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Backup und Notfallplan: Wenn die Website plötzlich weg ist

Solange die Website läuft, interessiert sich niemand für Backups. Der Moment, in dem das Thema wichtig wird, ist immer derselbe: Die Seite zeigt einen Fehler, eine fremde Seite oder gar nichts mehr, und die erste Frage lautet "wir haben doch ein Backup, oder?". Wer diese Frage erst im Ernstfall stellt, bekommt zu oft eine unangenehme Antwort. Dieser Artikel geht die vier realistischen Ausfallszenarien durch, zeigt, woraus ein funktionierendes Backup-Konzept besteht, und erklärt, wie du die Wiederherstellung testest, bevor du sie brauchst.

Lesezeit
13 Min.
Stand
Juli 2026
Kapitel
8

Was passiert, wenn die Website weg ist

Der Schaden entsteht nicht am Server, sondern im Betrieb.

Eine ausgefallene Website ist selten ein technisches Drama. Sie ist ein betriebliches. Das Kontaktformular kommt nicht mehr an, die Terminbuchung ist tot, und wenn du Anzeigen schaltest, zahlst du weiter für Klicks, die auf einer Fehlerseite landen. Bei einem Handwerksbetrieb mit fünf Anfragen pro Woche kostet ein Tag Ausfall rechnerisch eine Anfrage, bei einem Shop ist der Verlust direkt ablesbar. Der eigentliche Ärger kommt später: Kunden merken sich, dass sie dich nicht erreicht haben.

Dazu kommt eine Ebene, die viele übersehen. Sobald personenbezogene Daten betroffen sind, also Formulareinträge, Kundenkonten, Newsletter-Adressen, ist ein Ausfall nicht nur ein Verfügbarkeitsproblem. Die DSGVO verlangt in Artikel 32 die Fähigkeit, die Verfügbarkeit personenbezogener Daten nach einem Zwischenfall rasch wiederherzustellen. Ein fehlendes Backup ist damit nicht nur unpraktisch, sondern ein Organisationsmangel. Sind bei einem Hack Daten abgeflossen, greift zusätzlich die Meldepflicht nach Artikel 33 mit ihrer 72-Stunden-Frist.

Die gute Nachricht: Fast jedes dieser Szenarien ist mit einem sauberen Konzept in Stunden statt in Tagen erledigt. Die schlechte: Ein Backup-Konzept ist mehr als ein Häkchen im Hosting-Panel. Es besteht aus drei Teilen, die alle stimmen müssen: was gesichert wird, wohin, und ob es sich wieder einspielen lässt. Am dritten Teil scheitern die meisten Konzepte.

Die vier Ausfallszenarien

Hack, Serverausfall, Fehlkonfiguration, Streit mit dem Dienstleister.

Websites fallen nicht auf hundert Arten aus. In der Praxis sind es vier Muster, und sie unterscheiden sich stark darin, was ein Backup überhaupt nützt. Beim Serverausfall reicht eine Kopie. Beim Hack nicht, weil die Kopie den Einbruch enthalten kann. Und wenn der Streit mit dem Dienstleister eskaliert, ist das beste Backup wertlos, solange dir die Zugänge fehlen.

Szenario 1: Hack und Schadcode

Der Klassiker bei Seiten mit alten Plugins. Typische Symptome: Weiterleitungen auf fremde Seiten, hunderte neue Unterseiten mit Spam, eine Warnung in der Google Search Console, oder der Hoster sperrt den Webspace. Entscheidend ist der Zeitfaktor: Zwischen Einbruch und Auffallen liegen oft Wochen. Reicht dein Backup nur sieben Tage zurück, sicherst du den Schadcode womöglich gleich mit. Deshalb gehört zu jedem Konzept eine gestaffelte Aufbewahrung, nicht nur die letzten sieben Nächte.

Szenario 2: Serverausfall beim Hoster

Der harmloseste Fall, solange der Hoster professionell arbeitet: Festplattendefekt, Rechenzentrumsproblem, missglücktes Update auf der Serverseite. Hier greift meistens das Backup des Hosters, und du musst wenig tun außer warten und kommunizieren. Kritisch wird es nur bei sehr günstigen Anbietern, deren Backups wöchentlich laufen und deren Support drei Werktage braucht. Dafür lohnt der Blick in den Vertrag, bevor der Ernstfall eintritt.

