Hosting und Sicherheit: Wo deine Website stehen sollte
Hosting ist die Entscheidung, über die im Projekt am wenigsten gesprochen wird, und die einzige, die deine Website an einem einzigen Nachmittag unbrauchbar machen kann. Ein abgelaufenes Zertifikat, ein Backup, das nie zurückgespielt wurde, ein Server ohne erreichbaren Support: Das sind keine theoretischen Risiken, das ist der Alltag in Bestandsprojekten. Dieser Artikel erklärt, was HTTPS wirklich bedeutet und was nicht, warum der Serverstandort im DSGVO-Kontext Aufwand spart, welche Backup-Fragen du stellen musst und wo der Unterschied zwischen 4 und 15 Euro im Monat tatsächlich steckt. Mit Prüftabellen, die du direkt gegen ein Angebot halten kannst.
- 11 Min.
- Juli 2026
- 9
Die Entscheidung, die niemand bewusst trifft
Hosting wird meistens nebenbei mitbestellt. Sichtbar wird es erst, wenn etwas kaputt ist.
In den meisten Projekten läuft es so: Der Webdesigner sagt "Hosting kann ich mitmachen", der Kunde nickt, und danach spricht nie wieder jemand darüber. Der Server steht irgendwo, die Rechnung ist klein genug, um nicht aufzufallen. Genau deshalb ist Hosting die unterschätzteste Position im Projekt: Es ist die einzige laufende Leistung, bei der du im Schadensfall nicht selbst handeln kannst, sondern auf jemand anderen angewiesen bist.
Sichtbar wird die Entscheidung an drei Punkten. Erstens, wenn das TLS-Zertifikat abläuft und der Browser deinen Besuchern eine Warnseite zeigt. Zweitens, wenn die Seite weg ist und niemand sagen kann, wann sie wiederkommt. Drittens, wenn jemand wissen will, wo die Daten aus deinem Kontaktformular landen. In allen drei Fällen entscheidet sich in wenigen Stunden, ob die Sache lästig oder teuer wird.
Der Preisrahmen ruiniert dabei niemanden: In der Praxis liegen brauchbare Tarife meist zwischen 8 und 25 Euro im Monat. Der Unterschied zwischen 3 und 15 Euro ist selten die Hardware, sondern das Drumherum: Sicherungsrhythmus, Aufbewahrungsdauer, Reaktionszeit des Supports. Einen "sichersten Hoster" gibt es nicht, nur Anbieter, deren Zusagen zu deinem Risiko passen.
SSL im Klartext: was das Schloss bedeutet und was nicht
HTTPS verschlüsselt den Transportweg. Über die Seriosität des Betreibers sagt es nichts.
Wenn im Browser das Schloss erscheint, heißt das genau eines: Die Verbindung zwischen dem Gerät deines Besuchers und dem Server ist verschlüsselt. Niemand im selben WLAN und kein Zwischenknoten im Netz kann mitlesen. Das ist heute Grundausstattung, keine Zusatzleistung, denn Browser markieren unverschlüsselte Seiten seit Jahren als "nicht sicher". Was das Schloss nicht bedeutet: dass der Betreiber vertrauenswürdig ist. Phishing-Seiten haben ebenfalls gültige Zertifikate, weil ein Standardzertifikat nur prüft, ob jemand Kontrolle über die Domain hat.
Der zweite Mythos betrifft den Preis. Ein kostenloses Zertifikat von Let's Encrypt verschlüsselt technisch exakt genauso stark wie eines für 200 Euro im Jahr. Der Unterschied liegt in der Prüftiefe bei der Ausstellung und in Haftungszusagen, die für eine normale Firmenwebsite praktisch bedeutungslos sind. Wer dir ein kostenpflichtiges Zertifikat als Sicherheitsgewinn verkauft, verkauft dir Papier.
