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Onlineshop starten: Was du vor dem ersten Produkt klären musst

Die meisten Shop-Projekte scheitern nicht an der Technik. Sie scheitern daran, dass jemand einen Shop bauen lässt, bevor er weiß, wie viele Produkte er führen wird, wie er versendet, welche Zahlungsarten er anbietet und wer die Produktfotos macht. Der Shop steht dann da, hübsch und leer, und es passiert nichts. Dieser Artikel geht die Entscheidungen durch, die vor dem ersten Produkt fallen müssen: Sortimentsgröße, Zahlung, Versand, Rechtstexte, Bildmaterial, Pflegeaufwand. Dazu eine ehrliche Erwartung an den Umsatz im ersten Jahr.

Lesezeit
13 Min.
Stand
Juli 2026
Kapitel
9

Der Shop scheitert selten am Shop

Warum die Vorarbeit wichtiger ist als das System

Wenn jemand anruft und sagt "Ich brauche einen Onlineshop", ist die erste Frage nie, welches System es werden soll. Die erste Frage lautet: Wie viele Produkte hast du, wie oft ändern sie sich, und wer pflegt sie? Aus diesen drei Antworten fällt fast jede weitere Entscheidung von allein. Wer sie nicht beantworten kann, baut auf Verdacht, und Bauen auf Verdacht wird in einem Shop teurer als in jedem anderen Webprojekt.

Der Unterschied zu einer normalen Unternehmenswebsite ist grundsätzlich. Eine Website ist nach dem Launch weitgehend fertig. Ein Shop fängt am Launch-Tag erst an. Ab dann kommen Produkte dazu, Preise ändern sich, Bestände laufen leer, Kunden schreiben Fragen, Pakete gehen raus, Retouren kommen zurück. Der Shop ist kein Projekt mit Enddatum, er ist ein Betrieb. Und ein Betrieb braucht vorher eine Entscheidung darüber, wer ihn führt.

Deshalb ist dieser Artikel kein Technikvergleich. Er geht die Fragen durch, die du beantwortet haben solltest, bevor du überhaupt Angebote einholst. Wenn du sie beantwortet hast, wird das Angebot präziser, das Projekt schneller und die erste Bestellung deutlich weniger aufregend. Was ein Shop am Ende wirklich kostet, inklusive der Gebühren pro Bestellung, rechnet der Ratgeber zu den Onlineshop-Kosten durch.

Und noch etwas vorweg, weil es sonst zu spät kommt: Nicht jedes Vorhaben braucht einen Shop. Wer fünf Produkte verkauft, die alle gleich groß und gleich schwer sind, und im Monat zehn Bestellungen erwartet, kann das lange über eine gute Website mit Anfrageformular und manueller Rechnung abwickeln. Das ist kein Rückschritt, das ist eine ehrliche Kalkulation.

Sortimentsgröße: die Zahl, die alles andere festlegt

Zehn Produkte sind ein anderes Projekt als tausend

Die Anzahl deiner Artikel entscheidet über das System, über den Aufbau der Navigation, über die Pflegeprozesse und über das Budget. Wichtig ist dabei nicht die Zahl der Produkte, sondern die Zahl der Varianten. Ein T-Shirt in fünf Größen und vier Farben ist ein Produkt und zwanzig Lagerpositionen. Wer mit "wir haben zwanzig Produkte" ins Gespräch geht und dabei vierhundert Varianten meint, bekommt ein Angebot, das nicht passt.

Zweiter Faktor: Wie oft ändert sich das Sortiment? Ein Shop mit festem Katalog, der zweimal im Jahr aktualisiert wird, ist etwas völlig anderes als ein Shop mit wöchentlichen Neuheiten und saisonalen Abverkäufen. Der erste braucht eine solide Basis, der zweite braucht vor allem eine Pflegeoberfläche, in der du in zwei Minuten ein Produkt anlegst, ohne jemanden anzurufen.

