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Brauche ich überhaupt eine Website oder reicht Social Media?

Die Frage kommt fast immer im selben Moment: Das Geschäft läuft, die Anfragen kommen über Instagram oder Empfehlungen, und trotzdem sagt irgendwer, du brauchst dringend eine Website. Also, brauchst du eine? Die ehrliche Antwort ist nicht Ja und nicht Nein, sondern hängt an drei Dingen: wie deine Kunden dich suchen, wie viel deine Leistung kostet und wie sehr es dich trifft, wenn eine Plattform morgen die Regeln ändert. Dieser Artikel zeigt Kanal für Kanal, welche Aufgabe wer übernehmen kann, für welche Branchen eine Seite praktisch unverzichtbar ist und wann Social Media allein tatsächlich reicht. Am Ende hast du eine Entscheidung, keine Meinung.

Lesezeit
12 Min.
Stand
Juli 2026
Kapitel
9

Warum "Website oder Social Media" die falsche Frage ist

Es sind keine Konkurrenten. Sie erledigen unterschiedliche Aufgaben, und nur eine davon ist ersetzbar.

Wer die beiden gegeneinander stellt, vergleicht ein Schaufenster mit einem Marktstand. Der Marktstand bringt dich zu den Leuten: Du stehst dort, wo sowieso jemand vorbeiläuft, und wenn du interessant genug bist, bleibt er stehen. Das Schaufenster steht immer am selben Ort, aber es ist deins, es ist rund um die Uhr offen, und wer gezielt zu dir will, findet dich dort. Beides hat einen Zweck. Die Frage ist nicht, welches besser ist, sondern welche dieser beiden Bewegungen dein Geschäft trägt.

Konkret heißt das: Social Media ist ein Push-Kanal. Inhalte werden Menschen vorgesetzt, die gerade nicht nach dir gesucht haben. Eine Website ist ein Pull-Kanal. Sie wirkt in dem Moment, in dem jemand ein Problem hat und aktiv nach einer Lösung sucht. Wenn dein Geschäft davon lebt, dass Leute spontan auf etwas Schönes stoßen (Mode, Food, Kunst, Unterhaltung), ist der Push-Kanal dein Motor. Wenn dein Geschäft davon lebt, dass jemand mit einem konkreten Problem nach Hilfe sucht (Heizung defekt, Steuererklärung, Rückenschmerzen, Website nötig), ist der Pull-Kanal dein Motor.

Die meisten Betriebe brauchen beides, aber in sehr unterschiedlicher Gewichtung. Ein Tattoostudio kann 90 Prozent Instagram und 10 Prozent Website fahren und damit gut leben. Ein Elektrobetrieb, der Gewerbekunden beliefert, wird auf Instagram wenig Auftragsvolumen finden, egal wie gut die Reels sind. Der Fehler ist selten die Kanalwahl. Der Fehler ist, den falschen Kanal zum Hauptkanal zu machen und sich dann zu wundern, warum es nicht läuft.

Und es gibt einen Unterschied, der oft untergeht: Social-Media-Reichweite ist geliehen, eine Website ist Eigentum. Das klingt nach einem Detail, ist aber der Punkt, an dem später die meisten Probleme entstehen. Dazu weiter unten mehr, denn dieser Punkt entscheidet die Frage häufiger als jedes Designargument.

Was Social Media wirklich besser kann als jede Website

Bevor wir über Nachteile reden: Es gibt Dinge, bei denen keine Website mithalten kann.

Es wäre unehrlich, Social Media als Notlösung zu behandeln. Für viele Betriebe ist es der stärkste Kanal, den sie je hatten, und zwar aus guten Gründen. Der wichtigste: Reichweite ohne Budget. Eine neue Website ist am ersten Tag unsichtbar. Ein gutes Video kann am ersten Tag Tausende erreichen. Diesen Kaltstartvorteil kann eine Seite nicht bieten, weil Suchmaschinen Zeit brauchen und Werbung Geld kostet.