| Zertifikatstyp | Was geprüft wird | Kosten (Erfahrungswert) | Wann es sinnvoll ist |
|---|---|---|---|
| DV (Domain Validated), z. B. Let's Encrypt | Nur, dass du Kontrolle über die Domain hast | 0 Euro, im Hosting meist enthalten | Praktisch jede Firmenseite, Portfolio, Blog, kleiner Shop |
| OV (Organisation Validated) | Zusätzlich Existenz und Anschrift des Unternehmens | In der Praxis meist 50 bis 200 Euro pro Jahr | Nur, wenn eine Compliance-Vorgabe oder ein Auftraggeber es verlangt |
| EV (Extended Validation) | Aufwendige Organisationsprüfung | In der Praxis meist 150 bis 400 Euro pro Jahr | Kaum noch: Browser zeigen den Unterschied seit Jahren nicht mehr sichtbar an |
| Wildcard (*.deine-domain.de) | Domain-Kontrolle, gilt für alle Subdomains | Über Let's Encrypt kostenlos, kommerziell meist ab 80 Euro pro Jahr | Viele Subdomains wie shop., kunden., portal. |
| Multi-Domain (SAN) | Kontrolle über mehrere Domains in einem Zertifikat | Je nach Anbieter kostenlos bis dreistellig | Mehrere Marken oder Länderdomains auf einem Server |
Woran HTTPS in der Praxis scheitert
Das Zertifikat selbst ist selten das Problem. Kaputt geht die Umsetzung drumherum, meist an denselben Stellen: Die automatische Verlängerung läuft nicht mehr (Zertifikate von Let's Encrypt sind typischerweise 90 Tage gültig, ohne Automatik ist das eine tickende Uhr). Das Zertifikat gilt für deine-domain.de, aber nicht für www.deine-domain.de. Es fehlt die dauerhafte Weiterleitung von http auf https. Oder einzelne Bilder und Skripte werden noch über http geladen, was den Mixed-Content-Fehler auslöst und das Schloss verschwinden lässt.
Prüfen kannst du das selbst: Rufe die Seite mit www und ohne auf, mit http und mit https, und schau, ob du jedes Mal auf derselben verschlüsselten Adresse landest. Öffne dann die Entwicklerkonsole und sieh nach, ob Mixed-Content-Warnungen erscheinen. Für die Tiefenprüfung gibt es kostenlose Online-Tests, die Protokollversionen, Zertifikatskette und Ablaufdatum in einem Bericht anzeigen.
Serverstandort und DSGVO: warum Deutschland oder EU der kürzere Weg ist
Nicht weil ausländische Anbieter schlecht wären, sondern weil du dir eine ganze Argumentationskette sparst.
Sobald jemand deine Website aufruft, wird seine IP-Adresse verarbeitet. Das ist ein personenbezogenes Datum, und dein Hoster ist damit dein Auftragsverarbeiter. Daraus folgt eine Pflicht, die viele Betriebe nie erfüllt haben: Du brauchst mit ihm einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Artikel 28 DSGVO. Bei seriösen Anbietern liegt der als PDF im Kundenkonto. Findest du dazu nichts und bekommst auf Nachfrage keine klare Antwort, ist das kein Detail, sondern ein Ausschlusskriterium.
Der Serverstandort ist rechtlich nicht der einzige Faktor, aber der einfachste. Steht der Server in Deutschland oder der EU und sitzt auch der Anbieter hier, entfällt die Diskussion um Drittlandtransfers. Bei US-Anbietern brauchst du eine belastbare Grundlage. Seit 2023 gibt es dafür den EU-US Data Privacy Framework mit einem Angemessenheitsbeschluss der Kommission, gegen den anhaltende juristische Kritik besteht. Das ist nicht automatisch rechtswidrig, aber es ist Aufwand: Rechtsgrundlage darstellen, Zertifizierung des Anbieters prüfen, bei Änderungen nachziehen. Für eine Handwerksfirma mit fünf Unterseiten lohnt sich das nicht.
Der Server in Nürnberg reicht nicht, wenn die Seite in die USA funkt
Der Standort deines Hosters sagt nichts darüber aus, wohin deine Website beim Aufruf Verbindungen aufbaut. Eine Seite kann auf einem deutschen Server liegen und trotzdem bei jedem Besuch Daten an vier oder fünf Drittanbieter senden: extern nachgeladene Schriften, eingebettete Karten, ein Video-Player, ein Analyse-Skript, ein Chat-Widget, ein Content Delivery Network für die Bilder.
