Zum Inhalt springen

Kanzlei-Website: Wie Mandanten Vertrauen fassen, bevor sie anrufen

Wer einen Anwalt sucht, ist selten gut gelaunt. Da liegt eine Kündigung auf dem Tisch, ein Bußgeldbescheid, ein Erbfall, eine Trennung. Die Person googelt abends um halb elf, klickt drei Kanzleien an und entscheidet in wenigen Minuten, bei wem sie am nächsten Morgen anruft. Diese Entscheidung fällt nicht über Fachkompetenz, denn die kann ein Laie nicht beurteilen. Sie fällt über Signale: Erreichbarkeit, Verständlichkeit, Kostenklarheit, Gesicht. Dieser Artikel zeigt, welche Vertrauenselemente in der Praxis wirken, wie du deine Rechtsgebiete strukturierst, was das Anwaltswerberecht als Rahmen setzt und wie ein Erstberatungs-Kontakt aussieht, den Menschen tatsächlich nutzen.

Lesezeit
13 Min.
Stand
Juli 2026
Kapitel
9

Warum die Entscheidung vor dem ersten Anruf fällt

Ein Mandant kann deine juristische Qualität nicht prüfen. Also prüft er alles andere.

Bei erklärungsbedürftigen Dienstleistungen gibt es ein Grundproblem: Der Käufer kann die Qualität weder vorher noch direkt danach beurteilen. Ob dein Schriftsatz gut war, merkt der Mandant frühestens nach dem Urteil, und selbst dann verwechselt er Ergebnis mit Leistung. Menschen weichen deshalb auf Ersatzsignale aus: Wirkt die Person greifbar, verstehe ich, was sie sagt, weiß ich, was es kostet, komme ich schnell an sie ran.

Der zweite Punkt ist die emotionale Lage. Ein Anruf bei einer Kanzlei kostet Überwindung. Der Anrufer fürchtet, sich zu blamieren, weil er die Sache nicht sauber schildern kann. Er fürchtet, dass ihn das Gespräch etwas kostet, ohne dass er gefragt hat. Er fürchtet, an ein Sekretariat zu geraten, das ihn abwimmelt. Jedes dieser drei Bedenken kannst du auf deiner Website abräumen, bevor er wählt. Genau das ist die eigentliche Aufgabe einer Kanzlei-Website.

Drittens ist die Website bei Kanzleien selten der erste Kontakt, sondern der zweite: nach Empfehlung, Rechtsschutzversicherung oder Google Maps googelt fast jeder den Namen, bevor er anruft. Deine Seite muss die Empfehlung bestätigen und nicht relativieren. Eine Seite von 2014, auf der ein Kollege steht, der seit fünf Jahren nicht mehr da ist, macht aus einer warmen Empfehlung eine kalte Unsicherheit.

  • Ich weiß nach 20 Sekunden, ob die Kanzlei mein Thema überhaupt macht.
  • Ich sehe, mit wem ich es zu tun bekomme, nicht nur ein Kanzleilogo.
  • Ich verstehe, was die Erstberatung kostet und was danach passiert.
  • Ich sehe, wann und wie ich jemanden erreiche, und zwar ohne zu suchen.
  • Ich lese Sätze, die ich ohne Studium verstehe, und fühle mich nicht dumm dabei.

Vertrauenselemente und was sie wirklich bewirken

Nicht alles, was seriös aussieht, senkt die Hemmschwelle. Und umgekehrt.

Es gibt eine Rangfolge, die sich in der Praxis über viele Projekte hinweg wiederholt. Ganz oben stehen nicht Auszeichnungen und nicht das Kanzleigebäude, sondern zwei sehr banale Dinge: ein echtes Gesicht und die Antwort auf die Frage "Was passiert, wenn ich anrufe". Alles, was Unsicherheit über den Ablauf abbaut, wirkt stärker als alles, was Kompetenz behauptet. Kompetenz wird bei Anwälten ohnehin unterstellt, sonst wärst du nicht zugelassen.

