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Restaurant-Website: Speisekarte, Reservierung, Google-Auffindbarkeit

Eine Restaurant-Website hat einen einzigen Job: Aus jemandem, der hungrig auf sein Handy schaut, einen Gast an deinem Tisch machen. Das entscheidet sich in wenigen Sekunden und an drei Fragen: Was gibt es, habt ihr offen, wie komme ich rein. Trotzdem scheitern die meisten Gastro-Seiten genau daran, weil die Karte als PDF hinterlegt ist, die Öffnungszeiten von vorletztem Sommer stammen und die Telefonnummer im Fußbereich versteckt liegt. Dieser Artikel zeigt, welche Elemente wirklich Wirkung auf Gäste haben, was Karte als Text konkret bringt, welcher Reservierungsweg zu welchem Laden passt und wie du Google Business und Lieferdienste einbindest, ohne dich abhängig zu machen.

Lesezeit
12 Min.
Stand
Juli 2026
Kapitel
9

Wonach Gäste wirklich suchen

Drei Fragen, ein Daumen, dreißig Sekunden.

Der typische Besuch auf einer Restaurant-Website dauert kürzer als das Warten auf einen Espresso. Jemand steht mit Kollegen auf dem Gehweg, tippt "italienisch in der Nähe" ins Handy, öffnet zwei Seiten und entscheidet sich für eine. Die Geschichte des Hauses, das Foto vom Küchenchef, die Philosophie zur Regionalität: alles nicht wertlos, aber in diesem Moment liest es niemand. Diese Inhalte dürfen deshalb nicht über den ersten Bildschirm entscheiden.

In der Praxis kommt der überwiegende Teil des Traffics einer Gastro-Seite vom Smartphone, oft in Verbindung mit einer Google-Suche oder einem Klick aus dem Google-Eintrag. Daraus folgt eine unbequeme Konsequenz für die Gestaltung: Die Startseite muss die drei Kernfragen beantworten, bevor der Gast einmal scrollt. Was gibt es (Karte), wann habt ihr offen (heute, nicht allgemein), wie erreiche ich euch (anrufen, reservieren, hinfinden). Alles andere kommt danach.

Der zweite Besuchertyp ist der Planer. Er sucht abends auf dem Sofa ein Lokal für den Geburtstag seiner Mutter oder für ein Geschäftsessen. Dieser Gast liest tatsächlich, vergleicht drei bis fünf Häuser und braucht andere Angaben: Preisniveau, Räumlichkeiten, Gruppengröße, Parkmöglichkeiten. Eine gute Restaurant-Seite bedient beide, ohne den Spontanbesucher mit Fließtext zu erschlagen.

ElementWirkung auf den GastAufwand einmaligPriorität
Speisekarte als Text auf der SeiteEr sieht in wenigen Sekunden, ob etwas für ihn dabei istMittel (Tippen und Strukturieren)Sehr hoch
Öffnungszeiten weit oben, mit heutigem TagEr weiß sofort, ob er losfahren kannGeringSehr hoch
Telefonnummer als antippbarer LinkEr ruft mit einem Daumendruck an, ohne zu kopierenGeringSehr hoch
Adresse mit Karte und ParkhinweisEr weiß, wie er hinkommt und wo er das Auto lässtGeringHoch
Echte Fotos von Raum und TellernEr kann einschätzen, ob der Laden zum Anlass passtHoch (Fototermin)Hoch
Reservierung ohne AnrufEr bucht um 23 Uhr, wenn bei euch längst zu istMittelHoch bei Abendrestaurants
Mittagskarte oder TagesangebotEr entscheidet sich am Vormittag für euch statt für den BäckerLaufend, täglich oder wöchentlichHoch beim Mittagsgeschäft
Allergen- und ErnährungshinweiseEine Gruppe fällt nicht weg, weil einer nichts essen kannMittelMittel bis hoch
Feiertage und Betriebsferien gepflegtEr steht nicht vor verschlossener Tür und ärgert sich öffentlichGering, aber wiederkehrendMittel
Gutscheine und VeranstaltungenZusatzumsatz ohne zusätzliche Gäste im RaumMittelMittel

Diese Tabelle ist bewusst nach Wirkung sortiert und nicht nach Schönheit. Wer nur zwei Nachmittage Zeit hat, arbeitet die oberen fünf Zeilen ab und lässt den Rest liegen. Das bringt mehr als ein Redesign, bei dem hinterher immer noch niemand die Preise findet.