Der zweite Punkt ist Frequenz. Eine Website besuchst du einmal, vielleicht zweimal. Ein Profil, dem jemand folgt, taucht wieder und wieder auf. Diese Wiederholung baut Vertrautheit auf, und Vertrautheit ist bei Dienstleistungen die halbe Miete. Wer dich seit drei Monaten in der Timeline sieht, fragt anders an als jemand, der dich gerade zum ersten Mal googelt.

Der dritte Punkt ist Nähe. In den Kommentaren und Direktnachrichten passiert etwas, das auf keiner Website passiert: echte Gespräche, Rückfragen, Einwände, manchmal Kritik. Wer damit gut umgeht, verkauft nebenbei. Und Bewegtbild von der Arbeit, ehrlich gefilmt mit dem Handy, wirkt bei vielen Handwerks- und Kreativberufen stärker als jede Hochglanzseite.

  • Kalter Start: Ein Profil kann ab Tag eins Reichweite haben, eine neue Website nicht.
  • Wiederkehrende Sichtbarkeit bei Menschen, die dich schon kennen, ohne dass du dafür zahlst.
  • Direkter Dialog: Fragen, Einwände und Nachfassen laufen in derselben Oberfläche.
  • Sehr niedrige Einstiegshürde: kein Budget, kein Dienstleister, keine Technik.
  • Aktualität: Was heute passiert, ist heute online. Eine Website wird seltener gepflegt.

Wenn dir jemand erzählt, Social Media sei nur Spielerei, hat er entweder eine Website zu verkaufen oder seit Jahren nicht hingeschaut. Die Frage ist nicht, ob Social funktioniert. Die Frage ist, was passiert, wenn es das Einzige ist, was du hast.

Was nur eine eigene Seite kann

Vier Funktionen, die auf keiner Plattform sauber abbildbar sind.

Es gibt Aufgaben, bei denen ein Profil strukturell scheitert, nicht weil du zu wenig postest, sondern weil die Plattform anders gebaut ist. Die folgende Tabelle stellt die üblichen Aufgaben eines Firmenauftritts den drei Kanälen gegenüber, die in Deutschland real relevant sind: einem Social-Profil, dem Google-Unternehmensprofil (früher Google My Business) und einer eigenen Website. Lies sie nicht als Wertung, sondern als Aufgabenverteilung.

AufgabeSocial-Media-ProfilGoogle-UnternehmensprofilEigene Website
Gefunden werden, wenn jemand aktiv suchtSchwach. Die Suche findet Profile, selten einzelne LeistungenStark bei lokaler Suche, aber nur mit knappen AngabenStark. Zu jeder Leistung kann eine eigene Seite existieren
Menschen erreichen, die dich gar nicht suchenStark. Genau dafür ist der Algorithmus gebautSchwachSchwach, ohne Werbung oder geteilte Inhalte
Vertrauen aufbauen vor dem ErstkontaktMittel. Persönlich, aber austauschbar im FeedMittel. Bewertungen wirken stark, Inhalte bleiben knappStark. Preise, Ablauf, Referenzen und Rechtliches an einem Ort
Eine erklärungsbedürftige Leistung darstellenSchwach. Das Format zwingt zur KürzeSehr schwachStark. Beliebig tief, strukturiert, jederzeit nachlesbar
Anfragen, Termine und Bestellungen annehmenMittel. Läuft über Direktnachrichten, schlecht dokumentiertMittel. Anrufbutton, teilweise BuchungslinkStark. Formular, Kalender, Shop, alles nachvollziehbar
Kontrolle über Darstellung, Reichweite und DatenGering. Layout, Regeln und Sichtbarkeit gehören der PlattformGering. Google bestimmt, was angezeigt wirdVollständig, inklusive Domain, Inhalten und Quellcode
Bestandskunden binden und reaktivierenStark. Wiederkehrende Sichtbarkeit ohne MediabudgetSchwachMittel. Nur mit Newsletter oder wiederkehrenden Inhalten
Bewerber, Partner und Lieferanten überzeugenMittel. Zeigt Kultur, liefert wenig FaktenSchwachStark. Karriereseite, Zahlen, Ansprechpartner, Historie
Kosten und Aufwand für den StartKein Geld, viel Zeit, dauerhaftKein Geld, wenig ZeitEinmaliges Budget, danach wenig Zeit