Die folgende Tabelle ordnet die üblichen Elemente nach Wirkung und Aufwand. Das ist ein Erfahrungswert aus Projekten mit Dienstleistern, keine Studie. Sie hilft vor allem bei der Reihenfolge: Wenn du nur zwei Tage Zeit hast, arbeite die oberen Zeilen ab.

ElementWas der Mandant daraus liestWirkung auf die HemmschwelleAufwand für dich
Echtes Foto der handelnden PersonenIch weiß, wem ich gegenübersitzeSehr hoch, besonders bei Familien- und StrafrechtHalber Tag Fotoshooting, in der Praxis meist 400 bis 1.200 Euro
Ablauf der Erstberatung in drei bis vier SchrittenIch weiß, was mich erwartet, und blamiere mich nichtSehr hoch, senkt die Angst vor dem Anruf am direktestenEine Stunde Schreibarbeit, kostet nichts
Kostenrahmen der Erstberatung, offen benanntIch laufe nicht in eine unbekannte RechnungSehr hoch bei Privatmandanten, mittel bei UnternehmenEine Stunde, plus Abstimmung im Team
Rechtsgebiete konkret statt "Zivilrecht allgemein"Der macht genau mein Thema, nicht irgendwasHoch, entscheidet oft schon in den SuchergebnissenZwei bis drei Stunden Sortierarbeit
Verständliche Texte ohne ParagrafenkettenDiese Person kann mir das auch am Telefon erklärenHoch, wirkt über die gesamte Seite hinwegDer größte Posten, plane pro Gebietsseite zwei Stunden
Erreichbarkeit mit Zeitfenster und RückrufversprechenIch hänge nicht tagelang in der WarteschleifeHoch, aber nur wenn ihr es einhaltetGering auf der Seite, relevant im Sekretariat
Kanzleigebäude, Bücherwand, Waage-SymbolikSieht aus wie eine KanzleiGering, austauschbarGering, wird aber überbewertet

Rechtsgebiete als Rückgrat der Struktur

Menschen suchen nach ihrem Problem, nicht nach deinem Kanzleinamen.

Die wichtigste Strukturentscheidung ist gleichzeitig die einfachste: Jedes Rechtsgebiet, in dem du ernsthaft Mandate willst, bekommt eine eigene Seite mit eigener Adresse. Nicht einen Absatz auf einer Sammelseite "Leistungen", sondern eine echte Seite. Der Grund ist doppelt. Erstens findet Google eine spezifische Seite zu einem spezifischen Thema deutlich besser. Zweitens kann eine eigene Seite genau die Fragen beantworten, die in diesem Gebiet auftauchen, und die sind völlig verschieden.

Der zweite Schritt ist die Trennung nach Rolle. Arbeitsrecht für Arbeitnehmer und Arbeitsrecht für Arbeitgeber sind zwei Zielgruppen mit gegensätzlichen Interessen, gegensätzlicher Sprache und gegensätzlicher Dringlichkeit. Auf einer gemeinsamen Seite fühlt sich niemand richtig angesprochen, und im Zweifel fragt sich der gekündigte Arbeitnehmer, ob du nicht eigentlich für die andere Seite arbeitest. Dasselbe gilt für Mietrecht (Vermieter oder Mieter) und Baurecht (Bauherr oder Unternehmer).

Der dritte Schritt ist der ehrliche Verzicht. Wer acht Gebiete listet, aber nur in dreien wirklich arbeitet, verwässert genau das Signal, das Mandate bringt. Drei scharfe Gebiete mit guten Seiten schlagen acht Stichworte in einer Aufzählung.