Die Speisekarte: das teuerste PDF deines Lebens

Ein Klick zu viel, und der Gast ist beim Nachbarn.

Die Speisekarte ist der meistbesuchte Inhalt jeder Restaurant-Website, mit Abstand. Und sie ist gleichzeitig der Inhalt, der am häufigsten falsch ausgeliefert wird. Der Ablauf ist immer gleich: Der Laden hat die Karte in einem Layoutprogramm oder in Word, exportiert sie als PDF für den Druck, und dieselbe Datei landet auf der Website. Auf dem Desktop sieht das ordentlich aus. Auf dem Handy ist es eine Zumutung.

Was der Gast erlebt: Er tippt auf "Speisekarte", das Handy lädt eine mehrere Megabyte große Datei, öffnet sie in einem anderen Programm und zeigt eine DIN-A4-Seite in Briefmarkengröße. Wer im Funkloch sitzt, bekommt eine Fehlermeldung. Wer zurück will, findet den Zurück-Knopf nicht mehr, weil er die Website verlassen hat. Jeder dieser Schritte kostet Leute.

KriteriumKarte als PDFKarte als Text auf der Seite
Lesen auf dem HandyZoomen und schieben, Schrift bleibt winzigLäuft automatisch in die Bildschirmbreite
LadezeitHäufig 2 bis 10 MB, bei schlechtem Netz ein AbbruchWenige Kilobyte, lädt mit der Seite
GoogleWird als separate Datei behandelt, taucht für einzelne Gerichte kaum aufJedes Gericht ist Text auf der Seite und damit auffindbar
Preis ändernNeu setzen, exportieren, hochladen, oft über den DienstleisterZwei Klicks im Editor, in einer Minute erledigt
Vorlesefunktion und BarrierefreiheitOft unbrauchbar, weil der Text als Bild eingebettet istWird sauber vorgelesen und lässt sich vergrößern
Im Dokument suchenNur mit PDF-Reader, viele Handys öffnen externSuchfunktion des Browsers greift direkt
Übersetzung für Gäste von auswärtsFunktioniert meist gar nichtDer Browser übersetzt automatisch
Aufwand beim AufbauSehr gering, die Datei existiert ohnehinEinmalig ein bis drei Stunden Tipparbeit

Die letzte Zeile ist ehrlich gemeint: Das PDF ist bequemer, und deshalb gewinnt es so oft. Der Aufwand für die Textkarte fällt aber nur einmal an. Danach ist jede Preisänderung schneller erledigt als vorher, weil niemand mehr eine Datei exportieren und hochladen muss. Wenn du die Druckkarte zusätzlich als PDF anbietest, ist nichts dagegen einzuwenden. Sie darf nur nicht der einzige Weg zur Karte sein.

Wie eine Textkarte aufgebaut sein sollte

  1. Kategorien als eigene Abschnitte: Vorspeisen, Hauptgerichte, Beilagen, Desserts, Getränke. Auf dem Handy zusammengeklappt, damit man nicht ewig scrollt.
  2. Pro Gericht: Name, ein bis zwei Zeilen Beschreibung, Preis. Die Beschreibung ist nebenbei der Text, über den dich Google für "Rinderroulade Karlsruhe" findet.
  3. Kennzeichnungen sichtbar, aber dezent: vegetarisch, vegan, scharf, Allergene. Allergeninformationen bei loser Ware sind nach der EU-Lebensmittelinformationsverordnung Pflicht, in Deutschland ist unter Bedingungen auch die mündliche Auskunft zulässig. Kläre die konkrete Umsetzung mit deiner Lebensmittelüberwachung oder der IHK.
  4. Preise inklusive Mehrwertsteuer und identisch mit der Karte im Haus. Nichts ärgert Gäste zuverlässiger als eine Website, die 2 Euro billiger ist als der Teller.
  5. Ein sichtbares Datum oder ein Hinweis "Saisonkarte, gültig ab März". Das nimmt Druck raus, wenn ein Gericht mal ausverkauft ist.
  6. Direkt unter der Karte: Reservieren und Anrufen. Genau dort ist die Kaufbereitschaft am höchsten.