Dritter Faktor: Woher kommen die Produktdaten? Wenn du bereits eine Warenwirtschaft oder ein Kassensystem nutzt, ist die Schnittstelle die zentrale technische Frage des Projekts, nicht das Design. Wenn du bei null anfängst und alles per Hand einpflegst, ist der Engpass deine Zeit, und die Frage lautet, wie schnell die Pflegemaske ist.

SortimentTypisch sinnvolle LösungEinmaliger Aufwand (Erfahrungswert)Worauf es dabei ankommt
1 bis 10 Produkte, kaum VariantenWebsite mit schlankem Shop-Teil oder Zahlungslink2.000 bis 5.000 EURProduktseite und Vertrauen wichtiger als Katalogfunktionen
10 bis 100 Produkte, wenige VariantenGehostetes Shopsystem im Abo oder individueller Aufbau3.000 bis 12.000 EURFilter, Kategorien, saubere Versandregeln, schnelle Pflege
100 bis 1.000 Produkte, viele VariantenEtabliertes Shopsystem mit Anpassungen8.000 bis 30.000 EURDatenimport, Varianten-Logik, Suche, Bestandsführung
über 1.000 Produkte oder B2B-PreiseShopsystem mit Warenwirtschafts-Anbindungab 25.000 EURSchnittstellen, Kundengruppen, Staffelpreise, Prozesse
Digitale Produkte oder DienstleistungenKleiner Shop oder Buchungssystem2.000 bis 8.000 EURAuslieferung, Lizenzen, Widerrufsrecht bei digitalen Gütern

Die Spanne innerhalb einer Zeile ist groß, und das ist ehrlich so gemeint. Zwischen einem Shop mit fünfzig Produkten aus einer sauberen Tabelle und einem Shop mit fünfzig Produkten, die alle unterschiedliche Versandklassen, Mengenrabatte und Sondertexte haben, liegt der Faktor drei. Wer eine belastbare Zahl will, muss vorher liefern: Produktliste, Variantenstruktur, Versandregeln, Zahlungswünsche.

Zahlungsarten: was Käufer erwarten und was sie kosten

Jede Zahlungsart ist ein Kompromiss aus Abbruchquote, Gebühr und Risiko

Die Auswahl der Zahlungsarten ist eine Umsatzentscheidung, keine technische. Fehlt die Zahlungsart, die dein Kunde gewohnt ist, bricht er im letzten Schritt ab, und du erfährst nie warum. Gleichzeitig kostet jede Zahlungsart Geld, und bei einem durchschnittlichen Warenkorb von 25 Euro fressen die Gebühren einen spürbaren Teil deiner Marge.

In Deutschland sind vier Zahlungsarten in der Praxis fast Pflicht: PayPal, Kreditkarte, Kauf auf Rechnung und Lastschrift. Kauf auf Rechnung ist dabei der wunde Punkt. Er ist im deutschen Handel extrem beliebt und gleichzeitig die teuerste und riskanteste Variante, wenn du sie selbst trägst. Über einen Anbieter, der das Ausfallrisiko übernimmt, kostet sie mehr Gebühr, dafür bekommst du dein Geld auch bei Zahlungsausfall.

Die folgenden Gebühren sind Erfahrungswerte aus Angeboten und Abrechnungen, keine offiziellen Preislisten. Anbieterkonditionen ändern sich und hängen von Umsatz und Vertrag ab. Prüf die aktuellen Konditionen immer direkt beim Anbieter, bevor du kalkulierst.

ZahlungsartGebühr je Bestellung (Erfahrungswert)Risiko für dichEmpfehlung für Starter
PayPalrund 2 bis 3 Prozent plus etwa 30 bis 40 Centgering, Käuferschutz kann zu deinen Lasten gehenab Tag eins, kaum verzichtbar
Kreditkarte über Payment-Anbieterrund 1,5 bis 3 Prozent plus fixer BetragRückbuchungen möglichab Tag eins, besonders bei Kunden aus dem Ausland
Kauf auf Rechnung über Anbietermeist die teuerste Variante, oft 2 bis 4 Prozent plus Fixbetraggering, Anbieter übernimmt Ausfallab dem Moment, in dem Abbrüche im Checkout auffallen
SEPA-Lastschriftniedrige Fixgebühr, oft unter 50 CentRückläufer und Bearbeitungsaufwandsinnvoll bei Stammkunden und Abos
Vorkasse per Überweisungkeine Transaktionsgebührkein Ausfallrisiko, aber Kaufabbrücheals Ergänzung, nie als einzige Option
Sofortzahlung oder Wallet-Diensteim Bereich der Kartenzahlunggeringwenn deine Zielgruppe mobil kauft

