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Launch-Checkliste: Die 24 Punkte vor dem Live-Gang

Der Launch fühlt sich an wie ein Zieleinlauf und ist in Wahrheit eine Übergabe. Genau deshalb gehen an diesem Tag Dinge kaputt, die vorher wochenlang funktioniert haben: Das Formular schickt ins Leere, die alte Seite verweist auf Adressen, die es nicht mehr gibt, und das noindex aus der Testphase steht noch drin. Nichts davon ist spektakulär, alles davon kostet Anfragen. Dieser Artikel geht 24 Prüfpunkte durch, benennt für jeden einen Verantwortlichen und eine Frist, und zeigt, was in den ersten 72 Stunden nach dem Live-Gang wirklich zu tun ist.

Lesezeit
11 Min.
Stand
Juli 2026
Kapitel
9

Warum ausgerechnet am Launch-Tag Dinge kaputtgehen

Nicht die Technik ist das Problem, sondern die Übergänge.

Ein Live-Gang ist kein Knopfdruck, sondern der Moment, in dem mehrere Systeme ihre Rolle wechseln. Bis dahin war vieles absichtlich anders eingestellt: Suchmaschinen ausgesperrt, Formularmails an den Umsetzer statt an dich, Passwortschutz vor der Baustelle. Jede dieser Abweichungen muss am Launch-Tag zurückgedreht werden, und genau dort entstehen die Fehler. Nicht im Code, sondern in den Schaltern, die jemand vergessen hat umzulegen.

Der zweite Grund ist organisatorisch. Bei einem Website-Projekt sind selten alle Zugänge in einer Hand: Die Domain liegt beim alten Provider, das Hosting beim neuen, die E-Mail-Adressen bei einem dritten Anbieter. Wenn niemand aufschreibt, wer welchen Punkt erledigt und bis wann, passiert der klassische Launch-Tag-Dialog: Alle denken, jemand anderes hat es gemacht. Deshalb ist die wichtigste Spalte in jeder Launch-Checkliste nicht der Prüfpunkt, sondern der Name daneben.

Der dritte Grund ist Zeitdruck. Sobald der Termin an eine Messe oder einen Kampagnenstart hängt, wird der letzte Prüfdurchgang zusammengestrichen, weil parallel noch über Design diskutiert wird. Das ist die falsche Reihenfolge: Ein Layoutdetail änderst du nach dem Launch, eine fehlende Weiterleitung merkst du erst, wenn die Anfragen ausbleiben. Die folgenden 24 Punkte sind nach Zeitpunkt sortiert, nicht nach Wichtigkeit. Kürze die Liste ruhig, aber bewusst und nicht aus Zeitmangel.

  • Die Seite ist live, steht aber noch auf noindex.
  • Das Kontaktformular sendet ins Leere oder in den Spam.
  • Beim Relaunch fehlen Weiterleitungen, alte Links laufen auf 404.
  • Die Datenschutzerklärung passt nicht zur eingesetzten Technik.
  • Ein Cookie-Banner verdeckt auf dem Handy den Anruf-Button.

Die 24 Punkte auf einen Blick

Prüfpunkt, Verantwortlicher, Frist. Ausdrucken und abhaken.

Die Tabelle unten ist die eigentliche Checkliste. In der Spalte "Verantwortlich" steht eine Rolle, du solltest dort einen Namen eintragen. "Betreiber" bist du oder jemand aus deinem Betrieb, "Umsetzer" ist der Webdesigner, "Provider" ist Hoster, Registrar oder Mailanbieter. Bei kleinen Projekten fallen Betreiber und Umsetzer oft zusammen, das ist in Ordnung. Nicht in Ordnung ist ein leeres Feld.

Die Fristen beziehen sich auf den Launch-Tag als Tag 0. Minus 14 heißt: zwei Wochen vorher erledigt, nicht zwei Wochen vorher angefangen. Rechtstexte und DNS-Themen stehen vorn, weil sie von Dritten abhängen.

