Nach dem Launch: Die ersten 90 Tage entscheiden
Die Website ist live, die Rechnung bezahlt, das Projekt gefühlt abgehakt. Genau hier verlieren die meisten kleinen Unternehmen den größten Teil der Wirkung, für die sie gerade Geld ausgegeben haben. Eine neue Website ist am Launch-Tag nämlich nicht fertig, sie ist einsatzbereit. Was danach passiert, entscheidet, ob aus einer schönen Seite ein Werkzeug wird, das Anfragen bringt. Dieser Artikel zeigt Woche für Woche, was zu tun ist, welche Zahlen du wann erwarten darfst, welche Search-Console-Meldungen harmlos sind und wann du besser nichts änderst.
- 11 Min.
- Juli 2026
- 9
Der Tag nach dem Go-Live: warum "fertig" nur der Anfang ist
Eine neue Website ist ein Ladenlokal in einer Straße, die noch niemand kennt.
Am Launch-Tag passiert nach außen erstaunlich wenig. Die Seite ist erreichbar, das Schloss im Browser ist zu, das Formular funktioniert. Und dann kommt: nichts. Keine Anfragen, keine Besucher außer dir und deinem Steuerberater. Das ist kein schlechtes Zeichen, sondern der Normalzustand: Suchmaschinen kennen die Seite noch nicht, und dein Netzwerk weiß nichts davon.
Der Unterschied zwischen einer Website, die nach einem Jahr Anfragen bringt, und einer, die stillsteht, entsteht selten am Launch-Tag. Er entsteht in den zwölf Wochen danach. Dort klärt sich, ob Google die Seite vollständig aufnimmt und ob deine Texte die Begriffe treffen, nach denen echte Menschen suchen. Der Aufwand liegt über drei Monate verteilt bei zwölf bis fünfzehn Stunden, nachholen lässt er sich aber nicht. Ein Indexierungsfehler, den du in Woche eins in zehn Minuten löst, kostet dich später Monate an Sichtbarkeit.
Ein Punkt vorweg, weil er die häufigste Enttäuschung erklärt: Eine neue Domain hat keine Historie. Google muss erst lernen, dass es sie gibt und wofür sie steht. In der Praxis dauert es meist zwei bis sechs Wochen bis zur vollständigen Indexierung und mehrere Monate, bis du für Sachbegriffe jenseits deines Firmennamens auftauchst. Wer nach zwei Wochen Platz eins erwartet, wird enttäuscht.
Die ersten 72 Stunden: technische Pflicht vor allem anderen
Fünf Prüfungen, die zusammen keine zwei Stunden dauern und trotzdem regelmäßig vergessen werden.
Bevor du über Inhalte oder Werbung nachdenkst, prüfst du, ob die Seite technisch eingesammelt werden kann. Das ist keine Entwicklerarbeit, das meiste siehst du im Browser. Prüfung eins: Ist die Seite für Suchmaschinen freigegeben? Baustellenseiten werden fast immer gesperrt, über einen noindex-Hinweis im Quelltext, über die Datei robots.txt oder über beides. Ruf deine Domain mit dem Zusatz /robots.txt auf: Steht dort "Disallow: /", ist alles gesperrt. Und such im Quelltext der Startseite nach dem Wort "noindex".
Prüfung zwei: Läuft alles über eine einzige Adresse? Deine Seite sollte mit http, https, mit www und ohne www erreichbar sein, aber immer auf dieselbe Variante weiterleiten. Tipp die vier Schreibweisen von Hand ein und schau, wo du landest. Prüfung drei: Gibt es eine Sitemap unter /sitemap.xml? Sie ist kein Ranking-Faktor, beschleunigt das Auffinden neuer Seiten aber spürbar.
Prüfung vier: Funktioniert jedes Formular wirklich? Schick eine Testanfrage ab, auch vom Handy, und prüf danach den Spam-Ordner. Prüfung fünf: Sind Telefonnummer und E-Mail als klickbare Links hinterlegt, funktionieren sie mobil, und stimmen die Angaben im Impressum? Das klingt banal, ist aber eine der häufigsten Ursachen für den Satz "die Website bringt keine Anfragen".
