukasten, und das ist bei einer reinen Visitenkarte auch richtig. Zweitens: Die letzte Zeile ist die eigentliche Nachricht. Nach fünf Jahren Baukasten hast du zwischen 600 und 3.000 Euro ausgegeben und besitzt einen Ordner mit Bildern.

Bei uns kostet eine individuell gebaute Website als Festpreis ab 2.000 Euro (Basic) beziehungsweise 4.500 Euro (Pro), danach zahlst du nur noch Hosting. Ich nenne die Zahlen, damit du die Tabelle einordnen kannst, nicht als Empfehlung: Wenn dein Fall in das Kapitel oben passt, ist der Baukasten die bessere Entscheidung, auch wenn ich daran nichts verdiene.

Auf beiden Seiten vergessen werden die Nebenkosten: Rechtstexte, Bildlizenzen, ein Cookie-Werkzeug, E-Mail-Postfächer und die Zeit, die du selbst investierst. Eine vollständige Aufstellung steht im Ratgeber zu den laufenden Kosten einer Website. Wer mehrere Angebote gegenüberstellen will, findet die Prüfliste im Ratgeber zum Angebotsvergleich.

Datenhoheit und DSGVO: der Punkt, den fast niemand prüft

Nicht dramatisch, aber unangenehm, wenn man es erst im Ernstfall merkt.

Bei einem Baukasten verarbeitet der Anbieter personenbezogene Daten deiner Besucher in deinem Auftrag: Kontaktformulare, Statistik, Newsletter-Anmeldungen. Dafür brauchst du einen Auftragsverarbeitungsvertrag, und du musst wissen, wo diese Daten liegen. Die großen Anbieter stellen den Vertrag bereit, das ist kein Skandal. Aber du bist derjenige, der ihn abschließt, dokumentiert und in der Datenschutzerklärung korrekt abbildet. Diese Arbeit nimmt dir kein Editor ab.

Der Serverstandort ist der zweite Punkt. Jimdo ist ein Hamburger Unternehmen und wirbt mit Hosting in Deutschland. Wix ist ein internationaler Konzern mit Infrastruktur außerhalb der EU, ebenso viele Zusatzdienste, die in Baukästen eingebunden sind: Schriftarten, Karten, Videos, Chat-Fenster, Statistik. Jeder dieser Bausteine kann eine Datenübermittlung auslösen. Ob dich das stört, hängt von deiner Branche ab: Bei Ärzten, Anwälten, Steuerberatern, Pflegediensten und allem, was mit Gesundheitsdaten zu tun hat, stört es.

Zur Barrierefreiheit noch ein sachlicher Hinweis: Seit Ende Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz für bestimmte digitale Dienstleistungen und für einen Teil des Onlinehandels. Kleinstunternehmen sind bei Dienstleistungen ausgenommen, für Produkte gelten andere Regeln. Ob dich das betrifft, klärt im Zweifel ein Anwalt und nicht dein Webdesigner. Für die Systemfrage bedeutet es nur: Beim Baukasten bist du auf den Anbieter angewiesen.

Wechselkosten: was der Umzug in zwei Jahren kostet

Der Preis eines Baukastens steht nicht im Abo, sondern im Ausstieg.

Das größte Missverständnis lautet: Wenn es nicht passt, ziehe ich einfach um. Das stimmt für die Inhalte und für fast nichts sonst. Bei den meisten Baukästen bekommst du beim Ausstieg deine Texte und Bilder, aber kein lauffähiges Projekt. Ein vollständiger Export, den ein anderer Hoster einfach einspielen könnte, ist bei den bekannten Anbietern nicht vorgesehen. Das liegt in der Natur des Systems: Du hast nie eine Website gekauft, du hast einen Dienst gemietet.

BausteinKommt beim Wechsel mit?AufwandWenn es niemand macht
TexteJa, per Kopieren oder Export2 bis 4 StundenNichts, das ist der einfache Teil
BilderMeist ja, aber nur in Webgröße1 bis 3 StundenUnscharfe Bilder auf der neuen Seite
Seitenadressen und StrukturNein, sie ändern sich fast immerWeiterleitungsliste, 2 bis 5 Stunden404-Fehler auf allen alten Links, Sichtbarkeit bricht ein
Design und LayoutNein, muss neu gebaut werdenKompletter NeubauNicht anwendbar, es gibt keinen Mittelweg
BlogbeiträgeTeilweise als Datei-Export2 bis 8 Stunden je nach MengeJahre an Inhalten und deren Rankings gehen verloren
Shop-DatenProdukte meist als Tabelle, Bestellhistorie oft nicht4 bis 12 StundenKundenkonten und Bestellungen fehlen, Support-Chaos
Domain und E-MailJa, mit Auth-Code beim Anbieter anfordern1 bis 2 Stunden plus WartezeitAusfall von Website und Postfächern für Stunden bis Tage