Nr.PrüfpunktVerantwortlichSpätestens
1Zugänge zu Domain, Hosting, Mail, CMS auf deinen NamenBetreiberTag minus 14
2Impressum vollständig nach Paragraf 5 DDGBetreiber, AnwaltTag minus 14
3Datenschutzerklärung passt zur echten TechnikBetreiber, AnwaltTag minus 10
4Auftragsverarbeitungsverträge abgeschlossenBetreiberTag minus 10
5Texte Korrektur gelesen, keine PlatzhalterBetreiberTag minus 7
6Bildrechte geklärt, Personen einverstandenBetreiberTag minus 7
7Kontaktdaten überall identischBetreiberTag minus 7
8Weiterleitungsliste alt zu neu (bei Relaunch)UmsetzerTag minus 7
9Seitentitel und Meta-Beschreibungen je SeiteUmsetzerTag minus 5
10Bilder komprimiert, Alt-Texte gepflegtUmsetzerTag minus 5
11Schriften lokal, keine externen AufrufeUmsetzerTag minus 5
12Cookie-Banner nur falls nötig, Ablehnen gleichwertigUmsetzerTag minus 5
13Formulare an echte Adresse, Spamschutz aktivUmsetzerTag minus 3
14SPF, DKIM, DMARC geprüftProvider, UmsetzerTag minus 3
15SSL aktiv, http leitet auf httpsUmsetzer, ProviderTag minus 3
16404-Seite gestaltet, mit Links versehenUmsetzerTag minus 3
17Ladezeit gemessen, Werte notiertUmsetzerTag minus 3
18Analytics aktiv, Ziele definiert, Test sichtbarUmsetzer, BetreiberTag minus 3
19Test auf echten Geräten, zwei Handys plus TabletBetreiber, UmsetzerTag minus 2
20Backup der alten Seite extern abgelegtUmsetzerTag minus 2
21Freigabe schriftlich, Seitenliste dokumentiertBetreiberTag minus 1
22DNS-TTL heruntergesetztProviderTag minus 1
23noindex entfernt, robots.txt geprüftUmsetzerTag 0
24Search Console aktiv, Sitemap eingereichtUmsetzerTag 0

Technik: Domain, Zertifikat, Mail, Formulare

Die Punkte, bei denen ein Fehler die Seite nicht hässlich, sondern nutzlos macht.

Domain und DNS

Eine Domainumstellung wirkt nicht sofort. DNS-Einträge haben eine Gültigkeitsdauer, die TTL, und die entscheidet, wie lange Provider noch die alte Adresse ausliefern. Steht die TTL auf 24 Stunden, sehen manche Besucher am Launch-Tag noch die alte Seite. Setze sie ein bis zwei Tage vorher herunter, stelle um, drehe sie danach wieder hoch. Entscheide dich außerdem für eine Variante, mit www oder ohne, und leite die andere dorthin um.

SSL und Weiterleitung auf https

Ein Zertifikat ist Standard und bei den meisten Hostern kostenlos. Der Fehler liegt selten am Zertifikat, sondern an der Umleitung: Die Seite läuft über https, aber http bleibt parallel erreichbar. Prüfe alle vier Kombinationen von Hand, mit und ohne www, mit http und https. Nur eine Adresse darf direkt antworten, die anderen drei leiten dauerhaft dorthin. Fehlt das Schloss im Browser, liegt es meist an Bildern oder Skripten, die noch über http laden.

E-Mail, der am meisten unterschätzte Punkt

Wenn beim Umzug auch die E-Mail-Adressen wechseln, hängt an der DNS-Umstellung nicht nur die Website, sondern deine Erreichbarkeit. Ein falscher MX-Eintrag bedeutet nicht, dass Mails später kommen, sondern dass sie abgewiesen werden. Halte diesen Schritt zeitlich getrennt vom Website-Launch. Prüfe zusätzlich, ob Systemmails ankommen: Formularbenachrichtigungen von einem fremden Server im Namen deiner Domain landen ohne SPF- und DKIM-Einträge zuverlässig im Spam.

Formulare und Ladezeit

Teste jedes Formular mit einer echten Absendung von einem projektfremden Gerät und kontrolliere vier Dinge: Kommt die Mail an, stimmt der Absender, sind alle Felder übertragen, bekommt der Absender eine Bestätigung. Schau dabei auch in den Spam-Ordner und prüfe, was passiert, wenn ein Pflichtfeld leer bleibt. Eine Fehlermeldung oberhalb des sichtbaren Bereichs kostet dich stillschweigend Anfragen. Miss zuletzt die Ladezeit getrennt nach Mobil und Desktop, sonst kannst du eine spätere Verschlechterung nicht zuordnen. Wie du gezielt an den Stellschrauben drehst, steht im Ratgeber zur Ladezeit.

Inhalte: der Durchgang, den niemand machen will

Der langweiligste Teil der Checkliste hat die höchste Trefferquote.