Öffnungszeiten: die Angabe, die am schnellsten falsch wird

Falsche Zeiten sind schlimmer als gar keine.

Öffnungszeiten sind die einzige Information auf deiner Website, die aktiv Schaden anrichtet, wenn sie veraltet ist. Wer keine Zeiten findet, ruft an. Wer falsche Zeiten findet, fährt hin, steht vor der Tür und schreibt im schlechtesten Fall eine Bewertung darüber. Das Problem ist strukturell: Zeiten ändern sich an Feiertagen, im Urlaub, bei geschlossenen Gesellschaften. Und sie stehen an mindestens drei Stellen: Website, Google-Eintrag, Portale.

Deshalb gehört zu jeder Gastro-Website eine Regel, wer sie wann ändert, und ein Ort, an dem die Ausnahmen stehen. Am robustesten ist eine kleine, gut sichtbare Box auf der Startseite, in der Abweichungen als Klartext stehen: "24.12. und 25.12. geschlossen, 26.12. ab 17 Uhr geöffnet". Das kostet zwei Minuten im Jahr an vier Terminen und verhindert genau die Enttäuschung, die Gäste nicht vergessen.

Technisch lohnt sich zusätzlich strukturierte Auszeichnung der Zeiten im Quelltext (Schema.org, Restaurant und OpeningHoursSpecification). Damit versteht Google eindeutig, wann du offen hast, statt es aus Fließtext zu raten. Eine Garantie, dass daraus eine hübsche Anzeige im Suchergebnis wird, gibt es nicht, Google entscheidet das selbst. Es kostet aber nichts extra, wenn die Seite ordentlich gebaut ist, und es schadet nie.

Reservierung: welcher Weg zu welchem Laden passt

Nicht jeder braucht ein Tischplan-System für 120 Euro im Monat.

Die Reservierungsfrage wird oft zu groß gedacht. Verkäufer von Reservierungssystemen erklären dir, dass du ohne digitalen Tischplan nicht wettbewerbsfähig bist. Für ein Abendrestaurant mit 90 Plätzen, zwei Sitzungen pro Abend und wechselnden Servicekräften stimmt das ziemlich sicher. Für den Griechen mit 40 Plätzen, bei dem ohnehin immer dieselben zwei Leute am Telefon sind, ist es rausgeworfenes Geld.

Der entscheidende Punkt ist nicht das Tool, sondern die Verfügbarkeit. Ein großer Teil der Reservierungswünsche entsteht abends nach 20 Uhr und am Sonntag, also genau dann, wenn niemand ans Telefon geht oder der Laden voll ist. Jede Lösung, die diesen Wunsch auffängt, ist besser als keine. Ein sauberes Formular mit klarer Rückmeldung ("Wir melden uns innerhalb von 12 Stunden") schlägt ein teures System, das niemand pflegt.

WegPasst fürKosten in der PraxisWas du dafür in Kauf nimmst
Nur TelefonImbiss, Mittagsgeschäft, kleine Läden ohne AbendbetriebKeineAnrufe stören den Service, nach Feierabend geht nichts
Anfrageformular per E-MailLäden mit etwa 20 bis 60 Plätzen und ruhigem AblaufIm Website-Preis enthaltenKeine Echtzeit-Bestätigung, jemand muss zurückschreiben
WhatsApp BusinessJunges Publikum, kleine Teams, schnelle AbsprachenKostenlos bis geringDatenschutz sauber regeln, Nachrichten gehen im Alltag unter
Reservierungstool mit TischplanAbendrestaurants ab etwa 50 Plätzen, zwei SitzungenErfahrungswert 40 bis 150 Euro im MonatFixkosten, Einarbeitung, Abhängigkeit vom Anbieter
Portal mit GastvermittlungHäuser, die gezielt Auslastung zukaufen wollenGrundgebühr plus Gebühr je vermitteltem GastDas Portal steht zwischen dir und deinem Gast
Reservieren direkt aus GoogleErgänzung, wenn dein Tool die Anbindung unterstütztMeist ohne Zusatzkosten beim ToolFunktioniert nur mit unterstützten Anbietern