Praktisch heißt das: Rechne mit rund 3 bis 5 Prozent deines Bruttoumsatzes für Zahlungsabwicklung, wenn du einen normalen Mix anbietest. Bei kleinen Warenkörben ist der Fixbetrag pro Transaktion das eigentliche Problem, nicht der Prozentsatz. Bei einem Bestellwert von 12 Euro sind 35 Cent Fixgebühr fast drei Prozent zusätzlich. Deshalb ist ein Mindestbestellwert oder ein sinnvolles Bundle bei Kleinteilen oft die bessere Antwort als der Wechsel des Anbieters.

Wichtig für die Vorbereitung: Zahlungsanbieter prüfen dich. Du brauchst ein Gewerbe, ein Geschäftskonto, meist einen Identitätsnachweis und je nach Anbieter ein paar Tage Bearbeitungszeit. Wer das erst am Tag vor dem geplanten Launch anstößt, verschiebt den Launch. Kümmere dich früh darum, parallel zum Bau.

Versandlogik: die unterschätzte Rechenaufgabe

Hier steckt mehr Konzeptarbeit als im gesamten Design

Versand klingt nach einem Feld im Backend und ist in Wahrheit eine der aufwendigsten Konzeptfragen im Shop. Du musst entscheiden: pauschal oder gewichtsabhängig, ab welchem Wert versandkostenfrei, wie viele Zonen, was passiert bei Sperrgut, wie läuft Selbstabholung, was gilt für das Ausland. Jede dieser Entscheidungen ist eine Regel, die jemand einbauen und testen muss.

Für den Start reicht meistens die einfachste Variante: eine Pauschale innerhalb Deutschlands, eine zweite für das restliche EU-Ausland, dazu eine Schwelle für versandkostenfreie Lieferung. Kompliziert wird es erst, wenn dein Sortiment sehr unterschiedliche Größen und Gewichte enthält. Dann brauchst du Versandklassen, und dann muss jedes Produkt einer Klasse zugeordnet sein. Das ist Pflegearbeit, die dauerhaft bleibt.

Zur Größenordnung: Ein Standardpaket innerhalb Deutschlands kostet über Geschäftskundenkonditionen in der Praxis meist zwischen etwa 4 und 7 Euro, kleine Sendungen im Warenpost-Format deutlich weniger. Dazu kommen Verpackung, Füllmaterial, Etiketten und deine Zeit fürs Packen. Wer Versandkosten als reinen Porto-Betrag rechnet, rechnet zu niedrig. Kalkuliere pro Paket lieber einen bis zwei Euro Material und mindestens fünf Minuten Arbeitszeit dazu.

Die Schwelle für versandkostenfreie Lieferung ist ein Marketinginstrument, kein Geschenk. Sie sollte spürbar über deinem durchschnittlichen Warenkorb liegen, sonst subventionierst du Bestellungen, die ohnehin gekommen wären. In der Praxis liegen Schwellen häufig zwischen 39 und 79 Euro, abhängig von Marge und Warenkorb. Rechne sie einmal sauber durch, statt einen Wert abzuschreiben, den ein anderer Shop nutzt.

Ein Punkt, den viele Starter übersehen: Auslandsversand innerhalb der EU ist steuerlich relevant. Wer über eine bestimmte Umsatzschwelle an Privatkunden in andere EU-Länder verkauft, muss dort die jeweilige Umsatzsteuer abführen, üblicherweise über das One-Stop-Shop-Verfahren. Das ist kein Grund, den Auslandsversand zu lassen, aber ein Grund, vorher mit dem Steuerberater zu sprechen und die Steuersätze im Shop sauber zu hinterlegen.