Vier Zeilen dieser Tabelle sind die eigentliche Antwort auf die Ausgangsfrage. Erstens die aktive Suche: Wer "Rollladen reparieren Karlsruhe" eintippt, landet nicht in einem Feed. Zweitens die Tiefe: Sobald deine Leistung Erklärung braucht (Ablauf, Voraussetzungen, Preisrahmen, Bedingungen), ist ein Format mit Zeichenlimit das falsche Werkzeug. Drittens die Dokumentation: Anfragen aus Direktnachrichten sind in drei Monaten nicht mehr auffindbar, Formularanfragen schon. Viertens die Kontrolle, und die ist der wunde Punkt.

Der Preis der geliehenen Reichweite

Plattformabhängigkeit ist kein theoretisches Risiko, sondern ein Betriebsrisiko.

Ein Social-Profil ist ein Mietverhältnis, bei dem der Vermieter jederzeit einseitig kündigen darf und keine Begründung schuldet. Das ist keine Verschwörungstheorie, sondern steht sinngemäß in den Nutzungsbedingungen jeder großen Plattform. Praktisch bedeutet es dreierlei: Deine Sichtbarkeit kann sich über Nacht ändern, dein Zugang kann gesperrt werden, und deine Kontakte kannst du nicht mitnehmen. Follower sind keine Adressen. Sie existieren nur innerhalb dieser einen App.

Der häufigere Fall ist nicht die Sperre, sondern die stille Verschiebung. Plattformen ändern regelmäßig, welche Inhalte bevorzugt ausgespielt werden. Wer gestern mit Fotos gut lief, braucht heute Video. Wer Reichweite über Links aufgebaut hat, merkt, dass Beiträge mit externem Link schlechter laufen. Das ist keine Böswilligkeit, sondern Geschäftsmodell: Die Plattform will Nutzer behalten, nicht wegschicken. Genau deshalb ist der Weg von einem Profil zu deinem Angebot immer ein bisschen zäh.

Dazu kommt die Datenfrage. Auf deiner eigenen Seite gehören dir die Inhalte, die Domain, der Code und die Anfragen. Du kannst umziehen, exportieren, weitergeben, verkaufen. Bei einem Profil gehört dir nichts davon. Wenn du deinen Betrieb irgendwann übergibst oder verkaufst, ist eine Domain mit Historie ein Wert, ein Account mit 4.000 Followern ist eine Verhandlungssache mit ungewissem Ausgang.

Ein Nebenaspekt, der oft übersehen wird: Auch geschäftlich genutzte Social-Media-Profile unterliegen in Deutschland der Impressumspflicht (seit 2024 im Digitale-Dienste-Gesetz geregelt, das die entsprechende Regelung im Telemediengesetz abgelöst hat). Viele Profile lösen das über einen Link auf die eigene Website, weil die Plattformfelder für vollständige Pflichtangaben schlicht zu kurz sind. Wenn du also gewerblich postest, brauchst du ohnehin einen Ort, an dem diese Angaben sauber stehen. Im Zweifel lass das rechtlich prüfen, denn Abmahnungen in diesem Bereich sind kein Phantom.

Branchen und Situationen: wann eine Seite praktisch Pflicht ist

Nicht jede Branche braucht dasselbe. Diese Übersicht ordnet ein.

Die folgende Tabelle ist eine Einschätzung aus der Praxis, keine Statistik. Sie sortiert nach dem, was in der jeweiligen Branche tatsächlich über Aufträge entscheidet: aktive Suche, Prüfbedarf vor der Anfrage und Auftragswert. Je höher der Auftragswert und je stärker der Prüfbedarf, desto weniger ersetzbar ist eine eigene Seite.