Nach vier Wochen Projektarbeit lesen alle Beteiligten über dieselben Fehler hinweg. Das ist keine Nachlässigkeit, sondern Gewöhnung, und deshalb braucht der Inhaltscheck ein Verfahren statt eines Gefühls. Nimm die Seitenliste, gehe jede Seite einzeln durch, hake sie ab. Lies die wichtigsten Absätze laut: Was du beim Vorlesen nicht flüssig sprechen kannst, versteht niemand beim Überfliegen.

Die Klassiker sind immer dieselben. Ein Blindtext im Footer der Unterseite, die niemand mehr angeschaut hat. Eine Telefonnummer aus der Vorlage. Ein Team-Mitglied, das seit Monaten nicht mehr im Betrieb ist. Öffnungszeiten aus dem alten Aushang. Diese Fehler sehen harmlos aus und sind teuer, weil sie beim Erstkontakt genau das Signal senden, das du nicht senden willst.

Bei Bildern kommen zwei Ebenen dazu. Rechtlich musst du für jedes Bild benennen können, woher es kommt und welche Lizenz gilt, inklusive Urhebernennung, und bei erkennbaren Personen brauchst du deren Einverständnis. Praktisch gehören Alt-Texte gepflegt, nicht mit Stichwörtern vollgestopft, sondern so, dass jemand ohne Bild versteht, was zu sehen ist. Zu Bildrechten gibt es einen eigenen Ratgeber, wenn du tiefer einsteigen willst.

Recht: was fertig sein muss, bevor die Seite erreichbar ist

Rechtstexte sind kein Anhängsel, sie sind ein Prüfpunkt mit Vorlauf.

Sobald deine Seite öffentlich erreichbar ist, gelten die Pflichten. Es gibt keine Schonfrist für "wir reichen das nach". Deshalb stehen die Rechtspunkte in der Checkliste vorn. Wenn ein Anwalt im Spiel ist, plane eine Woche Vorlauf ein, weil du Rückfragen beantworten musst.

Das Impressum braucht nach Paragraf 5 des Digitale-Dienste-Gesetzes unter anderem Name und Anschrift, Rechtsform und Vertretungsberechtigte, eine schnelle elektronische Kontaktmöglichkeit, gegebenenfalls Register und Registernummer sowie die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, falls vorhanden. Bei reglementierten Berufen kommen Kammer, Berufsbezeichnung und berufsrechtliche Regelungen dazu. Genauso wichtig ist die Erreichbarkeit: von jeder Seite aus, mit zwei Klicks, klar benannt.

Die Datenschutzerklärung nach Artikel 13 DSGVO scheitert selten an fehlenden Bausteinen, sondern an der Übereinstimmung mit der Realität. Standardtexte listen Dienste auf, die gar nicht eingebunden sind, und lassen aus, was tatsächlich läuft. Geh die Seite technisch durch: Welche externen Aufrufe finden statt, welches Analysewerkzeug ist aktiv, wo liegen Formulardaten, welche Karten sind eingebettet. Danach passt du den Text an, nicht umgekehrt.

Ein Cookie-Banner brauchst du nur, wenn du auf dem Gerät des Besuchers etwas speicherst oder ausliest, das nicht technisch notwendig ist. Viele kleine Websites kommen ohne Banner aus, weil sie ohne Tracking auskommen. Brauchst du einen, muss Ablehnen genauso einfach sein wie Zustimmen: gleiche Ebene, gleiche Sichtbarkeit. Die Details stehen im Ratgeber zum Cookie-Banner.

Zwei Punkte gehen häufig unter. Erstens die Auftragsverarbeitungsverträge: Dein Hoster verarbeitet personenbezogene Daten in deinem Auftrag, ebenso Newsletter- oder Buchungsdienste. Diese Verträge holst du vor dem Launch, meist als Klick im Kundenkonto. Zweitens die Barrierefreiheit: Seit dem 28. Juni 2025 gelten die Anforderungen des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes für bestimmte Dienstleistungen gegenüber Verbrauchern, etwa im Onlinehandel oder im Bankwesen. Ob dein Angebot darunterfällt, klärst du besser vorher als nachher, weil es Struktur und Kontraste beeinflusst.

SEO, Weiterleitungen und Analytics

Beim Relaunch entscheidet die Weiterleitungsliste, ob du Sichtbarkeit behältst.

