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Webdesign-Angebote vergleichen: Die 12 Punkte, auf die es ankommt

Drei Angebote für dieselbe Website, und die Summen liegen zwischen 1.800 und 14.000 Euro. Das ist kein Ausreißer, das ist der Normalfall. Der Grund ist selten Gier, sondern fast immer: Die drei Angebote beschreiben drei verschiedene Projekte. Wer nur auf die Endsumme schaut, vergleicht Zahlen, die nichts miteinander zu tun haben, und wundert sich sechs Monate später über Nachträge. Dieser Artikel zeigt dir, welche zwölf Punkte in einem seriösen Angebot stehen müssen, welche Formulierungen ein Warnzeichen sind und wie du ungleiche Angebote auf eine gemeinsame Grundlage bringst, bevor du unterschreibst.

Lesezeit
12 Min.
Stand
Juli 2026
Kapitel
9

Warum drei Angebote für dieselbe Website so weit auseinanderliegen

Der Unterschied kommt fast nie vom Stundensatz.

Wenn du drei Dienstleister anfragst und dabei schreibst „wir brauchen eine neue Website, etwa acht Seiten", dann hast du keine Ausschreibung verschickt, sondern eine Einladung zum Raten. Jeder füllt die Lücken mit eigenen Annahmen. Der eine rechnet mit angepasster Vorlage, deinen Texten, deinen Fotos. Der zweite mit individuellem Aufbau, zwei Korrekturrunden, lizenzierten Bildern. Der dritte zusätzlich mit Workshop, neuen Texten, Fotoshooting. Alle drei sind ehrlich, sie beantworten nur drei verschiedene Fragen.

Der zweite Grund ist das Risiko. Wer einen echten Festpreis gibt, muss die Unsicherheit einpreisen, die dein Briefing offen lässt. Fehlt eine Seitenliste, kalkuliert ein vorsichtiger Anbieter zwei Seiten Puffer und liegt damit über dem Kollegen, der ohne Puffer anbietet und später nachträgt. Das günstigere Angebot ist dann nicht günstiger, es verschiebt die Rechnung nur nach hinten. Genau deshalb ist die Endsumme allein wertlos, solange du nicht weißt, was sie abdeckt.

Die drei häufigsten Ursachen für Preisunterschiede

  1. Unterschiedlich verstandener Umfang: fünf statt acht Seiten, Vorlage statt individueller Aufbau, mit oder ohne Blog, Formular oder Buchungsfunktion.
  2. Ausgelagerte Leistungen: Texte, Bilder und Rechtstexte sind entweder eingerechnet oder liegen still bei dir und tauchen später als eigene Kosten auf.
  3. Unterschiedliche Preislogik: Festpreis mit klarem Umfang gegen Abrechnung nach Stunden gegen Mietmodell mit 24 oder 36 Monaten Laufzeit.

Zu den Stundensätzen: In der Praxis liegen sie im deutschsprachigen Raum bei Solo-Dienstleistern meist zwischen 60 und 110 Euro, bei Agenturen mit mehreren Rollen eher zwischen 90 und 180 Euro. Das sind Erfahrungswerte aus Angeboten, die uns Kunden zum Gegenlesen schicken, keine Statistik. Wichtiger als die Zahl ist die Erkenntnis dahinter: Der Satz erklärt selten mehr als ein Drittel des Preisunterschieds, den Rest macht der Umfang. Was eine Website insgesamt kostet, steht mit allen Bestandteilen im Ratgeber zu den Webdesign-Kosten.

Die 12 Punkte, die in einem seriösen Angebot stehen müssen

Weniger ist kein Betrug, aber immer ein Grund zur Rückfrage.

Ein gutes Angebot ist kein Kunstwerk, es ist eine Liste. Es beschreibt so genau, was gebaut wird, dass ein Dritter ohne dein Wissen prüfen könnte, ob am Ende geliefert wurde, was versprochen war. Diese zwölf Punkte sind deine Prüfliste. Geh sie mit jedem Angebot einzeln durch und hake ab. Fehlen ein oder zwei Punkte, ist das normal und schnell geklärt. Fehlen fünf oder mehr, hast du kein Angebot vor dir, sondern eine Preisidee.

