Website selbst machen oder machen lassen: Die Rechnung
Selbst machen kostet nichts, machen lassen kostet Geld: So wird diese Entscheidung meistens gedacht, und genau da beginnt der Denkfehler. Eigenbau kostet auch, nur in einer Währung, die auf keiner Rechnung auftaucht: deiner Arbeitszeit. Dieser Artikel rechnet beide Wege durch. Du bekommst eine ehrliche Zeitschätzung für jeden einzelnen Schritt, eine Formel für deinen eigenen Stundenwert, eine Drei-Jahres-Rechnung mit laufenden Kosten und eine klare Antwort darauf, wann Selbstbau die vernünftigere Entscheidung ist. Denn in einigen Fällen ist er genau das.
- 12 Min.
- Juli 2026
- 9
Warum "kostet ja nichts" die teuerste Annahme ist
Eigenbau ist nicht gratis, er wird nur anders bezahlt.
Die Rechnung, die die meisten im Kopf aufmachen, geht so: Baukasten für 15 Euro im Monat gegen ein Angebot über 3.500 Euro. Das wirkt eindeutig. Nur fehlt darin der größte Posten überhaupt, und zwar der einzige, den du nicht nachbestellen kannst. Deine Zeit taucht in keiner Kostenaufstellung auf, weil sie niemand in Rechnung stellt. Bezahlt wird sie trotzdem.
Für ein Feierabendprojekt mag das anders aussehen. Für Selbstständige, Handwerksbetriebe und kleine Firmen ist die Stunde aber nicht frei, sie ist belegt. Jede Stunde an Abständen im Layout fließt nicht in einen Auftrag, einen Kunden, eine Baustelle oder in deine Familie. Das nennt sich Opportunitätskosten und ist kein Buchhalterbegriff, sondern die ehrlichste Zahl in dieser Entscheidung.
Dazu kommt ein zweiter unsichtbarer Posten: die Lernkurve. Wer beauftragt, kauft Routine ein. Wer selbst baut, zahlt seine eigenen Anfängerstunden. Eine Kontaktseite mit Formular, Spamschutz, Einwilligung und funktionierender Bestätigungsmail ist für den einen eine Aufgabe von zwei Stunden, für den anderen ein verlorener Sonntag mit Mails im Spamordner.
Dieser Artikel behauptet nicht, dass Selbstbau grundsätzlich falsch ist. Es gibt Situationen, in denen er die klar richtige Wahl ist, und die stehen weiter unten mit Kriterien drin. Was er behauptet, ist etwas anderes: Die Entscheidung sollte gerechnet und nicht gefühlt werden. Fünf Zahlen reichen dafür aus.
Der Zeitaufwand, Schritt für Schritt
Was eine fünf- bis sechsseitige Firmenwebsite im Eigenbau wirklich an Stunden frisst.
Die Tabelle geht von einem Standardfall aus: eine Unternehmenswebsite mit Startseite, Leistungen, Über uns, Referenzen, Kontakt und Rechtstexten. Gebaut mit einem gängigen Baukasten oder gekauften WordPress-Theme, ohne Shop, ohne Buchung, ohne zweite Sprache. Die Werte stammen aus Gesprächen mit Menschen, die es selbst versucht haben, es ist keine erhobene Statistik. Nimm sie als Korridor, nicht als Versprechen.
