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WordPress oder individuell entwickelt: Die ehrliche Abwägung

Die Frage kommt in fast jedem Erstgespräch: WordPress oder lieber individuell entwickelt? Dahinter steckt meist keine technische Neugier, sondern die Sorge, sich für Jahre an etwas zu binden, das man selbst nicht versteht. Beide Wege funktionieren, beide haben Kunden schon glücklich und unglücklich gemacht. Der Unterschied zeigt sich selten am Launch-Tag, sondern im zweiten Jahr: bei Updates, bei Sicherheitslücken, beim Ladeverhalten und bei der Frage, wer eigentlich noch Zugriff hat. Dieser Artikel erklärt beide Systeme ohne Fachjargon, vergleicht sie Punkt für Punkt und rechnet den Aufwand über drei Jahre durch.

Lesezeit
12 Min.
Stand
Juli 2026
Kapitel
9

Warum die Frage so selten sauber gestellt wird

"WordPress" ist kein einzelnes Produkt, sondern mindestens drei sehr verschiedene Dinge.

Wenn jemand fragt "WordPress oder individuell?", vergleicht er in Gedanken oft zwei Bilder, die beide nicht stimmen. Auf der einen Seite das Bild vom günstigen Standardsystem, das jeder kennt und jeder pflegen kann. Auf der anderen Seite das Bild von einer teuren Sonderanfertigung, an die später niemand mehr rankommt. In der Praxis liegen beide Wege viel näher beieinander, und der entscheidende Unterschied verläuft nicht zwischen den Systemen, sondern zwischen sauber und schlampig gebaut.

WordPress selbst ist erst mal nur ein Grundgerüst: eine Software, die Inhalte in einer Datenbank verwaltet und beim Aufruf einer Seite zu HTML zusammenbaut. Wie diese Seite aussieht und was sie kann, entscheiden Theme und Plugins. Und genau da spaltet sich der Weg auf. Eine WordPress-Seite mit gekauftem Universal-Theme und dreißig Plugins hat mit einer WordPress-Seite, für die jemand ein schlankes eigenes Theme geschrieben und fünf Erweiterungen bewusst ausgewählt hat, technisch fast nichts gemeinsam. Ladezeit, Wartungsaufwand und Angriffsfläche unterscheiden sich um ein Vielfaches.

Deshalb reden wir in diesem Artikel über vier Wege, nicht über zwei: Baukasten, WordPress mit Kauf-Theme, WordPress bewusst schlank gebaut und individuell entwickelt ohne WordPress. Für einen normalen Mittelständler mit einer Firmenseite sind alle vier grundsätzlich machbar. Der Unterschied liegt darin, was in Jahr zwei und drei passiert, wenn niemand mehr aktiv am Projekt sitzt. Wer die Entscheidung nur am Startpreis festmacht, entscheidet über den kleineren Teil der Gesamtkosten.

Wie WordPress technisch arbeitet, und wo der Aufwand entsteht

Ohne Fachjargon: was bei jedem Seitenaufruf tatsächlich passiert.

WordPress läuft auf einem Server in der Programmiersprache PHP und speichert deine Texte in einer Datenbank. Ruft jemand deine Startseite auf, passiert Folgendes: Der Server startet PHP, WordPress lädt seinen Kern, danach das Theme, danach jedes einzelne aktive Plugin. Dann werden Datenbankabfragen ausgeführt, die Seite wird zusammengesetzt und ausgeliefert. Das alles geschieht bei jedem Aufruf neu, bei jedem Besucher. Genau deshalb ist auf fast jeder WordPress-Seite ein Caching-Plugin installiert, das fertige Seiten zwischenspeichert, damit dieser Vorgang nicht ständig von vorn läuft.

