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Was kostet ein Onlineshop? Vom Mini-Shop bis zum Skalierer

Ein Onlineshop kostet nicht das, was auf der Rechnung des Entwicklers steht. Er kostet das, was auf der Rechnung steht, plus jede einzelne Bestellung, die danach durch dein System läuft. Genau deshalb sprengen viele Shop-Projekte ihr Budget: die Einrichtung war kalkuliert, die Zahlungsgebühren, Produktdaten, Rechtstexte und der Versand nicht. Dieser Artikel rechnet beide Seiten durch, mit Preisspannen aus der Praxis, einem Vergleich der Shopsysteme und den Gebühren pro Bestellung. Danach weißt du, welche Stufe zu deinem Sortiment passt.

Lesezeit
13 Min.
Stand
Juli 2026
Kapitel
9

Warum ein Shop teurer ist als eine Website

Der gleiche Aufwand plus ein zweites Projekt obendrauf

Eine Unternehmenswebsite ist im Kern ein Schaufenster. Sie muss gut aussehen, schnell laden, verständlich sein und Anfragen erzeugen. Ein Onlineshop muss all das auch, aber er muss zusätzlich Geld einsammeln, Bestellungen auslösen, Steuersätze korrekt ausweisen, Versandkosten berechnen, Bestände führen, Rechnungen erzeugen, Retouren abbilden und dabei rechtlich sauber bleiben. Das ist kein Aufschlag von zwanzig Prozent auf ein Website-Projekt, das ist ein zweites Projekt, das auf dem ersten sitzt.

Der zweite Unterschied wiegt noch schwerer: Eine Website ist nach dem Launch weitgehend fertig. Ein Shop fängt nach dem Launch erst an. Jedes neue Produkt braucht Fotos, Texte, Varianten, Preise und Versandklassen. Jede Bestellung kostet dich Gebühren. Jede Retoure kostet dich Zeit und Porto. Wer nur die Bauphase kalkuliert, kalkuliert den kleineren Teil.

Die richtige Frage lautet deshalb nicht "was kostet ein Onlineshop", sondern "was kostet mich der Shop im ersten Jahr inklusive aller Bestellungen, die ich erwarte". Diese Zahl sieht anders aus als der Angebotspreis, und sie ist die einzige, mit der du planen kannst.

Die drei Kostenblöcke, die du trennen musst

Einmalig, laufend fix, laufend variabel

Jede saubere Shop-Kalkulation besteht aus drei Blöcken. Block eins ist der Aufbau: Konzept, Design, Umsetzung, Anbindung von Zahlung und Versand, Migration vorhandener Produktdaten, Tests. Eine einmalige Investition und der einzige Block, über den in Angeboten normalerweise gesprochen wird.

Block zwei sind die laufenden Fixkosten: Hosting oder Shop-Lizenz, Domain, Rechtstexte-Abo, Wartung, dazu Plugins und Apps im Abo. Diese Kosten fallen an, egal ob du zehn oder tausend Bestellungen im Monat hast. Sie sind planbar und deshalb harmlos, solange du sie kennst.

Block drei ist der gefährliche: die variablen Kosten pro Bestellung. Zahlungsgebühren, Verpackung, Porto, Retourenquote, eventuell Provisionen. Dieser Block wächst mit deinem Erfolg. Bei einem Warenkorb von 30 Euro und 40 Prozent Marge entscheidet er darüber, ob am Ende Gewinn übrig bleibt oder nur Umsatz.

BlockBeispieleGrößenordnung (Erfahrungswert)Verhalten bei Wachstum
EinmaligKonzept, Design, Umsetzung, Anbindungen, Datenmigration2.000 bis 40.000 EURfällt einmal an
Laufend fixHosting oder Lizenz, Domain, Rechtstexte, Wartung, Apps40 bis 400 EUR im Monatsteigt in Stufen
Laufend variabelZahlungsgebühren, Verpackung, Porto, Retouren4 bis 12 Prozent vom Bestellwert plus Portosteigt mit jeder Bestellung
Deine ZeitProduktpflege, Support, Versand, Buchhaltung5 bis 20 Stunden pro Wochesteigt bis zur Automatisierung mit

Die letzte Zeile steht bewusst in der Tabelle, obwohl sie auf keiner Rechnung auftaucht. Wer den eigenen Zeitaufwand mit null ansetzt, rechnet sich den Shop schön. Zwölf Stunden pro Woche für Packen und Support sind eine reale Kostenposition, spätestens dann, wenn du sie an eine Aushilfe oder einen Fulfillment-Dienstleister abgeben willst.