| Schritt | Beim ersten Mal (Stunden) | Mit Vorerfahrung (Stunden) | Wo sich die Zeit staut |
|---|---|---|---|
| System und Tarif auswählen | 4 bis 10 | 1 bis 2 | Testaccounts, widersprüchliche Meinungen im Netz |
| Domain, Hosting, E-Mail einrichten | 3 bis 8 | 1 bis 2 | DNS-Einträge, Postfächer, SSL, alte Weiterleitungen |
| Struktur und Seitenaufbau festlegen | 4 bis 8 | 2 bis 3 | Was auf die Startseite gehört und was auf eine Unterseite |
| Texte schreiben (5 bis 6 Seiten) | 15 bis 40 | 8 bis 15 | Größter Posten. Das leere Blatt gewinnt mehrere Abende |
| Bilder machen, auswählen, aufbereiten | 6 bis 20 | 3 bis 6 | Eigene Fotos fehlen, Stockbilder wirken beliebig |
| Layout bauen und mobil anpassen | 15 bis 40 | 6 bis 12 | Die mobile Ansicht bricht an unerwarteter Stelle |
| Kontaktformular, Spamschutz, Bestätigungsmail | 3 bis 8 | 1 bis 2 | Mails im Spam, fehlende Einwilligung, kein echter Test |
| Impressum, Datenschutz, Cookie-Hinweis | 4 bis 12 | 2 bis 4 | Generatortext passt nicht zu den echten Diensten |
| Ladezeit, Technik, Google-Grundlagen | 6 bis 20 | 2 bis 5 | Externe Schriften, große Bilder, fehlende Seitentitel |
| Testen, Korrekturschleifen, Feinschliff | 8 bis 20 | 4 bis 8 | Nach zwanzig Runden siehst du eigene Fehler nicht mehr |
| Summe | ca. 68 bis 186 | ca. 30 bis 59 | Beim ersten Mal realistisch 80 bis 120 Stunden |
Die Spanne ist groß, und das ist kein Ausweichen. Sie hängt daran, wie klar dein Angebot in deinem Kopf ist, wie hoch dein Anspruch ans Ergebnis ist und wie schnell du aufhören kannst zu feilen. Wer sich mit "sieht okay aus" zufriedengibt, landet am unteren Rand. Wer neben der Konkurrenz bestehen will, am oberen.
Wichtiger als die Summe ist die Kalenderzeit. 90 Stunden neben einem laufenden Betrieb sind nicht zwei Arbeitswochen, sondern realistisch vier bis sechs Stunden pro Woche. Das ergibt vier bis sechs Monate bis zum Livegang, unterbrochen von Wochen ohne Fortschritt, weil ein großer Auftrag reinkommt. Diese Pausen sind teuer: Nach drei Wochen brauchst du eine Stunde, um wieder zu wissen, wo du warst.
Was deine Stunde wirklich wert ist
Ohne diese Zahl lässt sich die Entscheidung nicht rechnen.
Es gibt zwei ehrliche Wege, den eigenen Stundenwert anzusetzen. Der erste: Was berechnest du selbst? Handwerksbetriebe liegen in der Praxis meist zwischen 60 und 95 Euro Monteurstunde, Beratung und Planung eher zwischen 90 und 150 Euro. Der zweite Weg ist der ehrlichere: Was hättest du in der Zeit tatsächlich getan? Wenn dein Auftragsbuch halb leer ist, ist deine Stunde weniger wert als dein Listenpreis.
Hier wird gern in beide Richtungen falsch gerechnet. Nach oben, indem der volle Abrechnungssatz angesetzt wird, obwohl die Zeit gar nicht verkäuflich war. Nach unten mit dem Satz "abends mache ich sowieso nichts", was selten stimmt und meist auf Kosten von Schlaf oder Familie geht. Ein brauchbarer Kompromiss: die Hälfte deines normalen Satzes, mindestens aber 20 Euro. Auch mit dieser vorsichtigen Zahl wird die Rechnung deutlich.
| Dein realistischer Stundenwert | 90 Stunden Eigenbau entsprechen | Differenz zu 2.500 Euro Festpreis | Differenz zu 4.500 Euro Festpreis |
|---|---|---|---|
| 20 Euro (nebenberuflich, Zeit vorhanden) | 1.800 Euro | Eigenbau 700 Euro günstiger | Eigenbau 2.700 Euro günstiger |
| 40 Euro (kleines Gewerbe, schwankende Auslastung) | 3.600 Euro | Eigenbau 1.100 Euro teurer | Eigenbau 900 Euro günstiger |
| 60 Euro (Handwerk, solide ausgelastet) | 5.400 Euro | Eigenbau 2.900 Euro teurer | Eigenbau 900 Euro teurer |
| 90 Euro (Beratung, Planung, volle Terminbücher) | 8.100 Euro | Eigenbau 5.600 Euro teurer | Eigenbau 3.600 Euro teurer |
| 130 Euro (spezialisierte Leistung, Warteliste) | 11.700 Euro | Eigenbau 9.200 Euro teurer | Eigenbau 7.200 Euro teurer |
Der Kipppunkt lässt sich direkt ablesen. Bei 90 Stunden Aufwand und 2.500 Euro Angebotspreis liegt er bei rund 28 Euro pro Stunde, bei 4.500 Euro bei rund 50 Euro. Darüber verlierst du beim Eigenbau Geld, auch wenn der Kontoauszug etwas anderes erzählt, weil der Verlust nie als Abbuchung erscheint. Darunter gewinnst du, sofern du die Stunden wirklich übrig hast.