Search Console: das einzige Werkzeug, das du wirklich brauchst
Kostenlos, direkt von Google, und die einzige Quelle dafür, was Google von deiner Seite hält.
Die Google Search Console ist kein Analyse-Tool im klassischen Sinn. Sie zeigt nicht, was Besucher auf der Seite tun, sondern was vor dem Klick passiert: für welche Suchanfragen du erscheinst, auf welcher Position, wie oft geklickt wird und welche Seiten Google aufgenommen hat. Für die ersten 90 Tage ist das die richtige Perspektive. Die Frage lautet ja nicht "was tun meine Besucher", sondern "werde ich gefunden".
Beim Einrichten hast du zwei Property-Typen zur Wahl. Die Domain-Property erfasst alle Varianten deiner Domain auf einmal, verlangt aber einen TXT-Eintrag beim Domain-Anbieter. Die URL-Präfix-Property ist schneller eingerichtet, erfasst dafür nur eine Schreibweise. Kommst du an die DNS-Einstellungen, nimm die Domain-Property und sparst dir die Verwirrung, dass Daten fehlen, weil sie unter der www-Variante liegen.
Danach reichst du unter "Sitemaps" deine sitemap.xml ein und prüfst die wichtigsten Seiten über die URL-Prüfung in der Suchleiste: Startseite, Leistungsseiten, Kontakt, Referenzen. Steht dort "URL ist auf Google", ist alles gut. Steht etwas anderes da, hilft die folgende Tabelle. Die Berichte hinken ein bis drei Tage hinterher, und anfangs ist vieles schlicht leer.
| Meldung in der Search Console | Was dahintersteckt | Handlungsbedarf | Typischer Auslöser |
|---|---|---|---|
| URL ist auf Google | Die Seite ist im Index und kann ranken | Keiner, weitermachen | Normalfall |
| Entdeckt, zurzeit nicht indexiert | Google kennt die Adresse, hat sie aber nicht geladen | Abwarten, intern besser verlinken | Viele neue URLs, sehr junge Domain |
| Gecrawlt, zurzeit nicht indexiert | Google hat die Seite gesehen und nicht für aufnahmewert befunden | Inhalt ausbauen, dann erneut prüfen | Dünne Seite, Textdopplung, Platzhalter |
| Durch noindex-Tag ausgeschlossen | Die Seite verbietet die Aufnahme aktiv | Sofort prüfen, fast immer ein Versehen | Baustellenschalter nicht entfernt |
| Alternative Seite mit kanonischem Tag | Google sieht eine andere URL als das Original | Nur handeln, wenn die falsche Version gewinnt | www und ohne www, Parameter |
| Seite mit Weiterleitung | Die Adresse leitet weiter, indexiert wird das Ziel | Nach einem Relaunch normal, kein Fehler | Alte URLs stehen in der Sitemap |
| Soft 404 | Antwortet technisch mit "alles gut", wirkt aber leer | Inhalt ergänzen oder echten Fehlercode liefern | Leere Kategorie, Seite in Vorbereitung |
Zwei Ergänzungen kosten je zehn Minuten. Erstens die Bing Webmaster Tools: klein im deutschen Markt, aber Datengrundlage für einige KI-Assistenten, und die Search-Console-Daten lassen sich beim Einrichten importieren. Zweitens dein Google Unternehmensprofil, falls du lokal arbeitest: neue Domain eintragen, Öffnungszeiten und Kategorie prüfen, aktuelle Fotos hochladen. Für lokale Betriebe bringt das in den ersten Wochen oft mehr als die Website selbst.
Der 90-Tage-Fahrplan
Was in welcher Woche dran ist, warum genau dann und wie lange es dauert.