RechtsgebietTypische SuchsituationWas auf die Gebietsseite gehörtFehler, der oft passiert
Arbeitsrecht, ArbeitnehmerseiteKündigung liegt vor, die Klagefrist von drei Wochen läuft, PanikFrist ganz oben, Ablauf, Hinweis auf Rechtsschutzversicherung, Telefonnummer prominentEine gemeinsame Seite für Arbeitgeber und Arbeitnehmer
FamilienrechtTrennung, oft abends und am Handy gesucht, sehr emotionalRuhiger Ton, Ablauf, Kosten, Hinweis auf Vertraulichkeit und TerminfindungKampfrhetorik ("wir holen das Maximum raus"), die abschreckt
Verkehrsrecht und OrdnungswidrigkeitenBußgeldbescheid im Briefkasten, Einspruchsfrist zwei Wochen, sofortFrist, Schnellprüfung, klarer Kostenhinweis, mobile BedienbarkeitNur ein Kontaktformular, kein direkt anklickbares Telefon
ErbrechtPlanend oder nach Todesfall, oft ältere Nutzer, längere LesezeitGroße Schrift, Unterlagen-Checkliste, Ablauf, gute DruckansichtFachsprache aus dem Gesetzestext ohne Übersetzung
StrafrechtDurchsuchung, Vorladung, Haftbefehl, akute NotlageErreichbarkeit außerhalb der Bürozeiten, kurze Verhaltenshinweise, DiskretionKontaktformular als einziger Weg, Antwort "innerhalb von 48 Stunden"
Wirtschafts- und GesellschaftsrechtUnternehmen prüft mehrere Kanzleien, entscheidet nicht spontanTeam, Branchenerfahrung, anonymisierte Mandatsbeispiele, SprachenDerselbe Ton wie bei Privatmandanten, zu wenig Substanz

Mit dieser Struktur wird die Startseite leichter: Sie muss nicht mehr alles erklären, sondern nur sortieren. Wer bist du, für wen, welche Gebiete, wie erreichbar. Die Tiefe passiert auf den Gebietsseiten.

Sprache: verständlich schreiben, ohne unseriös zu klingen

Der häufigste Einwand lautet "das ist juristisch nicht präzise genug". Er ist meistens berechtigt und trotzdem das falsche Argument.

Juristische Texte müssen präzise sein, wenn sie an Gerichte gehen. Auf deiner Website gehen sie an Menschen, die den Unterschied zwischen Anfechtung und Widerruf nicht kennen und auch nicht kennen müssen. Der Zweck des Textes ist nicht Vollständigkeit, sondern der nächste Schritt: Der Leser soll erkennen, dass sein Fall zu dir passt, und anrufen. Präzision entsteht dann im Gespräch, wo du nachfragen kannst.

Praktisch hilft eine Zweiteilung. Der obere Teil einer Gebietsseite spricht die Alltagssprache des Mandanten: "Ihr Arbeitgeber hat gekündigt. Sie haben drei Wochen Zeit, dagegen vorzugehen." Der untere Teil darf fachlich werden, mit Fallgruppen, Verweisen und Begriffen. Wer bis dahin liest, will das. Wer nur wissen will, ob er richtig ist, hat oben schon aufgehört und zum Telefon gegriffen.

Zwei Regeln helfen fast immer. Erstens: maximal ein Nebensatz pro Satz, und das Handelnde nach vorn. Passivkonstruktionen ("es wird geprüft, ob") verschleiern, wer was tut, und genau das verunsichert. Zweitens: Übersetze jeden Fachbegriff beim ersten Auftreten in Klammern. Das kostet vier Wörter und spart dem Leser ein Nachschlagen, bei dem er auf einer fremden Website landet.

Das Anwaltswerberecht als Rahmen, nicht als Bremse

Kurzer Hinweis vorweg: Das hier ist keine Rechtsberatung, sondern die Perspektive aus der Bauabteilung. Die verbindliche Auskunft gibt deine Kammer.

