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Versteckte Kosten beim Webdesign: Die typischen Nachschläge

Ein Angebot über 3.500 Euro, eine Schlussrechnung über 5.200 Euro: Das ist kein Einzelfall, sondern der Normalzustand in Projekten, in denen niemand vorher schriftlich festgelegt hat, was genau geliefert wird. Die meisten dieser Nachforderungen sind nicht unseriös, sie sind die logische Folge von Lücken im Angebot. Dieser Artikel zeigt dir, an welchen Stellen Nachschläge typischerweise entstehen, welche Größenordnungen realistisch sind, mit welchen Klauseln du sie vertraglich ausschließt und woran du schon im Erstgespräch erkennst, ob dich ein günstiges Angebot später einholt.

Lesezeit
11 Min.
Stand
Juli 2026
Kapitel
8

Warum aus 3.500 Euro plötzlich 5.200 werden

Nachforderungen sind selten Betrug, sondern eine Rechnung, die vorher niemand aufgemacht hat.

Wenn ein Projekt teurer wird als geplant, denken die meisten Kunden zuerst an Absicht. In der Praxis ist das die Ausnahme. Der Normalfall sieht so aus: Im Angebot steht „Erstellung einer Website mit 5 Unterseiten, responsive, inkl. Kontaktformular“. Das klingt vollständig, beantwortet aber keine einzige der Fragen, die im Projekt tatsächlich Geld kosten. Wer schreibt die Texte? Wie viele Korrekturrunden sind drin? Woher kommen die Bilder und wer bezahlt die Lizenz? Jede dieser Lücken ist ein potenzieller Nachschlag.

Der zweite Grund ist Zeitverzug, und der geht oft von der Kundenseite aus. Ein Dienstleister kalkuliert ein Projekt als zusammenhängenden Block. Wenn du Texte erst nach sechs Wochen lieferst, muss er sich zweimal neu einarbeiten, den Zeitplan umbauen und andere Projekte verschieben. Diese Reibung taucht in keinem Angebot auf, aber sie ist reale Arbeitszeit. Seriöse Anbieter fangen das mit einer Mitwirkungsklausel ab, unseriöse schweigen und schicken hinterher eine Rechnung für „Mehraufwand Projektsteuerung“.

Der dritte Grund sind laufende Kosten, die im Projektpreis nichts zu suchen haben, aber trotzdem anfallen: Domain, Hosting, Plugin-Lizenzen, ein Consent-Tool, ein Buchungssystem. Sie sind nicht versteckt, weil jemand sie verstecken wollte, sondern weil im Angebot nur die einmalige Erstellung stand. Wer das nicht auseinanderhält, erlebt im zweiten Jahr eine Überraschung, obwohl sich der Dienstleister korrekt verhalten hat.

Die drei Quellen jeder Nachforderung

  1. Unklarer Leistungsumfang: Es steht drin, was gebaut wird, nicht was ausgeschlossen ist.
  2. Mitwirkung ohne Frist: Content, Freigaben und Zugänge kommen von dir. Ohne Termine wird jede Verzögerung zum Streitpunkt.
  3. Fremdkosten und Abos: Lizenzen, Hosting und Wartung stehen nicht getrennt, also hältst du sie für enthalten.

Wichtig für die eigene Erwartung: Nicht jede Nachforderung ist unfair. Wenn du mitten im Projekt aus vier Unterseiten zwölf machst oder nach der Freigabe die komplette Bildsprache tauschst, ist zusätzlicher Aufwand entstanden, und der darf abgerechnet werden. Das Problem ist nicht die Nachforderung an sich, sondern dass die Spielregeln erst dann bekannt gegeben werden, wenn du nicht mehr aussteigen kannst.

Die typischen Nachschläge und ihre Größenordnung

Alle Zahlen sind Erfahrungswerte, keine offizielle Statistik.

Die folgende Tabelle ist die Kurzfassung des Artikels. Sie listet die Nachschläge, die in Webprojekten im deutschsprachigen Raum am häufigsten vorkommen, ordnet ihnen eine realistische Spanne zu und nennt den Hebel, mit dem du sie vorher abstellst. Die Spannen gelten für kleine bis mittlere Firmen-Websites zwischen 2.000 und 8.000 Euro Projektvolumen. Bei größeren Projekten skalieren die Beträge mit, die Mechanik bleibt gleich.