Was die Rechnung nicht enthält, ist der Unterschied im Ergebnis. Sie tut so, als käme am Ende beider Wege dieselbe Website heraus, und das ist selten der Fall. Eigenbau liefert meist eine Seite, die funktioniert, aber die typischen Anfängermerkmale trägt: zu viel Text auf der Startseite, austauschbare Bilder, kein klarer nächster Schritt für den Besucher. Ob das reicht, hängt davon ab, wozu die Seite dienen soll.
Die laufenden Kosten über drei Jahre
Beide Wege haben sie, nur an unterschiedlichen Stellen.
Ein Punkt verschiebt die Rechnung noch einmal: Eigenbau ist einmalig günstig, laufend aber selten kostenlos. Baukastentarife mit eigener Domain, ohne Fremdwerbung und mit Kontaktformular liegen in der Praxis meist zwischen 12 und 40 Euro im Monat. Dazu kommen Domain, geschäftliche Postfächer, manchmal Bildlizenzen, bei WordPress zusätzlich Theme- und Plugin-Lizenzen mit jährlicher Verlängerung. Eine individuell gebaute Seite hat dagegen oft nur Hosting und Domain als Fixkosten, dafür einen höheren Einstiegspreis.
| Weg | Einmalig | Laufend pro Jahr | Drei Jahre gesamt (ohne deine Zeit) |
|---|---|---|---|
| Baukasten, komplett selbst gebaut | 0 bis 300 Euro (Vorlage, Bilder) | 180 bis 500 Euro (Tarif, Domain, Mail) | ca. 540 bis 1.800 Euro |
| WordPress, selbst gebaut, gekauftes Theme | 100 bis 500 Euro (Theme, Plugins) | 150 bis 400 Euro (Hosting, Lizenzen) | ca. 550 bis 1.700 Euro |
| Individuell gebaut, du pflegst selbst | 2.000 bis 5.000 Euro | 60 bis 200 Euro (Hosting, Domain) | ca. 2.180 bis 5.600 Euro |
| Individuell gebaut plus Wartungspaket | 2.000 bis 5.000 Euro | 1.200 bis 2.400 Euro (ab 99 Euro im Monat) | ca. 5.600 bis 12.200 Euro |
| Eigenbau abgebrochen, später vom Profi gebaut | 2.500 bis 6.000 Euro (nach 60 Eigenstunden) | 60 bis 400 Euro | ca. 2.700 bis 7.200 Euro plus verlorene Zeit |
Die interessante Erkenntnis: Rein bei den Ausgaben ist der Abstand über drei Jahre kleiner, als die Startzahlen vermuten lassen. Ein Baukasten für 30 Euro im Monat kostet in fünf Jahren 1.800 Euro, ohne dass jemand außer dir eine Minute daran gearbeitet hätte. Der eigentliche Unterschied bleibt die Zeit, nicht das Abo.
Achte besonders auf die letzte Zeile. Der Weg über einen abgebrochenen Eigenbau ist nicht der günstigste, sondern der teuerste: Du hast die Stunden investiert und zahlst den Festpreis trotzdem, oft sogar etwas mehr. Wenn du ernsthaft schwankst, triff die Entscheidung vorher und nicht auf halbem Weg.
Wo Selbstbau in der Praxis scheitert
Sechs Stellen, an denen es fast immer klemmt.
Das Bild vom Selbstbau ist vom Design geprägt. In Wahrheit sind Farben und Layout das kleinste Problem, weil moderne Vorlagen schon gut aussehen. Es klemmt woanders, und zwar bei fast allen an denselben Stellen.
Die Texte
Der größte Zeitfresser ist nicht die Technik, sondern die Sprache. Über das eigene Angebot zu schreiben, ist ungewohnt schwer, weil du zu nah dran bist. Es entstehen Textwüsten oder Sätze, die nichts sagen ("Qualität und Zuverlässigkeit stehen bei uns an erster Stelle"). Ein Besucher entscheidet in Sekunden, ob er richtig ist, und das entscheidet der Text, nicht der Farbverlauf.