Werbung ist Anwälten erlaubt, das ist seit langem geklärt. Der Rahmen dafür steht in der Bundesrechtsanwaltsordnung (§ 43b BRAO) und wird in der Berufsordnung (BORA) konkretisiert, Fachanwaltsbezeichnungen regelt die Fachanwaltsordnung. Der Kern lautet vereinfacht: sachlich über die berufliche Tätigkeit informieren ja, gezielte Mandatswerbung im Einzelfall nein. Für eine Website heißt das in der Praxis wenig Einschränkung, denn alles, was Vertrauen aufbaut, ist ohnehin sachlich: Ablauf, Kosten, Zuständigkeit, Personen, Erreichbarkeit.

Heikel wird die Ebene darüber. Erfolgsquoten, Superlative, Vergleiche mit anderen Kanzleien und Aussagen, die ein bestimmtes Ergebnis nahelegen: Dazu solltest du dir vor der Veröffentlichung eine Einschätzung holen. Ebenso zur Frage, wie du Tätigkeitsschwerpunkte benennst, ohne den geschützten Fachanwaltstitel zu suggerieren. Mandantenstimmen sind zusätzlich wegen der Verschwiegenheit ein Thema: Ohne ausdrückliche Freigabe geht da nichts.

Die gute Nachricht: Nichts davon zwingt dich zu einer langweiligen Seite. Der Rahmen verbietet vor allem Behauptungen, die ohnehin nicht wirken. "Wir kämpfen für Ihr Recht" ist berufsrechtlich harmlos und praktisch wertlos. "Sie schildern uns Ihren Fall in 20 Minuten am Telefon, danach sagen wir Ihnen, ob sich ein Vorgehen lohnt" ist sachlich und deutlich überzeugender.

  • Prüfe vor dem Livegang, welche Formulierungen zu Schwerpunkten und Titeln du verwendest.
  • Hol dir für Mandantenstimmen und Fallbeispiele eine schriftliche Freigabe, auch bei Anonymisierung.
  • Verzichte auf Erfolgsangaben in Prozent, sie sind angreifbar und für Laien ohnehin nicht einordbar.
  • Halte das Impressum auf dem Stand: Kammer, Berufsbezeichnung und Staat der Verleihung, berufsrechtliche Regelungen mit Fundstelle, Angaben zur Berufshaftpflicht.
  • Wirf den alten Link zur EU-Plattform für Online-Streitbeilegung raus, die Plattform wurde 2025 eingestellt und der Hinweis steht trotzdem noch in vielen Impressen.

Der Erstberatungs-Kontakt: was zwischen Interesse und Anruf steht

Die meisten Kanzleiseiten haben ein Kontaktformular. Wenige haben einen Weg, der zur Notlage passt.

Am Kontaktpunkt verlieren die meisten Kanzleiseiten Mandate. Nicht weil das Formular hässlich ist, sondern weil es zur Situation nicht passt. Wer einen Bußgeldbescheid mit Zweiwochenfrist in der Hand hält, füllt kein neunfeldriges Formular aus, um "innerhalb von 48 Stunden" eine Antwort zu bekommen. Wer eine unangenehme familiäre Sache hat, will dagegen vielleicht erst schreiben statt anrufen. Beide Wege müssen sichtbar nebeneinander stehen.

Drei Details entscheiden über die Nutzung. Erstens ein Zeitversprechen, das ihr auch haltet: "Rückruf am selben Werktag bis 17 Uhr" schlägt jede vage Zusage und ist gleichzeitig ein Versprechen an euer eigenes Sekretariat. Zweitens ein kurzes Formular. Name, Kontakt, Rechtsgebiet, zwei Sätze zur Sache, gewünschte Erreichbarkeit. Mehr braucht die Erstsichtung nicht, und alles Weitere klärt das Gespräch. Drittens ein Hinweis, dass über das Formular keine vertraulichen Details geschickt werden sollen und dass durch die Anfrage noch kein Mandat entsteht.