Rechtstexte und Pflichten: der Teil, den niemand gern liest

Was vor der ersten Bestellung stehen muss

Ein Shop ist rechtlich deutlich anspruchsvoller als eine Firmenwebsite, weil du Verträge mit Verbrauchern schließt. Die gute Nachricht: Der Aufwand ist überschaubar, wenn du ihn früh erledigst. Die schlechte: Abmahnungen treffen fast immer neue Shops, weil dort die Standardfehler stecken. Rechtstexte aus dem Internet zu kopieren ist dabei die schlechteste aller Optionen, weil du damit sowohl falsche Angaben übernimmst als auch fremde Texte nutzt.

In der Praxis gibt es zwei sinnvolle Wege. Entweder du beauftragst einen Anwalt einmalig, dann kostet das je nach Umfang häufig zwischen 400 und 1.200 Euro. Oder du nimmst ein Rechtstexte-Abo eines spezialisierten Anbieters, das in der Praxis meist zwischen etwa 10 und 40 Euro im Monat liegt und die Texte bei Gesetzesänderungen automatisch aktualisiert. Für Starter ist das Abo meist die vernünftigere Wahl, weil sich im E-Commerce-Recht regelmäßig etwas ändert.

Diese Punkte solltest du in jedem Fall auf dem Zettel haben, bevor die erste Bestellung reinkommt:

  • Impressum, Datenschutzerklärung, AGB, Widerrufsbelehrung und Muster-Widerrufsformular.
  • Korrekte Preisangaben: Endpreis inklusive Umsatzsteuer, Versandkosten, bei Bedarf Grundpreis je Einheit.
  • Eindeutig beschrifteter Bestellbutton, aus dem die Zahlungspflicht hervorgeht.
  • Bestellbestätigung per Mail mit allen Vertragsdaten und den Rechtstexten.
  • Registrierung im Verpackungsregister, wenn du Ware in Verpackungen versendest.
  • Branchenspezifische Pflichten: Elektrogeräte, Batterien, Textilkennzeichnung, Lebensmittelangaben, Kosmetik.
  • Herstellerangaben und Sicherheitshinweise nach den EU-Produktsicherheitsregeln auf der Produktseite.
  • Cookie-Banner nur, wenn du tatsächlich einwilligungspflichtige Dienste einsetzt, und dann korrekt umgesetzt.

Zwei Hinweise dazu, die regelmäßig für Ärger sorgen. Erstens: Die Registrierung im Verpackungsregister ist keine Formalie, sondern Voraussetzung dafür, dass du überhaupt versenden darfst, und sie betrifft auch den Karton und das Füllmaterial, nicht nur die Produktverpackung. Zweitens: Vorlagen zur Streitbeilegung und ähnliche Standardklauseln ändern sich. Lass deine Texte von deinem Anwalt oder deinem Rechtstexte-Dienst auf den aktuellen Stand bringen, statt einen zwei Jahre alten Textblock zu übernehmen.

Wichtig für die Zusammenarbeit mit deinem Dienstleister: Rechtstexte sind Rechtsberatung und gehören nicht in den Leistungsumfang eines Webdesigners. Was ein guter Dienstleister leisten kann, ist die technisch korrekte Einbindung, die Checkout-Struktur, die Pflichtangaben an den richtigen Stellen und eine datenschutzfreundliche Umsetzung ohne unnötige Drittdienste. Wer dir Rechtssicherheit verspricht, ohne Anwalt zu sein, verspricht etwas, das er nicht halten kann.

Produktfotos und Produktdaten: der eigentliche Engpass

Woran Shop-Projekte am häufigsten hängenbleiben

Wenn ein Shop-Projekt aus dem Zeitplan läuft, liegt das in den allermeisten Fällen an fehlenden Produktdaten. Die Technik steht, das Design ist freigegeben, und dann fehlen 180 Produktfotos und 180 Beschreibungstexte. Das ist keine Ausnahme, das ist der Normalfall. Deshalb gehört die Frage "wer macht die Fotos und wann" in die erste Projektwoche, nicht in die letzte.