Die Struktur
Im Eigenbau ist meistens alles gleich wichtig, und damit ist nichts wichtig. Die Startseite bekommt jedes Argument und jede Auszeichnung, weil sich nichts weglassen lässt. Eine gute Seite trifft harte Entscheidungen: eine Hauptaussage, ein nächster Schritt, alles andere eine Ebene tiefer. Von außen fallen diese Entscheidungen leichter als von innen.
Mobil, Technik und Recht
Bei der mobilen Ansicht halten die meisten Vorlagen ihr Versprechen nur zur Hälfte. Sie brechen nicht, aber sie werden unbequem: zu kleine Schrift, Buttons, die man mit dem Daumen verfehlt, ein Menü in zwei Schritten. Dazu kommen Ladezeiten durch unkomprimierte Bilder aus der Handykamera und rechtliche Punkte, die ein Generatortext nicht abdeckt: extern geladene Schriften, eingebettete Karten und Videos, Statistikdienste ohne Einwilligung. Das sind keine theoretischen Risiken, sondern genau die Punkte, die in Abmahnschreiben stehen.
Der sechste Punkt ist der unangenehmste: der Abschluss. Eine Seite fast fertigzustellen, ist im Eigenbau gut machbar. Der letzte Rest kostet aber erfahrungsgemäß so viel Zeit wie ein Drittel des Projekts, weil dort alle Kleinigkeiten liegen, für die es keine Anleitung im Netz gibt. Genau da bricht die Motivation ein, nicht aus Faulheit, sondern weil parallel ein Betrieb läuft.
Wann Selbstbau die richtige Entscheidung ist
Es gibt klare Fälle. Hier stehen sie ohne Beschönigung.
Ein Baukasten ist kein schlechtes Werkzeug, er ist ein anderes Werkzeug. Für eine ganze Reihe von Vorhaben ist er die vernünftigere Wahl, und niemandem ist geholfen, wenn er für ein Hobbyprojekt vier Monatsmieten ausgibt. Klar für Eigenbau sprechen: ein Verein ohne Umsatzabsicht, ein privates Portfolio, ein Blog, ein Projekt, bei dem du gerade erst herausfindest, ob es Nachfrage gibt. Wenn dein Angebot in sechs Monaten ein anderes sein kann, setzt eine individuell gebaute Seite Geld auf eine offene Frage.
Der zweite klare Fall ist das Budget. Unter 1.000 Euro ist ein sauber selbst gebauter Baukasten fast immer besser als ein Profi-Angebot in dieser Preisklasse. Für den Betrag kann niemand seriös individuell bauen, also wird an den Stellen gespart, die du nicht siehst: Mustertexte, keine Tests, keine Einweisung, kein Ansprechpartner nach dem Launch. Woran du solche Angebote erkennst, steht im Ratgeber zu den Risiken günstiger Websites.
| Deine Situation | Eigenbau | Machen lassen | Begründung |
|---|---|---|---|
| Verein, Hobby, kein Umsatz über die Seite | Ja | Selten nötig | Kein Ertrag, der die Investition zurückzahlt |
| Geschäftsidee im Test, jünger als sechs Monate | Ja, bewusst provisorisch | Später | Anforderungen ändern sich noch stark |
| Dienstleistung, Seite bringt Anfragen | Nur mit echter Zeit | Meistens ja | Jede zusätzliche Anfrage zahlt ein |
| Website ist der Hauptvertriebsweg | Nein | Ja | Fehler kosten direkt Umsatz |
| Regulierte Branche (Medizin, Recht, Finanzen) | Nein | Ja | Pflichtangaben und Haftung, kein Versuchsfeld |
| Budget unter 1.000 Euro | Ja | Nein | Darunter entstehen nur schlechte Kompromisse |
| Termin in drei bis vier Wochen | Nein | Ja | Eigenbau dauert Monate, nicht Wochen |
| Du baust gerne, hast Zeit und Interesse | Ja | Optional | Dann sind die Stunden Lernzeit, kein Verlust |
Die letzte Zeile wird oft übersehen und ist trotzdem legitim. Wenn dir das Bauen Spaß macht, ist die Opportunitätskostenrechnung nur die halbe Wahrheit, weil die Zeit dann auch Gegenwert erzeugt. Du lernst dabei, dein eigenes Angebot zu erklären, und diese Arbeit ist selten verschwendet. Gestehe dir nur ein, dass du es aus Interesse machst und nicht aus Sparsamkeit.