Rechne für einen Wechsel von einem Baukasten mit acht bis zwölf Seiten mit 12 bis 30 Stunden zusätzlichem Aufwand, der im Angebot für die neue Website oft gar nicht auftaucht. Das ist der Grund, warum ein Relaunch häufig teurer wird als der Erstbau: Der Bau ist gleich teuer, dazu kommt die Archäologie. Fehlen die Weiterleitungen, verlierst du die Sichtbarkeit, die du dir über Jahre erarbeitet hast, und es dauert in der Praxis vier bis zwölf Wochen, bis sich das wieder fängt.

Der Entscheidungsbaum: wann was

Geh die Punkte von oben nach unten durch und hör beim ersten Ja auf.

Die Entscheidung lässt sich auf wenige Fragen eindampfen, wenn man ehrlich antwortet. Ehrlich heißt: nicht was du dir wünschst, sondern was in den letzten zwölf Monaten tatsächlich passiert ist. Wer noch nie einen Kunden über Google bekommen hat und auch nichts dafür tun will, braucht keine Seite, die für Google gebaut ist.

  1. Ist das Projekt privat, ein Verein oder ein Test ohne Umsatzabsicht? Dann Baukasten. Fertig.
  2. Liegt dein Budget dauerhaft unter etwa 1.500 Euro? Dann Baukasten, sauber gemacht, mit eigener Domain.
  3. Kommen deine Kunden fast nur über Empfehlung, Instagram oder Laufkundschaft, und soll das so bleiben? Dann Baukasten plus gepflegtes Google-Unternehmensprofil.
  4. Soll die Website Anfragen erzeugen, die du heute nicht hast, und stehst du in einem Feld mit echtem Wettbewerb? Dann individuell bauen lassen. Der Baukasten kostet dich hier mehr, als er spart.
  5. Brauchst du eigene Funktionen: Terminbuchung mit Logik, Kalkulator, Kundenbereich, Anbindung an ein anderes System? Dann individuell. Alles andere wird eine Kette aus Zusatz-Apps.
  6. Verarbeitest du sensible Daten oder arbeitest du in einem regulierten Bereich (Gesundheit, Recht, Finanzen, Kinder und Jugendliche)? Dann individuell, mit Kontrolle über jeden Baustein.
  7. Hast du mehr als etwa dreißig Seiten, mehrere Sprachen oder einen Blog, der wachsen soll? Dann individuell oder mindestens ein selbst gehostetes CMS.
  8. Ist die Website Teil deines Vertriebs, also planst du bezahlte Anzeigen darauf? Dann individuell. Bei bezahltem Traffic kostet jede Sekunde Ladezeit bares Geld.

Ein Zwischenweg wird oft übersehen: erst den Baukasten sauber aufsetzen, ein Jahr Erfahrung sammeln, aufschreiben, welche Fragen Kunden immer wieder stellen, und dann individuell bauen lassen. Der Vorteil ist, dass du mit echtem Wissen in das Projekt gehst statt mit Vermutungen. Der Preis dafür ist der Wechselaufwand aus dem vorigen Kapitel. Wer so vorgeht, sollte von Anfang an die Domain auf den eigenen Namen buchen, alle Texte zusätzlich in einem eigenen Dokument pflegen und die Bilder in Originalgröße aufbewahren.

Fazit: die ehrliche Empfehlung

Kein System ist besser, aber eines passt besser zu dem, was du vorhast.

Baukästen haben einen schlechten Ruf, den sie nicht verdienen. Sie sind gut gemacht, günstig und für Millionen von Seiten die richtige Lösung. Wenn dein Geschäft über Empfehlungen läuft und dein Budget begrenzt ist, dann nimm Wix, Jimdo oder was dir sonst gefällt, mach es sauber und gib das gesparte Geld für bessere Fotos aus. Das wirkt an dieser Stelle mehr als jede Technik.