Die Stärke von WordPress ist sein Ökosystem. Für praktisch jede Anforderung gibt es eine fertige Erweiterung: Formulare, Shop, Buchungen, Mehrsprachigkeit, SEO-Hilfen, Cookie-Banner. Das spart im Aufbau viel Zeit und Geld. Der Preis dafür ist strukturell: Jedes Plugin ist ein eigenständiges Stück Software von einem eigenen Autor, mit eigenem Update-Rhythmus, eigenem Codestil und eigener Lebensdauer. Eine WordPress-Seite mit fünfundzwanzig Plugins ist nicht ein Produkt, sondern siebenundzwanzig Produkte, die miteinander harmonieren müssen.

Daraus entsteht der laufende Aufwand. Der WordPress-Kern bekommt regelmäßig Sicherheits- und Funktionsupdates, Plugins oft im Wochentakt. Meistens läuft das reibungslos. Manchmal aber ändert ein Plugin sein Verhalten, kollidiert mit einem anderen, oder der Autor stellt die Entwicklung ein und die Erweiterung bleibt auf einer alten PHP-Version stehen. Dann steht plötzlich eine Fehlermeldung auf der Kontaktseite, und jemand muss herausfinden, welches der siebenundzwanzig Teile schuld ist. Das ist kein Argument gegen WordPress, es ist einfach die Rechnung, die zum Baukasten-Prinzip dazugehört.

Wichtig zur Einordnung: WordPress ist in Deutschland und weltweit das mit Abstand verbreitetste Content-Management-System. Die genauen Anteile schwanken je nach Erhebung und Zählweise, aber die Größenordnung ist unstrittig, es ist der Marktstandard. Das bringt echte Vorteile mit sich: viele Dienstleister kennen es, du findest Nachfolger, Anleitungen gibt es zu jedem Problem. Es bringt aber auch mit sich, dass automatisierte Angriffe sich genau auf dieses System konzentrieren.

Was "individuell entwickelt" 2026 wirklich bedeutet

Nicht handgeklöppeltes HTML von 2009, sondern ein anderer Bauplan.

Viele stellen sich unter individueller Entwicklung vor, dass jemand jede Seite einzeln in HTML tippt und du für jede Textänderung anrufen musst. So arbeitet heute niemand mehr. Eine moderne individuell gebaute Website besteht aus wiederverwendbaren Bausteinen (Kopfbereich, Leistungskachel, Referenzblock, Kontaktformular), die einmal sauber gebaut und dann auf allen Seiten eingesetzt werden. Ein Build-Prozess setzt daraus fertige Seiten zusammen, die als reine HTML-Dateien auf dem Server liegen. Wird eine Seite aufgerufen, muss der Server nichts berechnen, er liefert eine fertige Datei aus.

Redaktionell heißt das nicht automatisch Stillstand. Wer regelmäßig selbst Inhalte pflegen will, bekommt ein angebundenes Redaktionssystem, oft ein sogenanntes Headless-CMS. Du meldest dich in einer Oberfläche an, änderst Text oder Bild, und die Seite wird im Hintergrund neu erzeugt. Der Unterschied zu WordPress: Die Redaktionsoberfläche und die ausgelieferte Website sind getrennt. Fällt die Oberfläche aus oder wird sie angegriffen, steht deine öffentliche Seite trotzdem noch.

Und jetzt die unbequeme Seite: Individuell entwickelt ist kein Qualitätsversprechen. Auch eine Einzelanfertigung kann überladen, schlecht dokumentiert und für Nachfolger unlesbar sein. Wenn jemand ein exotisches Framework wählt, das in drei Jahren niemand mehr anfasst, hast du dasselbe Problem wie mit einem verwaisten Plugin, nur ohne Alternative. Der entscheidende Punkt ist nicht die Technologie, sondern ob nachvollziehbar gebaut wurde und ob du den Code besitzt.

Der Systemvergleich in einer Tabelle

Vier Wege, neun Kriterien, ehrliche Spannen.