Shopsysteme im Kostenvergleich

Was die Plattform kostet und was sie an Umsetzung kostet

Die Wahl des Shopsystems ist die teuerste Einzelentscheidung im Projekt, weil sie zwei Kostenblöcke gleichzeitig festlegt: die monatliche Grundgebühr und den Aufwand, den jemand für deine Anforderungen braucht. Ein System für 30 Euro im Monat, das jede Sonderanforderung mit einer weiteren kostenpflichtigen App löst, kann teurer werden als eine Lösung, die einmal sauber gebaut wird.

Die folgenden Spannen sind Erfahrungswerte aus Angeboten und Projekten im DACH-Raum, Stand Mitte 2026. Anbieterpreise ändern sich regelmäßig, prüfe vor der Entscheidung die aktuelle Preisliste. Die Spalte Umsetzung meint individuelles Design plus Einrichtung der Prozesse, nicht das bloße Aktivieren eines Standard-Themes.

SystemLaufend pro MonatUmsetzung einmaligPasst, wenn
Baukasten mit Shop-Modul15 bis 45 EUR0 bis 1.500 EURunter 20 einfache Produkte, Pflege selbst
Shopify (Basic bis Grow)30 bis 110 EUR plus Apps1.500 bis 9.000 EURschneller Start, Standardprozesse reichen
WooCommerce auf WordPressHosting 15 bis 60 EUR plus Plugins2.500 bis 12.000 EURContent und Shop gehören zusammen
Shopware 60 bis 600 EUR je nach Edition6.000 bis 40.000 EURgroßes Sortiment, B2B-Preise, ERP
Individuelles Frontend mit Shop-API20 bis 250 EUR6.000 bis 30.000 EURDesign und Ladezeit sind der Hebel
Marktplatz statt eigenem Shop0 bis 45 EUR plus Provisionsehr geringdu testest, ob überhaupt gekauft wird

Die versteckten Kosten der günstigen Systeme

Bei Baukasten- und Mietsystemen ist die Grundgebühr selten das Problem, sondern die Apps. Ein Shop, der Rechnungen erzeugt, Bewertungen sammelt, Produktfilter bietet, Abos abwickelt und einen Newsletter anbindet, hat schnell fünf bis acht kostenpflichtige Erweiterungen. In der Praxis landen solche Shops bei 80 bis 250 Euro App-Kosten im Monat, ohne dass das jemand bewusst entschieden hätte. Das sind 1.000 bis 3.000 Euro im Jahr, dauerhaft. Prüfe deshalb bei jedem Angebot, welche Funktionen über Apps gelöst werden und was diese Apps monatlich kosten sollen.

Bei selbst gehosteten Systemen ist es umgekehrt: die Software ist günstig oder kostenlos, aber jemand muss sie aktuell halten. Updates von Shopsystem, Plugins und Serverumgebung sind bei einem Shop kein Nice-to-have, weil an diesem System Zahlungs- und Kundendaten hängen. Rechne für Wartung und Sicherheit realistisch mit 80 bis 300 Euro im Monat, entweder als Care-Plan oder als eigener Zeitaufwand.

Was in Angeboten gern unter einer Sammelposition wie "Shop-Setup" verschwindet, sind genau diese Prozesse. Wie du Angebote Position für Position vergleichbar machst, steht im Ratgeber zum Angebotsvergleich.

Zahlungsanbieter: was jede Bestellung wirklich kostet

Der Block, der still deine Marge frisst

Zahlungsgebühren unterschätzen fast alle beim Start, weil sie nicht als Rechnung kommen, sondern von jeder Auszahlung abgezogen werden. Die Struktur ist fast immer gleich: ein Prozentsatz vom Bestellwert plus ein Fixbetrag pro Transaktion. Genau diese Kombination macht kleine Warenkörbe unwirtschaftlich.