Punkt im AngebotWas konkret dastehen mussWas das Fehlen bedeutet
1. SeitenstrukturAlle Unterseiten namentlich aufgelistetJede weitere Seite wird zur Nachtragsrechnung
2. Design-UmfangAnzahl Entwürfe, Anzahl Korrekturrunden, Definition einer RundeAb Runde zwei kostet jede Änderung extra
3. TexteWer schreibt, wer liefert, bis wannDas Projekt bleibt liegen, weil niemand zuständig ist
4. BilderStockfotos inklusive Lizenz, Shooting oder Lieferung durch dichLizenzkosten und Abmahnrisiko landen bei dir
5. Technischer UnterbauKonkret benannt: individuell, WordPress mit Theme X, Baukasten YUnklar, ob später jemand anderes weiterarbeiten kann
6. PflegbarkeitWas du selbst änderst, was nicht, mit welchem WerkzeugJede Textänderung kostet dich dauerhaft Geld
7. Technisches ZielMessbar: Ladezeit mobil, Lighthouse-Wert, BarrierefreiheitNiemand haftet, wenn die Seite langsam ist
8. Recht und DatenschutzCookie-Lösung, Fonts lokal, AV-Vertrag, Herkunft der RechtstexteIm Ernstfall haftest du, nicht der Dienstleister
9. ZeitplanStart, Meilensteine, Go-Live-Datum, deine MitwirkungsfristenDas Projekt zieht sich ohne Konsequenz über Monate
10. ZahlungsplanProzentsätze mit Auslöser, etwa 50 bei Start, 50 bei FreigabeVolle Vorkasse ohne Sicherheit für dich
11. Betrieb nach LaunchHosting, Domain, Wartung, Support mit Preis und KündigungsfristDie günstige Website wird über drei Jahre die teuerste
12. Rechte und EigentumWem Domain, Code, Design und Zugänge nach Zahlung gehörenVendor-Lock-in: der Umzug kostet ein neues Projekt

Punkt 12 überlesen die meisten, und er wird am teuersten. Es gibt Anbieter, bei denen die Website nach Vertragsende schlicht abgeschaltet wird, weil du nur ein Nutzungsrecht gekauft hast. Das ist zulässig, wenn es im Angebot steht, und deshalb steht es dort meistens auch, nur klein und in einem harmlos klingenden Satz. Such gezielt nach den Wörtern Nutzungsrecht, Lizenz, Laufzeit und Rückgabe.

Wenn Punkte fehlen, rate nicht und rechne nichts dazu. Schreib eine kurze Mail mit den offenen Punkten und bitte um ein aktualisiertes Angebot. Die Reaktion darauf ist selbst ein Auswahlkriterium: Wer in wenigen Tagen ein präzisiertes Dokument schickt, arbeitet auch im Projekt so. Wer ausweicht oder sagt „das klären wir unterwegs", klärt auch unterwegs nichts.

Äpfel mit Äpfeln: so normalisierst du drei ungleiche Angebote

Ein Raster, eine Tabelle, dreißig Minuten Arbeit.

Normalisieren heißt: Du rechnest alle Angebote auf denselben Lieferumfang hoch. Fehlt in Angebot A der Text für acht Seiten, setzt du dort den Betrag ein, den du entweder extern zahlst oder in Eigenarbeit stemmst. Rechne die eigene Zeit ruhig mit, auch wenn sie in keiner Rechnung auftaucht. Acht Seiten Text selbst zu schreiben kostet die meisten Inhaber zwei bis vier volle Arbeitstage, und diese Tage fehlen im Betrieb.

Das Beispiel fasst mehrere Angebote zusammen, die wir gegengelesen haben: Handwerksbetrieb, acht Seiten, Kontaktformular, kein Shop. Zahlen gerundet, Struktur typisch.

PositionAngebot A (2.400 Euro)Angebot B (5.900 Euro)Angebot C (12.400 Euro)
Seiten und Aufbau5 Seiten, angepasste Vorlage8 Seiten, individuell8 Seiten plus Blog, individuell
Texte„Kunde liefert"Vorhandene Texte überarbeitetNeu geschrieben nach Interview
BilderNicht erwähnt10 lizenzierte StockfotosShooting, ein halber Tag vor Ort
RechtstexteNicht enthaltenGenerator, Kosten beim KundenKanzleitool, erstes Jahr enthalten
KorrekturrundenNicht genannt2 Runden definiert3 Runden plus Workshop
Betrieb29 Euro monatlich, 24 Monate PflichtHosting frei wählbar, Wartung optional250 Euro monatlich, 12 Monate
EigentumNutzungsrecht während der LaufzeitAlle Rechte beim KundenAlle Rechte beim Kunden
Realkosten 3 Jahreca. 3.450 plus Texte, Bilder, Rechtca. 6.300, alles abgedecktca. 21.400, alles abgedeckt