NachschlagWarum er entstehtGrößenordnung (Erfahrungswert)Hebel dagegen
Texterstellung statt TextübernahmeDu hast keine fertigen Texte120 bis 300 Euro pro SeiteTexterstellung als eigene Position pro Seite
Zusätzliche KorrekturrundenZwei sind kalkuliert, es werden fünf300 bis 900 Euro je VollrundeAnzahl, Umfang und Preis je Zusatzrunde nennen
Bildlizenzen und BildbearbeitungVorschaubilder sind nicht lizenziert, eigene Fotos brauchen Nacharbeit15 bis 60 Euro pro Bild, Shooting ab 400 EuroBildbudget festlegen, Lizenz auf deinen Namen
Premium-PluginsBuchung oder Mehrsprachigkeit nur in der Bezahlversion50 bis 400 Euro pro Lizenz und JahrListe aller Lizenzen als Anlage zum Angebot
Schnittstellen zu FremdsystemenWarenwirtschaft oder CRM soll angebunden werden400 bis 2.500 Euro je SchnittstelleMachbarkeit vorab prüfen, separat beauftragen
Hosting-Umzug und Domain-TransferZugänge fehlen, Mailkonten hängen an der Domain150 bis 600 EuroUmzug inklusive Mail als eigene Position
Rechtstexte und Consent-SetupDas ist Rechtsberatung, nicht Webdesign100 bis 300 Euro Abo, Anwaltstexte ab 300 EuroKlären, wer liefert und wer einbaut

Rechne einmal durch, was passiert, wenn drei dieser Posten in einem 3.500-Euro-Projekt zusammenkommen: Texte für vier Seiten, zwei zusätzliche Korrekturrunden, ein Hosting-Umzug. Das sind schnell 1.500 bis 2.000 Euro obendrauf, also 40 bis 60 Prozent des ursprünglichen Preises. So entstehen Projekte, die aus dem Ruder laufen, obwohl jeder Einzelposten für sich angemessen bepreist war. Dazu kommt die Nachbetreuung nach dem Launch, meist 70 bis 130 Euro pro Stunde.

Content-Nachlieferung: der teuerste blinde Fleck

Der Punkt, an dem die meisten Projekte kippen, ist kein technischer.

In fast jedem Angebot steht sinngemäß „Inhalte werden vom Auftraggeber gestellt“. Dieser eine Satz ist der größte Risikoposten im ganzen Dokument, weil er zwei Dinge nicht klärt: was genau „Inhalte“ sind und bis wann sie da sein müssen. Aus Sicht des Dienstleisters bedeutet der Satz: fertige, freigegebene Texte in passender Länge, sortiert nach Seiten, plus verwendbare Bilder. Aus Sicht vieler Kunden bedeutet er: „Ich schicke dir unsere alte Broschüre und ein paar Handy-Fotos.“ Zwischen diesen Lesarten liegen mehrere Arbeitstage.

Die Kosten entstehen in Schichten. Zuerst muss jemand aus dem Material überhaupt eine Seitenstruktur ableiten. Dann müssen Texte gekürzt oder neu formuliert werden, weil Broschürensprache online nicht funktioniert. Dann fehlen die kleinen Texte, an die niemand denkt: Meta-Beschreibungen, Button-Beschriftungen, Bildunterschriften, die Fehlerseite, die Bestätigung nach dem Absenden des Formulars, die Alternativtexte für Screenreader. Das sind pro Seite zwischen 20 und 40 Minuten, die niemand kalkuliert hat.

Was du liefern musst, damit „Inhalte vom Kunden“ auch stimmt

  • Pro Seite ein bearbeitbares Dokument mit Überschriften und Fließtext, kein PDF.
  • Eine Liste der geplanten Seiten mit je einem Satz, was die Seite leisten soll.
  • Bilder in Originalgröße mit Zuordnung zur jeweiligen Seite.
  • Logo als Vektordatei (SVG, EPS oder AI), nicht als JPG aus einer alten Präsentation.
  • Impressum und Datenschutz im finalen Wortlaut, freigegeben von der haftenden Person.
  • Zugänge zu Domain-Verwaltung, altem Hoster und Google-Konten.