Drei Dinge gelten unabhängig vom Weg. Erstens: Der Reservieren-Knopf gehört in den Kopfbereich und ein zweites Mal unter die Speisekarte. Zweitens: Frag nur ab, was du wirklich brauchst (Datum, Uhrzeit, Personenzahl, Name, Telefon). Jedes weitere Pflichtfeld kostet Abschlüsse, und Daten, die du nicht brauchst, willst du nach der DSGVO gar nicht erst erheben. Drittens: Schick eine Bestätigung. Wer keine Rückmeldung bekommt, ruft trotzdem an, und dann hast du zwei Vorgänge statt einem.

Wenn du Angebote für die Anbindung eines Reservierungstools einholst, achte darauf, was genau enthalten ist: reine Einbindung eines Widgets oder wirklich abgestimmtes Design, Datenschutzprüfung und Test auf dem Handy. Wie du solche Angebote strukturiert nebeneinanderlegst, steht im Ratgeber zum Angebotsvergleich.

Fotos: der Unterschied zwischen "sieht lecker aus" und "sieht nach Katalog aus"

Gäste erkennen Stockfotos sofort, auch wenn sie es nicht benennen können.

Essen wird mit den Augen bestellt, das gilt online noch stärker als am Tisch. Trotzdem ist die Bildstrecke der Bereich, in dem am meisten Geld für den falschen Effekt ausgegeben wird. Hochglanzbilder von Gerichten, die es bei dir nicht gibt, aus Bilddatenbanken, erkennt jeder halbwegs erfahrene Internetnutzer. Sie erzeugen das genaue Gegenteil von Vertrauen: den Verdacht, dass die Realität schlechter ist als das Bild.

Was Gäste wirklich sehen wollen, ist banaler und schwerer zu bekommen. Wie sieht der Raum aus, wenn er voll ist. Sitzt man dort im Hemd oder in Jeans. Wie groß sind die Portionen. Ein einziges ehrliches Foto vom vollen Gastraum am Freitagabend leistet mehr als zehn freigestellte Tellerbilder.

  • Fünf bis acht Bilder reichen für die Startseite. Mehr wird ohnehin nicht angeschaut und verlangsamt die Seite.
  • Pflichtmotive: Außenansicht (damit man das Haus findet), Gastraum, zwei bis drei typische Teller, Team oder Küche.
  • Tageslicht statt Blitz, Handykamera am Fenster schlägt teure Technik am falschen Ort.
  • Keine Bilder von Gerichten, die du nicht mehr führst. Das ist der häufigste stille Fehler auf Gastro-Seiten.
  • Bilder komprimiert ausliefern (moderne Formate, passende Größen). Ein unkomprimiertes Handyfoto hat schnell 5 MB, acht davon machen jede Seite unbrauchbar.
  • Wenn Personen erkennbar sind, brauchst du deren Einverständnis. Das gilt auch für Gäste im Hintergrund.

Ein Fototermin mit jemandem, der Gastronomie kann, liegt in der Praxis meist zwischen 400 und 1.200 Euro für einen halben bis ganzen Tag, inklusive Bearbeitung und Nutzungsrechten. Das ist für viele Läden die sinnvollste Einzelinvestition rund um die Website, weil dieselben Bilder auch auf Google, Instagram, in der Karte und auf Plakaten laufen. Kläre vorher schriftlich, ob du die Bilder zeitlich und räumlich unbeschränkt nutzen darfst. Bei Fotos gibt es sonst dieselbe Abhängigkeitsfalle wie beim Code.

Google Business Profil: der Eintrag, den mehr Leute sehen als deine Website

Für viele Gäste ist der Google-Eintrag die eigentliche Startseite.

In kaum einer Branche ist der Unterschied so deutlich wie in der Gastronomie: Ein großer Teil der Interessenten sieht deinen Google-Eintrag, aber nie deine Website. Sie suchen "essen gehen Karlsruhe", tippen auf deinen Eintrag, schauen Fotos und Bewertungen an, drücken auf Anrufen oder Route. Deine Website ist in diesem Ablauf ein Nebenpfad, der trotzdem gebraucht wird, weil dort Karte und Reservierung liegen.