Nach der Normalisierung sieht das Bild anders aus. Angebot A liegt nur scheinbar bei 2.400 Euro: Es fehlen drei Seiten, alle Texte, alle Bilder und die Rechtstexte, und nach 24 Monaten gehört dir nichts. Rechnet man die fehlenden Leistungen zu marktüblichen Werten dazu, landet A bei ungefähr fünf- bis sechstausend Euro, also auf Augenhöhe mit B, nur ohne Eigentum. Angebot C ist nicht überteuert, es enthält Workshop, Shooting und Redaktion. Die Frage ist nur, ob ein Betrieb mit vier Mitarbeitern das braucht.

Warnsignale: Formulierungen und was sie wirklich bedeuten

Nicht jedes Warnsignal ist Absicht. Aber jedes gehört geklärt.

Angebote sind Verkaufsdokumente. Sie sind selten falsch, aber oft so formuliert, dass eine offene Stelle nicht auffällt. Die folgenden Formulierungen tauchen immer wieder auf. Sie bedeuten nicht automatisch, dass dich jemand über den Tisch ziehen will. Sie bedeuten, dass hier etwas offen ist, was später Geld kostet, wenn du es nicht vor der Unterschrift schließt.

Formulierung im AngebotWas sie in der Praxis meist bedeutetDeine Rückfrage
„Erstellung einer modernen Website" ohne SeitenlisteDer Umfang ist offen, Nachträge sind eingeplantBitte alle Unterseiten einzeln auflisten
„inklusive Suchmaschinenoptimierung"Meist nur Seitentitel und Beschreibungen eingetragenWelche Maßnahmen genau, was ist nicht enthalten?
Position „Sonstiges" oder „Diverses"Ein Puffer, den du nicht prüfen kannstBitte aufschlüsseln oder streichen
„Mehraufwand nach Stundensatz"Der Festpreis ist keiner, die Obergrenze fehltAb wann gilt etwas als Mehraufwand, wer entscheidet, gibt es einen Deckel?
Kein Satz zu Rechten und EigentumDu mietest deine eigene Website, ohne es zu merkenWem gehört nach Zahlung was?
„Laufzeit 24 Monate, Website inklusive"Mietmodell, Gesamtkosten oft beim DoppeltenWas passiert nach Vertragsende mit der Seite?
„100 Prozent Zahlung vor Projektstart"Das gesamte Risiko liegt bei dirBitte Zahlungsplan mit Meilensteinen
„Wir kümmern uns um die DSGVO"Cookie-Banner eingebaut, mehr passiert oft nichtSchriften lokal? AV-Vertrag? Wer liefert die Rechtstexte?

Ein Sonderfall ist der Satz „zzgl. der gesetzlichen Mehrwertsteuer". Der ist korrekt und trotzdem eine häufige Fehlerquelle, wenn ein Angebot netto und ein anderes brutto rechnet. Bei 5.900 Euro sind das 1.121 Euro Unterschied. Prüf bei jedem Angebot separat, ob netto oder brutto, bevor du zwei Zahlen nebeneinanderlegst. Für vorsteuerabzugsberechtigte Betriebe ist die Bruttozahl ohnehin die falsche Vergleichsgröße.

Und ein Wort zur Fairness: Ein knappes Angebot kann schlicht daran liegen, dass jemand handwerklich gut, aber im Schreiben von Dokumenten ungeübt ist. Das ist kein Ausschlussgrund, die Nachfrage klärt es. Ausschlussgrund ist erst, wenn nach der Nachfrage immer noch nichts Konkretes kommt.

Wer baut eigentlich? Ansprechpartner, Team und Subunternehmer

Im Angebot steht der Firmenname. Interessant ist der Name der Person.

Viele Angebote lassen offen, wer die Arbeit tatsächlich macht. Bei größeren Agenturen ist das normal und oft unproblematisch: Ein Projektleiter koordiniert, Designer und Entwickler arbeiten zu. Problematisch wird es, wenn Leistungen weitergereicht werden, ohne dass du davon erfährst, und dein Ansprechpartner selbst nicht weiß, wann etwas fertig wird. Dann verlängert jede Rückfrage die Kette, und aus zwei Tagen werden zwei Wochen.