Die Schriften sind der bekannteste Fall. Ein viel zitiertes Urteil des Landgerichts München I aus dem Jahr 2022 sprach einem Besucher Schadensersatz zu, weil eine Seite Schriften dynamisch von einem US-Dienst nachlud und damit dessen IP-Adresse übertrug. Das war eine Einzelfallentscheidung, keine höchstrichterliche Klärung, und es folgte eine Welle fragwürdiger Massenabmahnungen. Die praktische Lehre bleibt richtig: Schriften lokal abzulegen kostet eine halbe Stunde und beendet die Diskussion. Bei Pixylmedia ist das Standard und kein Aufpreis: lokale Fonts, kein US-CDN, Hosting in Deutschland oder der EU.
- Öffne deine Website und die Entwicklerkonsole des Browsers, Reiter "Netzwerk".
- Lade die Seite neu und notiere jede Domain, die nicht deine eigene ist.
- Prüfe für jeden Dienst: Brauche ich ihn, oder kann ich ihn lokal einbinden oder ersetzen?
- Was übrig bleibt, gehört in die Datenschutzerklärung, inklusive Rechtsgrundlage und Empfängerland.
Die zehn Hosting-Kriterien und was sie wirklich bedeuten
Eine Liste, die du direkt neben ein Angebot legen kannst.
Hosting-Tarife werben mit Zahlen, die kaum jemanden interessieren: Speicherplatz in Gigabyte, Anzahl der Datenbanken, Traffic in Terabyte. Für eine normale Firmenwebsite sind diese Werte praktisch nie der Engpass. Die Kriterien, die im Ernstfall zählen, stehen selten in der großen Tarifübersicht, sondern im Kleingedruckten.
| Kriterium | Was es konkret bedeutet | Woran du es prüfst | Was passiert, wenn es fehlt |
|---|---|---|---|
| Serverstandort | Wo die Rechner physisch stehen und wer Zugriff hat | Angabe des Rechenzentrums auf der Anbieterseite, sonst schriftlich nachfragen | Drittlandtransfer, den du in der Datenschutzerklärung begründen musst |
| Auftragsverarbeitungsvertrag | Vertrag nach Art. 28 DSGVO zwischen dir und dem Hoster | Muss im Kundenkonto abrufbar oder auf Anfrage erhältlich sein | Du verarbeitest Besucherdaten ohne saubere Grundlage für den Dienstleister |
| TLS inklusive und automatisch erneuert | HTTPS ohne jährliches Handanlegen | Formulierung wie "SSL inklusive, automatische Verlängerung" im Leistungsumfang | Zertifikat läuft ab, Browser zeigt Warnseite, Anfragen brechen ein |
| Backup-Frequenz und Aufbewahrung | Wie oft gesichert wird und wie weit zurück du greifen kannst | Konkrete Zahl wie "täglich, 14 Tage" statt "regelmäßig" | Du entdeckst einen Schaden zu spät, alle Sicherungen sind überschrieben |
| Wiederherstellung durch dich selbst | Rückspielen per Klick im Kundenkonto | Menüpunkt "Wiederherstellen" suchen und einmal testen | Im Ernstfall wartest du auf einen Support-Ticket-Durchlauf |
| Aktuelle PHP- und Datenbankversionen | Sicherheitsupdates der Laufzeitumgebung | Welche Versionen wählbar sind und ob abgekündigte noch laufen | Bekannte Lücken bleiben offen, moderne Software läuft nicht mehr |
| Eigener Zugang auf deinen Namen | Vertrag und Login gehören dir, kein Sammelaccount | Rechnung läuft auf deine Firma, du hast eigene Zugangsdaten | Du kommst ohne deinen Dienstleister nicht an deine eigene Website |
| Support-Erreichbarkeit | Wie schnell ein Mensch antwortet und zu welchen Zeiten | Zugesagte Reaktionszeit, Support-Zeiten, Telefon oder nur Ticket | Der Ausfall am Freitagabend wird am Montagvormittag bearbeitet |
| Ressourcen und Limits | Arbeitsspeicher, Prozesse, gleichzeitige Zugriffe, Dateilimits | Fußnoten der Tarifübersicht und Fair-Use-Klauseln | Bei Lastspitzen wird die Seite langsam oder liefert Fehlermeldungen |
| Staging oder Testumgebung | Kopie der Seite zum Testen von Updates | Im Funktionsumfang, oft erst ab mittleren Tarifen enthalten | Updates werden live getestet, Fehler sehen deine Besucher zuerst |
Wenn dein Budget begrenzt ist und du priorisieren musst: Am schnellsten rächt sich Sparen bei Backups mit definierter Aufbewahrung, bei einem eigenen Zugang auf deinen Namen, bei aktuellen Software-Versionen und bei einem Support, der innerhalb eines Werktags antwortet. Speicherplatz, Traffic und die Zahl der Postfächer sind dagegen bei fast jedem Tarif reichlich bemessen.