Die folgenden Werte sind Erfahrungswerte für den deutschen Markt, Stand Mitte 2026. Sie schwanken je nach Anbieter, Kartenherkunft, Umsatzvolumen und Vertrag. Nimm sie als Größenordnung für deine Kalkulation, nicht als Preisliste.

ZahlartTypische Gebühr (Erfahrungswert)Bei 25 EUR BestellwertBei 120 EUR Bestellwert
Vorkasse per Überweisungkeine Transaktionsgebührca. 0,00 EURca. 0,00 EUR
SEPA-Lastschrift über Dienstleisterca. 0,25 bis 0,50 EUR fixca. 0,35 EURca. 0,35 EUR
Kreditkarte, EU-Karteca. 1,5 bis 2,0 Prozent plus 0,25 EURca. 0,68 EURca. 2,35 EUR
Kreditkarte, Karte außerhalb der EUca. 2,8 bis 3,5 Prozent plus 0,25 EURca. 1,03 EURca. 4,05 EUR
PayPalca. 2,5 bis 3,5 Prozent plus rund 0,35 EURca. 1,05 EURca. 3,95 EUR
Kauf auf Rechnung oder Ratenkaufca. 2,5 bis 4,0 Prozent plus 0,30 bis 0,60 EURca. 1,25 EURca. 4,50 EUR

Rechne das aufs Jahr hoch. Bei 100 Bestellungen im Monat, einem Warenkorb von 45 Euro und einem gemischten Zahlungsmix aus PayPal, Karte und Rechnungskauf landest du meist bei 2,5 bis 4,5 Prozent Gebühren auf den Gesamtumsatz. Bei 54.000 Euro Jahresumsatz sind das grob 1.400 bis 2.400 Euro, die nie auf deinem Konto ankommen. Das ist häufig mehr als deine kompletten System- und Hostingkosten im selben Jahr.

Produktdaten: der unterschätzte Posten

Nicht der Shop kostet Zeit, sondern die Ware darin

Ein Shopsystem steht in wenigen Tagen. Was Wochen dauert, ist das Befüllen. Jedes Produkt braucht mindestens einen präzisen Namen, eine Beschreibung, technische Attribute, drei brauchbare Fotos, Varianten mit eigenen Preisen und Beständen, Versandklasse, Gewicht, Steuersatz und Artikelnummer. Bei vielen Warengruppen kommen Pflichtangaben dazu.

In der Praxis kannst du mit 15 bis 45 Minuten pro Produkt für die reine Datenpflege rechnen, wenn Fotos und Texte schon vorliegen. Liegen sie nicht vor, kommt Fotografie dazu: Freisteller kosten bei Dienstleistern in der Regel 15 bis 60 Euro pro Artikel, inszenierte Bilder mit Setaufbau oder Modell deutlich mehr.

SortimentAufwand DatenpflegeFotokosten (Erfahrungswert)Empfehlung
bis 20 Produkte8 bis 15 Stunden300 bis 1.200 EURselbst pflegen, Fotos extern
20 bis 100 Produkte20 bis 60 Stunden1.000 bis 5.000 EURTextbausteine anlegen, in Blöcken abarbeiten
100 bis 500 Produkte60 bis 200 Stundenab 3.000 EURImport per Tabelle, Daten vorher aufräumen
über 500 Produktenur automatisiert sinnvollStaffelpreis verhandelnSchnittstelle zu Lieferant oder Warenwirtschaft

Ab etwa 300 Produkten kippt die Rechnung: manuelles Pflegen wird teurer als eine Schnittstelle. Ein Import aus einer Lieferantenliste oder aus deiner Warenwirtschaft kostet einmalig meist 1.500 bis 6.000 Euro, spart aber jedes Jahr dutzende Stunden und verhindert, dass Preise und Bestände auseinanderlaufen.

Recht, Versand und Verpackung

Die Pflichtkosten, die du nicht weglassen kannst

Ein Shop an Verbraucher ist rechtlich deutlich anspruchsvoller als eine Firmenwebsite. Du brauchst neben Impressum und Datenschutzerklärung auch AGB, eine Widerrufsbelehrung mit Muster-Widerrufsformular, korrekte Preisangaben inklusive Hinweis auf enthaltene Umsatzsteuer und Versandkosten, Angaben zur Lieferzeit, bei bestimmten Waren Grundpreise sowie einen eindeutig beschrifteten Bestellbutton. Seit der EU-Produktsicherheitsverordnung (GPSR) kommen bei vielen Produkten Angaben zu Hersteller und verantwortlicher Person dazu.