Die folgenden Zahlen sind Erfahrungswerte aus dem deutschen Markt, keine amtliche Statistik. Sie stammen aus Angeboten und Rechnungen, die Kunden in Vergleichsgesprächen auf den Tisch legen. Die Spannen überlappen sich bewusst, denn zwei Projekte mit demselben Preisschild können sehr unterschiedlich viel enthalten. Lies die Tabelle nicht als Rangliste, sondern als Landkarte.

KriteriumBaukastenWordPress mit Kauf-ThemeWordPress schlank gebautIndividuell entwickelt
Startkosten (Erfahrungswert)0 bis 500 Euroca. 1.200 bis 4.000 Euroca. 3.000 bis 9.000 Euroca. 2.000 bis 15.000 Euro
Laufende Kosten pro Monatca. 12 bis 45 Euro Aboca. 10 bis 40 Euro plus Lizenzenca. 20 bis 60 Euro plus Wartungca. 0 bis 25 Euro Hosting
WartungsaufwandKeiner, macht der AnbieterHoch: Updates, Konflikte, TestsMittel: weniger Teile, weniger ReibungGering: keine Plugin-Kette
Typische Ladezeit ohne OptimierungMittel bis langsamLangsam, viele SkripteGut, wenn diszipliniert gebautSehr gut, fertige Dateien
Inhalte selbst pflegenSehr einfachEinfach, aber Editor oft überladenEinfach und aufgeräumtEinfach mit CMS, sonst über Dienstleister
ErweiterbarkeitNur im Rahmen des AnbietersSehr hoch, fertige Plugins für allesHoch, aber bewusst begrenztHoch, jede Erweiterung wird gebaut
AbhängigkeitTotal: Umzug bedeutet NeubauGering, Daten und Code sind exportierbarGeringGering, wenn du den Code bekommst
AngriffsflächeKlein, Anbieter kümmert sichGroß: Login, Datenbank, viele PluginsMittelKlein, wenig ausführbarer Code
Passt gut fürHobby, Verein, TestballonBlog, Shop, StandardanforderungenRedaktionelle Seiten mit AnspruchFirmenseiten, Landingpages, Portfolios

Zwei Punkte aus dieser Tabelle werden regelmäßig unterschätzt. Erstens die Abhängigkeit beim Baukasten: Wer nach vier Jahren von Wix oder Jimdo weg will, nimmt seine Texte und Bilder mit, aber nichts anderes. Die Seite wird komplett neu gebaut, die Investition ist weg. Zweitens die Wartungszeile. Sie ist die einzige Position, die jeden Monat weiterläuft, egal ob du an der Website arbeitest oder nicht.

Aufwand über drei Jahre: die Rechnung, die niemand aufmacht

Nicht der Kaufpreis entscheidet, sondern was danach passiert.

Eine Website ist keine Anschaffung, sondern eine Anlage, die betrieben wird. Drei Jahre sind ein realistischer Zeitraum, um beide Wege zu vergleichen, denn nach etwa drei bis fünf Jahren steht ohnehin bei den meisten Firmenseiten ein größerer Umbau an. Die folgende Aufstellung geht von einer typischen Firmenseite mit sechs bis zehn Seiten aus, ohne Shop, mit gelegentlichen Inhaltsänderungen.

Posten über 36 MonateWordPress (typisch)Individuell (typisch)Was den Unterschied macht
Hostingca. 400 bis 2.000 Euroca. 0 bis 900 EuroPHP und Datenbank brauchen mehr Leistung als statische Dateien
Software-Updatesca. 1 bis 3 Stunden pro Monatnahezu 0Kern und Plugins wollen laufend gepflegt werden
Lizenzen für Theme und Pluginsca. 300 bis 1.500 Euro0 EuroPremium-Erweiterungen verlängern sich jährlich
Kompatibilitätsprobleme beheben1 bis 4 Vorfälleselten bis nieJe mehr fremde Teile, desto mehr Reibungspunkte
Sicherheitsvorfall oder Bereinigungin ca. jedem dritten ungepflegten Projektsehr seltenAutomatisierte Angriffe zielen auf bekannte Lücken
Backups und WiederherstellungPflicht, meist Plugin oder HosterCode liegt ohnehin versioniert vorDatenbank plus Dateien statt nur Dateien
Kleine Textänderung selbstMinutenMinuten mit CMS, sonst DienstleisterBeide Wege können das, wenn es eingeplant wurde
Neue Unterseite anlegenSofort möglichSofort mit CMS, sonst kleiner AuftragFrage der Bausteine, nicht des Systems
Externe Wartung (falls beauftragt)ca. 50 bis 250 Euro pro Monatca. 0 bis 120 Euro pro MonatWeniger bewegliche Teile bedeuten weniger Betreuungsbedarf