Was jedes Produkt braucht, ist überschaubar, aber es summiert sich: Name, Kurzbeschreibung, ausführliche Beschreibung, Preis, Grundpreis falls nötig, Artikelnummer, Bestand, Gewicht und Maße für den Versand, Versandklasse, Kategorie, mindestens zwei Bilder, Varianten mit eigenen Preisen und Beständen. Rechne mit 15 bis 30 Minuten pro Produkt für Text und Pflege, plus Fotografie. Bei hundert Produkten sind das 25 bis 50 Stunden reine Fleißarbeit.

Bei den Fotos gibt es drei realistische Wege. Erstens: Herstellerbilder, falls du Handelsware verkaufst und die Nutzungsrechte hast. Schnell und günstig, sieht aber aus wie bei allen anderen. Zweitens: Fotograf, in der Praxis oft zwischen 15 und 60 Euro pro Produkt bei größeren Mengen, abhängig von Aufwand und Freistellung. Drittens: selbst fotografieren, mit Tageslicht, weißem Hintergrund und einem aktuellen Smartphone. Das funktioniert bei einfachen Produkten besser, als die meisten denken, und deutlich schlechter bei glänzenden oder sehr kleinen Artikeln.

Ein Detail, das über Konversion entscheidet: Konsistenz. Zwanzig gute Bilder mit identischem Hintergrund, gleichem Ausschnitt und gleichem Licht wirken professioneller als vierzig Bilder in fünf verschiedenen Stilen. Leg einmal ein Set fest, halte dich daran, und dokumentiere es für später, damit neue Produkte im gleichen Stil dazukommen.

Pflegeaufwand: was dich der Shop jede Woche kostet

Die Rechnung, die vor dem Start niemand aufmacht

Der Betrieb eines Shops kostet Zeit, und diese Zeit ist die häufigste unterschätzte Position im ganzen Vorhaben. Solange du zehn Bestellungen im Monat hast, machst du das nebenbei. Bei fünfzig Bestellungen im Monat ist es ein halber Arbeitstag pro Woche. Bei zweihundert brauchst du Prozesse oder Hilfe.

AufgabeAufwand bei 20 Bestellungen im MonatAufwand bei 200 Bestellungen im MonatSinnvoll auslagerbar?
Bestellungen packen und versenden2 bis 4 Stunden im Monat15 bis 30 Stunden im Monatja, an Fulfillment-Dienstleister
Kundenanfragen und Support1 bis 3 Stunden im Monat10 bis 25 Stunden im Monatteilweise, mit guter FAQ deutlich weniger
Produktpflege und Bestände1 bis 4 Stunden im Monat5 bis 15 Stunden im Monatja, an Aushilfe oder per Schnittstelle
Retouren bearbeitenunter 1 Stunde im Monat5 bis 15 Stunden im Monatteilweise
Buchhaltung und Steuer1 bis 2 Stunden im Monat4 bis 10 Stunden im Monatja, an Steuerberater mit Schnittstelle
Technische Updates und Sicherheitunter 1 Stunde im Monat1 bis 3 Stunden im Monatja, über einen Wartungsvertrag

Diese Zahlen sind Erfahrungswerte und schwanken stark mit Produktart und Kundschaft. Ein Shop für Ersatzteile erzeugt viele Rückfragen, ein Shop für Kaffee kaum welche. Aber die Richtung stimmt: Ab etwa fünfzig Bestellungen im Monat wird der Shop zu einer Aufgabe, die feste Zeitfenster braucht, nicht nur gute Laune am Abend.

Technische Pflege ist der Teil, der am leichtesten vergessen wird und am teuersten wird, wenn er ausfällt. Ein Shop verarbeitet Zahlungsdaten und Kundendaten. Veraltete Software ist hier kein Schönheitsfehler, sondern ein echtes Risiko. Wer keine Lust auf Updates hat, braucht einen Wartungsvertrag. Bei Pixylmedia sind nach dem Launch 30 Tage Support enthalten, danach beginnt ein Care-Plan bei 99 Euro im Monat. Andere Anbieter rechnen anders, aber irgendeine Form von laufender Betreuung solltest du fest einplanen, statt sie als Sparposten zu behandeln.