Szenario 3: Fehlkonfiguration und Eigenverschulden

Der häufigste Fall überhaupt, und der unangenehmste, weil er hausgemacht ist. Ein Update zerlegt das Layout, jemand löscht die falsche Seite, ein Zertifikat läuft ab, DNS-Einträge werden beim Domainumzug falsch gesetzt, oder das Kontaktformular schickt seit sechs Wochen ins Leere. Für diese Fälle brauchst du kein Rechenzentrum, sondern die Möglichkeit, in fünf Minuten auf den Stand von gestern zurückzugehen.

Szenario 4: Bruch mit dem Dienstleister

Das Szenario, über das am wenigsten gesprochen wird. Die Agentur meldet Insolvenz an, der Freelancer antwortet nicht mehr, oder ihr streitet über eine Rechnung und plötzlich ist die Seite offline. Technisch ist nichts kaputt. Das Problem ist, dass Domain, Hosting-Zugang und Quellcode in fremder Hand liegen. Wem Domain, Code und Inhalte gehören sollten und wie du das vertraglich absicherst, steht im Ratgeber dazu, wem die Website gehört.

SzenarioErste MaßnahmeAusfallzeit mit BackupAusfallzeit ohne Backup
Hack, Schadcode, Spam-SeitenSeite offline nehmen, Passwörter tauschen, Einbruchszeitpunkt eingrenzen2 bis 8 Stunden3 bis 15 Tage, oft Neubau
Serverausfall beim HosterStatusseite prüfen, Ticket öffnen, Kunden informieren1 bis 6 Stunden1 bis 5 Tage, allein vom Hoster abhängig
Fehlkonfiguration, kaputtes UpdateNichts weiter ändern, letzten guten Stand suchen15 Minuten bis 2 Stunden1 bis 4 Tage Fehlersuche im Blindflug
Zertifikat oder DNS falsch gesetztDNS und Zertifikat prüfen, TTL beachten1 bis 24 Stunden1 bis 3 Tage
Dienstleister nicht erreichbarDomaininhaber prüfen, Herausgabe schriftlich fordern1 bis 5 Tage, Neuaufbau aus eigenem Backup2 Wochen bis 3 Monate
Datenverlust in der DatenbankSchreibzugriffe sofort stoppen1 bis 4 Stunden, Verlust maximal ein IntervallDauerhaft, die Daten sind weg

Was ein Backup ist und was nur so aussieht

Drei Dinge, die viele für ein Backup halten und die keines sind.

Die meisten Betriebe glauben, ein Backup zu haben. Bei genauem Hinsehen haben sie eine Kopie, und das ist etwas anderes. Ein Backup liegt getrennt vom Original, entsteht automatisch, hält mehrere Zeitstände vor und ist nachweislich zurückspielbar. Fehlt eine dieser vier Eigenschaften, hast du ein Risiko mit gutem Gefühl.

  • Eine Sicherung auf demselben Server ist kein Backup. Wird der Webspace gesperrt, gelöscht oder verschlüsselt, ist sie mit weg.
  • Ein Snapshot beim Hoster ist ein halbes Backup. Praktisch und schnell, aber in derselben Infrastruktur und im selben Vertrag. Bei Kündigung oder Insolvenz des Anbieters nicht mehr erreichbar.
  • Die Kopie auf dem Notebook des Dienstleisters ist kein Backup. Sie ist ein halbes Jahr alt und liegt auf einem Gerät ohne deinen Zugriff.
  • Ein Inhaltsexport ohne Datenbank und Konfiguration ist kein Backup. Du hast Texte, aber keine funktionsfähige Website.

Bewährt hat sich die 3-2-1-Regel: drei Kopien der Daten, auf zwei verschiedenen Speicherorten, davon eine außerhalb der Produktivumgebung. Für eine Firmenwebsite heißt das: die laufende Seite, das automatische Backup beim Hoster und eine unabhängige Sicherung an einem dritten Ort, etwa bei einem anderen Anbieter oder verschlüsselt auf einem Rechner im Betrieb. Das klingt nach viel Aufwand und ist bei den meisten Systemen in unter einer Stunde eingerichtet.