Backups: die Frage, die erst am schlimmsten Tag zählt
Ein Backup, das nie zurückgespielt wurde, ist keine Sicherung, sondern eine Vermutung.
Fast jeder Hoster wirbt mit Backups. Fast niemand prüft, ob sie funktionieren. Der Unterschied zwischen "es gibt Sicherungen" und "ich bin in zwei Stunden wieder online" liegt in fünf Fragen, die dir ein guter Anbieter in drei Sätzen beantwortet.
- Wie oft wird gesichert? Täglich ist der sinnvolle Mindeststandard für eine Seite, an der gearbeitet wird.
- Wie lange werden Sicherungen aufbewahrt? Sieben Tage sind knapp, 14 bis 30 Tage sind belastbar.
- Wo liegen sie? Auf demselben Server ist keine Sicherung, sondern eine zweite Kopie im selben Risiko.
- Kann ich selbst zurückspielen, oder muss ich den Support bitten? Und kostet ein Restore extra?
- Werden Dateien und Datenbank zum selben Zeitpunkt gesichert? Getrennte Stände erzeugen kaputte Seiten.
Punkt zwei wird konstant unterschätzt. Sieben Tage reichen für "ich habe gestern versehentlich eine Seite gelöscht". Sie reichen nicht für den Fall, der häufiger vorkommt: ein kompromittiertes System, das drei Wochen unbemerkt Schadcode ausliefert. Ist dein ältester Wiederherstellungspunkt jünger als der Schaden, hilft dir das beste Backup-System nichts.
Punkt drei ist der klassische Baufehler. Liegt die Sicherung auf derselben Maschine, ist sie bei Hardwaredefekt, gelöschtem Account oder einem Angriff mit Serverzugriff genauso weg wie das Original. Ein monatlicher Export von Dateien und Datenbank auf einen Rechner im Büro oder in einen europäischen Cloudspeicher kostet zehn Minuten und ist deine letzte Rückfallebene.
Updates und Ausfallsicherheit: wer ist eigentlich zuständig?
Die gefährlichste Konstellation ist nicht die falsche Technik, sondern die unbesetzte Rolle.
Nach dem Launch entsteht in vielen Projekten eine Zuständigkeitslücke, die niemand bewusst geschaffen hat. Der Hoster kümmert sich um Betriebssystem, Webserver und Laufzeitumgebung. Um dein Content-Management-System, deine Erweiterungen und dein Theme kümmert er sich ausdrücklich nicht. Der Webdesigner ist nach der Abnahme raus, sofern nichts anderes vereinbart wurde. Und der Betrieb weiß oft gar nicht, dass hier noch etwas zu tun ist.
Wie groß die Lücke ist, hängt an der Technik. Eine WordPress-Installation mit fünfzehn Erweiterungen produziert realistisch mehrere Updates pro Monat, davon einige mit Sicherheitsbezug. Wer die drei Monate liegen lässt, betreibt eine bekannte Schwachstelle im offenen Netz, und automatisierte Angriffe suchen genau danach. Eine individuell gebaute, weitgehend statische Seite hat eine viel kleinere Angriffsfläche, aber nicht null: Formular-Endpunkte und Serverkonfiguration wollen ebenfalls gepflegt werden, nur seltener.