Rechne das einmal für dich durch. Eine WordPress-Seite für 2.500 Euro mit 90 Euro monatlicher Wartung liegt nach drei Jahren bei rund 5.700 Euro. Eine individuell gebaute Seite für 4.500 Euro mit 15 Euro Hosting und einem kleinen Support-Paket landet in derselben Größenordnung, teils darunter. Das günstigere Angebot am Anfang ist also nicht automatisch das günstigere Projekt. Wie du zwei Angebote so aufbrichst, dass sie wirklich vergleichbar werden, steht im Ratgeber zum Angebotsvergleich.

Der ehrliche Zusatz dazu: Wenn du die Wartung selbst übernimmst und dir das Spaß macht, verschiebt sich die Rechnung deutlich zugunsten von WordPress. Ein bis drei Stunden im Monat sind für jemanden, der Freude an Technik hat, kein Problem. Für einen Handwerksmeister mit vollem Auftragsbuch sind sie ein Ärgernis, das drei Monate lang liegen bleibt, und genau daraus entstehen die meisten Probleme.

Sicherheit realistisch eingeordnet

Nicht Panik, aber auch keine Verharmlosung.

WordPress wird angegriffen, weil es verbreitet ist. Automatisierte Skripte durchsuchen das Netz permanent nach Installationen mit bekannten Schwachstellen. Sie interessieren sich nicht für deine Firma, sie interessieren sich für Rechenleistung, Speicherplatz für Spam-Seiten und Zugänge zu weiteren Servern. Der Kern von WordPress selbst gilt als solide gepflegt, die allermeisten erfolgreichen Übernahmen laufen in der Praxis über veraltete Plugins, veraltete Themes oder schwache Zugangsdaten.

AngriffsflächeWordPressIndividuell, statisch ausgeliefertWas hilft
Bekannte Lücke in einer ErweiterungHauptrisiko, betrifft alle Installationen mit diesem PluginExistiert nicht, es gibt keine Plugin-KetteWenige Erweiterungen, schnelle Updates, unbenutztes löschen
Öffentlicher Login-BereichStandardpfad, wird permanent durchprobiertKein Login auf der öffentlichen SeiteZwei-Faktor-Anmeldung, Login-Pfad ändern, Fehlversuche sperren
Veraltete PHP-Version auf dem ServerHäufig, weil alte Plugins neue Versionen blockierenKaum relevant, kein PHP im AuslieferungspfadHoster mit aktuellen Versionen, Plugins aussortieren
Datenbank als AngriffszielVorhanden, Inhalte und Nutzer liegen darinMeist keine öffentlich erreichbare DatenbankRechte trennen, Zugriff einschränken, Backups getrennt lagern
Formular- und KommentarspamSehr häufig, Kommentarfunktion oft ungenutzt aktivFormular läuft über abgesicherten DienstKommentare deaktivieren, serverseitige Prüfung statt Captcha
Aufgegebene ErweiterungRealistisch bei jedem Projekt nach zwei bis drei JahrenKein Fremdcode, der verwaisen kannVor Einbau prüfen, wie aktiv ein Plugin gepflegt wird

Wichtig ist die Einordnung: Eine gepflegte WordPress-Seite mit wenigen, gut gewählten Plugins, aktuellen Updates, starken Passwörtern und Zwei-Faktor-Anmeldung ist sicher genug für einen normalen Mittelständler. Das Problem ist selten WordPress, das Problem ist die ungepflegte Installation. Und ungepflegt wird sie fast immer aus demselben Grund: Es hat nach dem Launch niemand mehr Verantwortung dafür übernommen.