Zwei Begriffe helfen beim Nachdenken. Der Wiederherstellungspunkt beschreibt, wie viel Datenverlust du im schlimmsten Fall akzeptierst: Bei einer täglichen Sicherung sind es bis zu 24 Stunden. Die Wiederherstellungszeit beschreibt, wie lange es dauert, bis die Seite wieder läuft. Für eine Visitenkartenwebsite sind 24 Stunden Verlust und ein halber Tag Wiederherstellung in Ordnung. Für einen Shop mit 40 Bestellungen am Tag ist beides zu viel.

Was genau gesichert werden muss

Eine Website besteht aus mehr Teilen, als die meisten Backups abdecken.

Der häufigste Konstruktionsfehler: Es werden nur die Dateien gesichert. Eine Website ist aber ein Zusammenspiel aus Dateien, Datenbank, Konfiguration, Domain-Einstellungen und Zugängen. Fehlt ein Teil, wird die Wiederherstellung mühsam bis unmöglich. Die Tabelle listet, was in ein Konzept gehört und was schiefgeht, wenn es fehlt.

BestandteilWo es liegtSinnvolles IntervallWas ohne diesen Teil passiert
Dateien und Medien (Bilder, PDFs, Uploads)Webspace, Uploads-VerzeichnisTäglich, sonst wöchentlichLayout steht, alle Bilder und Downloads fehlen
Datenbank (Inhalte, Einstellungen, Bestellungen)MySQL oder PostgreSQL beim HosterTäglich, bei Shops stündlichLeere Seite trotz vollständiger Dateien
Quellcode und Theme-AnpassungenGit-Repository, sonst WebspaceBei jeder ÄnderungAnpassungen müssen neu programmiert werden
Konfiguration und API-SchlüsselServer, außerhalb des Web-VerzeichnissesBei jeder Änderung, verschlüsseltSeite läuft, Zahlung und Mailversand sind tot
DNS-Einträge und Domain-KonfigurationRegistrar oder HosterHalbjährlich dokumentierenWebsite und E-Mail tagelang nicht erreichbar
E-Mail-Postfächer auf derselben DomainMailserver, oft beim gleichen HosterTäglich oder lokal per IMAPGeschäftskorrespondenz verschwindet, oft unbemerkt
Formular- und AnfragedatenDatenbank oder externer DienstTäglich, bei viel Aufkommen stündlichAnfragen der letzten Tage sind weg
Zugangsdaten (Hosting, Domain, CMS, Analytics)Passwortmanager, nicht im PostfachBei jeder ÄnderungAlles vorhanden, niemand kommt heran
Rechtstexte und Consent-KonfigurationCMS oder Consent-ToolBei jeder ÄnderungAbmahnrisiko, alte Fassung geht wieder live

Ein Punkt verdient besondere Aufmerksamkeit: die Zugangsdaten. In vielen kleinen Betrieben liegen Hosting-Login, Domain-Verwaltung und CMS-Zugang bei genau einer Person, oft extern. Das ist kein Problem, bis diese Person im Urlaub, im Krankenhaus oder verstimmt ist. Ein Passwortmanager mit Notfallzugang für die Geschäftsführung kostet wenige Euro im Monat und gehört genauso zum Notfallplan wie die Sicherung selbst.

Bei Shops kommt eine rechtliche Ebene dazu. Bestell- und Rechnungsdaten unterliegen steuerlichen Aufbewahrungspflichten, und die enden nicht, wenn der Shop abgeschaltet wird. Wie lange du welche Belege vorhalten musst, klärst du kurz mit deinem Steuerberater. Für das Backup heißt das: Rechnungsdaten brauchen eine eigene Langzeitsicherung, unabhängig vom rollierenden Website-Backup.

Wiederherstellung testen: der Teil, den fast alle auslassen

Ein Backup, das nie zurückgespielt wurde, ist eine Vermutung.

Es gibt einen Satz, der in fast jedem Notfall fällt: "Das Backup läuft doch seit Jahren." Es läuft auch. Nur ist nie jemand auf die Idee gekommen, es einmal zurückzuspielen. In der Praxis scheitern Wiederherstellungen an banalen Dingen: Der Datenbankdump ist abgeschnitten, weil das Skript in ein Zeitlimit lief. Das Archiv ist verschlüsselt und niemand kennt das Passwort. Oder die Sicherung stoppte vor acht Monaten wegen eines geänderten Zugangs, und niemand hat die Fehlermeldung gelesen.