Branche oder SituationWebsite nötig?WarumSinnvoller Mindestumfang
Handwerk mit Angebotsgeschäft (Elektro, Sanitär, Bau)JaHausverwaltungen und Gewerbekunden prüfen vor der Anfrage, ob es den Betrieb wirklich gibtOnepager mit Leistungen, Einzugsgebiet, Kontakt, Impressum
Praxis, Kanzlei, Steuerberatung, TherapieJaPflichtangaben, Sprechzeiten, Formulare, hohe Erwartung an Seriosität4 bis 6 Seiten mit Team, Leistungen, Anfahrt, Kontakt
Restaurant, Café, BarMeistens ja, aber kleinKarte, Öffnungszeiten und Reservierung sollen ohne App erreichbar seinOnepager plus aktuelle Karte als eigene Seite
Friseur, Kosmetik, Nagelstudio, TattooOptionalBilder und Buchung laufen oft vollständig über Profil und BuchungstoolKleine Seite mit Preisen, Anfahrt, Impressum, Buchungslink
Onlinehandel mit eigenen ProduktenJa, zwingendVerkauf nur über Marktplätze bedeutet Provision und keinen Zugriff auf KundendatenShop mit Rechtstexten, Versand- und Zahlungslogik
Coach, Berater, TrainerJaHohe Preise verlangen Belege: Referenzen, Ablauf, Konditionen, Person5 bis 8 Seiten plus Terminbuchung
Kreative mit Portfolio (Foto, Design, Musik)Kommt darauf anAuftraggeber suchen auf Plattformen, wollen für die Entscheidung aber ein neutrales PortfolioPortfolioseite mit Arbeiten, Preisrahmen, Kontakt
Verein, Initiative, EhrenamtMeistens jaSatzung, Termine, Spendenkonto und Ansprechpartner gehören nicht in einen FeedOnepager plus Termin- und Kontaktseite
Notfallnahe Dienstleistung (Schlüsseldienst, Rohrreinigung)JaIm Ernstfall wird gesucht, nicht gescrollt. Der erste Treffer bekommt den AuftragOnepager mit Telefonnummer ganz oben und Einzugsgebiet
Reines Hobbyprojekt ohne VerkaufsabsichtNeinAufwand und Nutzen stehen in keinem sinnvollen VerhältnisProfil plus Linkliste reicht vollkommen

Ein Muster zieht sich durch: Überall dort, wo jemand vor dem Erstkontakt prüfen will, ob du echt und zuständig bist, braucht es eine Seite. Das gilt besonders im B2B und bei allem, was mit Zutritt zur Wohnung, Gesundheit, Geld oder Recht zu tun hat. Überall dort, wo die Entscheidung emotional und schnell fällt und die Rechnung unter 100 Euro liegt, kann ein starkes Profil den Job allein erledigen.

Der zweite Faktor ist dein Wettbewerb. In manchen Nischen hat niemand eine ordentliche Seite, dann reicht ein sauberer Onepager, um sichtbar aus der Reihe zu fallen. In anderen haben alle eine, und zwar eine gute. Dort ist eine Seite kein Vorteil, sondern die Eintrittskarte. Schau dir vor der Entscheidung fünf direkte Mitbewerber an, und zwar so, wie ein Kunde es täte: googeln, klicken, dreißig Sekunden schauen, weiterklicken.

Wann Social Media allein wirklich reicht

Es gibt diese Fälle. Sie werden selten benannt, weil niemand daran verdient.

Wenn dein Geschäft alle folgenden Merkmale hat, kannst du dir eine Website guten Gewissens sparen, zumindest fürs Erste: Deine Leistung ist visuell und selbsterklärend, der Auftragswert ist niedrig, die Entscheidung fällt spontan, deine Zielgruppe hält sich ohnehin auf genau einer Plattform auf, du bist dort aktiv und postest verlässlich, und die Buchung läuft über ein Tool, das du verlinken kannst. Das trifft zum Beispiel auf viele Nail-Studios, Barbershops, mobile Kaffeestände oder Künstler zu, die über Auftritte und Merch leben.