Performance: was der Besucher merkt und was Google sieht

Ladezeit ist kein Technikthema, sondern ein Umsatzthema.

Der Unterschied im Ladeverhalten ist der greifbarste Vorteil individueller Entwicklung. Eine statisch ausgelieferte Seite muss beim Aufruf nichts berechnen. Kein PHP, keine Datenbankabfrage, keine dreißig Plugin-Skripte, die alle ihr eigenes Stylesheet und ihre eigene JavaScript-Datei mitbringen. Genau diese Skripte sind bei überladenen WordPress-Installationen der Hauptgrund für lange Wartezeiten, besonders auf dem Handy im Mobilfunknetz.

Google bewertet seit Jahren Ladeverhalten und Bedienbarkeit als Teil der Seitenqualität, gemessen unter anderem über die sogenannten Core Web Vitals. Das ist kein Hauptranking-Faktor, aber ein Unterscheidungsmerkmal bei sonst ähnlicher Qualität. Viel wichtiger ist der direkte Effekt: Wer auf dem Handy drei Sekunden auf eine weiße Seite schaut, geht zurück zu den Suchergebnissen. Bei einer Seite, die Anfragen bringen soll, ist das die teuerste Sekunde im ganzen Projekt.

Fairerweise gilt: WordPress kann schnell sein. Mit einem schlanken eigenen Theme, ordentlichem Caching, optimierten Bildern im modernen Format und diszipliniertem Verzicht auf Page-Builder erreichen gute WordPress-Seiten sehr solide Werte. Das ist Handwerk, keine Systemfrage. Nur ist der Weg dorthin bei WordPress ein ständiges Gegensteuern, während eine individuell gebaute Seite von Haus aus schnell ist, weil einfach weniger ausgeliefert wird. Ein Lighthouse-Wert von 95 und mehr ist bei statischer Auslieferung Normalzustand, bei einer plugin-lastigen WordPress-Seite eine Daueraufgabe.

Erweiterbarkeit, Datenschutz und die Frage, wem die Seite gehört

Die Punkte, die erst wehtun, wenn du sie brauchst.

Erweiterbarkeit ist das stärkste Argument für WordPress und wird trotzdem oft falsch gewichtet. Ja, du kannst jederzeit ein Buchungssystem, einen Mitgliederbereich oder einen Shop nachrüsten, meist ohne Entwickler. Die ehrliche Gegenfrage lautet: Wie wahrscheinlich ist das bei dir? Bei den meisten Firmenseiten passiert in fünf Jahren genau das: neue Texte, neue Fotos, zwei neue Unterseiten, einmal ein Preisupdate. Für diesen Bedarf ein System mit hohem Wartungsaufwand zu wählen, nur weil man theoretisch einen Shop anbauen könnte, ist wie ein Anhängerkupplung-Aufpreis für einen Anhänger, den man nie kauft.

Beim Datenschutz sind beide Systeme grundsätzlich sauber umsetzbar, aber der Weg unterscheidet sich. Bei WordPress bringen viele Themes und Plugins von sich aus externe Verbindungen mit: Schriften von einem US-Server, Karten, Icon-Bibliotheken, Analysewerkzeuge. Jede dieser Verbindungen überträgt die IP-Adresse deiner Besucher an einen Dritten und braucht entweder eine Rechtsgrundlage oder eine Einwilligung. Ein viel zitiertes Urteil des Landgerichts München I zu extern eingebundenen Google Fonts hat diesem Thema in Deutschland ordentlich Nachdruck verliehen. Sauber ist es, Schriften lokal auszuliefern und externe Dienste nur bewusst und mit Einwilligung einzubinden. Bei einer individuell gebauten Seite entscheidest du das von Anfang an, bei WordPress musst du es jedem Plugin einzeln abgewöhnen.