Der dritte Weg: Arbeitsteilung statt Alles oder Nichts
Die Frage lautet selten selbst oder gar nicht.
Zwischen komplettem Eigenbau und komplettem Abgeben liegt der Weg, der in der Praxis am häufigsten funktioniert: Du übernimmst die Teile, in denen du unschlagbar bist, und gibst ab, wofür du jede Stunde doppelt brauchst. Das senkt den Preis wirklich, anders als viele andere Sparversuche. Entscheidend ist, dass die Aufteilung vor Projektstart schriftlich feststeht.
- Spart wirklich: eigene Fotos vom Betrieb, vom Team, von fertigen Arbeiten. Echte Bilder schlagen jedes Stockfoto und ersetzen ein Shooting.
- Spart wirklich: Rohtexte in deinen Worten, auch unsortiert. Daraus formt ein Profi schneller etwas Gutes, als er es erfindet.
- Spart wirklich: eine klare Liste deiner Leistungen, Preise, Zeiten und häufigen Kundenfragen. Das ist die Rohmasse für die halbe Website.
- Spart wirklich: die Inhaltspflege nach dem Launch selbst übernehmen, sofern du eine Einweisung bekommst.
- Spart nur scheinbar: halbfertige Layouts oder gekaufte Themes mitbringen. Fremde Baustellen kosten mehr Zeit als ein sauberer Start.
- Spart nur scheinbar: ungeprüfte KI-Texte liefern. Sie klingen glatt, sagen nichts Konkretes und werden ohnehin neu geschrieben.
Achte dabei auf zwei Punkte im Angebot. Erstens: Was passiert, wenn deine Zulieferung sich verzögert? Bei sauberen Festpreisangeboten verschiebt sich der Termin, der Preis steigt nicht. Zweitens: Wem gehören am Ende Domain, Code und Inhalte? Das sollte vor der Unterschrift geklärt sein, damit du in zwei Jahren frei entscheiden kannst, mit wem du weiterarbeitest. Wie du zwei Angebote sauber gegeneinanderstellst, steht im Ratgeber zum Angebotsvergleich.
Deine Rechnung in zwanzig Minuten
Fünf Zahlen, ein Ergebnis, keine Bauchentscheidung.
Setz dich mit Zettel oder Tabelle hin und geh diese Schritte durch. Es dauert wirklich nicht länger als eine Kaffeepause und ersetzt Wochen des Hin und Her.
- Schätze deine Stundenzahl. Nimm die Tabelle aus Kapitel zwei, obere Hälfte der Spanne, wenn du zum ersten Mal baust. Unterschätzen ist der Normalfall.
- Setze deinen Stundenwert an: die Hälfte deines Abrechnungssatzes, mindestens 20 Euro.
- Multipliziere beides. Das ist dein Eigenbaupreis, auch wenn ihn niemand in Rechnung stellt.
- Hole zwei bis drei echte Angebote ein, mit Leistungsumfang und Festpreis. Ohne Zahlen vergleichst du gegen eine Vermutung.
- Rechne den Termin dazu. Ein Eigenbau, der im November fertig wird, nützt nichts, wenn die Saison im März beginnt.
Eine zweite Rechnung ist noch wichtiger und kann dir niemand abnehmen: Was ist dir eine zusätzliche Anfrage wert? Nimm deinen durchschnittlichen Auftragswert und überleg, wie viele zusätzliche Anfragen im Jahr die Investition tragen müssten. Bei vierstelligen Auftragswerten reichen dafür oft ein oder zwei Aufträge. Bei 40 Euro Auftragswert sieht das anders aus, und dann brauchst du vielleicht gar keine große Website, sondern eine sehr gute einzelne Seite.
Fazit: eine ehrliche Empfehlung
Drei Konstellationen, drei klare Antworten.
Liegt dein Stundenwert unter etwa 30 Euro, drückt kein Termin und ist die Website nicht dein Hauptvertriebsweg: Bau selbst. Nimm einen etablierten Baukasten, plane drei Monate, schreib die Texte zuerst und das Design zuletzt. Lass jemanden mit Abstand drüberlesen, bevor du live gehst. Das Ergebnis gewinnt keinen Preis, aber es erfüllt seinen Zweck.