Wenn du eine bestehende Seite ersetzt, ist die Weiterleitungsliste der wichtigste Einzelpunkt der Checkliste. Jede alte Adresse, die irgendwo verlinkt ist oder in Suchergebnissen steht, muss auf ihr neues Gegenstück zeigen, nicht pauschal auf die Startseite. Eine Sammelumleitung ist bequem und wertlos, weil weder Besucher noch Suchmaschinen dort finden, wonach sie gesucht haben. Die Liste ziehst du aus drei Quellen: der alten Seitenstruktur, den Adressen mit Zugriffen aus deiner Statistik, und den in der Search Console indexierten Adressen.

SituationRichtige LösungTypischer FehlerFolge, wenn es falsch läuft
Neue Seite hat andere Adressen301 je Seite aufs GegenstückAlles pauschal auf die StartseiteBesucher springen ab, Rankings verfallen
Seite existiert nicht mehr301 auf die nächstliegende SeiteAdresse auf 404 laufen lassenTote Links aus Verzeichnissen und E-Mails
Domain mit und ohne www aktivEine Variante festlegen, andere umleitenBeide aktiv lassenDoppelte Inhalte, unbrauchbare Zahlen
http und https parallel aktivhttp dauerhaft auf https umleitenNur die Hauptadresse prüfenBrowserwarnung beim Erstbesuch
Kampagne läuft auf alte LandingpageAdresse behalten oder gezielt umleitenLandingpage still ersetzenAnzeigenbudget läuft auf Fehlerseiten
Seite stand auf noindexSperre entfernen, Sitemap einreichenWarten und hoffenWochen ohne Sichtbarkeit

Bei Analytics gilt eine Regel, die schnell erklärt und selten befolgt wird: Miss Ergebnisse, nicht Besucher. Die Zahl der Sitzungen sagt nichts über den Nutzen deiner Website. Interessant sind abgeschickte Formulare, Klicks auf Telefonnummer und E-Mail-Adresse, Terminbuchungen und Käufe. Definiere diese Ziele vor dem Launch und teste jedes mit einer echten Aktion.

Die Werkzeugwahl ist auch eine Rechtsfrage. Datensparsame, in der EU betriebene Lösungen lassen sich passend konfiguriert häufig ohne Einwilligung betreiben, was den Cookie-Banner erspart. Werkzeuge amerikanischer Anbieter brauchen in aller Regel eine Einwilligung, und dann misst du nur den Teil der Besucher, der zugestimmt hat. Triff die Entscheidung bewusst und bilde sie in der Datenschutzerklärung sauber ab.

Testgeräte und der letzte Durchgang

Ein verkleinertes Browserfenster ersetzt kein echtes Handy.

Die meisten Layoutfehler auf Mobilgeräten entstehen nicht durch die Bildschirmbreite, sondern durch Dinge, die ein Desktop-Browser nicht simuliert: die Tastatur, die beim Tippen die Hälfte des Bildschirms belegt, die Adressleiste, die beim Scrollen ein- und ausfährt, feste Elemente wie Cookie-Banner oder Chat-Buttons genau über dem Anruf-Knopf. Deshalb gehören zum letzten Durchgang echte Geräte, mindestens zwei, davon eines ein älteres. Der zweite Teil ist der Blick von außen: Setze jemanden vor die Seite, der nicht am Projekt beteiligt war, gib eine Aufgabe wie "finde heraus, was das kostet", und sag danach nichts mehr. Zwei Minuten Zuschauen ersetzen eine Woche interne Diskussion.

UmgebungWas du dort prüfstWarum ausgerechnet hierAufwand
iPhone, SafariMenü, Formular mit Tastatur, feste ButtonsGrößter Anteil der mobilen Besucher15 Minuten
Android, ChromeSchriftgrößen, Umbrüche, Klickflächen, TelefonlinkAndere Darstellung, Wörter brechen anders um15 Minuten
Älteres Gerät, MobilfunkLadezeit beim Kaltstart, AufbaureihenfolgeZeigt, was im WLAN unsichtbar bleibt10 Minuten
Tablet querZwischenbreiten, Bildausschnitte, TabellenVergessene Breite zwischen Handy und Desktop10 Minuten
Desktop, zweiter BrowserFormularfehler, Druckansicht, Zoom 125 ProzentDeckt Renderunterschiede und Lesbarkeit ab15 Minuten
Nur Tastatur, ohne MausFokus sichtbar, Menü und Formular bedienbarBasisprüfung Barrierefreiheit, findet Bedienfallen10 Minuten

Zum Schluss die Freigabe. Sie sollte schriftlich sein, mit Datum und mit der Liste der freigegebenen Seiten. Das ist keine Bürokratie, sondern schützt beide Seiten: Du weißt, was du bekommen hast, der Umsetzer weiß, was abgenommen ist. Bei Pixylmedia ist genau das eine feste Zusage: Nichts geht live ohne deine Freigabe, und die hängt an einer benannten Seitenliste, nicht an einem Bauchgefühl.