Beim Thema Kosten lohnt sich Mut. Die Erstberatungsgebühr für Verbraucher ist im Vergütungsrecht gedeckelt (die genaue Höhe kennst du besser als jeder Dienstleister), und genau diese Deckelung spielt kaum jemand aus. "Die Erstberatung kostet höchstens X Euro zuzüglich Umsatzsteuer, danach besprechen wir, wie es weitergeht" nimmt die größte Angst aus dem Anruf. Sieht dein Modell anders aus, schreib eben das hin.

KontaktwegPasst fürWas ihn kaputt machtRealistische Reaktionszeit
Telefonnummer, auf dem Handy anklickbarFristsachen, Strafrecht, Verkehrsrecht, ältere MandantenNummer nur als Bild oder im Fußbereich verstecktSofort, wenn jemand rangeht
Rückrufwunsch mit ZeitfensterBerufstätige, die nicht offen telefonieren könnenKein festes Fenster, Rückruf kommt zwei Tage späterSelber Werktag, sonst wirkt es unglaubwürdig
Kurzformular mit fünf FeldernFamilienrecht, Erbrecht, alles SchambehafteteZwölf Pflichtfelder, Dropdown mit 20 Rechtsgebieten24 Stunden an Werktagen
Online-TerminbuchungPlanbare Beratung, Erstgespräche, UnternehmensmandateKeine freien Termine sichtbar, Tool ohne saubere DatenverarbeitungSofortige Bestätigung, sonst nutzt es niemand
Messenger und WhatsAppJunge Zielgruppen, laufende MandateDatenschutz und Verschwiegenheit sind hier die Hürde, nicht die TechnikErwartet wird "sofort", das ist selten haltbar

Technik, Datenschutz und Verschwiegenheit

Bei Kanzleien ist Datenschutz kein Formalismus, sondern Teil des Berufsbilds.

Es gibt kaum eine Branche, bei der eine datenschutzrechtlich schlampige Website so unangenehm ist wie bei Anwälten. Wer beruflich über Vertraulichkeit spricht, sollte keine Seite betreiben, die bei jedem Aufruf die IP-Adresse des Besuchers an einen amerikanischen Schriftenserver schickt. Praktisch heißt das: Schriften lokal einbinden statt über ein externes Netzwerk, Karten und Videos erst nach aktiver Einwilligung laden, Analysewerkzeuge sparsam und dokumentiert einsetzen, Formulardaten verschlüsselt übertragen und in Europa speichern.

Der zweite Punkt betrifft deine Dienstleister. Wer an deiner Website arbeitet, kann theoretisch an Formulareingaben und Server-Logs kommen, also an Daten von Menschen, die sich in einer Notlage an dich gewandt haben. Die Regeln zum Schutz von Privatgeheimnissen erfassen ausdrücklich auch mitwirkende Personen, und ein Auftragsverarbeitungsvertrag gehört ohnehin dazu. Kläre vor der Beauftragung, wer Zugriff hat, wo gehostet wird und wie lange Formulardaten gespeichert bleiben. Das ist eine Frage von zwei Sätzen im Angebot und schützt beide Seiten.

Der dritte Punkt ist Geschwindigkeit, aus einem praktischen Grund: Ein großer Teil der Anwaltssuchen passiert am Handy, unterwegs, mit schlechter Verbindung. Eine Seite, die vier Sekunden zum Aufbau braucht, verliert genau die Nutzer, die es eilig haben. Der Aufwand ist kein Hexenwerk: wenige komprimierte Bilder, keine schweren Skripte, kein Plugin-Sammelsurium. Bei Pixylmedia ist genau das der Standard, lokale Schriften und kein US-CDN im Hintergrund.

Aufwand, Kosten und wann sich der Relaunch nicht lohnt

Eine Kanzleiseite ist kein Sonderfall im Preis, aber im Inhalt.