Ein Thema, das seit 2025 hinzugekommen ist: Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz verpflichtet bestimmte Anbieter, ihre digitalen Angebote barrierefrei zu gestalten, insbesondere im Verbraucherbereich, etwa bei Onlineshops. Für viele Kleinstunternehmen gibt es Ausnahmen, und die Einordnung im Einzelfall gehört in eine Rechtsberatung, nicht in einen Webdesign-Ratgeber. Technisch ist die Botschaft aber eindeutig: Sauberes HTML, ausreichende Kontraste und Bedienbarkeit per Tastatur sind kein Extra mehr. Bei einer individuell gebauten Seite lässt sich das direkt in die Bausteine einbauen. Bei einem gekauften Theme erbst du, was der Theme-Autor eingebaut hat, und Nachbessern ist deutlich mühsamer.

Der letzte Punkt ist der wichtigste und hat mit Technik nichts zu tun: Wem gehört das Ergebnis? Lass dir schriftlich geben, dass Domain, Hosting-Zugang, Quellcode und alle Zugangsdaten dir gehören und du das Projekt jederzeit zu einem anderen Dienstleister mitnehmen kannst. Das ist unabhängig davon, ob du WordPress wählst oder eine Einzelanfertigung. Bei Pixylmedia ist genau das Teil der Zusage: Website, Domain und Code gehören dem Kunden, es gibt keine technische Geiselhaft. Wenn ein Anbieter an dieser Stelle ausweicht, ist das ein größeres Warnsignal als jede Systementscheidung.

Fazit: So entscheidest du in zehn Minuten

Kein Sieger, sondern eine Zuordnung zu deiner Situation.

Es gibt keine allgemein bessere Antwort. Es gibt nur die Frage, welcher Aufwand zu dir passt und wer ihn trägt. Wenn du die Wartung selbst machen willst und kannst, ist WordPress ein starkes, flexibles System, das dir alle Türen offenlässt. Wenn du eine Seite willst, die nach dem Launch einfach läuft, schnell ist und dich nicht monatlich an sich erinnert, ist eine individuell gebaute, statisch ausgelieferte Seite der ruhigere Weg. Beide Wege scheitern am selben Punkt: wenn nach dem Launch niemand zuständig ist.

Deine SituationSinnvoller WegWarum
Hobby, Verein, Testballon, Budget unter 500 EuroBaukastenDer Wartungsvorteil überwiegt, professionelle Entwicklung wäre hier verschwendetes Geld
Blog oder Magazin, mehrere Autoren, wöchentliche BeiträgeWordPressRedaktionsworkflow, Kategorien und Autorenrollen sind dort seit Jahren gelöst
Onlineshop mit Lager, Varianten und WarenwirtschaftWordPress mit WooCommerce oder Shop-SystemEin Shop von Grund auf ist teuer und selten wirtschaftlich
Firmenseite, 5 bis 12 Seiten, soll Anfragen bringenIndividuell entwickeltSchnell, wartungsarm, keine Plugin-Kette, volle Kontrolle über Datenschutz
Landingpage für eine Kampagne mit WerbebudgetIndividuell entwickeltJede Zehntelsekunde Ladezeit kostet hier direkt Geld
Bestehende WordPress-Seite, Dienstleister weg, alles veraltetErst Bestandsaufnahme, dann entscheidenBereinigen kostet oft 400 bis 1.500 Euro, ein Neubau kann günstiger sein
Jemand im Team pflegt WordPress bereits sicherWordPressVorhandenes Know-how ist der günstigste Wartungsvertrag, den es gibt

Wenn du unsicher bist, geh diese drei Fragen der Reihe nach durch. Erstens: Wie oft ändere ich realistisch etwas an dieser Seite? Bei weniger als einmal im Monat brauchst du kein System, das täglich Pflege verlangt. Zweitens: Wer macht die Updates, namentlich? Wenn du auf diese Frage keine Person nennen kannst, wähle den Weg mit dem geringsten Wartungsbedarf oder buche die Betreuung mit ein. Drittens: Was ist der wahrscheinlichste nächste Ausbauschritt in zwei Jahren? Nicht der theoretisch mögliche, sondern der wahrscheinliche.