Die ersten 72 Stunden nach dem Live-Gang

Der Launch ist nicht der Schlusspunkt, sondern der Anfang der Beobachtungsphase.

Nach dem Umschalten werden Fehler sichtbar, die vorher niemand sehen konnte: Formularmails im Spamfilter, eine Weiterleitung mit Tippfehler, ein Bild, das auf dem Produktivserver fehlt. Plane den Launch nie auf einen Freitagnachmittag und nie einen Tag vor deinem Urlaub. Der beste Termin ist ein Dienstag- oder Mittwochvormittag, weil dann alle Beteiligten erreichbar sind.

ZeitpunktAufgabeVerantwortlichWoran du siehst, dass es passt
Erste StundeAlle vier Domainvarianten aufrufen, Zertifikat prüfenUmsetzerNur eine Adresse antwortet, Schloss sichtbar
Erste StundeFormular echt abschicken, auch Spam prüfenBetreiberMail im Posteingang, alle Felder übertragen
Erste Stundenoindex und robots.txt kontrollierenUmsetzerKein Disallow, kein noindex im Quelltext
Erster TagZehn alte Adressen stichprobenartig testenUmsetzerJede landet richtig, keine 404
Erster TagSitemap einreichen, Indexierung anfordernUmsetzerSitemap gilt als gelesen, keine Fehler
Erster TagUnternehmensprofil und Verzeichnisse aktualisierenBetreiberVerlinkte Adressen führen auf echte Seiten
Tag 2 bis 3Search Console auf Fehler prüfenUmsetzerKeine 5xx-Meldungen, 404-Liste erklärbar
Tag 2 bis 3Ladezeit auf dem Produktivserver messenUmsetzerWerte wie erwartet
Erste WocheBackup ziehen, Wiederherstellung testenUmsetzerBackup extern, Rückspielen einmal geprüft
Erste WocheAnfragen zählen, mit Vorher-Wert vergleichenBetreiberAnfragen kommen tatsächlich an
Erste vier WochenWöchentlich Statistik und Search Console ansehenBetreiberKein Einbruch, keine offenen Fehlerseiten
Nach 30 TagenAlte Seite und alten Vertrag abschaltenBetreiberNichts vermisst, Backup liegt gesichert vor

Der letzte Punkt verdient eine eigene Zeile im Kalender. Die alte Website und ihr Hosting sollten nach dem Launch mindestens 30 Tage weiterlaufen. Sie sind deine Rückfallebene, falls ein Inhalt fehlt oder eine Funktion vergessen wurde. Das kostet meist weniger als zwanzig Euro und erspart im Ernstfall Tage. Lege vor der Kündigung ein vollständiges Backup außerhalb des alten Servers ab.

Zur Beobachtungsphase gehört die Frage, wer in dieser Zeit erreichbar ist. Ein Launch-Support von vier Wochen ist bei ernsthaften Anbietern üblich und sollte im Angebot stehen. Bei Pixylmedia sind 30 Tage Launch-Support Teil des Festpreises, danach greift der Care-Plan ab 99 Euro im Monat. Wichtig ist nicht die Zahl, sondern dass du weißt, wen du am dritten Tag anrufst, wenn eine Weiterleitung klemmt.

Fazit: verschieben ist besser als reparieren

Eine ehrliche Empfehlung zum Umgang mit dem Launch-Termin.

Die 24 Punkte sind kein Perfektionsprogramm. Der Sinn der Liste ist, die Handvoll Fehler auszuschließen, die nach dem Launch teuer werden, weil sie im Stillen wirken. Ein schiefes Layoutdetail siehst du sofort und korrigierst es in zehn Minuten. Eine fehlende Weiterleitung, ein stumm gebliebenes Formular oder ein vergessenes noindex kosten dich Wochen, und du merkst es erst, wenn das Telefon leiser wird.

Die praktische Empfehlung: Setze den Launch auf einen Dienstag- oder Mittwochvormittag, blocke zwei Stunden bei allen Beteiligten, und lege die Punkte 1 bis 22 mit festen Namen und Daten in die zwei Wochen davor. Sind drei Tage vorher noch Rechtstexte, Weiterleitungsliste oder Formulartest offen, verschiebe um eine Woche. Ein späterer Start kostet fast nichts. Ein Start mit kaputtem Kontaktweg kostet jede Anfrage, die verloren geht, und du erfährst nie, wie viele es waren.