Rechtstexte aus dem kostenlosen Generator sind für einen Shop die falsche Sparmaßnahme. Sie sind statisch, werden nicht aktualisiert und niemand haftet dafür. Anbieter mit Pflegeabo, etwa Händlerverbände oder auf IT-Recht spezialisierte Kanzleien, liegen in der Praxis bei 10 bis 40 Euro im Monat und passen die Texte bei Gesetzesänderungen an. Gerade die Hinweispflichten rund um die Online-Streitbeilegung haben sich in den letzten Jahren mehrfach geändert, verlass dich hier nicht auf eine alte Vorlage aus dem Netz.

Wer verpackte Ware in Deutschland in Verkehr bringt, muss sich vor dem ersten Versand im Verpackungsregister LUCID registrieren und an einem dualen System beteiligen. Die Registrierung ist kostenlos, die Systembeteiligung kostet bei kleinen Mengen meist 30 bis 150 Euro im Jahr. Bei Elektrogeräten oder Batterien kommen weitere Registrierungspflichten dazu, die spürbar teurer sind.

PostenSpanne pro JahrPflicht?Anmerkung
Rechtstexte mit Pflegeabo120 bis 480 EURfaktisch jaGenerator-Texte veralten schnell
Verpackungsregister, duales System30 bis 150 EURja bei WarenversandRegistrierung gratis, Beteiligung nicht
Hosting oder Shop-Lizenz200 bis 4.000 EURjaSpanne je nach System und Traffic
Wartung und Sicherheit1.000 bis 3.600 EURfaktisch jaam System hängen Zahlungsdaten
Verpackungsmaterial0,30 bis 2,50 EUR pro SendungjaKarton, Füllmaterial, Etikett
Porto (Paket Inland)4,50 bis 8,00 EUR pro Sendungjasinkt mit Vertrag und Mengenstaffel

Beim Versand lohnt Rechnen statt Schätzen. Zwischen Standardtarif und einem Vertrag mit Mengenstaffel liegen im Inland oft ein bis zwei Euro pro Paket. Bei 100 Sendungen im Monat sind das 1.200 bis 2.400 Euro im Jahr, ohne dass sich an deinem Shop irgendetwas ändert. Frag deinen Versanddienstleister nach einem Vertrag, sobald du konstant über 50 Pakete im Monat verschickst, das lohnt sich früher als die meisten denken.

Ein technischer Punkt, der oft mit Recht verwechselt wird: Wenn dein Shop Schriften, Karten oder Videoplayer direkt von US-Servern nachlädt, hast du ein Datenschutzthema, das Abmahnrisiko und Nacharbeit kosten kann. Lokale Fonts, lokal eingebundene Skripte und ein sauberes Consent-Handling kosten in der Umsetzung fast nichts, wenn sie von Anfang an eingeplant sind. Nachträglich ist es immer teurer.

Drei realistische Budgetstufen

Was du für welches Geld tatsächlich bekommst

Die folgenden Stufen sind keine Pakete, sondern Beobachtungen aus dem Markt. Sie helfen beim Einordnen: Wer dir einen Shop mit 400 Produkten, ERP-Anbindung und B2B-Preisen für 3.000 Euro anbietet, hat etwas nicht verstanden. Wer dir für zehn Produkte 25.000 Euro anbietet, ebenfalls nicht.