Wenn du weißt, dass du das nicht liefern kannst, ist das kein Drama, sondern eine Kalkulationsfrage. Lass dir Texterstellung als eigene Position anbieten, pro Seite bepreist, mit Angabe der enthaltenen Textkorrekturen. Das kostet dich vorher, und genau das ist der Vorteil. Wie du Angebote überhaupt sauber gegeneinander stellst, steht ausführlich im Ratgeber zum Angebotsvergleich.

Der zweite Teil des Problems ist die Frist. Ohne vereinbarten Termin für die Content-Lieferung liegt das Projekt irgendwann still, und dann streiten beide Seiten über die Schuldfrage. Eine faire Regelung sieht so aus: Du lieferst bis Tag X, der Dienstleister startet danach mit definierter Vorlaufzeit. Kommt der Content später, verschiebt sich der Termin um mindestens denselben Zeitraum, ohne Zusatzkosten. Erst ab einer klar benannten Grenze, etwa acht Wochen Verzug, wird ein Wiederaufnahme-Aufwand fällig, dessen Höhe vorher feststeht.

Korrekturrunden: wie aus „nur eine Kleinigkeit“ ein Tagessatz wird

Der Aufwand steckt nicht in der einzelnen Änderung, sondern in der Anzahl der Anläufe.

Kein seriöser Anbieter kalkuliert unbegrenzte Korrekturen, aber viele schreiben es nicht hin. Üblich sind zwei Runden: eine nach dem ersten Entwurf, eine nach dem Einbau der Korrekturen. Das reicht meistens aus, wenn auf deiner Seite eine Person entscheidet. Es reicht nie aus, wenn drei Personen nacheinander widersprüchliches Feedback geben oder der Chef den Entwurf erst in Runde drei zum ersten Mal sieht.

Der Kostentreiber ist nicht die einzelne Änderung. Eine Farbe zu tauschen dauert Minuten. Teuer wird der Kontextwechsel: neu einarbeiten, prüfen ob die Änderung andere Seiten bricht, erneut auf verschiedenen Bildschirmgrößen testen, neue Vorschauversion bereitstellen. Deshalb kostet eine zusätzliche Vollrunde in der Praxis meist zwischen 300 und 900 Euro, obwohl die Änderungsliste nach wenig aussieht.

Ein Punkt, der oft übersehen wird: Auch der Umfang einer Runde muss definiert sein. „Eine Korrekturrunde“ kann bedeuten, dass du Texte, Farben und Bilder anpasst. Es kann auch bedeuten, dass du das Layout der Startseite komplett neu willst. Das eine sind zwei Stunden, das andere zwei Tage. Ein sauberes Angebot benennt deshalb nicht nur die Anzahl, sondern die Art: Anpassungen innerhalb des freigegebenen Konzepts sind enthalten, ein neues Konzept ist es nicht.

Wenn du weißt, dass dein Projekt viele Abstimmungen braucht, weil mehrere Abteilungen mitreden, ist ein reiner Festpreis nicht immer die beste Wahl. Dann kann ein Modell mit festem Kern und stundenweise abgerechneten Zusatzrunden ehrlicher sein. Die Vor- und Nachteile beider Abrechnungsarten stehen im Ratgeber zu Stundensatz oder Festpreis.

Lizenzen, Plugins und Schnittstellen: die Posten, die jedes Jahr wiederkommen

Projektkosten und laufende Kosten sind zwei Rechnungen. Viele Angebote zeigen nur eine.

Eine Website ist selten eine geschlossene Einheit. Fast immer hängen Bausteine daran, die jemand anderes entwickelt und die jährlich Geld kosten. Bei einem Baukasten steckt das alles in einer Monatsgebühr, bei einer individuell gebauten Seite kannst du es auswählen, musst es aber auch kennen. Die Tabelle zeigt die typischen laufenden Posten als Spannen aus der Praxis.