Auch für Testphasen ist der Verzicht vernünftig. Wenn du gerade erst herausfindest, ob deine Idee überhaupt Kunden hat, ist ein Profil das schnellere und billigere Experiment. Erst wenn du weißt, was du verkaufst, an wen und zu welchem Preis, lohnt es sich, das in eine Struktur zu gießen. Eine Website, die auf einer noch unklaren Positionierung gebaut wird, ist in sechs Monaten Nacharbeit.

Und ein dritter Fall: Wenn du nachweislich ausgelastet bist und keine neuen Kunden willst, brauchst du keinen zusätzlichen Akquisekanal. Dann reicht ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil mit korrekten Daten plus dein Social-Profil. Das ist eine legitime Entscheidung und keine Nachlässigkeit.

Was in all diesen Fällen trotzdem sinnvoll ist: eine Domain sichern. Sie kostet in der Praxis meist zwischen 10 und 40 Euro pro Jahr und ist die billigste Versicherung, die du kaufen kannst. Wenn dein Name in zwei Jahren belegt ist, weil jemand anders schneller war, ärgerst du dich über einen Betrag, den du damals in einem Restaurantbesuch ausgegeben hättest.

Der pragmatische Mittelweg: klein anfangen, richtig anfangen

Zwischen "gar nichts" und "großer Auftritt" liegen mehrere sinnvolle Stufen.

Die häufigste Fehlannahme lautet: Eine Website ist ein großes Projekt mit vielen Seiten. Für die meisten Betriebe stimmt das nicht. Ein guter Onepager mit fünf Abschnitten (was du machst, für wen, wie es abläuft, was es ungefähr kostet, wie man dich erreicht) erledigt 80 Prozent der Aufgaben, die oben in der Tabelle stehen. Er ist schnell gebaut, günstig zu pflegen und kann später wachsen. Wichtig ist nicht die Größe, sondern dass die Basis technisch und rechtlich sauber ist.

VarianteEinmaliger AufwandLaufende KostenEhrliche Einschätzung
Nur Social-ProfilKein Geld, etwa 5 bis 15 Stunden EinrichtungZeit: meist 2 bis 8 Stunden pro WocheFunktioniert, solange du regelmäßig lieferst. Pausierst du, verschwindest du.
Social plus Google-UnternehmensprofilKein Geld, zusätzlich 2 bis 4 StundenBewertungen beantworten, Daten aktuell haltenDer billigste echte Sichtbarkeitsgewinn für jeden lokalen Betrieb. Sollte jeder machen.
Baukasten-Onepager, selbst gebautca. 0 bis 200 Euro plus 10 bis 30 Stunden Eigenleistungca. 10 bis 30 Euro pro MonatLegitim für Hobby, Verein, Zwischenlösung. Tempo, Design und Datenschutz sind selten stark.
Kleine Seite vom Profiin der Praxis meist 1.500 bis 3.500 EuroDomain und Hosting, Pflege nach BedarfSinnvoll, sobald Aufträge über die Seite kommen sollen und du repräsentieren musst.
Mehrseitige Firmenseite vom Profiin der Praxis meist 3.500 bis 8.000 EuroDomain, Hosting, Wartung ab ca. 30 bis 150 Euro pro MonatSinnvoll ab mehreren Leistungen, Standorten oder Zielgruppen.
Shopin der Praxis meist ab 5.000 EuroHosting, Zahlungsgebühren, laufende PflegeNur mit klarem Plan für Versand, Retouren und Nachschub. Sonst wird es teuer.

Die Spannen sind Erfahrungswerte aus dem deutschen Markt und schwanken je nach Region, Anspruch und Umfang erheblich. Sie taugen als Orientierung, nicht als Preisliste. Wie du zwei Angebote sauber gegeneinander stellst, ohne dich von Paketnamen blenden zu lassen, steht ausführlich im Ratgeber zum Angebotsvergleich. Und was nach dem Launch dauerhaft anfällt, findest du im Ratgeber zu den laufenden Kosten einer Website.

Zur Einordnung, wie ein solches Projekt konkret ablaufen kann: Bei Pixylmedia steht der Festpreis vor Projektstart fest (Basic ab 2.000 Euro, Pro bei 4.500 Euro), der Launch ist auf 14 Tage angelegt, und Website, Domain und Code gehören danach dir. Das ist kein Argument dafür, dass du eine Seite brauchst. Es ist nur die Antwort auf die Frage, die direkt nach der Entscheidung kommt: Was kostet das und wie lange dauert es.