Der folgende Plan ist bewusst grob getaktet. Er soll verhindern, dass alles gleichzeitig oder gar nicht passiert. Die Zeitangaben sind Erfahrungswerte für eine kleine Firmenwebsite mit fünf bis fünfzehn Seiten. Bei einem Shop verdoppelt sich der Aufwand grob.
| Zeitraum | Aufgabe | Warum genau jetzt | Aufwand |
|---|---|---|---|
| Tag 1 bis 3 | noindex und robots.txt prüfen, Weiterleitungen und SSL testen, Sitemap einreichen | Fehler hier kosten Wochen Sichtbarkeit, die niemand zurückgibt | 1 bis 2 Stunden |
| Woche 1 | Search Console verifizieren, Formulare und Telefonlinks auf echten Geräten testen | Ohne Messung ist alles danach Raten | 2 bis 3 Stunden |
| Woche 2 | Hauptseiten über die URL-Prüfung kontrollieren, Impressum gegenlesen, erstes Backup verifizieren | Jetzt zeigen sich Crawling-Probleme zum ersten Mal | 1 Stunde |
| Woche 3 bis 4 | Texte nachschärfen, fehlende Bilder und Belege ergänzen, interne Verlinkung anlegen | Der Blick von außen ist noch frisch, Änderungen sind billig | 3 bis 5 Stunden |
| Woche 5 bis 8 | Erste Suchbegriffe auswerten, passende Seiten schärfen, Updates und Backups kontrollieren | Erst jetzt liegen genug Daten für echte Schlüsse vor | 2 bis 4 Stunden |
| Woche 9 bis 12 | Content-Rhythmus festlegen, Bewertungen einsammeln, Quartalsrückblick schreiben | Aus dem Projekt wird laufender Betrieb | 3 bis 4 Stunden pro Monat |
Zwei Dinge fallen auf. In den ersten vier Wochen steht kein Punkt zu Werbung oder Social Media. Das ist Absicht: Traffic auf eine Seite zu schicken, deren Formular nicht ankommt, ist verbranntes Geld. Die inhaltliche Arbeit beginnt erst in Woche drei, weil vorher die Daten fehlen.
Wenn du mit einem Dienstleister gearbeitet hast, gehört ein Teil dieser Liste in dessen Nachbetreuung. Bei Pixylmedia sind 30 Tage Launch-Support inklusive, genau für diese Phase, danach ist der Care-Plan ab 99 Euro im Monat optional. Wichtig ist, dass du vorher weißt, was enthalten ist und was extra kostet. Wie du das im Angebot sauber vergleichst, steht im Ratgeber zum Angebotsvergleich.
Die ersten Daten lesen: welche Zahl wann etwas bedeutet
Der Punkt, an dem die meisten falsche Schlüsse ziehen und dann das Falsche ändern.
In Woche zwei liegen die ersten Zahlen vor, und sie sehen erbärmlich aus. Vierzehn Impressionen, null Klicks, Position 46. Wer das als Bewertung der Website liest, wird nervös und schraubt an Überschriften. Das ist der klassische Fehlgriff: In den ersten Wochen misst du nicht die Qualität deiner Seite, sondern wie weit Google mit dem Einlesen gekommen ist.
Stell deshalb die richtigen Fragen. Erstens: Sind meine Seiten überhaupt drin? Zweitens: Werde ich für meinen eigenen Firmennamen gefunden, und zwar auf Platz eins? Drittens, erst ab Woche sechs sinnvoll: Für welche Sachbegriffe tauche ich auf, ohne sie bewusst optimiert zu haben? Diese dritte Frage ist die wertvollste des Quartals, und die Antwort ist selten die erwartete.
| Kennzahl | Wo du sie findest | Realistisch nach 30 Tagen | Realistisch nach 90 Tagen | Alarmzeichen |
|---|---|---|---|---|
| Indexierte Seiten | Search Console, Seitenindexierung | Startseite plus die meisten Hauptseiten | Praktisch alle gewollten Seiten | Nach sechs Wochen nur die Startseite |
| Impressionen pro Woche | Search Console, Leistung | Erste zweistellige Werte, stark schwankend | Ruhigere Kurve, steigende Tendenz | Dauerhaft null trotz indexierter Seiten |
| Klicks pro Woche | Search Console, Leistung | Einzelne Klicks, fast alle auf den Firmennamen | Erste Klicks auf Sach- und Ortsbegriffe | Impressionen steigen, Klicks bleiben null |
| Position beim Firmennamen | Search Console, Filter auf den Markennamen | Platz 1 bis 3 | Stabil Platz 1 | Nach vier Wochen nicht in den Top 10 |
| Formular- und Telefonanfragen | Postfach, Telefonliste, ggf. CRM | Mindestens ein bestandener Selbsttest | Erste echte Anfragen, oft aus Empfehlungen | Null Eingänge und nie einen Test gemacht |
| Ladezeit mobil | PageSpeed Insights, Labor- oder Felddaten | Labormessung im grünen Bereich | Felddaten sichtbar, falls genug Aufrufe | LCP über vier Sekunden auf dem Handy |
Zu den absoluten Zahlen eine ehrliche Einordnung: Sie hängen komplett von Branche und Einzugsgebiet ab. Ein Elektrobetrieb in einer Kleinstadt sieht nach drei Monaten oft nur zweistellige Klickzahlen pro Woche, und das reicht, wenn daraus zwei ernsthafte Anfragen im Monat werden. Ein Coach mit bundesweitem Angebot braucht dafür viel mehr Volumen. Vergleiche dich deshalb mit deiner eigenen Vorwoche, nicht mit fremden Zahlen. Was hinter Werten wie LCP steckt, steht im Ratgeber zu den Core Web Vitals.