Konkret heißt das: Wenn niemand im Betrieb Zeit für monatliche Updates hat, brauchst du entweder ein System mit sehr geringem Pflegebedarf oder jemanden, der die Aufgabe verbindlich übernimmt. Bei Pixylmedia sind nach dem Launch 30 Tage Support inklusive, danach gibt es einen Care-Plan ab 99 Euro im Monat mit Updates, Backups und Monitoring. Ob du das dort buchst oder woanders, ist zweitrangig. Wichtig ist, dass die Rolle besetzt ist. Was Pflege insgesamt kostet, steht ausführlicher im Ratgeber zu den laufenden Kosten einer Website.
Verfügbarkeit: was Prozentangaben praktisch bedeuten
Verfügbarkeitsangaben klingen abstrakt, umgerechnet auf ein Jahr sind sie konkret: 99 Prozent bedeuten rund 3,7 Tage Ausfall pro Jahr, 99,9 Prozent rund 8,8 Stunden, 99,99 Prozent rund 53 Minuten. Entscheidend ist weniger die Zahl als die Verteilung: acht Stunden verteilt auf kurze Wartungsfenster nachts sind harmlos, acht Stunden am Stück an einem Dienstagvormittag nicht. Wichtiger ist ohnehin, ob du überhaupt merkst, dass die Seite weg ist. Ein Uptime-Monitor braucht fünf Minuten Einrichtung und ist oft kostenlos.
Was Billig-Hosting wirklich kostet
Der Preisunterschied liegt fast nie an der Hardware, sondern an dem, was passiert, wenn etwas passiert.
Ein 3-Euro-Tarif und ein 15-Euro-Tarif liefern beide deine Seite aus, meistens ähnlich schnell, solange nichts los ist. Der Unterschied zeigt sich an vier Stellen: bei der Zahl der Kunden auf demselben Server (Überbuchung führt zu schwankenden Ladezeiten), bei der Backup-Tiefe, bei den wählbaren Software-Versionen und beim Support. Diese vier Punkte spielen im Normalbetrieb keine Rolle und im Störfall die einzige.
| Hosting-Typ | Preis pro Monat (Erfahrungswert) | Passt für | Wo die Grenze liegt |
|---|---|---|---|
| Shared Hosting Einstieg | ca. 2 bis 6 Euro | Visitenkarten-Seite, Verein, Hobbyprojekt, wenig Traffic | Support nur per Ticket, knappe Backup-Aufbewahrung, geteilte Ressourcen |
| Shared Hosting gehoben, deutscher Anbieter | ca. 8 bis 20 Euro | Die meisten Firmenseiten mit 5 bis 30 Unterseiten | Bei Shops mit vielen Bestellungen oder starken Lastspitzen zu eng |
| Managed WordPress | ca. 15 bis 60 Euro | WordPress-Seiten, wenn niemand im Haus updaten will | Höherer Preis, weniger Freiheit, teils Traffic- oder Besucherlimits |
| Statisches Hosting für individuell gebaute Seiten | ca. 0 bis 20 Euro | Seiten ohne CMS-Backend, sehr schnell und sehr robust | Serverstandort genau prüfen, viele bekannte Anbieter sitzen in den USA |
| VPS oder Root-Server | ca. 5 bis 50 Euro | Wenn jemand da ist, der Linux tatsächlich administriert | Ohne Administrator ist das ein unbewachter Server im offenen Netz |
| Managed Server mit Betreuung | ab ca. 100 Euro | Shops mit echter Umsatzrelevanz, Portale, Anwendungen | Für eine normale Firmenwebsite deutlich überdimensioniert |
Rechne den Unterschied einmal gegen. Von 4 auf 15 Euro im Monat zu wechseln kostet 132 Euro im Jahr. Ein einziger Arbeitstag ohne erreichbare Website kostet einen Betrieb, der darüber zwei bis drei Anfragen am Tag bekommt, in aller Regel mehr. Hosting ist eine der kleinsten Stellschrauben im Website-Budget und die mit dem schlechtesten Verhältnis von Ersparnis zu Risiko.
Warnzeichen beim Anbieter
Neun Formulierungen und Konstellationen, bei denen du genauer hinsehen solltest.