Der Selbsttest: acht Fragen, zehn Minuten

Beantworte sie ehrlich. Die Mehrheit entscheidet.

Diese acht Fragen ersetzen jede Beratung, wenn du sie nicht beschönigst. Zähl einfach, in welcher Spalte du häufiger landest. Bei fünf oder mehr Antworten in der rechten Spalte brauchst du eine eigene Seite, und zwar eher früher als später. Bei fünf oder mehr links kannst du mit Social plus Google-Unternehmensprofil weiterfahren und die Entscheidung in einem halben Jahr erneut prüfen.

FrageSpricht für Social alleinSpricht für eine eigene Seite
Wie finden dich neue Kunden heute?Über Empfehlungen und den FeedSie tippen ein Problem in eine Suchmaschine
Was kostet dein typischer Auftrag?Unter 100 Euro, Entscheidung aus dem BauchVierstellig oder mit Vertrag, Entscheidung wird geprüft
Wie oft postest du realistisch, auch in stressigen Wochen?Mehrmals pro Woche, dauerhaftUnregelmäßig, wenn Zeit übrig bleibt
Was passiert, wenn dein Profil morgen gesperrt wäre?Unangenehm, aber verkraftbarDie Neukundengewinnung steht komplett still
Braucht deine Leistung mehr als 30 Sekunden Erklärung?Nein, das Ergebnis spricht für sichJa, Ablauf, Preise und Bedingungen brauchen Platz
Willst du Bewerber, Partner oder Gewerbekunden ansprechen?Nein, reines EndkundengeschäftJa, zumindest gelegentlich
Brauchst du Kontaktdaten, die dir gehören?Nein, Direktnachrichten reichenJa, Anfragen sollen dokumentiert und exportierbar sein
Wie stark sind deine Mitbewerber online?Kaum jemand hat eine brauchbare SeiteAlle haben eine, mehrere davon sind gut

Ein Hinweis zur dritten Frage, weil sie die ehrlichste ist: Social Media ist nicht kostenlos, sondern wird in Zeit bezahlt. Zwei bis acht Stunden pro Woche sind ein realistischer Aufwand, wenn es wirklich tragen soll. Rechne diese Stunden mit deinem eigenen Stundensatz gegen, und die vermeintlich teure Website relativiert sich innerhalb weniger Monate. Wer die Zeit nicht hat, sollte nicht auf den Kanal setzen, der ohne Dauerbetrieb sofort verstummt.

Und ein Hinweis zur vierten Frage: Wenn dir bei "Profil morgen gesperrt" der Magen zusammenzieht, ist die Entscheidung längst gefallen. Dann geht es nicht mehr um Marketing, sondern um Absicherung.

Fazit: Was du jetzt konkret tun solltest

Keine Empfehlung ins Blaue, sondern drei klare Wege je nach Ausgangslage.

Die ehrliche Zusammenfassung lautet: Social Media ersetzt eine Website für einen Teil der Betriebe vollständig, für die meisten aber nur den Sichtbarkeitsteil, nicht den Vertrauens- und den Auffindbarkeitsteil. Wer teure, erklärungsbedürftige oder geprüfte Leistungen verkauft, kommt ohne eigene Seite auf Dauer nicht aus. Wer günstige, visuelle und spontan gekaufte Leistungen anbietet und verlässlich postet, kann sehr gut ohne leben.

Wenn du nach dem Selbsttest links gelandet bist: Sichere dir heute deine Wunschdomain, richte dein Google-Unternehmensprofil vollständig ein (Kategorien, Zeiten, Fotos, Leistungen) und kümmere dich darum, dass deine Pflichtangaben rechtlich sauber erreichbar sind. Das kostet dich einen Nachmittag und ein paar Euro im Jahr. Setz dir eine Erinnerung in sechs Monaten, um die Frage neu zu stellen.