Realistische Erwartung an den Umsatz

Und die Checkliste, die vor dem ersten Produkt abgehakt sein sollte

Der ehrlichste Satz zum Thema Shop-Umsatz lautet: Ein Shop erzeugt keine Nachfrage. Er wandelt vorhandene Nachfrage in Bestellungen um. Wenn niemand deine Marke kennt und niemand nach deinem Produkt sucht, verkauft ein neuer Shop im ersten Monat exakt so viel, wie du an Besuchern hineinbringst. Das sind bei den meisten Startern zweistellige Besucherzahlen pro Tag, und daraus werden keine tausend Euro Umsatz.

Rechne lieber rückwärts. Von hundert Besuchern eines neuen, unbekannten Shops kaufen erfahrungsgemäß ein bis drei. Bei einem Warenkorb von 40 Euro brauchst du also grob 2.500 bis 7.500 Besucher für 1.000 Euro Umsatz, und davon bleibt nach Wareneinsatz, Zahlungsgebühren und Versand ein Bruchteil übrig. Diese Rechnung ist unangenehm, aber sie ist der Unterschied zwischen einem Plan und einer Hoffnung. Woher die Besucher kommen sollen, ist die eigentliche Frage: bestehende Kundschaft, Laden, Social Media, Suchmaschine, Werbung, Marktplatz.

Realistisch ist im ersten Jahr für die meisten Starter: ein langsamer Anlauf, saisonale Ausschläge, erste Wiederkäufer nach einigen Monaten, und der Punkt, an dem der Shop sich selbst trägt, irgendwo zwischen Monat sechs und Monat achtzehn. Wer nach acht Wochen aufgibt, hat nicht den falschen Shop, sondern die falsche Erwartung gehabt. Plane deshalb Budget für die Zeit nach dem Launch ein, nicht nur für den Bau. Ein Shop ohne Marketingbudget ist ein Schaufenster in einer Seitengasse.

Vor dem ersten Produkt zu klärenWarum das jetzt wichtig istErledigt, wennTypischer Zeitbedarf
Produktliste mit Variantenlegt System, Aufwand und Angebot festTabelle mit allen Artikeln und Varianten existiert2 bis 10 Stunden
Gewerbe, Geschäftskonto, SteuernummerZahlungsanbieter prüfen dich vor der FreischaltungKonto aktiv, Unterlagen vollständig1 bis 4 Wochen
Zahlungsarten festlegen und beantragenFreischaltung dauert und blockiert sonst den LaunchTestzahlung ist durchgelaufen1 bis 3 Wochen
Versandregeln und Verpackungbestimmt Preisdarstellung und Kalkulationjede Versandklasse ist einmal getestet3 bis 8 Stunden
Rechtstexte und Registrierungenohne sie darf der Shop nicht live gehenTexte eingebunden, Verpackungsregister erledigt1 bis 2 Wochen
Produktfotos und Textehäufigster Grund für Verzögerungendie ersten 20 Produkte sind komplett10 bis 50 Stunden
Pflegeverantwortung klärensonst verwaist der Shop nach vier Wocheneine Person mit festem Zeitfenster steht fest1 Gespräch
Plan für die ersten Besucherohne Traffic keine Bestellungenein Kanal ist konkret geplant und budgetiert2 bis 5 Stunden

Fazit: erst die Vorarbeit, dann das Angebot

Was du konkret als Nächstes tun solltest

Ein Onlineshop ist kein Website-Projekt mit Warenkorb. Er ist ein kleiner Betrieb, der Produkte, Zahlung, Versand, Recht und Pflege gleichzeitig verlangt. Die Technik ist dabei der planbarste Teil. Der unplanbare Teil bist du: deine Produktdaten, deine Zeit, dein Plan für die ersten Besucher. Genau deshalb entscheidet die Vorarbeit über das Ergebnis, nicht die Wahl des Systems.