Ein Restore-Test dauert bei einer normalen Firmenwebsite ein bis zwei Stunden und beantwortet drei Fragen: Lässt sich die Sicherung überhaupt öffnen? Ergibt das Zurückgespielte eine funktionierende Seite? Wie lange hat der Vorgang gedauert? Die letzte Frage ist die wichtigste, weil sie deine reale Wiederherstellungszeit liefert statt einer geschätzten.

So sieht ein Restore-Test konkret aus

  1. Testumgebung anlegen, etwa eine Subdomain oder eine lokale Installation. Niemals live testen.
  2. Das aktuellste Backup einspielen: Dateien und Datenbank, nicht nur eines von beidem.
  3. Die Testseite für Suchmaschinen sperren, damit kein Duplikat in den Index läuft.
  4. Unauffällige Funktionen durchklicken: Kontaktformular abschicken, Login testen, bei Shops eine Testbestellung.
  5. Prüfen, wie alt der Stand wirklich ist: gestriger Beitrag oder drei Wochen alt?
  6. Dauer und Stolpersteine notieren, Testumgebung löschen.

Wie oft das sein muss, hängt vom Betrieb ab. Für eine Firmenseite, die sich selten ändert, reicht ein Test im Jahr plus einer nach jedem größeren Umbau. Bei Shops oder Seiten mit Buchungsfunktion sind zwei bis vier Tests pro Jahr angemessen. Wichtiger als die Frequenz ist, dass es überhaupt einmal jemand gemacht und das Ergebnis aufgeschrieben hat.

Genauso wichtig: die Überwachung der Sicherungen. Ein Backup-Job, der still scheitert, ist gefährlicher als gar keiner, weil er falsche Sicherheit erzeugt. Sinnvoll ist eine Benachrichtigung bei Fehlern plus ein monatlicher Blick auf die Dateigröße. Ein Datenbankdump, der von 40 Megabyte auf 2 Kilobyte schrumpft, ist kein Backup, sondern eine Fehlermeldung in Dateiform.

Wenn der Dienstleister das Problem ist

Der Ausfall, gegen den keine Technik hilft.

Bei Hack und Serverausfall ist klar, was zu tun ist. Beim vierten Szenario liegt der Fall anders, weil das Hindernis kein technisches ist. Wenn die Domain auf die Agentur eingetragen ist, der Hosting-Vertrag auf deren Namen läuft und du keinen Zugriff auf den Quellcode hast, besitzt du im Ernstfall nichts außer deinen Texten. Das ist in kleineren Projekten überraschend verbreitet, meist ohne böse Absicht: Es war beim Start einfach bequemer so.

Der Prüfpunkt ist schnell erledigt. Für .de-Domains siehst du beim Registrar oder über die Denic nach, wer als Domaininhaber eingetragen ist. Dort muss dein Betrieb stehen, nicht der Dienstleister. Beim Hosting reicht ein Blick in die Rechnung: Läuft der Vertrag auf dich? Beim Code lautet die Frage, ob ein anderer Entwickler mit deinem Abbild weiterarbeiten könnte, ohne bei null zu beginnen.

  • Domaininhaber ist dein Betrieb. Der technische Ansprechpartner darf extern sein, der Inhaber nicht.
  • Der Hosting-Vertrag läuft auf dich, mit eigenem Zugang statt weitergeleitetem.
  • Du hast ein aktuelles Abbild von Dateien, Datenbank und Quellcode an einem eigenen Ort.
  • Schriftlich geregelt: Website, Domain und Code gehören nach Zahlung dir.
  • Rechtstexte, Bild- und Schriftlizenzen laufen auf deinen Namen.

Genau deshalb gehört der Punkt "Website, Domain und Code gehören dem Kunden" in jeden Vertrag, und zwar unabhängig davon, mit wem du arbeitest. Bei Pixylmedia ist das eine feste Zusage, aber der entscheidende Punkt ist nicht der Anbieter, sondern dass es überhaupt schriftlich geregelt ist. Wenn ein Angebot diesen Satz nicht enthält, frag danach, bevor du unterschreibst. Wie du Angebote ansonsten sauber gegeneinanderstellst, steht im Ratgeber zum Angebotsvergleich.