Die meisten Hosting-Probleme sind vor Vertragsabschluss erkennbar, wenn man weiß, worauf man achtet. Die folgenden Warnzeichen bedeuten nicht automatisch, dass ein Anbieter unseriös ist. Sie bedeuten, dass eine Frage offen ist, die du beantwortet haben willst, bevor du unterschreibst.
| Warnzeichen | Was in der Praxis dahintersteckt | Was du tust |
|---|---|---|
| "Backups machen wir regelmäßig", ohne Zahl | Es gibt keinen definierten Rhythmus und keine Aufbewahrungsfrist | Frequenz, Aufbewahrungsdauer und Speicherort schriftlich bestätigen lassen |
| Kein Serverstandort auf der Website auffindbar | Häufig ein Reseller-Konstrukt oder ein Drittlandserver | Konkret nachfragen und die Antwort per Mail geben lassen |
| Kein Auftragsverarbeitungsvertrag verfügbar | Der Anbieter hat sich mit Datenschutz nie ernsthaft befasst | Anbieter wechseln, das ist kein Verhandlungspunkt |
| Du bekommst keine eigenen Zugangsdaten | Sammelaccount des Dienstleisters, klassischer Lock-in | Eigenen Vertrag auf deinen Firmennamen verlangen |
| Hosting nur im Paket mit Wartung, ohne Kündigungsoption | Bindung über die Technik statt über Leistungsqualität | Kündigungsfristen und eine Umzugsklausel in den Vertrag nehmen |
| Die Seite läuft auf einer Subdomain des Anbieters | Ohne eigene Domain hängen Rankings und Mails am Anbieter | Eigene Domain vor dem Launch verbinden, nicht danach |
| Support antwortet auf deine Testanfrage erst nach Tagen | Genau so wird es im Störfall auch laufen | Vor Vertragsschluss testen, Reaktionszeit ist ein hartes Kriterium |
| Rechnung nennt den tatsächlichen Hoster nicht | Weiterberechnung, du weißt nicht, wo deine Seite wirklich liegt | Nach dem Rechenzentrum fragen, Nameserver selbst per DNS-Abfrage prüfen |
| "Das hosten wir für Sie mit", ohne schriftliche Grundlage | Keine Zusagen, keine Fristen, keine Haftung, kein Anspruch | Schriftliche Leistungsbeschreibung einfordern, auch bei kleinen Beträgen |
Zwei dieser Punkte hängen an einer größeren Frage: Wem gehören Domain, Hosting-Vertrag und Quellcode am Ende? Liegen Zugänge und Verträge alle beim Dienstleister, ist gutes Hosting technisch trotzdem wertlos, weil du im Konfliktfall nicht handeln kannst. Wie du deinen Stand dazu prüfst, steht im Ratgeber dazu, wem die Website gehört. Wie du Angebote verschiedener Anbieter auf eine vergleichbare Grundlage bringst, klärt der Ratgeber zum Angebotsvergleich.
Fazit: was du diese Woche konkret tun solltest
Kein Anbieterwechsel als Reflex, sondern eine Bestandsaufnahme in etwa 45 Minuten.
Hosting ist keine Frage von gut und böse, sondern eine Frage der Passung. Für die große Mehrheit der Firmenwebsites in Deutschland ist ein solider Shared-Tarif bei einem deutschen oder europäischen Anbieter für 8 bis 20 Euro im Monat die richtige Antwort. Darunter fehlen meistens Backup-Tiefe und Support, darüber bezahlst du Reserven, die du nicht abrufst. Ein Wechsel lohnt sich nicht wegen ein paar Euro, sondern nur, wenn eines der harten Kriterien fehlt: kein Auftragsverarbeitungsvertrag, keine definierten Backups, kein eigener Zugang, veraltete Software oder ein Support, der faktisch nicht erreichbar ist. Bevor du etwas änderst, mach die Bestandsaufnahme.
- Herausfinden, wo deine Seite liegt: Nameserver prüfen, Rechnung lesen, im Zweifel den Dienstleister fragen.
- Prüfen, ob der Hosting-Vertrag auf deine Firma läuft und ob du eigene Zugangsdaten hast.
- Auftragsverarbeitungsvertrag im Kundenkonto suchen, sonst beim Anbieter anfordern.
- Zertifikatsablauf prüfen und ein Monitoring einrichten, das 30 Tage vorher warnt.
- Seite mit und ohne www sowie mit http aufrufen und kontrollieren, dass immer dieselbe verschlüsselte Adresse herauskommt.