Die Grenze verläuft dort, wo die Website arbeiten soll. Sobald du Anfragen erzeugen willst, die du heute nicht hast, sobald Wettbewerb, Prozesse oder sensible Daten im Spiel sind, kippt die Rechnung. Dann bezahlst du beim Baukasten mit Ladezeit, mit Austauschbarkeit und am Ende mit Wechselkosten, die im Abo nie sichtbar waren.

Was du diese Woche konkret tun kannst

  1. Beantworte die beiden Testfragen schriftlich: Was passiert bei vier Wochen offline, und was ist dir ein neuer Kunde wert?
  2. Prüf, wer Inhaber deiner Domain ist, und lass es dir schriftlich bestätigen. Das gilt unabhängig davon, wie du dich entscheidest.
  3. Miss deine bestehende Seite mit PageSpeed Insights auf dem Handy und notiere den Wert als Ausgangspunkt.
  4. Wenn du beim Baukasten bleibst: eigene Domain, Texte zusätzlich im eigenen Dokument, Bilder in Originalgröße sichern, Auftragsverarbeitungsvertrag ablegen.
  5. Wenn du individuell bauen lässt: zwei bis drei Angebote mit klarem Festpreis einholen und schriftlich festhalten lassen, dass Website, Code und Domain nach Zahlung dir gehören.

Ein letzter Satz zur Ehrlichkeit: Wenn du zum Schluss kommst, dass der Baukasten für dich reicht, ist das das richtige Ergebnis. Bei Pixylmedia sagen wir solche Anfragen ab, statt ein Projekt zu verkaufen, das sich nicht rechnet. Eine Website ist kein Statussymbol, sie ist ein Werkzeug. Und Werkzeug kauft man nach Aufgabe, nicht nach Katalog.

Häufige Fragen

Was kostet ein Baukasten im Vergleich zum Webdesigner?
Ein Baukasten kostet in der Praxis meist 10 bis 45 Euro im Monat, dazu 15 bis 25 Euro Domain im Jahr. Eine individuell gebaute Website liegt einmalig meist zwischen 2.000 und 6.000 Euro, bei Pixylmedia als Festpreis ab 2.000 Euro (Pro 4.500 Euro), danach zahlst du nur noch Hosting. Nach fünf Jahren liegen beide Wege näher beieinander, als die Monatsrate vermuten lässt. Erfahrungswerte.
Lohnt sich Wix oder Jimdo für mein Kleinunternehmen?
Ein Baukasten lohnt sich, wenn deine Website vor allem bestätigt statt verkauft: Kunden kommen über Empfehlung, Instagram oder Google Maps, schauen kurz nach Kontakt und Öffnungszeiten und rufen an. Auch bei Vereinen, Testprojekten und Budgets dauerhaft unter etwa 1.500 Euro ist er die vernünftige Wahl. Sobald die Seite neue Anfragen erzeugen soll, kippt die Rechnung.
Kann ich mit einem Baukasten bei Google ranken?
Ja, die SEO-Grundlagen beherrschen moderne Baukästen: Seitentitel, Beschreibungen, saubere Adressen, Sitemap und Weiterleitungen sind vorhanden. Die Grenzen liegen tiefer, bei strukturierten Daten, der Kontrolle über Skripte, großen Seitenstrukturen, mehreren Sprachen und der mobilen Ladezeit. In unseren Messungen an fremden Baukasten-Seiten liegen die mobilen Performance-Werte meist zwischen 40 und 75, bei individuell gebauten Seiten sind 90 und mehr üblich. Erfahrungswerte.
Wie aufwendig ist der Wechsel vom Baukasten zu einer eigenen Website?
Rechne bei acht bis zwölf Seiten mit 12 bis 30 Stunden zusätzlichem Aufwand. Texte und Bilder kommen mit, Design, Seitenadressen und oft auch Blogbeiträge und Bestellhistorie nicht. Fehlen die Weiterleitungen der alten Adressen, verlierst du Sichtbarkeit, und es dauert erfahrungsgemäß vier bis zwölf Wochen, bis sich das wieder fängt. Dieser Posten steht selten im Angebot.
Gehört mir meine Website beim Baukasten?
Nein, du mietest einen Dienst. Beim Ausstieg bekommst du Texte und Bilder, aber kein lauffähiges Projekt, das ein anderer Hoster einspielen könnte. Prüf besonders die Domain: Läuft der Vertrag über deinen Dienstleister, bist du im Zweifel nicht der Inhaber und kommst ohne Auth-Code nicht weg. Lass dir schriftlich bestätigen, dass du Inhaber und administrativer Ansprechpartner bist.

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