Der zweite Aspekt ist die Übergabefähigkeit. Eine Website, die nur ihr ursprünglicher Entwickler versteht, bleibt ein Risiko, selbst wenn du formal alles besitzt. Eine kurze technische Dokumentation und sauber benannte Zugänge kosten am Projektende zwei bis vier Stunden. Sie ersparen dem Nachfolger im Ernstfall mehrere Tage Einarbeitung.

Die Backup-Prüfliste

Zwölf Punkte, die du in einer Stunde abarbeiten kannst.

Die folgende Liste kannst du mit deinem Hoster oder Dienstleister durchgehen, ohne selbst technisch tief einzusteigen. In der dritten Spalte steht, ab wann es kritisch wird. Findest du dich bei drei oder mehr Punkten in dieser Spalte wieder, ist Handeln angebracht. Und zwar bevor etwas passiert.

PrüfpunktGut aufgestelltKritisch
SicherungsintervallTäglich, bei Shops stündlich für die DatenbankWöchentlich oder unbekannt
AufbewahrungGestaffelt: Tage, Wochen, MonateNur der letzte Stand, nächtlich überschrieben
SpeicherortGetrennt vom Webserver, zweiter AnbieterIm selben Webspace oder Vertrag
UmfangDateien, Datenbank, Konfiguration, DNSNur Dateien oder nur ein Inhaltsexport
VerschlüsselungVerschlüsselt, Schlüssel getrennt verwahrtKlartext-Dumps, öffentlich erreichbar
ZugriffMindestens zwei Personen kommen heranNur eine externe Person hat Zugriff
ÜberwachungAlarm bei Fehlschlag, monatlicher SichtcheckNiemand schaut hin
WiederherstellungstestJährlich durchgeführt und dokumentiertNie getestet
WiederherstellungszeitBekannt und schriftlich festgehaltenReine Schätzung
ZugangsdatenPasswortmanager mit Notfallzugang für die LeitungNotizzettel, Postfächer, ein Kopf
Domain und HostingAuf den eigenen Betrieb eingetragenAuf den Dienstleister eingetragen
Zuständigkeit im ErnstfallBenannte Person plus Vertretung, mit TelefonnummerUngeklärt

Der Notfallplan auf einer Seite

Neben der Technik braucht es ein Blatt Papier, das jeder im Betrieb findet, auch wenn die Website und damit womöglich das interne Wiki gerade offline sind. Ausgedruckt, nicht als PDF auf dem Server. Darauf gehören sechs Dinge: wer im Ernstfall anruft, wen er anruft, welche Zugänge existieren, wo die Backups liegen, wie lange die Wiederherstellung dauert und was den Kunden in der Zwischenzeit gesagt wird.

Der letzte Punkt wird regelmäßig vergessen und ist der einzige, den du in den ersten zehn Minuten beeinflussen kannst. Eine kurze Nachricht im Google-Unternehmensprofil oder ein Hinweis auf dem Anrufbeantworter kostet nichts und verhindert den Eindruck, es gebe den Betrieb nicht mehr. Wer eine zweite Domain besitzt, kann dort eine statische Seite mit Telefonnummer und Adresse hinterlegen, die in Minuten aktiv ist.

Wenn du das nicht selbst betreuen willst, ist ein Wartungs- oder Care-Plan der übliche Weg. In der Praxis liegen solche Pakete für kleine und mittlere Firmenwebsites meist zwischen 40 und 250 Euro im Monat, je nach Umfang von Updates, Monitoring und Backup-Prüfung. Bei Pixylmedia startet der Care-Plan bei 99 Euro im Monat. Was üblicherweise darin enthalten ist, steht im Ratgeber zu den Kosten der Website-Pflege.

Fazit: die drei Dinge, die diese Woche passieren sollten

Ehrlich betrachtet ist das kein großes Projekt.

Backups werden aufgeschoben, weil sie sich nach Aufwand ohne sichtbaren Nutzen anfühlen. Das stimmt bis zu dem Tag, an dem es nicht mehr stimmt. Ehrlich betrachtet ist ein solides Konzept für eine normale Firmenwebsite in ein bis drei Stunden eingerichtet und kostet danach ein paar Euro Speicher im Monat. Der Unterschied zwischen zwei Stunden Ausfall und zwei Wochen Neubau hängt fast nie am Budget, sondern daran, ob sich vorher jemand hingesetzt hat.