PostenWofür er da istKosten pro JahrWann er wirklich nötig ist
DomainDeine Adresse im Netz10 bis 40 EuroImmer, und registriert auf deinen Namen
HostingDer Server hinter der Seite60 bis 400 EuroImmer, meist reicht der untere Bereich
Consent-ToolEinwilligung für Tracking und externe Dienste0 bis 300 EuroNur bei Tracking oder Fremddiensten
Premium-PluginsFormular, Buchung, Mehrsprachigkeit50 bis 400 Euro je LizenzNur für Funktionen, die du nutzt
RechtstexteImpressum, Datenschutz, ggf. AGB100 bis 300 Euro AboImmer bei geschäftlicher Nutzung
Wartung und UpdatesSicherheit, Backups, Monitoring480 bis 1.800 EuroBei dynamischen Systemen faktisch Pflicht
E-Mail-PostfächerAdressen auf deiner Domain0 bis 80 Euro je PostfachFast immer, beim Umzug oft vergessen

Zwei Dinge solltest du daraus mitnehmen. Erstens: Ein Angebot, das nur einen Einmalpreis nennt und über laufende Kosten schweigt, ist unvollständig, auch wenn der Einmalpreis attraktiv aussieht. Zweitens: Nicht jeder Posten ist Pflicht. Wenn deine Seite kein Tracking einsetzt, keine externen Videos einbindet und Schriften lokal ausliefert, brauchst du in vielen Fällen kein kostenpflichtiges Consent-Tool. Technische Entscheidungen senken hier direkt deine laufenden Kosten.

Schnittstellen sind der Sonderfall, bei dem die Schätzungen am weitesten auseinandergehen. „Wir binden noch schnell eure Warenwirtschaft an“ ist der Satz, hinter dem sich zwischen einem halben Tag und drei Wochen Arbeit verbergen können. Der Unterschied liegt fast nie am Webdesigner, sondern an der Gegenseite: Gibt es eine dokumentierte Schnittstelle mit Testzugang, ist es überschaubar. Existiert nur ein CSV-Export oder gar keine Doku, wird es teuer und unkalkulierbar. Lass solche Punkte nie pauschal in den Festpreis packen, sondern als eigene Position mit vorgeschalteter Machbarkeitsprüfung.

Hosting-Umzug, Zugänge und der Ausstieg

Die Kosten am Anfang und am Ende eines Projekts stehen selten im Angebot.

Wenn du bereits eine Website hast, beginnt jedes neue Projekt mit Archäologie. Wem gehört die Domain? Wer hat Zugang zum alten Hoster? Läuft die geschäftliche E-Mail über dieselbe Domain? Diese Fragen zu beantworten kostet in einfachen Fällen eine Stunde und in schwierigen Fällen mehrere Wochen Wartezeit, weil die Agentur von damals nicht mehr erreichbar ist oder die Domain auf einen ehemaligen Mitarbeiter registriert wurde.

Der riskanteste Teil ist immer die E-Mail. Ein Domain-Transfer, bei dem niemand an die Postfächer denkt, legt die geschäftliche Kommunikation für Stunden oder Tage lahm, und alte Nachrichten sind im schlimmsten Fall verloren. Das ist kein Webdesign-Problem, aber es passiert im Rahmen des Webdesign-Projekts, deshalb muss im Angebot stehen, wer zuständig ist. Ein Umzug inklusive Mail-Migration liegt in der Praxis meist zwischen 150 und 600 Euro, je nach Anzahl der Postfächer und Kooperationsbereitschaft des alten Anbieters.

Ein zweiter Ausstiegsposten wird noch häufiger übersehen: die Inhalte. Wenn Texte und Bilder in einem proprietären Baukasten liegen, kannst du sie meist nicht als strukturierte Daten exportieren. Du kannst sie abschreiben. Bei fünfzehn Unterseiten sind das mehrere Arbeitstage, die beim nächsten Anbieter als Aufwand auf deiner Rechnung landen. Frag deshalb schon vor Projektstart, in welcher Form du deine Inhalte zurückbekommst, wenn du gehen willst.

Vertragsklauseln, die dich wirklich schützen

Ein paar Sätze im Angebot schließen fast alle typischen Nachforderungen aus.