  • Wer ist meine feste Ansprechperson, und wer übernimmt bei Urlaub oder Krankheit?
  • Welche Leistungen gehen an Dritte, und wo sitzen diese?
  • Wie viele Projekte laufen parallel in meinem Zeitraum?
  • Wie schnell bekomme ich auf welchem Kanal eine Antwort?
  • Wer genau hat die Referenzprojekte gebaut, die im Angebot stehen?

Die letzte Frage ist die wichtigste und wird am seltensten gestellt. Referenzen wandern zwischen Portfolios, und ein Angebot kann Projekte zeigen, an denen der Anbieter nur als Zulieferer für einen kleinen Teil beteiligt war. Ruf im Zweifel bei einer Referenz an. Zwei Fragen reichen: Wurde der Termin gehalten, und gab es Nachträge? Die meisten Betriebe antworten ehrlich, weil sie selbst einmal in deiner Lage waren.

Beide Strukturen haben ihre Berechtigung. Eine Agentur mit acht Leuten hält den Betrieb aufrecht, wenn jemand ausfällt, und deckt Spezialfälle wie Videoproduktion oder mehrsprachige Shops ab. Eine Solo-Werkstatt hat kürzere Wege, keine Übergabeverluste und niedrigere Gemeinkosten, dafür ein Klumpenrisiko bei genau einer Person. Was zu dir passt, hängt weniger vom Budget ab als von der Komplexität. Der Ratgeber zum Vergleich von Agentur, Freelancer und Baukasten geht darauf im Detail ein.

Was nach dem Launch passiert: Betrieb, Pflege, Eigentum

Die Website kostet einmal. Der Betrieb kostet jeden Monat.

Der häufigste Rechenfehler ist der Blick auf einen einzigen Zeitpunkt. Eine Website lebt drei bis fünf Jahre. Rechne deshalb jedes Angebot auf 36 Monate hoch, inklusive aller laufenden Posten. 1.500 Euro Einstieg plus 89 Euro Pflichtpaket im Monat ergeben nach drei Jahren 4.704 Euro. 4.500 Euro Einstieg plus 15 Euro Hosting ergeben 5.040 Euro. Der Abstand ist viel kleiner, als die Startzahlen vermuten lassen, und im zweiten Fall gehört dir am Ende etwas.

Laufender PostenTypische Spanne (Erfahrungswert)Was im Angebot stehen mussWenn es offen bleibt
Domain (.de)10 bis 25 Euro pro JahrWer registriert, auf wessen NamenDie Domain gehört dem Dienstleister
Hosting kleine Firmenseite5 bis 40 Euro pro MonatAnbieter, Paket, KündigungsfristAufschlag ohne Gegenleistung
Updates und Sicherheit30 bis 150 Euro pro Monat (WordPress)Umfang, Turnus, ReaktionszeitUngepatchte Seite, Risiko Schadcode
Support und Änderungen50 bis 300 Euro pro Monat oder 70 bis 140 pro StundeInklusivzeit, Preis darüber hinausJede Kleinigkeit wird zur Rechnung
Rechtstexte-Abo10 bis 30 Euro pro MonatWer den Vertrag hält und zahltVeraltete Texte, Abmahnrisiko
BackupsMeist in Hosting oder Wartung enthaltenTurnus, Aufbewahrung, RücksicherungKein Rückweg, wenn etwas kaputtgeht

Die Spannen sind Erfahrungswerte aus Angeboten und Rechnungen, die uns Kunden gezeigt haben, keine erhobenen Marktdaten. Sie taugen als Plausibilitätsprüfung: Wer 250 Euro im Monat für die Wartung einer Fünf-Seiten-Website verlangt, soll erklären, was darin steckt. Manchmal gibt es eine gute Antwort, etwa garantierte Reaktionszeiten oder eine feste Stundenzahl. Manchmal gibt es keine.

Zum Eigentum: Ein sauberes Angebot enthält einen Satz, der klarstellt, dass Domain, Quellcode, Design und alle Zugänge nach vollständiger Zahlung dir gehören. Bei Pixylmedia steht dieser Satz aus einem einfachen Grund drin: Ohne ihn bist du erpressbar, und Erpressbarkeit ist kein Geschäftsmodell. Ähnlich beim Support: 30 Tage nach dem Launch sind inklusive, danach ist ein Care-Plan ab 99 Euro im Monat möglich, aber nicht Pflicht. Achte bei jedem Anbieter genau auf dieses Wort, denn freiwillig oder Pflicht macht über drei Jahre den Unterschied.