Der bauliche Aufwand unterscheidet sich kaum von anderen Dienstleisterseiten. Der Unterschied liegt im Text: Gebietsseiten, die fachlich stimmen und trotzdem verständlich sind, schreibt kein Dienstleister allein. Entweder du lieferst die Rohfassung und jemand macht sie lesbar, oder ein Texter schreibt und du korrigierst fachlich. Plane pro Rechtsgebiet zwei bis vier Stunden aus deinem Kalender ein, das ist der ehrlichste Teil dieser Rechnung.

Bei den Preisen gilt die übliche Spanne für individuell gebaute Seiten. In der Praxis liegen Angebote für eine kleine bis mittlere Kanzleiseite meist zwischen 2.000 und 8.000 Euro, je nach Anzahl der Gebiete, Umfang des Teams und Aufwand für Fotos und Texte. Wie du solche Angebote sauber vergleichst, steht im Ratgeber zum Angebotsvergleich, und was danach jedes Jahr an Betrieb dazukommt, findest du im Ratgeber zu den laufenden Kosten. Wichtig ist vor allem, dass Fotos, Texte und Pflege in der Rechnung auftauchen und nicht als Selbstverständlichkeit unterschlagen werden.

UmfangWas typischerweise enthalten istPreisspanne in der PraxisWann das reicht
Digitale Visitenkarte, eine SeiteKontakt, Person, ein bis zwei Gebiete, Impressum, DatenschutzBaukasten ab rund 15 Euro im Monat, individuell ab etwa 1.500 EuroReines Empfehlungsgeschäft, Auftragsbuch voll, keine Sichtbarkeitsziele
Kleine Kanzleiseite, 5 bis 8 SeitenStart, 2 bis 3 Gebietsseiten, Person, Kosten, Kontakt, RechtstexteMeist 2.000 bis 4.500 EuroEinzelanwalt oder Zweierkanzlei mit klarem Schwerpunkt
Mittlere Kanzlei, 10 bis 18 Seiten4 bis 6 Gebietsseiten, Team mit Einzelprofilen, Karriere, AktuellesMeist 4.500 bis 8.000 EuroMehrere Berufsträger, mehrere Zielgruppen, aktive Mandatsakquise
Große oder mehrsprachige KanzleiZweite Sprache, Newsroom, Mandantenbereich, BewerbungsstreckeAb etwa 8.000 Euro aufwärts, stark abhängig vom UmfangWirtschaftsrechtliche Ausrichtung, internationale Mandate, Recruiting
Laufender Betrieb pro JahrDomain, Hosting, Updates, kleine Änderungen, SicherungMeist 300 bis 1.500 Euro, mit Betreuungspaket entsprechend mehrImmer. Eine Kanzleiseite ohne Pflege veraltet schnell und sichtbar

Und jetzt der Teil, der selten in solchen Artikeln steht: Es gibt Situationen, in denen ein Relaunch die falsche Ausgabe ist. Wenn deine Kanzlei seit zwölf Jahren ausschließlich über Empfehlungen und Zuweiser läuft, du keine neuen Mandate willst und in drei Jahren an die Übergabe denkst, dann reicht eine saubere, aktuelle, schnelle Seite mit korrektem Impressum. Dafür genügt oft ein gepflegter Baukasten, und das Geld ist woanders besser aufgehoben. Auch wer gerade in einer Kanzleiumstrukturierung steckt, sollte den Relaunch verschieben, bis feststeht, wer künftig auf der Teamseite steht.

Fazit: erst der Ablauf, dann das Design

Was du in den nächsten sieben Tagen tun kannst, auch ohne Budget.

Vertrauen entsteht auf einer Kanzlei-Website nicht durch Seriosität in Bildform, sondern durch Vorhersagbarkeit. Der Mandant will wissen, wen er anruft, was ihn erwartet, was es kostet und wann er eine Antwort bekommt. Stehen diese vier Antworten auf jeder wichtigen Seite, ist der größte Teil der Arbeit getan. Alles Weitere, von der Bildsprache bis zur Farbwelt, verstärkt diese Basis, ersetzt sie aber nicht.