Daraus folgt: Website und Google-Eintrag müssen als ein System gedacht werden, nicht als zwei Baustellen. Alles, was in beiden steht, muss identisch sein. Name, Adresse, Telefonnummer, Öffnungszeiten. Widersprüche kosten dich nicht nur Vertrauen beim Gast, sie machen es auch für Google schwerer, deinen Betrieb eindeutig zuzuordnen.

  1. Kategorie exakt setzen. "Italienisches Restaurant" ist präziser als "Restaurant" und entscheidet mit, bei welchen Suchen du auftauchst.
  2. Öffnungszeiten inklusive Sonderzeiten pflegen. Google fragt vor Feiertagen aktiv nach, diese Mail nicht ignorieren.
  3. Speisekarten-Link direkt auf deine Textkarte setzen, nicht auf ein PDF und nicht auf die Startseite.
  4. Fotos regelmäßig ergänzen, auch vom Team. Profile mit aktuellen Bildern wirken lebendig, verwaiste wirken geschlossen.
  5. Attribute ausfüllen: Außenbereich, barrierefrei, Hunde erlaubt, vegetarische Optionen, Reservierung empfohlen. Danach wird gefiltert.
  6. Bewertungen beantworten, alle, auch die guten, und die schlechten sachlich. Das liest der nächste Gast, nicht der alte.
  7. Beiträge nutzen für Tagesangebote, Feiertagsöffnung, neue Karte. Kostet fünf Minuten und hält das Profil aktiv.

Ein Hinweis zur Erwartung: Der Google-Eintrag ersetzt die Website nicht. Er gehört dir nicht, du kannst dort keine eigene Struktur bauen, keine saisonalen Menüs erklären, keine Gutscheine verkaufen und keine Gruppenanfragen sauber annehmen. Er ist der Schaufensteraufsteller, die Website ist der Laden dahinter. Wer nur den Aufsteller pflegt, ist von einer Plattform abhängig, deren Regeln sich jederzeit ändern können.

Lieferdienst und Abholung: einbinden ja, abhängig machen nein

Provisionen frisst niemand gern, aber die Reichweite ist echt.

Wenn du lieferst oder Abholung anbietest, gehört das prominent auf die Website. Die spannende Frage ist nur, wohin der Bestellknopf führt. Bei den großen Plattformen liegen die Provisionen in der Praxis meist im Bereich zwischen etwa 13 und 30 Prozent des Bestellwerts, je nach Modell (mit oder ohne eigene Lieferung) und Verhandlungsstand. Bei einer Bestellung über 40 Euro sind das schnell 8 bis 12 Euro, die an deiner Marge fehlen.

Die ehrliche Einordnung: Plattformen bringen Bestellungen von Leuten, die dich sonst nie gefunden hätten. Sie kosten aber Marge und stellen sich zwischen dich und den Gast, inklusive der Kundendaten. Der übliche Kompromiss ist zweigleisig: Plattform für Neukunden, eigener Bestellweg für Stammkunden, mit einem kleinen Anreiz für die Direktbestellung (Getränk dazu, schnellere Abholung).

  • Auf der Website beide Wege zeigen, den eigenen Weg zuerst und optisch stärker.
  • Beim eigenen Weg klar sagen, was passiert: Bestellzeit, Abholzeit, Zahlung vor Ort oder online.
  • Keine Bestellsysteme einbinden, die auf dem Handy schlechter laufen als der Rest der Seite. Ein hakeliger Warenkorb kostet mehr als die Provision.
  • Wenn du ein externes Widget einbindest, vorher die Datenschutzlage prüfen. Viele Bestellsysteme laden Skripte und setzen Cookies, das gehört sauber in die Datenschutzerklärung und gegebenenfalls hinter eine Einwilligung.
  • Speisekarte und Lieferkarte synchron halten. Unterschiedliche Preise sind zulässig (Lieferung kostet Geld), müssen aber erklärt sein, sonst wirkt es wie Abzocke.