Konkret als Nächstes: Leg eine Tabelle mit allen Produkten und Varianten an, inklusive Gewicht und Maßen. Entscheide, welche Zahlungsarten du zum Start brauchst, und beantrage sie sofort, weil die Prüfung Zeit kostet. Definiere zwei bis drei Versandregeln und rechne sie einmal mit Porto, Verpackung und deiner Zeit durch. Kläre die Rechtstexte über einen Anwalt oder ein Abo und registriere dich im Verpackungsregister. Fotografiere zwanzig Produkte vollständig. Wenn diese fünf Punkte stehen, hol Angebote ein. Wie du sie sauber vergleichst, ohne auf Pauschalen hereinzufallen, steht im Ratgeber zum Angebotsvergleich.

Und die unbequeme Empfehlung, weil sie öfter richtig ist, als man denkt: Wenn dein Sortiment klein und dein Budget knapp ist, starte mit einem gehosteten Shopsystem im Abo oder mit einer schlanken Website plus Zahlungslink. Sammle sechs Monate lang echte Daten darüber, was gekauft wird, was gefragt wird und wo Bestellungen abbrechen. Ein individuell gebauter Shop lohnt sich dann, wenn du weißt, was er können muss, und nicht, solange du es vermutest. Wer diesen Punkt erreicht hat, bekommt bei einem seriösen Dienstleister einen Festpreis vor Projektstart und behält Code, Domain und Daten in der eigenen Hand. Das ist der Standard, an dem du jedes Angebot messen solltest.

Häufige Fragen

Was kostet ein Onlineshop für den Start?
Ein einfacher Shop mit bis zu zehn Produkten liegt erfahrungsgemäß bei 2.000 bis 5.000 Euro, bei 10 bis 100 Produkten eher bei 3.000 bis 12.000 Euro. Dazu kommen laufende Kosten: Zahlungsgebühren von rund 3 bis 5 Prozent vom Umsatz, Rechtstexte und Wartung. Bei Pixylmedia startet ein Festpreis-Projekt bei 2.000 Euro, der Care-Plan danach bei 99 Euro im Monat.
Brauche ich wirklich einen Onlineshop oder reicht eine Website?
Eine Website mit Anfrageformular und manueller Rechnung reicht oft aus, wenn du wenige Produkte führst und unter etwa 30 Bestellungen im Monat erwartest. Ein Shop lohnt sich, sobald er dein Hauptvertriebsweg wird, Bestände und Varianten verwaltet werden müssen oder die manuelle Abwicklung dich mehr Zeit kostet als die Pflege des Shops. Erst testen, dann bauen, spart meistens Geld.
Wie viel kosten Zahlungsarten im Onlineshop an Gebühren?
Rechne mit rund 3 bis 5 Prozent deines Bruttoumsatzes, wenn du einen üblichen Mix aus PayPal, Kreditkarte, Kauf auf Rechnung und Lastschrift anbietest. Das sind Erfahrungswerte, die Konditionen hängen von Anbieter und Umsatz ab. Bei kleinen Warenkörben ist die Fixgebühr pro Transaktion das größere Problem: 35 Cent auf eine 12-Euro-Bestellung sind fast drei Prozent zusätzlich.
Wie lange dauert es, bis ein Onlineshop live gehen kann?
Die Technik ist selten der Engpass. Realistisch brauchst du 1 bis 4 Wochen für Gewerbe und Geschäftskonto, 1 bis 3 Wochen bis dich die Zahlungsanbieter freischalten, 1 bis 2 Wochen für Rechtstexte und 10 bis 50 Stunden für Produktfotos und Texte. Diese Schritte laufen parallel zum Bau, wenn du sie früh anstößt. Sonst verschiebt sich der Launch.
Wie viel Zeit kostet ein Onlineshop pro Monat?
Bei etwa 20 Bestellungen im Monat kommst du erfahrungsgemäß auf 5 bis 15 Stunden für Packen, Support, Produktpflege, Retouren und Buchhaltung. Bei 200 Bestellungen sind es eher 40 bis 95 Stunden, also mehr als ein halber Job. Ab rund 50 Bestellungen im Monat braucht der Shop feste Zeitfenster und eine Person, die dafür verantwortlich ist.

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