StufeWas drin istEinmaligLaufend pro Monat
Test und HobbyBaukasten oder Marktplatz, Standard-Theme, bis 20 Produkte0 bis 800 EUR20 bis 60 EUR plus Gebühren
Ernsthafter Startindividuelles Design, sauberer Checkout, 2 bis 3 Zahlarten, Versandregeln, Rechtstexte2.000 bis 6.500 EUR60 bis 180 EUR plus Gebühren
WachstumsshopFilter, Varianten, Rabattlogik, Newsletter, Tracking, Produktimport6.000 bis 18.000 EUR150 bis 450 EUR plus Gebühren
SkaliererERP-Anbindung, B2B-Preise, mehrere Länder oder Sprachen, Automatisierungab 20.000 EUR400 bis 2.000 EUR plus Gebühren

Für die meisten kleinen Unternehmen ist die Stufe "Ernsthafter Start" die richtige. Sie bedeutet: ein Shop, der wie deine Marke aussieht, in dem der Kaufprozess sauber funktioniert, der rechtlich in Ordnung ist und der schnell lädt. In diesem Bereich arbeitet auch Pixylmedia, mit Festpreis vor Projektstart und ohne die Position "Sonstiges" auf der Rechnung.

Und jetzt der ehrliche Teil: Wenn du zehn selbstgemachte Produkte verkaufst und noch nicht weißt, ob überhaupt jemand kauft, brauchst du keinen individuell gebauten Shop. Dann nimm einen Marktplatz oder einen Baukasten, verkauf drei Monate lang und schau dir die Zahlen an. Ein individueller Shop lohnt sich ab dem Punkt, an dem dich das Standardsystem bremst: eigene Prozesse, eigene Optik, Ladezeit, Sortimentsgröße, Schnittstellen. Vorher ist er ein teurer Vertrauensvorschuss an dich selbst.

Die Rechnung fürs erste Jahr

Ein durchgerechnetes Beispiel statt einer Preisliste

Nimm einen typischen kleinen Shop: 60 Produkte, individuell gebaut, 80 Bestellungen im Monat, Warenkorb 55 Euro. Das sind 52.800 Euro Jahresumsatz. Der Aufbau liegt in so einem Fall erfahrungsgemäß bei 4.000 bis 6.500 Euro, dazu Produktfotos für vielleicht 1.500 Euro.

Laufend fix kommen zusammen: Hosting und System rund 60 Euro, Rechtstexte 25 Euro, Wartung 99 bis 200 Euro, Tools 30 Euro. Grob 215 bis 315 Euro im Monat, also 2.600 bis 3.800 Euro im Jahr.

Laufend variabel: Zahlungsgebühren bei gemischtem Zahlungsmix rund 3,5 Prozent, das sind etwa 1.850 Euro. Verpackung bei 1,20 Euro pro Sendung sind 1.150 Euro. Porto bei 5,50 Euro pro Sendung sind 5.280 Euro, wovon du je nach Kalkulation einen Teil über die berechneten Versandkosten wieder einnimmst. Retouren bei 5 Prozent Quote kosten zusätzlich Porto und Zeit.

Unterm Strich kostet dieser Shop im ersten Jahr inklusive Aufbau grob 12.000 bis 17.000 Euro, wenn Porto und Verpackung mitgerechnet sind und dein eigener Zeitaufwand außen vor bleibt. Ab dem zweiten Jahr fällt der Aufbau weg, es bleiben Fixkosten und variable Kosten. Diese Zahl gehört in deinen Businessplan, nicht der Angebotspreis.

Zwei Regeln helfen dabei dauerhaft: Rechne immer mit Bestellungen statt mit Umsatz, weil Gebühren und Porto an der Anzahl hängen und nicht am Wert. Und leg dir vom ersten Monat an eine simple Tabelle an, in der Gebühren, Porto und Retouren monatlich landen. Nach einem halben Jahr kennst du deine echten Kosten pro Bestellung und musst nie wieder schätzen.

Fazit: womit du anfangen solltest

Erst rechnen, dann bauen

Ein Onlineshop ist kein Designprojekt mit Warenkorb, sondern ein kleines Unternehmen in Softwareform. Die Bauphase ist der sichtbare und meist kleinere Teil. Die eigentliche Frage ist, ob deine Marge die laufenden Kosten pro Bestellung trägt. Bei 15 Euro Warenkorb und 30 Prozent Marge wird es eng, egal wie schön der Shop aussieht. Bei 80 Euro Warenkorb hast du Luft und kannst in Technik investieren, die dir Arbeit abnimmt.