Du brauchst keinen Anwalt, um dich gegen die üblichen Nachschläge abzusichern. Du brauchst ein Angebot, das die richtigen Dinge benennt. Die Tabelle stellt jedem typischen Risiko die Klausel gegenüber, die es abstellt. Bitte deinen Anbieter, diese Punkte aufzunehmen. Ein seriöser Dienstleister hat damit kein Problem, weil ihn dieselben Klauseln vor endlosen Zusatzwünschen schützen.

RisikoKlausel, die du im Angebot brauchstWas sie konkret verhindert
Unklarer UmfangEine Liste „nicht enthalten“: Texte, Fotos, Rechtstexte, SchnittstellenStreit, ob eine Zusatzseite dazugehört
Endlose KorrekturenZwei Runden enthalten, Preis je weiterer Runde ausgewiesenRunde drei bis fünf auf der Schlussrechnung
Content kommt zu spätLiefertermin des Auftraggebers plus klare VerzugsregelStillstand ohne Zuständigkeit für Mehrkosten
BildrechteLizenzen laufen auf den Auftraggeber, Bildliste bei ÜbergabeNachforderungen und Rechteverlust beim Wechsel
Versteckte AbosAlle kostenpflichtigen Komponenten mit Jahrespreis als AnlageUnbekannte Lizenzrechnungen im zweiten Jahr
SammelpositionKeine Position „Sonstiges“, Nachträge nur nach schriftlicher FreigabeNachträglich eingeschobenen Aufwand
Go-Live ohne FreigabeVeröffentlichung erst nach schriftlicher AbnahmeUngewollten Launch plus kostenpflichtige Korrektur
Eigentum und AusstiegRechte an Code, Text und Gestaltung gehen mit Zahlung auf dich überVendor-Lock-in und Übergabekosten

Vier Fragen für das Erstgespräch

  1. „Was ist ausdrücklich nicht im Preis enthalten?“ Wer keine klare Liste liefert, will es offen lassen.
  2. „Was kostet mich die Seite im zweiten Jahr, wenn ich nichts ändere?“ Diese Zahl muss ohne Nachdenken kommen.
  3. „Was passiert, wenn ich meine Texte erst in acht Wochen liefere?“ Zeigt, ob Mitwirkung geregelt ist.
  4. „Was passiert, wenn ich in zwei Jahren zu jemand anderem gehe?“ Entsteht hier Unbehagen, weißt du genug.

Ein Hinweis in die andere Richtung, weil er zur Ehrlichkeit gehört: Ein Angebot, das jede Eventualität regelt, ist auch teurer als eines, das viel offen lässt. Wer Risiken vertraglich übernimmt, kalkuliert sie ein. Ein Festpreis von 4.500 Euro mit klaren Ausschlüssen kann am Ende günstiger sein als ein Angebot über 2.800 Euro mit drei Nachschlägen. Er kann aber auch teurer sein, wenn du tatsächlich alle Inhalte fertig hast und nur zwei Runden brauchst. Vergleichen kannst du das nur, wenn beide Angebote dieselben Punkte benennen.

Fazit: Nicht der Preis entscheidet, sondern die Vollständigkeit

Was du nach diesem Artikel konkret tun solltest.

Versteckte Kosten beim Webdesign sind fast nie Betrug. Sie sind das Ergebnis von Angeboten, die beschreiben, was gebaut wird, aber nicht, wer was liefert, wie oft korrigiert werden darf und was danach jedes Jahr weiterläuft. Wer diese drei Lücken schließt, hat das Thema weitgehend erledigt, unabhängig davon, ob er 2.000 oder 20.000 Euro ausgibt.

Konkret: Nimm dein aktuelles Angebot und prüfe es gegen die Klauseltabelle. Für jeden Punkt, der fehlt, schreibst du eine Zeile in eine Mail an den Anbieter mit der Bitte, das aufzunehmen. Das kostet dich zwanzig Minuten. Die Antwort sagt dir mehr über die Zusammenarbeit der nächsten Monate als jede Referenzliste. Wer die Punkte kommentarlos ergänzt, hat sie ohnehin so gemeint. Wer ausweicht, hätte sie später abgerechnet.