Konkret empfohlenes Vorgehen: Hol dir zwei Angebote, eines auf WordPress-Basis und eines individuell, für exakt denselben Leistungsumfang. Lass dir bei beiden schriftlich geben, was der Betrieb in den ersten drei Jahren kostet, wer die Updates macht, wie die Reaktionszeit bei einem Ausfall ist und dass Domain, Code und Zugänge dir gehören. Rechne dann beide Angebote auf 36 Monate hoch. In den meisten Fällen entscheidet nicht der Startpreis, sondern die Zeile Wartung. Und wenn dir am Ende beide Wege gleich passend erscheinen: Nimm den Anbieter, dessen Antworten du verstanden hast, nicht den, dessen Fachbegriffe am beeindruckendsten klangen.

Häufige Fragen

Was kostet eine WordPress-Website im Vergleich zu einer individuell entwickelten Seite?
WordPress mit Kauf-Theme startet erfahrungsgemäß bei 1.200 bis 4.000 Euro, individuell entwickelt liegt die Spanne bei etwa 2.000 bis 15.000 Euro. Entscheidend ist aber die Rechnung über 36 Monate: Lizenzen, Hosting und Wartung summieren sich bei WordPress deutlich stärker. Bei Pixylmedia bekommst du eine individuell gebaute Seite zum Festpreis ab 2.000 Euro.
Wie viel Wartung braucht eine WordPress-Website wirklich?
Rechne bei einer normalen Firmenseite mit ein bis drei Stunden pro Monat für Updates von Kern, Theme und Plugins plus die Kontrolle, ob danach noch alles funktioniert. Wer das extern vergibt, zahlt erfahrungsgemäß 50 bis 250 Euro monatlich. Eine statisch ausgelieferte Seite ohne Plugin-Kette braucht diesen Rhythmus nicht, dort fällt Pflege nur bei inhaltlichen Änderungen an.
Ist WordPress unsicher?
WordPress ist nicht unsicher, ungepflegte Installationen sind es. Der Kern gilt als solide gepflegt, die meisten Übernahmen laufen über veraltete Plugins, abgelaufene Theme-Lizenzen oder schwache Passwörter. Mit wenigen bewusst gewählten Erweiterungen, zeitnahen Updates und Zwei-Faktor-Anmeldung ist eine WordPress-Seite sicher genug für einen normalen Mittelständler. Das Risiko entsteht, wenn nach dem Launch niemand zuständig bleibt.
Kann ich bei einer individuell entwickelten Website meine Texte selbst ändern?
Ja, wenn ein Redaktionssystem mitgeplant wurde. Du meldest dich in einer Oberfläche an, änderst Text oder Bild, und die Seite wird im Hintergrund neu erzeugt. Ohne CMS läuft jede Änderung über deinen Dienstleister, was bei zwei bis drei Anpassungen im Jahr oft günstiger bleibt. Kläre diesen Punkt vor Projektstart, nicht danach.
Lohnt sich ein Neubau, wenn meine WordPress-Seite seit Jahren nicht gepflegt wurde?
Die Bereinigung einer verwahrlosten WordPress-Installation kostet erfahrungsgemäß 400 bis 1.500 Euro, und danach steht dieselbe veraltete Struktur immer noch. Ein Neubau ab 2.000 Euro lohnt sich, wenn Theme und Plugins ohnehin am Ende sind oder der Dienstleister nicht mehr erreichbar ist. Ein sauberer Neubau steht erfahrungsgemäß in rund zwei Wochen.

Genug gesehen?

Festpreis. Zwei Wochen. Direkt mit dem Macher. Kein Vorgespräch-Marathon, keine Newsletter-Falle.