Liegt dein Stundenwert über etwa 50 Euro und bringt die Website Anfragen, die zu Aufträgen werden: Gib es ab. Die 80 bis 120 Stunden, die du sparst, sind in deinem eigenen Fach mehr wert als die Differenz zum Angebot. Achte weniger auf den absoluten Preis als darauf, dass der Umfang vorher schriftlich feststeht, der Preis fix ist und Domain, Code und Inhalte dir gehören. Kleine Werkstätten wie Pixylmedia arbeiten so, große Agenturen und Baukastenanbieter oft nicht.
Liegst du dazwischen, was auf die meisten kleinen Betriebe zutrifft: Teile die Arbeit auf. Fotos, Rohtexte und Inhaltspflege bei dir, Struktur, Technik und Recht beim Profi. Das ist kein fauler Kompromiss, sondern das beste Verhältnis aus Preis, Ergebnis und Nerven.
Zum Schluss der wichtigste Punkt: Die Entscheidung ist nicht endgültig. Eine selbst gebaute Seite, die drei Jahre getragen hat, war keine Fehlentscheidung, sondern die richtige für damals. Der Fehler wäre, sie fünf Jahre zu behalten, obwohl du längst merkst, dass sie nicht mehr trägt. Prüf einmal im Jahr ehrlich nach, ob die Seite bringt, was sie soll. Wenn nein, rechne neu, mit denselben fünf Zahlen.
Häufige Fragen
- Wie viele Stunden brauche ich, um eine Firmenwebsite selbst zu bauen?
- Für eine fünf- bis sechsseitige Firmenwebsite solltest du beim ersten Mal mit 80 bis 120 Stunden rechnen, mit Vorerfahrung eher mit 30 bis 60 Stunden. Das sind Erfahrungswerte aus Gesprächen mit Selbstbauern, keine erhobene Statistik. Die größten Posten sind Texte, Layout und die mobile Anpassung. Neben einem laufenden Betrieb verteilen sich diese Stunden realistisch auf drei bis sechs Monate.
- Ab welchem Stundensatz lohnt sich der Eigenbau nicht mehr?
- Ab etwa 28 Euro Stundenwert wird Eigenbau teurer als ein Angebot über 2.500 Euro, ab etwa 50 Euro teurer als eines über 4.500 Euro. Grundlage dieser Erfahrungswerte sind 90 Stunden Aufwand. Setze als Stundenwert die Hälfte deines normalen Abrechnungssatzes an, mindestens aber 20 Euro. Der Verlust fällt nur deshalb nicht auf, weil er nie als Abbuchung erscheint.
- Was kostet eine Website beim Profi im Vergleich zum Baukasten?
- Ein selbst gebauter Baukasten kostet über drei Jahre erfahrungsgemäß 540 bis 1.800 Euro, eine individuell gebaute Website mit eigener Inhaltspflege 2.180 bis 5.600 Euro. Bei Pixylmedia beginnt der Festpreis bei 2.000 Euro, die Pro-Variante bei 4.500 Euro. Der Abstand bei den reinen Ausgaben ist kleiner als erwartet, weil Baukastentarife monatlich weiterlaufen. Der eigentliche Unterschied bleibt deine Zeit.
- Brauche ich als kleiner Betrieb überhaupt eine professionell gebaute Website?
- Wenn die Website Anfragen bringt, die zu Aufträgen werden, trägt sich eine professionelle Umsetzung bei vierstelligen Auftragswerten oft schon ab ein bis zwei zusätzlichen Aufträgen im Jahr. Bei Vereinen, Hobbyprojekten, einer Geschäftsidee im Test oder einem Budget unter 1.000 Euro ist ein sauber selbst gebauter Baukasten die vernünftigere Wahl. Entscheidend ist, ob über die Seite Umsatz entsteht.
- Wie lange dauert es, bis eine Website live ist?
- Ein beauftragtes Projekt mit klarem Umfang und zugelieferten Inhalten geht erfahrungsgemäß in zwei bis sechs Wochen live, bei Pixylmedia sind 14 Tage bis zum Launch üblich. Eigenbau neben einem laufenden Betrieb dauert dagegen meist drei bis sechs Monate, weil pro Woche nur vier bis sechs Stunden übrig bleiben. Steht ein fester Termin an, beantwortet er die Frage meist schon.
Genug gesehen?
Festpreis. Zwei Wochen. Direkt mit dem Macher. Kein Vorgespräch-Marathon, keine Newsletter-Falle.