Konkret für die kommende Woche: Schreib den Ablauf-Kasten mit drei bis vier Schritten und häng ihn auf jede Gebietsseite. Nimm dir deine wichtigste Gebietsseite vor und formuliere die ersten zwei Absätze so um, dass jemand ohne juristische Ausbildung sie versteht. Prüfe deine Telefonnummer auf dem Handy: anklickbar, sichtbar ohne Scrollen, mit Zeitfenster daneben. Und nimm eine Stunde für das Impressum, inklusive der alten Pflichthinweise, die inzwischen hinfällig sind.

Wenn die Seite deiner Arbeit danach immer noch nicht gerecht wird, ist das der Zeitpunkt für ein Projekt mit festem Preis, klarem Umfang und einem Termin. Wenn dagegen die vier Antworten stehen und das Telefon klingelt, hast du dir mehrere tausend Euro gespart. Beides ist ein brauchbares Ergebnis, und nur eines davon verkauft dir jemand gern.

Häufige Fragen

Was kostet eine Kanzlei-Website?
Eine individuell gebaute Kanzlei-Website liegt in der Praxis meist zwischen 2.000 und 8.000 Euro, abhängig von der Anzahl der Rechtsgebiete, der Größe des Teams und dem Aufwand für Fotos und Texte. Bei Pixylmedia startet der Festpreis bei 2.000 Euro, das Pro-Paket bei 4.500 Euro. Für den laufenden Betrieb kommen erfahrungsgemäß 300 bis 1.500 Euro pro Jahr dazu.
Brauche ich für jedes Rechtsgebiet eine eigene Seite?
Ja, für jedes Rechtsgebiet, in dem du ernsthaft Mandate willst, lohnt sich eine eigene Seite mit eigener Adresse. Google findet spezifische Seiten besser, und du kannst genau die Fragen beantworten, die in diesem Gebiet auftauchen. Trenne zusätzlich nach Rolle: Arbeitsrecht für Arbeitnehmer und für Arbeitgeber sind zwei Zielgruppen mit gegensätzlichen Interessen. Drei scharfe Gebiete schlagen acht Stichworte in einer Aufzählung.
Darf ich als Anwalt auf meiner Website überhaupt werben?
Werbung ist Anwälten erlaubt, solange sie sachlich über die berufliche Tätigkeit informiert. Den Rahmen setzen § 43b BRAO und die BORA, gezielte Mandatswerbung im Einzelfall bleibt tabu. Für eine Website heißt das kaum Einschränkung, denn Ablauf, Kosten, Zuständigkeit und Erreichbarkeit sind ohnehin sachlich. Heikel sind Erfolgsquoten, Superlative und Mandantenstimmen ohne schriftliche Freigabe. Die verbindliche Auskunft gibt deine Kammer.
Lohnt sich ein professionelles Foto oder reicht ein Stockbild?
Ein echtes Foto der handelnden Personen wirkt deutlich stärker als jedes Stockbild mit Waage oder Richterhammer. Symbolbilder sind austauschbar und werden in Sekundenbruchteilen überlesen. Ein Fotoshooting kostet erfahrungsgemäß 400 bis 1.200 Euro für einen halben Tag. Gerade im Familien- und Strafrecht senkt ein Gesicht die Hemmschwelle vor dem Anruf spürbar.
Wie lange dauert der Relaunch einer Kanzlei-Website?
Der Bau selbst dauert bei Pixylmedia 14 Tage bis zum Launch. Der eigentliche Engpass sind die Texte: Plane pro Rechtsgebiet zwei bis vier Stunden aus deinem eigenen Kalender ein, denn fachlich korrekte und trotzdem verständliche Gebietsseiten schreibt kein Dienstleister allein. Kommen Fotos dazu, verschiebt sich der Start um den Termin beim Fotografen.

Genug gesehen?

Festpreis. Zwei Wochen. Direkt mit dem Macher. Kein Vorgespräch-Marathon, keine Newsletter-Falle.