- Backup-Bereich öffnen: Wie oft, wie lange aufbewahrt, selbst zurückspielbar? Einmal einen Restore in eine Testumgebung durchziehen.
- Netzwerk-Reiter im Browser öffnen und alle externen Domains notieren, die deine Seite kontaktiert.
- Laufzeitversion prüfen und, falls abgekündigt, einen Update-Termin einplanen.
- Uptime-Monitoring einrichten, damit du einen Ausfall vor deinen Kunden bemerkst.
- Festhalten, wer für Updates zuständig ist. Lautet die Antwort "niemand", ist das dein nächster Punkt, nicht der Anbieterwechsel.
Passt danach alles, hast du eine Stunde investiert und weißt seitdem, wie belastbar deine Website wirklich ist. Bleiben drei oder vier Punkte offen, hast du eine konkrete Aufgabenliste statt eines diffusen Unbehagens. Und wenn du an mehreren Stellen feststellst, dass du auf einen Dienstleister angewiesen bist, der dir keine Auskunft gibt, dann ist nicht das Hosting dein Problem, sondern die Konstellation dahinter. Das ist unangenehm, aber lösbar, solange beide Seiten noch miteinander reden.
Häufige Fragen
- Was kostet gutes Hosting für eine Firmenwebsite im Monat?
- Brauchbare Tarife liegen nach unserer Erfahrung zwischen 8 und 25 Euro im Monat, für die meisten Firmenseiten mit 5 bis 30 Unterseiten reichen 8 bis 20 Euro. Der Aufpreis gegenüber einem 3-Euro-Tarif steckt selten in der Hardware, sondern in der Backup-Tiefe, in aktuellen Software-Versionen und in einem Support, der im Störfall innerhalb eines Werktags antwortet.
- Brauche ich ein kostenpflichtiges SSL-Zertifikat?
- Nein, für eine normale Firmenwebsite reicht ein kostenloses DV-Zertifikat, etwa von Let's Encrypt. Es verschlüsselt technisch genauso stark wie eines für 200 Euro im Jahr, der Unterschied liegt nur in der Prüftiefe bei der Ausstellung. Kostenpflichtige OV- oder EV-Zertifikate für erfahrungsgemäß 50 bis 400 Euro pro Jahr lohnen sich nur, wenn eine Compliance-Vorgabe oder ein Auftraggeber sie ausdrücklich verlangt.
- Muss mein Server in Deutschland stehen?
- Vorgeschrieben ist ein deutscher Serverstandort nicht, er spart dir aber eine ganze Argumentationskette. Steht der Server in Deutschland oder der EU und sitzt auch der Anbieter hier, entfällt die Diskussion um Drittlandtransfers. Bei US-Anbietern musst du die Rechtsgrundlage darstellen, die Zertifizierung des Anbieters prüfen und bei Änderungen nachziehen. Für eine Firmenwebsite mit wenigen Unterseiten steht dieser Aufwand in keinem Verhältnis.
- Wie oft sollte meine Website gesichert werden?
- Täglich ist der sinnvolle Mindeststandard für jede Seite, an der noch gearbeitet wird. Wichtiger als die Frequenz ist die Aufbewahrungsdauer: Sieben Tage sind knapp, 14 bis 30 Tage sind belastbar, weil ein kompromittiertes System oft wochenlang unbemerkt bleibt. Sicherungen sollten außerdem nicht auf demselben Server liegen, und du solltest einmal getestet haben, ob du sie selbst zurückspielen kannst.
- Wer kümmert sich nach dem Launch um Updates?
- Der Hoster pflegt nur Betriebssystem, Webserver und Laufzeitumgebung, nicht dein Content-Management-System, deine Erweiterungen oder dein Theme. Diese Rolle muss jemand verbindlich übernehmen, sonst betreibst du nach wenigen Monaten bekannte Schwachstellen im offenen Netz. Bei Pixylmedia sind nach dem Launch 30 Tage Support inklusive, danach gibt es einen Care-Plan ab 99 Euro im Monat mit Updates, Backups und Monitoring.
Genug gesehen?
Festpreis. Zwei Wochen. Direkt mit dem Macher. Kein Vorgespräch-Marathon, keine Newsletter-Falle.