Ehrlich bleiben gehört dazu: Nicht jedes Projekt braucht diesen Aufwand. Für eine private Seite, ein Vereinsprojekt ohne Formular oder eine Hobbyseite ohne wirtschaftliches Interesse reichen sechs Punkte, nämlich Impressum, Datenschutzerklärung, Kontaktweg, Zertifikat, Handytest und Backup. Für eine Website, über die Aufträge, Termine oder Verkäufe laufen, ist die vollständige Liste angemessen, weil dort jeder übersehene Punkt direkt Geld kostet.

Ein letzter Punkt, der nichts mit Technik zu tun hat: Der Launch ist kein Ergebnis, sondern ein Startsignal. Die Seite verrät in den ersten Monaten mehr über sich als in der ganzen Bauphase, weil echte Besucher andere Dinge tun als Beteiligte. Nimm dir vor, nach vier Wochen eine Stunde in die Zahlen zu schauen und drei Kleinigkeiten anzupassen.

  1. Termin auf Dienstag- oder Mittwochvormittag, nie Freitag, nie vor dem Urlaub.
  2. Für jeden der 24 Punkte einen Namen und ein Datum eintragen.
  3. Rechtstexte, Weiterleitungsliste und Formulartest sind Ausschlusskriterien.
  4. Vor dem Umschalten die Vorher-Zahlen sichern.
  5. Alte Seite plus Backup 30 Tage behalten, erst danach kündigen.

Häufige Fragen

Wie lange vorher sollte ich mit der Launch-Checkliste anfangen?
Zwei Wochen vor dem Launch reichen in den meisten Fällen, weil Rechtstexte und DNS-Themen von Dritten abhängen und Vorlauf brauchen. Erfahrungsgemäß liegen Impressum und Datenschutzerklärung bei Tag minus 14 bis minus 10, Technikpunkte wie Formulare, SSL und Analytics bei Tag minus 5 bis minus 3. Ist ein Anwalt beteiligt, plane eine Woche zusätzlich ein.
Warum findet Google meine neue Website nach dem Launch nicht?
Meist steht noch die Sperre aus der Bauphase drin. Während der Entwicklung wird die Testseite für Suchmaschinen blockiert, und am Launch-Tag denkt niemand daran, den Schalter zurückzustellen. Rufe deine Domain mit angehängtem /robots.txt auf und suche nach einem pauschalen Disallow, dann öffne eine Unterseite und suche im Quelltext nach noindex. Danach Sitemap in der Search Console einreichen.
Was passiert, wenn ich beim Relaunch die Weiterleitungen vergesse?
Alte Adressen laufen dann auf Fehlerseiten, und zwar überall dort, wo sie verlinkt sind: in Suchergebnissen, Verzeichnissen, alten E-Mails und laufenden Anzeigen. Besucher springen ab, Rankings verfallen über Wochen. Richtig ist eine Weiterleitung pro Seite auf ihr inhaltliches Gegenstück, nicht eine Sammelumleitung auf die Startseite. Die Liste ziehst du aus alter Seitenstruktur, Statistik und Search Console.
Wie lange sollte die alte Website nach dem Launch noch online bleiben?
Mindestens 30 Tage, inklusive Hosting. Die alte Seite ist deine Rückfallebene, falls ein Inhalt fehlt oder eine Funktion vergessen wurde, und erfahrungsgemäß kostet der zusätzliche Monat weniger als zwanzig Euro. Lege vor der Kündigung ein vollständiges Backup außerhalb des alten Servers ab und sichere die Statistikwerte der letzten zwölf Monate als Vergleichsmaßstab.
Wie lange dauert eine neue Website und was kostet sie mit Launch-Betreuung?
Bei klarem Projektumfang liegt die Umsetzung erfahrungsgemäß bei zwei bis sechs Wochen, bei Pixylmedia sind es 14 Tage bis zum Live-Gang. Der Festpreis startet bei 2.000 Euro, die Pro-Variante bei 4.500 Euro. Nach dem Launch gehören 30 Tage Support dazu, danach greift der Care-Plan ab 99 Euro im Monat.

Genug gesehen?

Festpreis. Zwei Wochen. Direkt mit dem Macher. Kein Vorgespräch-Marathon, keine Newsletter-Falle.