Rechne parallel deine Jahreskosten aus, nicht nur den Projektpreis: Domain, Hosting, Lizenzen, Wartung, Rechtstexte. Diese Summe multiplizierst du mit drei, addierst den Einmalpreis und die realistisch zu erwartenden Zusatzposten. Erst diese Zahl ist mit anderen Angeboten vergleichbar. In der Praxis verschiebt sich die Rangfolge dabei regelmäßig, weil das günstigste Angebot am ersten Tag selten das günstigste am Ende des dritten Jahres ist.

Die ehrliche Einschränkung zum Schluss: Wenn dein Projekt eine reine Hobbyseite, ein Vereinsauftritt ohne geschäftliche Absicht oder eine einzelne Eventseite ist, brauchst du diesen ganzen Apparat nicht. Ein Baukasten mit Monatsabo hat kaum versteckte Kosten, weil es fast nur eine Position gibt, und der Aufwand für Vertragsprüfung steht in keinem Verhältnis zum Betrag. Ab etwa 2.000 Euro Projektvolumen lohnt sich die Sorgfalt, darunter selten.

Für alle anderen gilt ein einziger Satz: Frag nach dem, was nicht enthalten ist. Wer dir diese Liste unaufgefordert gibt, hat sein Projekt durchdacht und rechnet nicht damit, dass am Ende noch etwas nachkommt.

Häufige Fragen

Was kostet es, wenn der Webdesigner die Texte für meine Website schreibt?
Texterstellung durch den Dienstleister kostet als Erfahrungswert zwischen 120 und 300 Euro pro Seite, abhängig von Recherche und Textlänge. Der Posten lohnt sich meist, weil Broschürentexte für das Web umgeschrieben werden müssen und kleine Bausteine wie Meta-Beschreibungen, Button-Beschriftungen und Bildunterschriften dazukommen. Lass dir Texterstellung als eigene Position pro Seite anbieten, inklusive Angabe, wie viele Textkorrekturen enthalten sind.
Wie viele Korrekturrunden sind bei einem Webdesign-Projekt normalerweise enthalten?
Üblich sind zwei Korrekturrunden: eine nach dem ersten Entwurf, eine nach dem Einbau der Änderungen. Jede weitere Vollrunde kostet als Erfahrungswert 300 bis 900 Euro, weil der Aufwand nicht in der einzelnen Änderung steckt, sondern im erneuten Einarbeiten, Prüfen und Testen. Achte darauf, dass im Angebot Anzahl, Umfang und Preis je Zusatzrunde ausgewiesen sind.
Was kostet eine Website im zweiten Jahr, wenn ich nichts ändere?
Die laufenden Kosten liegen bei einer kleinen Firmen-Website als Erfahrungswert zwischen 150 und 2.500 Euro pro Jahr, je nach Wartungsumfang. Darin stecken Domain (10 bis 40 Euro), Hosting (60 bis 400 Euro), eventuell Premium-Lizenzen (50 bis 400 Euro je Lizenz), ein Rechtstexte-Abo (100 bis 300 Euro) und die Wartung. Bei Pixylmedia startet der Care-Plan ab 99 Euro pro Monat.
Brauche ich für meine Website ein kostenpflichtiges Consent-Tool?
Nur wenn du Tracking einsetzt oder externe Dienste einbindest, also Analyse-Werkzeuge, eingebettete Videos, Karten oder Schriften von fremden Servern. Lieferst du Schriften lokal aus und verzichtest auf Tracking, kommst du in vielen Fällen ohne kostenpflichtiges Banner aus. Bezahlte Tools liegen als Erfahrungswert bei 0 bis 300 Euro pro Jahr, je nach Seitenzahl und Anbieter.
Lohnt sich ein Festpreis oder zahle ich am Ende trotzdem drauf?
Ein Festpreis schützt dich nur, wenn im Angebot steht, was ausdrücklich nicht enthalten ist: Texte, Fotos, Rechtstexte, Schnittstellen und die Anzahl der Korrekturrunden. Fehlt diese Liste, ist der Festpreis faktisch nur ein Startpreis. Bei Pixylmedia gibt es Websites zum Festpreis ab 2.000 Euro, Launch in 14 Tagen und 30 Tage Support nach dem Livegang.

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Festpreis. Zwei Wochen. Direkt mit dem Macher. Kein Vorgespräch-Marathon, keine Newsletter-Falle.