Der Vergleich in fünf Schritten

Ein Nachmittag Arbeit, der vierstellige Beträge spart.

Der Ablauf ist immer derselbe, egal ob es um 2.000 oder 20.000 Euro geht. Wichtig ist die Reihenfolge: Fang nicht mittendrin an zu verhandeln. Preisgespräche vor der Umfangsklärung führen dazu, dass Leistungen still verschwinden, statt dass der Preis sinkt.

  1. Schreib deinen Bedarf auf, bevor du anfragst: Seitenliste, Ziel der Website, was du selbst lieferst, Wunschtermin, Budgetrahmen. Eine A4-Seite macht alle Angebote vergleichbarer.
  2. Hole drei Angebote ein, nicht sieben. Mehr kannst du nicht sauber prüfen, und die Gespräche kosten mehr Zeit, als der Preisunterschied wert ist.
  3. Prüfe jedes Angebot gegen die Zwölf-Punkte-Liste und markiere, was fehlt. Noch nicht bewerten, nur markieren.
  4. Stelle allen dieselben Rückfragen schriftlich, mit einer Frist von fünf Werktagen. Die Antwortqualität ist selbst ein Kriterium.
  5. Normalisiere die aktualisierten Angebote, rechne auf 36 Monate hoch und entscheide erst dann. Sprich vorher mit mindestens einem Anbieter persönlich.

Zum Verhandeln: Rabatte auf den Preis sind fast immer die schlechtere Variante. Besser ist eine Umfangsanpassung. Statt „geht da noch was" also lieber „wenn ich die Texte selbst liefere und wir auf sechs Seiten gehen, wo landen wir dann". So bekommst du eine ehrliche Zahl statt einer Kalkulation, die an anderer Stelle wieder hereingeholt wird. Und du erfährst nebenbei, wie transparent jemand rechnet.

Wann das günstigste Angebot das richtige ist

Nicht jedes Projekt braucht eine gebaute Website.

Es gibt Fälle, in denen die 2.000-Euro-Lösung oder sogar der Baukasten für 15 Euro im Monat die vernünftige Entscheidung ist. Wenn du ein Hobbyprojekt online stellst, einen Verein mit fünfzig Mitgliedern betreust oder nur eine digitale Visitenkarte brauchst, ist ein individuell gebautes Projekt kein Problemlöser, sondern ein teures Statement. Ein sauber eingerichteter Baukasten mit lokalen Schriften und korrektem Impressum erfüllt diesen Zweck, und du kommst an einem Wochenende selbst damit klar.

Das gilt auch für uns: Unter etwa 2.000 Euro nehmen wir kein Projekt an, weil darunter die Zeit für Konzept, Aufbau und Prüfung nicht reicht und am Ende beide Seiten unzufrieden sind. Wer weniger ausgeben will oder kann, bekommt eher den Hinweis auf einen Baukasten als ein abgespecktes Angebot. Das ist keine Bescheidenheit, sondern Selbstschutz: Halbe Projekte kosten hinterher mehr Nerven, als sie einbringen.

Umgekehrt gibt es Fälle, in denen das teuerste Angebot das günstigste ist. Wenn deine Website Anfragen bringen soll, die im Schnitt vierstellig sind, entscheidet ein kleiner Unterschied bei der Anfragequote über mehr Geld, als der gesamte Angebotsunterschied ausmacht. Wenn du in einem regulierten Umfeld arbeitest, im Gesundheitswesen etwa, ist saubere Datenschutzarbeit jeden Aufpreis wert. Und wenn du keine Zeit hast, Texte zu schreiben, ist ein Angebot ohne Textleistung für dich unbrauchbar, egal wie günstig es aussieht.

  • Baukasten reicht: Hobbyprojekt, kleiner Verein, reine Visitenkarte ohne Anspruch auf Sichtbarkeit.
  • Gebaute Website lohnt: die Seite soll Anfragen erzeugen, Bewerbungen bringen oder Vertrauen bei hochpreisigen Leistungen aufbauen.
  • Größere Struktur nötig: mehrsprachig, Shop mit vielen Artikeln, Anbindung an Warenwirtschaft, laufende Redaktion.

Fazit: worauf es am Ende wirklich ankommt

Drei Regeln und ein konkreter nächster Schritt.