Nachbessern, aber richtig
Ab Woche drei wird geschraubt, und zwar an den Stellen, die wirklich etwas bewegen.
Nachbesserungen in den ersten Wochen sind normal, kein Zeichen für schlechte Arbeit. Niemand schreibt eine Leistungsseite beim ersten Anlauf perfekt. Wichtig ist die Reihenfolge: erst das, was Vertrauen kostet, dann das, was Sichtbarkeit kostet, dann Geschmacksfragen. Ganz oben stehen also Fehler in Überschriften, Leistungen, die du nicht mehr anbietest, Bilder ausgeschiedener Mitarbeiter und veraltete Preise.
Auf der zweiten Stufe stehen inhaltliche Lücken aus echten Gesprächen. Fragen dich drei Anrufer hintereinander, ob du auch im Nachbarlandkreis arbeitest, fehlt diese Information auf der Seite. Fragt jemand, was das Erstgespräch kostet, gehört die Antwort sichtbar hin. Diese Nachbesserungen sind die wertvollsten, weil sie aus der Realität kommen und nicht aus einer Vermutung.
Erst auf der dritten Stufe kommen Suchbegriffe. Ab Woche sechs schaust du nach, wo du erscheinst, ohne zu ranken: Impressionen ohne Klicks auf Position 15 bis 40. Das sind die besten Kandidaten, denn Google hält dich thematisch schon für passend, es fehlt nur Tiefe. Eine bestehende Seite auszubauen bringt fast immer mehr als eine neue.
- Nicht anfassen in den ersten 90 Tagen: die URL-Struktur. Jede Adressänderung wirft die begonnene Indexierung zurück.
- Nicht anfassen: das Grundlayout. Unruhe in Woche fünf entsteht durch fehlende Daten, nicht durch schlechtes Design.
- Nicht anfassen: alles gleichzeitig. Änderst du Texte, Bilder, Menü und Seitentitel in einer Woche, weißt du hinterher nicht, was gewirkt hat.
- Ruhig anfassen: Seitentitel und die Kurzbeschreibung im Suchergebnis. Schnell geändert, oft binnen Tagen wirksam, kostet nichts.
- Ruhig anfassen: interne Verlinkung von jeder Leistungsseite auf passende Referenzen und zurück.
Ein technischer Punkt gehört ebenfalls hierher: der erste echte Wiederherstellungstest des Backups. Nicht nachschauen, ob eine Datei existiert, sondern prüfen, ob sich daraus eine funktionierende Seite zurückholen lässt. Wie das ohne Technikstudium geht, steht im Ratgeber zu Backup und Notfallplan. Zwanzig Minuten in Woche zwei ersparen dir ein verlorenes Wochenende.
Content-Rhythmus: was nach den ersten 30 Tagen kommt
Regelmäßigkeit schlägt Menge, und ehrlich betrachtet braucht nicht jeder einen Blog.
Ab Woche fünf stellt sich die Frage, wie es inhaltlich weitergeht. Die übliche Antwort lautet "Blog", und sie ist oft falsch. Ein Blog, der mit drei Beiträgen startet und dann anderthalb Jahre stillsteht, schadet mehr, als er nützt. Ein veraltetes Datum sagt jedem Besucher: Hier kümmert sich niemand.