Ein häufiger Denkfehler: "Wir sind ja auf der Plattform, dann brauchen wir keine eigene Seite." Das funktioniert, solange die Konditionen und deine Position im Ranking bleiben. Beides liegt außerhalb deiner Kontrolle. Eine eigene Seite mit Karte, Zeiten und Direktkontakt ist die Versicherung dagegen.

Technik, Pflege und was das Ganze kostet

Eine Gastro-Seite ist kein Projekt, sondern ein kleines, dauerhaftes Ritual.

Technisch ist eine Restaurant-Website kein anspruchsvolles Projekt. Sie ist klein, hat selten mehr als sechs bis zehn Seiten und braucht keine komplexe Logik. Anspruchsvoll ist etwas anderes: Sie muss auf schlechten Mobilverbindungen schnell laden, sie muss von Leuten gepflegt werden können, die nach einem Zwölf-Stunden-Tag kein kompliziertes Backend sehen wollen, und sie muss rechtlich sauber sein (Impressum, Datenschutzerklärung, Cookie-Einwilligung nur dort, wo wirklich Drittdienste laufen).

Zwei technische Entscheidungen zahlen sich in der Gastronomie besonders aus. Erstens: keine externen Schriftarten und keine unnötigen Drittdienste, sondern lokal ausgelieferte Fonts. Das ist datenschutzrechtlich unkompliziert und macht die Seite schneller. Zweitens: Karte, Zeiten und Tagesangebot in einem Editor, den du selbst bedienst. Alles, wofür du jemanden anschreiben musst, wird nicht gepflegt. Und ungepflegte Öffnungszeiten sind teurer als jede Designentscheidung.

WasWie oftDauerWer macht es
Preise und Gerichte in der KarteBei jeder Kartenänderung, mindestens zweimal im Jahr10 bis 30 MinutenKüche oder Inhaber
Öffnungszeiten auf Website und GoogleBei jeder Änderung, plus Feiertagscheck viermal im Jahr5 MinutenWer den Dienstplan schreibt
Mittagskarte oder TagesangebotTäglich oder wöchentlich5 MinutenService am Vormittag
Neue FotosEin- bis zweimal im Jahr, plus SaisontellerHalber Tag FototerminFotograf oder gutes Handy bei Tageslicht
Bewertungen beantwortenWöchentlich10 MinutenInhaber, nicht delegieren
Updates, Backups, ErreichbarkeitMonatlichNicht deine AufgabeDienstleister oder Wartungsvertrag

Zu den Kosten, so konkret wie es seriös geht: Eine individuell gebaute Restaurant-Website mit Textkarte, Reservierungsanbindung, Google-Anbindung und einem Editor für Karte und Zeiten liegt in der Praxis meist im Bereich von etwa 2.000 bis 5.000 Euro, je nach Umfang, Fotomaterial und Anzahl der Sprachen. Nach oben ist es offen, wenn Onlineshop für Gutscheine, mehrere Standorte oder Mehrsprachigkeit dazukommen. Bei Pixylmedia startet eine solche Seite als Festpreis ab 2.000 Euro, mit einem Launch in 14 Tagen und Website, Domain und Code im Eigentum des Kunden. Dazu kommen bei jeder Lösung laufende Kosten für Domain, Hosting und Pflege. Was da tatsächlich zusammenkommt, steht im Ratgeber zu den laufenden Kosten einer Website.

Fazit: drei Dinge, der Rest kann warten

Was du in der nächsten Woche tatsächlich tun kannst.

Wenn du aus diesem Artikel nur drei Punkte mitnimmst, dann diese: Die Karte gehört als Text auf die Seite, nicht als PDF dahinter. Die Öffnungszeiten müssen an jedem Ort stimmen, an dem sie stehen, besonders an Feiertagen. Und der Weg zur Reservierung oder zum Anruf muss auf dem Handy mit einem Daumen erreichbar sein, ohne Scrollen. Alles andere, Design, Bildsprache, Geschichte des Hauses, ist wichtig, aber es entscheidet nicht darüber, ob heute Abend jemand kommt.