Wenn du rechts gelandet bist, aber knapp: Bau eine kleine Seite, nicht die große. Ein Onepager mit klarer Aussage, Leistungen, Ablauf, Preisrahmen und einem Formular schlägt eine zehnseitige Seite, die nie fertig wird. Plane vorher, welche Inhalte du liefern musst (Texte, Bilder, Referenzen), denn daran hängen die meisten Projekte, nicht an der Technik.

Wenn du deutlich rechts gelandet bist: Behandle die Seite als Betriebsmittel, nicht als Visitenkarte. Das heißt konkret: Festpreis vor Projektstart, schriftlicher Leistungsumfang, Domain und Zugänge auf deinen Namen, Rechtstexte geklärt, und ein Plan, wer die Seite nach dem Launch aktuell hält. Hol dir zwei bis drei Angebote und vergleiche nicht die Endsumme, sondern was jeweils drinsteht.

Und egal, wo du gelandet bist: Hör auf, das eine gegen das andere auszuspielen. Der stärkste Aufbau für die allermeisten kleinen Betriebe in Deutschland ist unspektakulär: ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil für die lokale Suche, eine kleine eigene Seite als verlässlicher Anlaufpunkt, und genau ein Social-Kanal, den du wirklich bedienen kannst. Drei Bausteine, die zusammenarbeiten, statt einer, der alles tragen soll.

Häufige Fragen

Brauche ich eine Website, wenn ich schon Instagram habe?
Das hängt davon ab, wie deine Kunden dich suchen. Instagram erreicht Menschen, die nicht nach dir gesucht haben. Eine Website wirkt, wenn jemand ein konkretes Problem googelt. Verkaufst du erklärungsbedürftige oder teure Leistungen, brauchst du beides. Ist deine Leistung visuell, günstig und wird spontan gebucht, kann das Profil den Job vorerst allein erledigen.
Was kostet eine einfache Website für einen kleinen Betrieb?
Eine kleine Seite vom Profi liegt in der Praxis meist zwischen 1.500 und 3.500 Euro, eine mehrseitige Firmenseite zwischen 3.500 und 8.000 Euro. Das sind Erfahrungswerte aus dem deutschen Markt, die je nach Umfang und Region schwanken. Bei Pixylmedia steht der Festpreis vor Projektstart fest: Basic ab 2.000 Euro, Pro bei 4.500 Euro.
Reicht ein Google-Unternehmensprofil statt einer Website?
Für die lokale Suche reicht es oft überraschend weit, für alles andere nicht. Das Profil zeigt Adresse, Zeiten, Bewertungen und Telefonnummer, aber keine Abläufe, Preisrahmen oder Referenzen. Sobald jemand vor der Anfrage prüfen will, ob du zuständig und seriös bist, fehlt der Platz. Als Kombination aus Profil und kleiner Seite funktioniert es am besten.
Wie lange dauert es, bis eine Website online ist?
Ein Onepager ist bei guter Vorbereitung in zwei bis vier Wochen online, größere Firmenseiten brauchen erfahrungsgemäß sechs bis zwölf Wochen. Der Zeitfresser ist selten die Technik, sondern deine Inhalte: Texte, Bilder, Referenzen und Freigaben. Bei Pixylmedia ist der Launch auf 14 Tage angelegt, danach gibt es 30 Tage Support für Anpassungen.
Was passiert, wenn mein Social-Media-Konto gesperrt wird?
Du verlierst Reichweite und Kontakte gleichzeitig, denn Follower sind keine Adressen und lassen sich nicht exportieren. Wiederherstellungen dauern in der Praxis oft Wochen, manchmal ohne Erfolg. Wer parallel eine eigene Seite mit Leistungen und Kontaktformular hat, verliert Sichtbarkeit, aber nicht die Neukundengewinnung. Genau deshalb ist eine Website für viele Betriebe eher Rückfallebene als Marketingmaßnahme.

Genug gesehen?

Festpreis. Zwei Wochen. Direkt mit dem Macher. Kein Vorgespräch-Marathon, keine Newsletter-Falle.