Die ehrliche Alternative heißt weniger Formate, dafür verlässlich. Für viele kleine Betriebe reicht ein Rhythmus, bei dem alle zwei Monate eine bestehende Seite aktualisiert oder ein abgeschlossenes Projekt als Referenz ergänzt wird. Das sind sechs Termine im Jahr, jeder unter einer Stunde. Auf Besucher wie auf Suchmaschinen wirkt das glaubwürdiger als zwanzig hastige Ratgebertexte ohne eigene Erfahrung.
Woher die Themen kommen, ist keine Kreativfrage: Sie liegen im Postfach und in der Anrufliste. Jede Frage, die du zum dritten Mal beantwortest, ist ein Thema. Jede Rückfrage, die einen unklaren Ablauf zeigt, ist ein Thema. Dazu liefert die Search Console ab Woche sechs Anfragen, für die du bereits erscheinst. Das reicht als Vorrat für ein Jahr.
Ein Hebel wird oft unterschätzt: Bewertungen wirken in den ersten 90 Tagen meist stärker als jeder neue Text. Frag die drei Kunden, mit denen es zuletzt am besten lief, persönlich und mit direktem Link statt per Massenmail. Für lokale Betriebe ist dieses Verhältnis von Aufwand zu Wirkung kaum zu schlagen. Und anders als Suchmaschinenarbeit wirkt es sofort.
Wenn nach 90 Tagen nichts passiert
Manchmal liegt es nicht an der Website, und das ehrlich zu benennen spart viel Geld.
Angenommen, du hast alles gemacht: Seiten sind indexiert, Formulare funktionieren, Texte sind konkret, das Unternehmensprofil ist gepflegt. Trotzdem kommen nach drei Monaten praktisch keine Anfragen. Dann lautet die nächste Frage nicht "was ändere ich an der Website", sondern "wo genau bricht die Kette". Die Kette hat vier Glieder, und jedes lässt sich getrennt prüfen.
- Nachfrage: Sucht überhaupt jemand nach deinem Angebot? Bei sehr speziellen Leistungen liegt das Suchvolumen im eigenen Gebiet manchmal nahe null. Dann ist die Website ein Vertrauensbeleg für Empfehlungen, kein Neukundenkanal, und auch das ist eine legitime Rolle.
- Sichtbarkeit: Impressionen nahe null bei sauberer Indexierung heißt, du stehst zu weit hinten. In Monat drei ist das normal, kein Defekt.
- Überzeugung: Impressionen da, Klicks da, aber niemand meldet sich. Dann fehlt es am Inhalt oder an Vertrauensbelegen wie Preisen, Ablauf, Ansprechpartner und echten Bildern.
- Kontakt: Klicks auf die Kontaktseite, aber keine Eingänge. Meist ein technisches Problem, manchmal eine zu hohe Hürde wie ein Formular mit vierzehn Pflichtfeldern.
Es gibt auch den Fall, in dem die Website nicht das passende Werkzeug ist. Wenn du als Subunternehmer für zwei feste Auftraggeber arbeitest und ausgelastet bist, bringt dir keine noch so gute Seite viel. Für ein reines Hobbyprojekt reicht ein Baukasten für zehn Euro im Monat aus. Individuell gebautes Webdesign lohnt sich dort, wo eine Anfrage einen drei- oder vierstelligen Wert hat.
Der letzte Punkt betrifft die Erwartungshaltung. Eine Website ist kein Automat, in den man ein paar tausend Euro wirft und aus dem Kunden fallen. Sie ist die Grundlage für alles andere: Empfehlungen, die dich nachschlagen, Anzeigen, die irgendwo landen, Suchergebnisse, die über Jahre wachsen. Der Effekt ist real, aber kumulativ.
Fazit: die ersten 90 Tage sind Handwerk, kein Warten
Was du konkret tust, wenn du diesen Artikel gleich zuklappst.
Der Unterschied zwischen einer Website, die nach einem Jahr trägt, und einer, die nur existiert, liegt fast nie im Design und selten im Preis. Er liegt in den zwölf Wochen, in denen jemand hinschaut. Das ist gute Nachricht und Verpflichtung zugleich, denn diese Arbeit kannst du selbst machen. Sie erfordert kein Fachwissen, nur Regelmäßigkeit.