Konkreter Vorschlag für die nächsten sieben Tage, in dieser Reihenfolge:

  1. Handy-Test machen, mit fremdem Gerät und ohne WLAN. Notieren, wie lange Karte, Öffnungszeiten und Reservierung brauchen.
  2. Google Business Profil öffnen: Kategorie, Zeiten, Feiertage, Speisekarten-Link, Attribute. Das ist die günstigste halbe Stunde, die du in Sichtbarkeit investieren kannst.
  3. Karte abtippen oder abtippen lassen. Ein bis drei Stunden, einmalig. Wenn die Website das nicht zulässt, weißt du, was als Nächstes ansteht.
  4. Feste Zuständigkeit klären: eine Person, vier Kalendertermine im Jahr für den Zeiten-Check.
  5. Erst danach über Neubau oder Relaunch nachdenken, und dann mit einer Liste dessen, was heute konkret nicht funktioniert.

Und der ehrliche Schlusssatz: Eine neue Website rettet kein Konzept, das im Haus nicht funktioniert. Sie sorgt dafür, dass Leute, die zu dir passen, dich finden, verstehen und erreichen können. Wenn das heute schon läuft, lass die Seite in Ruhe und steck das Geld in Fotos oder Personal. Wenn du beim Handy-Test gemerkt hast, dass du selbst zwei Minuten für den Preis eines Schnitzels brauchst, dann hast du eine klare, messbare Baustelle, und die lohnt sich.

Häufige Fragen

Was kostet eine Website für ein Restaurant?
Eine individuell gebaute Restaurant-Website mit Textkarte, Reservierung und eigenem Editor liegt nach unserer Erfahrung meist zwischen 2.000 und 5.000 Euro, je nach Umfang, Fotomaterial und Sprachen. Bei Pixylmedia startet sie als Festpreis ab 2.000 Euro, das Pro-Paket liegt bei 4.500 Euro. Dazu kommen laufende Kosten für Domain, Hosting und Pflege.
Warum sollte die Speisekarte nicht als PDF auf der Website stehen?
Ein PDF zwingt Gäste auf dem Handy zum Zoomen, lädt oft mehrere Megabyte und öffnet sich in einem fremden Programm, aus dem viele nicht zurückfinden. Als Text auf der Seite läuft die Karte automatisch in die Bildschirmbreite, lädt in Sekunden, wird von Google für einzelne Gerichte gefunden und lässt sich in einer Minute selbst ändern. Das Abtippen dauert einmalig ein bis drei Stunden.
Brauche ich ein Reservierungssystem oder reicht ein Formular?
Ein Formular reicht für Läden mit etwa 20 bis 60 Plätzen und ruhigem Ablauf, solange jemand verlässlich zurückmeldet. Ein Tool mit Tischplan lohnt sich ab etwa 50 Plätzen und zwei Sitzungen pro Abend, Erfahrungswert sind 40 bis 150 Euro im Monat. Entscheidend ist, dass Gäste auch abends um 23 Uhr reservieren können, wenn niemand ans Telefon geht.
Reicht ein Google Business Profil statt einer eigenen Website?
Für einen Imbiss mit festen Zeiten und selten wechselnder Karte reicht ein gepflegtes Profil oft aus. Sobald Reservierungen, wechselnde Karten, Veranstaltungen oder Gutscheine dazukommen, stößt es an Grenzen: Der Eintrag gehört dir nicht, du kannst dort keine eigene Struktur bauen und keine Gruppenanfragen sauber annehmen. Der Eintrag ist das Schaufenster, die Website der Laden dahinter.
Wie lange dauert es, bis eine neue Restaurant-Website online ist?
Bei Pixylmedia geht eine Restaurant-Seite in 14 Tagen live, danach folgen 30 Tage Support. Der Flaschenhals ist selten die Technik, sondern die Zulieferung: Speisekarte in digitaler Form, Fotos und die endgültigen Öffnungszeiten. Wer diese drei Dinge vorher sammelt, verkürzt das Projekt spürbar. Ein Fototermin braucht zusätzlich einen halben bis ganzen Tag plus Bearbeitungszeit.

Genug gesehen?

Festpreis. Zwei Wochen. Direkt mit dem Macher. Kein Vorgespräch-Marathon, keine Newsletter-Falle.