Der konkrete nächste Schritt ist keine Anfrage bei einem Dienstleister, sondern ein Blatt Papier. Schreib die vier Zahlen auf: Produkte, erwartete Bestellungen pro Monat, durchschnittlicher Warenkorb, notwendige Schnittstellen. Rechne dann eine einzelne Bestellung durch: Verkaufspreis minus Einkauf, minus Zahlungsgebühr, minus Verpackung, minus Porto. Das Ergebnis mal erwartete Bestellungen ist dein monatlicher Deckungsbeitrag. Erst wenn dieser Betrag deine Fixkosten deutlich übersteigt, ist ein individueller Shop die richtige Investition.

Wenn die Rechnung noch nicht aufgeht, ist das kein Grund aufzugeben, sondern ein Grund, klein zu starten. Marktplatz oder Baukasten, drei bis sechs Monate echte Verkaufsdaten sammeln, dann mit realen Zahlen neu entscheiden. Diese Reihenfolge kostet dich ein paar hundert Euro statt mehrerer tausend, und du kaufst dir Gewissheit statt Hoffnung.

Wenn die Rechnung aufgeht: Hol zwei bis drei Angebote ein, achte auf Festpreis statt Stundenschätzung, lass dir zeigen, welche Zahlarten und Versandregeln enthalten sind, und frag ausdrücklich, wem am Ende Shop, Domain und Code gehören. Ein System, aus dem du nicht mehr herauskommst, ist teurer als jeder Stundensatz. Wie du laufende Kosten für Wartung und Betrieb realistisch ansetzt, findest du im Ratgeber zu den laufenden Website-Kosten.

Häufige Fragen

Was kostet ein Onlineshop im ersten Jahr?
Ein individuell gebauter kleiner Shop mit rund 60 Produkten und 80 Bestellungen im Monat liegt im ersten Jahr erfahrungsgemäß bei 12.000 bis 17.000 Euro. Darin stecken der Aufbau mit 4.000 bis 6.500 Euro, laufende Fixkosten von 215 bis 315 Euro im Monat sowie Zahlungsgebühren, Verpackung und Porto. Ab dem zweiten Jahr fällt der Aufbau weg. Pixylmedia kalkuliert den Aufbau als Festpreis vor Projektstart.
Welches Shopsystem ist für einen kleinen Shop am günstigsten?
Für unter 20 einfache Produkte reicht meist ein Baukasten mit Shop-Modul für 15 bis 45 Euro im Monat. Shopify startet bei etwa 30 bis 110 Euro plus Apps, WooCommerce braucht Hosting ab 15 Euro plus Plugins. Achte weniger auf die Grundgebühr als auf die Apps: fünf bis acht Erweiterungen kosten schnell 80 bis 250 Euro monatlich.
Wie viel kosten Zahlungsgebühren pro Bestellung?
Zahlungsanbieter nehmen erfahrungsgemäß einen Prozentsatz vom Bestellwert plus einen Fixbetrag. PayPal liegt bei rund 2,5 bis 3,5 Prozent plus etwa 0,35 Euro, Kreditkarten aus der EU bei 1,5 bis 2,0 Prozent plus 0,25 Euro. Über einen gemischten Zahlungsmix landen die meisten Shops bei 2,5 bis 4,5 Prozent vom Jahresumsatz. Kleine Warenkörbe trifft der Fixbetrag am härtesten.
Brauche ich für einen Onlineshop eigene Rechtstexte?
Ja. Ein Shop an Verbraucher braucht neben Impressum und Datenschutzerklärung auch AGB, eine Widerrufsbelehrung mit Muster-Formular, korrekte Preis- und Versandangaben sowie einen eindeutig beschrifteten Bestellbutton. Kostenlose Generator-Texte veralten schnell und niemand haftet dafür. Anbieter mit Pflegeabo kosten in der Praxis 10 bis 40 Euro im Monat und passen die Texte bei Gesetzesänderungen an.
Lohnt sich ein individueller Shop bei nur zehn Produkten?
Meistens nicht. Solange du nicht weißt, ob überhaupt jemand kauft, reicht ein Marktplatz oder Baukasten für 0 bis 800 Euro einmalig. Verkauf drei bis sechs Monate und sieh dir die Zahlen an. Ein individueller Shop lohnt sich ab dem Punkt, an dem das Standardsystem dich bremst: eigene Prozesse, Ladezeit, Sortimentsgröße oder Schnittstellen zur Warenwirtschaft.

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