Wenn du heute nur drei Dinge tust, dann diese: Ruf deine Domain mit dem Zusatz /robots.txt auf und stell sicher, dass dort kein generelles Disallow steht. Richte die Search Console ein und reich die Sitemap ein. Schick dir selbst eine Testanfrage über das Formular und prüf, ob sie ankommt, auch im Spam-Ordner. Das dauert keine 45 Minuten und deckt die drei teuersten Fehler ab.
Danach hältst du dich an den Rhythmus: Woche zwei Indexierung kontrollieren, Woche drei bis vier Texte nachschärfen, ab Woche sechs Suchbegriffe auswerten, ab Woche neun den Content-Rhythmus festlegen. Trag dir diese vier Termine jetzt in den Kalender ein, mit je einer Stunde. Ohne Kalendereintrag passiert es nicht.
Und sei ehrlich mit den Zahlen. Drei Monate sind für Suchmaschinen kurz. Wenn nach 90 Tagen die Seiten indexiert sind, du für deinen Firmennamen auf Platz eins stehst, erste Sachbegriffe auftauchen und eine echte Anfrage über die Seite kam, dann läuft es. Alles Weitere kommt aus Wiederholung, nicht aus Hektik. Und wenn du technisch nicht weiterkommst, hol dir Hilfe für eine Stunde, statt Monate zu raten.
Häufige Fragen
- Wie lange dauert es, bis eine neue Website bei Google zu finden ist?
- Bis zur vollständigen Indexierung dauert es erfahrungsgemäß zwei bis sechs Wochen. Für deinen Firmennamen stehst du meist nach vier Wochen auf Platz eins, für Sachbegriffe ohne Markenbezug rechnest du eher in Monaten. Beschleunigen kannst du das, indem du die Search Console einrichtest, die sitemap.xml einreichst und deine Hauptseiten über die URL-Prüfung manuell zur Indexierung anmeldest.
- Warum bekomme ich nach dem Launch keine Anfragen über meine Website?
- Meist liegt es an einem von vier Punkten: Die Seiten sind gar nicht im Google-Index, das Kontaktformular verschickt ins Leere oder landet im Spam-Ordner, der Seite fehlen Vertrauensbelege wie Preise und Ansprechpartner, oder es ist schlicht zu früh. In den ersten drei Monaten sind einzelne Anfragen normal. Prüf zuerst Technik und Formular, bevor du an Texten schraubst.
- Brauche ich die Google Search Console für meine Website?
- Ja, sie ist für die ersten 90 Tage das wichtigste Werkzeug und kostet nichts. Nur dort siehst du, welche Seiten Google aufgenommen hat, für welche Suchanfragen du erscheinst und auf welcher Position. Die Einrichtung dauert erfahrungsgemäß 20 bis 30 Minuten, inklusive Verifizierung und Sitemap. Ohne diese Daten bewertest du deine Website nach Gefühl statt nach Fakten.
- Was kostet die Betreuung einer Website nach dem Launch?
- Laufende Betreuung kostet erfahrungsgemäß zwischen 50 und 250 Euro im Monat, je nach Umfang von Updates, Backups, Monitoring und kleinen Inhaltsänderungen. Bei Pixylmedia sind 30 Tage Launch-Support im Festpreis ab 2.000 Euro enthalten, danach ist der Care-Plan ab 99 Euro im Monat optional. Kläre vor der Beauftragung schriftlich, was enthalten ist und was extra abgerechnet wird.
- Wie lange sollte ich warten, bevor ich Texte auf der neuen Website ändere?
- Warte mit größeren Änderungen bis Woche sechs. Vorher zeigen die Zahlen vor allem, wie weit Google mit dem Einlesen gekommen ist, und nicht, wie gut deine Seite ist. Kleine Korrekturen an Fehlern, veralteten Preisen oder fehlenden Infos machst du sofort. URL-Struktur und Grundlayout lässt du in den ersten 90 Tagen in Ruhe, weil jede Adressänderung die Indexierung zurückwirft.
Genug gesehen?
Festpreis. Zwei Wochen. Direkt mit dem Macher. Kein Vorgespräch-Marathon, keine Newsletter-Falle.