Erstens: Der Preis eines Angebots sagt nichts, solange du nicht weißt, welchen Umfang er abdeckt. Zweitens: Alles, was im Angebot nicht steht, wirst du später selbst machen oder bezahlen. Drittens: Rechne jedes Angebot auf 36 Monate, nicht auf den Tag der Unterschrift. Mit diesen drei Regeln hast du die häufigsten und teuersten Fehler beim Angebotsvergleich bereits vermieden.

Konkret für den nächsten Schritt: Nimm die Angebote, die auf deinem Schreibtisch liegen, und einen Stift. Geh die Zwölf-Punkte-Liste durch und markiere in jedem Angebot, was fehlt. Schreib dann die sechs Rückfragen an alle Anbieter gleichzeitig, mit einer Frist von fünf Werktagen. Trag die Antworten in ein Raster ein, rechne jede Zeile auf drei Jahre hoch und entscheide erst danach. Zusammen kostet dich das etwa drei Stunden.

Was du suchst, ist nicht der niedrigste Preis und auch nicht der ausführlichste Foliensatz. Du suchst jemanden, der dir vor Projektstart sagen kann, was du bekommst, was es kostet und wann es fertig ist, und der dir ohne Zögern erklärt, was nicht enthalten ist. Wer das kann, kann meistens auch die Website bauen. Wer das nicht kann, wird beim Bauen nicht plötzlich präziser.

Häufige Fragen

Warum liegen Webdesign-Angebote für dieselbe Website so weit auseinander?
Der Unterschied kommt fast immer vom Umfang, nicht vom Stundensatz. Ein Angebot rechnet mit angepasster Vorlage und deinen Texten, das nächste mit individuellem Aufbau, Korrekturrunden und lizenzierten Bildern. Stundensätze liegen nach unserer Erfahrung bei Solo-Dienstleistern zwischen 60 und 110 Euro, bei Agenturen zwischen 90 und 180 Euro. Sie erklären aber selten mehr als ein Drittel der Preisdifferenz.
Was muss in einem seriösen Webdesign-Angebot stehen?
Ein seriöses Angebot listet alle Unterseiten namentlich auf und benennt den Design-Umfang mit Anzahl der Korrekturrunden, wer Texte und Bilder liefert, den technischen Unterbau, Zeitplan mit Go-Live-Datum, Zahlungsplan mit Meilensteinen, laufende Kosten nach dem Launch sowie die Rechte an Domain, Code und Design nach vollständiger Zahlung. Fehlen ein oder zwei Punkte, frag nach. Fehlen fünf, ist es eine Preisidee.
Wie viele Angebote sollte ich für eine Website einholen?
Drei Angebote reichen. Mehr kannst du nicht sauber prüfen, und die zusätzlichen Gespräche kosten dich mehr Zeit, als der Preisunterschied wert ist. Wichtiger als die Anzahl ist, dass alle dieselbe Grundlage bekommen: eine A4-Seite mit Seitenliste, Ziel der Website, was du selbst lieferst, Wunschtermin und Budgetrahmen. Ohne dieses Briefing ratet ihr aneinander vorbei, und die Angebote werden unvergleichbar.
Wie erkenne ich versteckte Kosten in einem Webdesign-Angebot?
Rechne jedes Angebot auf 36 Monate hoch, inklusive Hosting, Wartung, Support und Rechtstexte-Abo. Typische Erfahrungswerte: Hosting 5 bis 40 Euro monatlich, Updates und Sicherheit 30 bis 150 Euro monatlich, Domain 10 bis 25 Euro im Jahr. Achte außerdem auf Formulierungen wie Mehraufwand nach Stundensatz, die Position Sonstiges oder eine Mindestlaufzeit von 24 Monaten. Dort verstecken sich die Beträge, die später auftauchen.
Wem gehört die Website nach der Bezahlung?
Das hängt vom Vertrag ab, deshalb muss ein Satz dazu im Angebot stehen: Domain, Quellcode, Design und alle Zugänge gehören nach vollständiger Zahlung dir. Bei Miet- und Laufzeitmodellen kaufst du oft nur ein Nutzungsrecht, und die Seite wird nach Vertragsende abgeschaltet. Bei Pixylmedia ist die Übertragung Teil des Festpreises ab 2.000 Euro. Such gezielt nach den Wörtern Nutzungsrecht, Lizenz und Laufzeit.

Genug gesehen?

Festpreis. Zwei Wochen. Direkt mit dem Macher. Kein Vorgespräch-Marathon, keine Newsletter-Falle.