Wenn du nach diesem Artikel nur drei Dinge tust, dann diese: Erstens herausfinden, wo deine Sicherungen liegen und wie weit sie zurückreichen. Zweitens einen Restore-Test auf einer Subdomain durchführen, um zu wissen, ob die Sicherung funktioniert und wie lange sie braucht. Drittens prüfen, ob Domain und Hosting auf deinen Betrieb eingetragen sind und ob mindestens zwei Personen an die Zugänge kommen. Das deckt den größten Teil des realen Risikos ab.

Und die ehrliche Gegenrede: Nicht jedes Projekt braucht dieses Niveau. Bei einem Hobbyprojekt ohne Formulare und ohne Umsatzbezug reicht das Standard-Backup des Hosters plus ein gelegentlicher manueller Export. Wer dir für eine dreiseitige Vereinsseite ein Notfallkonzept mit stündlichen Sicherungen verkaufen will, verkauft Angst. Der Aufwand sollte zum Schaden passen, den ein Ausfall wirklich anrichtet, und der ist bei einem Betrieb mit Anfragen über die Website ein anderer als bei einer privaten Seite.

Der Maßstab ist am Ende einfach. Stell dir vor, die Seite ist heute Nachmittag weg. Weißt du sofort, wen du anrufst, wo die Sicherung liegt und wie lange es dauert? Dann bist du fertig. Zögerst du bei einer der drei Fragen, weißt du, wo du anfängst.

Häufige Fragen

Wie oft sollte eine Website gesichert werden?
Täglich reicht für die meisten Firmenwebsites, bei Shops mit laufenden Bestellungen sollte die Datenbank stündlich gesichert werden. Wichtiger als das Intervall ist die gestaffelte Aufbewahrung: mehrere Tagesstände plus Wochen- und Monatsstände. Wird jede Nacht derselbe Stand überschrieben, hast du im Ernstfall nur einen einzigen Rettungspunkt, und der kann bereits beschädigt sein.
Reicht das Backup meines Hosters aus?
Als alleinige Absicherung reicht es meist nicht. Ein Hoster-Backup liegt in derselben Infrastruktur und im selben Vertrag: Bei Kündigung, Zahlungsstreit oder Insolvenz des Anbieters kommst du nicht mehr heran. Sinnvoll ist eine zweite, unabhängige Sicherung an einem anderen Ort, etwa bei einem anderen Anbieter oder verschlüsselt auf einem Rechner im Betrieb.
Wie lange dauert es, eine gehackte Website wiederherzustellen?
Mit einem brauchbaren Backup sind es erfahrungsgemäß zwei bis acht Stunden: Seite offline nehmen, Passwörter tauschen, Einbruchszeitpunkt eingrenzen, sauberen Stand einspielen. Ohne Backup werden daraus schnell drei bis fünfzehn Tage, im schlimmsten Fall ein Neubau. Entscheidend ist, wie weit deine Sicherungen zurückreichen, denn Hacks fallen oft erst Wochen nach dem Einbruch auf.
Was kostet ein Backup-Konzept für eine kleine Firmenwebsite?
Die Einrichtung dauert erfahrungsgemäß ein bis drei Stunden, danach fallen meist nur wenige Euro im Monat für externen Speicher an. Wenn du Updates, Monitoring und Backup-Prüfung abgeben willst, liegen Wartungspakete für kleine und mittlere Firmenwebsites üblicherweise zwischen 40 und 250 Euro im Monat. Der Care-Plan bei Pixylmedia startet bei 99 Euro monatlich.
Woran erkenne ich, dass mein Backup nichts taugt?
Warnzeichen sind: Es gibt nur einen einzigen Stand, der jede Nacht überschrieben wird, niemand hat je eine Wiederherstellung getestet, die Datenbank ist nicht enthalten, oder die Sicherung liegt im selben Webspace wie die Website. Treffen zwei oder mehr Punkte zu, hast du kein Backup, sondern ein gutes Gefühl. Ein Restore-Test auf einer Subdomain schafft in ein bis zwei Stunden Klarheit.

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